Borstige Glockenblume
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| Borstige Glockenblume | ||||||||||||
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| Datei:Campanula cervicaria RF.jpg
Borstige Glockenblume | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Campanula cervicaria | ||||||||||||
| L. |
Die Borstige Glockenblume (Campanula cervicaria) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Glockenblumen (Campanula) innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).
Merkmale
Die Borstige Glockenblume ist eine zweijährige bis ausdauernde Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 80 cm. Sie bildet dickfleischige, tiefreichende Wurzeln. Die Spreiten der Grundblätter so wie die Blätter im unteren Stängelbereich haben eine länglich-lanzettliche Blattform, sie sind in der Mitte am breitesten und verschmälern sich in den geflügelten Blattstiel. Die Blätter wie der Stängel sind steif borstig behaart. Die oberen Stängelblätter sind eilanzettlich und sitzend.
Der Blütenstand besteht aus einem köpfchenartigen, endständigen Blütenknäuel und tiefer gelegen weiteren, aber wenigblütigen Teilblütenständen. Die Blüten sind hellblau, 12 bis 20 mm lang und haben eine Trichter- bis Glockenform. Sie sind heller blau als bei der Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata).<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Sie sind sitzend und außen behaart. Die Kelchblätter sind weniger als halb so lang wie die Kronröhre, schmal eiförmig, stumpf und behaart. Die Buchten zwischen den Kelchzipfeln sind ebenfalls stumpf und besitzen keine Anhängsel. Der Griffel ragt meistens aus der Krone hervor. Blütezeit ist Juni und Juli, die Bestäubung erfolgt vorwiegend durch Bienen (Melittophilie). Die Frucht ist eine vielsamige Kapsel, steht aufrecht, ist behaart und öffnet sich nahe dem unteren Ende mit drei Poren.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="Oberdorfer2001" />
Verbreitung und Standorte
Das Areal der Borstigen Glockenblume reicht von Europa bis Westsibirien und zur Mongolei.<ref name="POWO" /> In Europa kommt sie in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Island und Nordmazedonien. In Finnland kommt sie nur eingeschleppt vor, in Luxemburg ist sie ausgestorben.<ref name="Euro+Med" /> In Deutschland gilt sie als vom Aussterben bedroht.<ref name="FloraWeb" /> Sie ist in Deutschland gesetzlich geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> In Österreich ist sie selten, als gefährdet eingestuft und kommt nur in Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten vor.<ref name="EFÖLS3" /> In der Schweiz kommt sie fast nur im Mittelland vor und gilt bundesweit als stark gefährdet.<ref name="InfoFlora" />
Die Borstige Glockenblume wächst auf feuchten Wiesen, an Säumen und in lichten Wäldern. Sie kommt vorwiegend auf wechselfrischen, eher kalkhaltigen Böden der collinen bis montanen Höhenstufe vor. Sie kommt vor in Gesellschaften der Verbände Molinion, Geranion sanguinei, Carpinion oder der Ordnung Quercetalia pubescentis.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Borstige Glockenblume wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 167 als Campanula cervicaria erstbeschrieben. "Cervicaria" war die Bezeichnung einer Pflanze, die gegen Halsschmerzen angewandt wurde. Das verbindet sie mit dem Halskraut (Trachelium) und mit der Nesselblättrigen Glockenblume (Campanula trachelium).
Literatur
Weblinks
- Borstige Glockenblume. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Borstige Glockenblume. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Glockenblume Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Borstige Glockenblume. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum, abgerufen am 29. August 2008. </ref> <ref name="EFÖLS3"> </ref> <ref name="InfoFlora">Campanula cervicaria L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> S.Castroviejo, J.J.Aldasoro & M.Alarcón; with contributions from R.Hand (2010+): Campanulaceae: Datenblatt Campanula cervicaria In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Campanulaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 746.</ref> <ref name="POWO">Campanula cervicaria. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>