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Kazike (Spanien)

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Unter einem Kaziken (spanisch: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) versteht man in Spanien den Patron eines oligarchisch organisierten Klientelsystems vor allem im ländlichen Raum. Der spanische {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} erlebte seinen Höhepunkt während des alfonsinischen Zeitalters (Herrschaft von Alfons XII. und Alfons XIII. 1874–1931).

Kazike ist bzw. war eine sozial höhergestellte Persönlichkeit – zumeist ein Großgrundbesitzer, es konnte sich aber auch z. B. um den örtlichen Pfarrer oder einen Rechtsanwalt handeln –, der den vorherrschenden Analphabetismus oder die Unkenntnis über die eigenen politischen Rechte zur Wählerbeeinflussung der von ihm abhängigen Bevölkerung nutzte.

Während des alfonsinischen Zeitalters waren es die Liberale und die Konservative Partei, die das System der konstitutionellen Monarchie der Bourbonen im Wege des {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} trugen. Sie repräsentierten Adel, Klerus, Großbürgertum und die Landbesitzer und verständigten sich Ende der 1870er Jahre darauf, sich an der Regierung abzuwechseln. Die zu diesem System des gegenseitigen Machterhalts „passenden“ Wahlergebnisse wurden vor Ort durch die Kaziken sichergestellt.

Quellen

  • Walther L. Bernecker, Hans-Jürgen Fuchs, Bert Hoffmann u. a.: Spanien-Lexikon : Wirtschaft, Politik, Kultur, Gesellschaft. Beck, München 1990, ISBN 3-406-34724-X, Seite 51.
  • Joaquín Costa: Oligarquía y caciquismo como la actual forma de gobierno en España: urgencia y modo de cambiarla. (Oligarchie und Kazikentum als Regierungsform des heutigen Spanien: Notwendigkeit und Art und Weise ihrer Ablösung.) Biblioteca Nueva, Madrid 2011 (Erstauflage 1901).