Dieffenbachie
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| Dieffenbachie | ||||||||||||
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| Datei:Dieffenbachia seguine 002.JPG
Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dieffenbachia seguine | ||||||||||||
| (Jacq.) Schott |
Die Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine), ganz selten auch Giftaron oder Schweigrohr genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dieffenbachien (Dieffenbachia) in der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Sie ist in der Karibik und im tropischen Südamerika, besonders in Brasilien beheimatet.<ref name="WCSP" /> Ihre Sorten sind einfach zu pflegende Zimmerpflanzen oder Zierpflanzen für tropische Parks und Gärten.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Dieffenbachie ist eine robuste, immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und Pflanzendurchmesser bis zu 60 Zentimeter erreicht. Die 35 bis 45 cm großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind breit eiförmig bis länglich oder lanzettlich und glänzend dunkelgrün; sie weisen je nach Sorte weiße oder gelbe Musterungen auf.
Generative Merkmale
Es werden die für Araceae typischen Blütenstände gebildet.
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Arum seguine durch Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin. Dieffenbachia seguine <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Schott hat eine große Anzahl von Synonymen, darunter:<ref name="WCSP" /> Arum crudele <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb., Caladium seguine <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Vent., Arum seguinum <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Caladium maculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Lodd., Seguinum maculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(G.Lodd.) Raf., Dieffenbachia maculata <templatestyles src="Person/styles.css" />(G.Lodd.) Sweet, Dieffenbachia liturata <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia picta <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia plumieri <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia lineata <templatestyles src="Person/styles.css" />K.Koch & C.D.Bouché, Dieffenbachia robusta <templatestyles src="Person/styles.css" />K.Koch, Dieffenbachia cognata <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia consobrina <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia poeppigii <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia gollmeriana <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia neglecta <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia ventenatiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia irrorata <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Dieffenbachia lingulata <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott.
Inhaltsstoffe
Pflanzenextrakte werden in Süd- und Mittelamerika als Insektizid, als Ratten- und Schabengift eingesetzt.
Die deutschen Trivialnamen wie Schweigrohr deuten auf die im 17. Jahrhundert geübte Praxis des Einsatzes – insbesondere an beim Fliehen ertappten Sklaven in den Südstaaten der USA – als Foltermittel hin, wobei Pflanzenteile gekaut werden mussten, was zum Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge führte und für einen Tag am Sprechen hinderte.<ref name="Blüchel" />
Mechanische Einwirkung auf spezielle Zellen in der Pflanze sorgt dafür, dass Calciumoxalat-Kristalle abgefeuert werden und beispielsweise das Gewebe im Mundraum verletzen. Durch diese Verletzungen können Enzyme, wie das proteolytische Dumbcain, ins Gewebe gelangen, das daraufhin Symptome wie Jucken, Schwellungen und Schmerzen hervorruft.<ref name="SS">Martin Pfaffenzeller, Stefan Knauf: Mit dieser Zimmerpflanze wollte die SS Russen sterilisieren. In: Spiegel Online. 25. Oktober 2021, abgerufen am 22. Dezember 2021.</ref> Des Weiteren enthält die Pflanze verschiedene cyanogene Glycoside.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Poisonous Plants and Animals of Florida and the Caribbean. Hrsg.: Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name. Pineapple Press, Vorlage:Cite book/Date, ISBN 978-1-56164-111-6, [ ], S. 147– (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -06-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben.<ref name="Kenny">M. G. Kenny: A Darker Shade of Green: Medical Botany, Homeopathy, and Cultural Politics in Interwar Germany. In: Social History of Medicine. Band 15, Nr. 3, 1. Dezember 2002, ISSN 0951-631X, S. 481–504, doi:10.1093/shm/15.3.481.</ref> Im Frühjahr 1942 bestellte die SS wohl auf Anregung des Hautarztes Adolf Pokorny Pflanzenextrakte für Menschenversuche an Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion.<ref name="Kenny" /> Ausgeführt wurden die geplanten Experimente aber nicht. Pokorny stand beim Nürnberger Ärzteprozessen vor Gericht, wurde aber mangels Beweise freigesprochen.<ref name="Kenny" /> Danach verlor sich seine Spur.<ref name="SS" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="Blüchel"> Kurt G. Blüchel: Heilen verboten – töten erlaubt. Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen. Goldmann, 2003, ISBN 3-442-15327-1. </ref> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts (Hrsg.): Dieffenbachia seguine. Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew; abgerufen am 15. Juni 2018. </ref> </references>