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Vale (Unternehmen)

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Vale S.A.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Vale-Logo.svg
Rechtsform Sociedade Anônima
Aktiengesellschaft (Brasilien)
ISIN BRVALEACNOR0
Gründung 1. Juni 1942 privatisiert 1997
Sitz Rio de Janeiro, BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien
Leitung Eduardo de Salles Bartolomeo (CEO ad interim)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vale on temporary removal of its Executives (Memento vom 26. September 2022 im Internet Archive)</ref>
Mitarbeiterzahl 72.266
Umsatz 54,4 Mrd. USD<ref>Fortune.com: Global 500: Vale. Abgerufen am 25. Januar 2022.</ref>
Branche Rohstoffe
Website vale.com
Stand: 31. Dezember 2022
Datei:CVRD.svg
Ehemaliges Logo bis 2007
Datei:Carajas Mine.jpg
Eisenerztagebau Carajás in Pará, 2009

Die börsennotierte Vale S.A., ehemals Companhia Vale do Rio Doce (CVRD), mit Sitz in Rio de Janeiro, ist neben der Rio Tinto Group und BHP eines der drei größten Bergbauunternehmen der Welt.

Mit einem Umsatz von 54,4 Mrd. US-Dollar, bei einem Gewinn von 22,5 Mrd. USD, steht Vale laut den Forbes Global 2000 auf Platz 118 der weltgrößten Unternehmen (Stand: Geschäftsjahr 2022). Das Unternehmen kam Mitte 2022 auf einen Börsenwert von ca. 82,03 Mrd. USD.<ref>Vale on the Forbes Global 2000 List. In: Forbes. (forbes.com [abgerufen am 30. Mai 2023]).</ref>

Aktie

Die Aktie wird an der Madrider Börse, der Frankfurter Börse, der NYSE und der Bovespa in São Paulo gehandelt. Das Unternehmen ist im Bovespa-Index gelistet. Die Hauptaktionäre sind:

Anteilseigner Anteil
Previ (Banco do Brasil) 8,4 %
Mitsui & Co. 6,3 %
BlackRock 6,3 %
Capital Group 5,0 %

Stand: Dezember 2025:<ref>Shareholding Structure Vale</ref>

Geschichte

Vale wurde 1942 als staatseigener Betrieb Companhia Vale do Rio Doce (CVRD) in Itabira gegründet. 1997 wurde das Unternehmen privatisiert.<ref>Companhia Vale do Rio Doce: The Privatization of Companhia Vale do Rio Doce S.A. (CVRD). (PDF) DUKE - The Fuqua School of Business, 30. März 2001, S. 31, abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Durch die Übernahme des brasilianischen Bergbauunternehmens Caemi (am 31. März 2006) und des kanadischen Unternehmens Inco (am 24. Oktober 2006) stieg CVRD zum zweitgrößten Bergbauunternehmen der Welt auf. Am 29. November 2007 nannte sich CVRD in Vale um und dessen kanadische Tochtergesellschaft CVRD Inco in Vale Inco.<ref>Vale: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Global Brand Unification (Memento vom 1. April 2008 im Internet Archive) vom 29. November 2007</ref> Im März 2008 scheiterte die Übernahme des schweizerisch-britischen Bergbaukonzerns Xstrata am Einfluss des Xstrata-Großaktionärs Glencore.

Eisenerz

Vale ist mit einem Marktanteil von 35 Prozent der größte Eisenerz-Exporteur der Welt.

Das Unternehmen ist größter Erzproduzent im Bundesstaat Pará „und zählt zu den nach Marktkapitalisierung größten Konzernen der Welt. Im Jahr 2008 hatte Vale allein im Munizip Parauapebas Erze im Wert von 3,8 Milliarden US-Dollar gefördert.“ Die dortige Mine Projeto Grande Carajás ist die weltgrößte Eisenerzmine. Die Region Carajás ist ein „seit 1980 ausgebeutetes Gebiet“ [.. und] erstreckt sich auf 900.000 Quadratkilometer, was einem Zehntel der Landesfläche ganz Brasiliens entspricht.

Insgesamt förderte Vale „im Jahr 2011 […] Erze für 8,7 Milliarden US-Dollar.“ 80 Prozent aller Exporte des Bundesstaates Pará stammen vom Konzern Vale.<ref>Christian Russau und Thilo F. Papacek: Aus eins mach drei, Lateinamerika-Nachrichten, Januar 2012. Abruf am 5. November 2021.</ref>

Vale hält 50 % an Samarco Mineração, einem Gemeinschaftsunternehmen mit BHP.

Transport

Datei:Estrada de Ferro Carajas 8.jpg
Zug des Vale-Konzerns
Datei:FCA e Vitória a Minas railroads.jpg
Zwei große Eisenbahnkonzessionen von Vale: die Ferrovia Centro-Atlântica und die Ferrovia Vitória a Minas

Vale ist auch einer der größten Transportkonzerne Brasiliens.

Der Konzern betreibt

Vale zählt deshalb auch zu einem der führenden Logistikunternehmen Brasiliens.

Weitere Geschäftsfelder

Nickel ist seit der Übernahme des kanadischen Unternehmens Inco am 24. Oktober 2006 mit einem Anteil am Gewinn von etwa 35 % das zweite Hauptstandbein des Unternehmens. Daneben fördert Vale auch Kupfer, Platin, Gold, Silber, Kohle und Bauxit.

Außerdem hielt Vale bis 2010 mehr als 50 % Anteil am größten brasilianischen Aluminiumproduzenten Alunorte, der im Staate Pará eine eigene Verladeanlage in Vila do Conde bei Belém betreibt.<ref>Ursprünglicher Link nicht mehr abrufbar, Hinweis auf Angabe unter: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein..</ref> Im Mai 2010 verkaufte Vale sein Aluminiumgeschäft an den norwegischen Konkurrenten Norsk Hydro.<ref>Norsk Hydro kauft Aluminium-Geschäft von Vale, Reuters, 13. Oktober 2021.</ref>

2020 hielt Vale mit 40 Prozent den größten Besitzanteil an der Mineração Rio do Norte S.A. (MRN), einem Joint Venture für den Betrieb einer Bauxitmine in Porto Trombetas im Bundesstaat Pará in Brasilien.<ref>Das Konglomerat: Alcoa Aluminio (8,56%), AWA Brazil (4,62%) und AWA LLC (5%), jeweils eine Tochtergesellschaft der Alco-Corporation, und Tochtergesellschaften der Rio Tinto (12%), Companhia Brasileira de Aluminio (10%), Vale S.A. (Vale) (40%), South 32 (14,8%) und Nosrk Hydro (5%). (JMDO Mining Datenlösungen. Abruf am 3. Oktober 2021.)</ref>


Vale ist mit 27 % am Stahlwerk ThyssenKrupp CSA beteiligt.<ref>Einweihungsfeier bei ThyssenKrupp CSA</ref>

Im mosambikanischen Kohlerevier Tete übernahm man 2004 die bis dahin staatliche Kohlegrube und stellte sie 2011 auf Tagebau um, was seitdem massive Umweltschäden verursacht.

Unfälle

Dammbruch 2015

Am 5. November 2015 geschah der Dammbruch von Bento Rodrigues, bei dem 19 Menschen starben. Samarco Mineração, ein Joint Venture zwischen Vale und dem britisch-australischen Rohstoffunternehmen BHP Billiton, war Eigentümer eines Tagebaus, zu dem die Dämme gehörten.<ref>BHP und Vale in der Krise: Fataler Dammbruch schockt Brasilien. Abgerufen am 4. Februar 2021.</ref>

Für den Fall, dass die Joint-Venture-Tochter nicht zahlungsfähig sein sollte, hatten beide Muttergesellschaften die Übernahme der Kosten (ca. 5 Mrd. US-Dollar: Zahlungen, etwa an die brasilianische Regierung und Angehörige der Opfer) zugesagt.<ref>Anthony Boadle, Stephen Eisenhammer: CORRECTED(OFFICIAL)-UPDATE 2-Samarco to pay $5 bln in damages for dam disaster. In: Reuters. 2. März 2016 (reuters.com [abgerufen am 4. Februar 2021]).</ref>

Dammbruch 2019

Datei:Brumadinho, Minas Gerais (33198854048).jpg
Das kollabierte Absetzbecken

Am 25. Januar 2019 brach im Bundesstaat Minas Gerais erneut ein Absetzbecken. Die sich daraus entwickelnde Schlammlawine zerstörte weite Teile der Kleinstadt Brumadinho. Unmittelbar nach dem Dammbruch von Brumadinho wurden bis zum 26. Januar 2019 neun Tote geborgen.<ref>Paula Laboissière: Chega a nove número de mortos pelo rompimento de barragem em Minas. In: com.br. Agência Brasil, 26. November 2019, abgerufen am 26. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bei dem Unglück starben 270 Menschen.<ref>Sophie Scholl: Hinterbliebene fordern Schadensersatz. In: Süddeutsche Zeitung, 29. September 2021.</ref> 2018 hatte der TÜV Süd den Damm überprüft und Maßnahmen zur Stabilisierung angeregt.

„In gemeinsamen Recherchen ermittelten der Spiegel und das ZDF-funk-Format ‚Der Fall‘ […], dass die zuständigen Ingenieure [des TÜV-Süd Brasilien] schon Monate vor der Katastrophe an der Stabilität des Damms zweifelten.“ Doch „sie fürchteten offenbar, dass Vale eine andere Firma beauftragen könnte, sollte der TÜV den Damm nicht zertifizieren. In der Vergangenheit war das bereits passiert.“

„Zwischen 2017 und 2018 erhielt der TÜV Süd Brasilien vom Bergbaukonzern Vale für externe Prüfungen wie etwa Dammzertifikate drei Millionen Reais, umgerechnet knapp eine halbe Million Euro. Zugleich arbeitete die Firma aber auch als interner Berater für Vale. Damit verdiente sie 15 Millionen Real: das Fünffache.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />M. Blasberg, U. Verschwele: Bombe mit TÜV. In: Der Spiegel, 25. September 2021, S. 79.

Die Vereinbarung zur Ausstellung von Prüflizenzen besitzt durch das Allgemeininteresse eine höhere juristische Wertigkeit als ein zwischen zwei Unternehmen intern geschlossener Beratervertrag: „Im Mai 2019 entzog ein brasilianisches Gericht dem TÜV Süd die Lizenz zur Zertifizierung von Dämmen.“

Die Spiegel/ZDF-Rechercheure gehen aufgrund ihrer Feststellungen davon aus, dass der TÜV Süd Brasilien in diesem brisanten Fall nicht ohne Rücksprache mit der Zentrale in Deutschland entschieden hat. Ein leitender deutscher Manager ist auch als Mittelsmann identifiziert – und in Brasilien wie auch in Deutschland „wegen vorsätzlicher Tötung“ bzw. „fahrlässiger Tötung“ angeklagt.

Die Verteidigung der Klage führenden Angehörigen eines der Opfer der Katastrophe definiert die Bedeutung des Prozesses vor dem Landgericht München I in der „Frage, ob es weiterhin in Ordnung ist, dass deutsche Unternehmen sich hinter Tochterfirmen in anderen Ländern verstecken können.“<ref>Marian Blasberg, Una Verschwele: Bombe mit TÜV. In: Der Spiegel Nr. 39, 25. September 2021.</ref>

Der „TÜV Süd streitet das ab: ‚Die Gesellschaften vor Ort sind eigenständig für das Geschäft verantwortlich.‘“ Auch habe der Minenbetreiber Vale „“Vorlage:": Text= fehlt Bei einem Erfolg der Klage „könnten auf den TÜV Süd mehrere hundert Klagen weiterer Angehöriger zukommen. […] Anfang nächsten Jahres soll die Verhandlung weiter gehen.“<ref>Sophie Scholl: Hinterbliebene fordern Schadensersatz. In: Süddeutsche Zeitung, 29. September 2021.</ref>

Generelle Kritik

Vale wurden öfters Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung vorgeworfen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref>How much are human rights worth in the Brazilian mining and steel industry? FIDH : International Federation for Human Rights, 18. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>How much are human rights worth in the Brazilian mining and steel industry? (PDF) Executive Summary. FIDH : International Federation for Human Rights, 18. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Antoine Bernard (Red.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brasil Quanto Valem os direitos humanos? (Memento vom 31. Januar 2012 im Internet Archive) FIDH, Nr. 563. Paris 2011. (Gesamtbericht, bras. portugiesisch).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Company Profile CVRD (Vale) (Memento vom 21. Mai 2013 im Internet Archive)</ref><ref>MAC: Mines and Communities: International Open Letter of Those Affected by Vale. 1. Mai 2010, abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2012 wurde dem Konzern der Negativpreis Public Eye Award<ref>Public Eye 2012: Schmähpreise gehen an Barclays und Vale. In: publiceye.ch. Public Eye, 27. Januar 2012, abgerufen am 4. Februar 2019.</ref><ref>Public Eye award singles out mining company Vale, Barclays. Business & Human Rights Resource Centre, 27. Januar 2012, abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> verliehen, da Vale den Belo-Monte-Damm bauen will. Dazu wurden 40.000 Menschen, die im Amazonasgebiet lebten, umgesiedelt und große, bewaldete Gebiete überflutet.<ref>Marissa Erbrich: Public Eye Awards. Barclays und Vale als übelste Unternehmen gewählt. Greenpeace, 27. Januar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. November 2013; abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die deutsche Organisation für Entwicklungszusammenarbeit Misereor wirft Vale gravierende Umweltzerstörungen und Verletzung der Rechte von regional betroffenen indigenen Einwohnern (u. a. Guajajara und Awá-Guajá) durch den Eisenerzabbau im Amazonasgebiet vor.<ref>Armin Paasch, Axel Müller (Red.):<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vom Erz zum Auto. Rohstoffe für die Reichen – schlechte Lebensbedingungen für die Armen. (Memento vom 4. Februar 2015 im Internet Archive) In Dossier. Beilage zur Ausgabe 5-2013 von WELT·SICHTEN, Frankfurt/Main 2013, S. 13.</ref>

Anmerkung

<references group="Anm" />

Siehe auch

Weblinks

Commons: Vale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

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