CJD Christophorusschulen Berchtesgaden
Die CJD Christophorusschulen Berchtesgaden sind ein staatlich anerkanntes privates Schulzentrum mit Internat im Berchtesgadener Land. Träger ist das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands. Überregional bekannt ist das Schulzentrum als Eliteschule des Sports („Ski-Gymnasium“)<ref>Hermann Weiß: Wo Olympiasieger fürs Abitur lernen, Artikel vom 11. Januar 2009 in der Welt am Sonntag, online unter welt.de.</ref> und wegen seines Asthmazentrums.
Geschichte
Das bereits 1388 in einem Erbrechtsbrief erwähnte Dürrecklehen wurde, wiewohl außerhalb des Führersperrgebiets Obersalzberg in Schönau am Königssee gelegen, von Martin Bormann aufgekauft und in die Gutshofverwaltung Obersalzberg eingegliedert.<ref name="HS-105">Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 105.</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Dürrecklehen als ehemaliges Eigentum der NSDAP unter der Vermögensverwaltung der Besatzungsmächte und ging erst 1949 an den Freistaat Bayern über. Anschließend erwarb ein Verein zur Förderung von Werkschulheimen das Anwesen und richtete darin eine „private Volks- und Oberschule“ sowie ein Internat (vorerst nur für „Jungen“) ein.<ref name="HS-104">Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 104.</ref> 1950 wurde die private Volksschule aufgelöst und lediglich die Oberschule bzw. das Gymnasium wurde mit 35 Schülern weitergeführt.<ref name="HS-105" />
Am 1. August 1953 übernahm das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) das Anwesen und gründete die „Jugenddorf Christophorus-Schule Obersalzberg“ (sic!). Im ersten Schuljahr mussten Unterrichtsräume, Werkstätten, Schüler- und Lehrerunterkünfte in drei Gebäuden Platz finden. Weihnachten 1954 wurde der 100. Schüler begrüßt und ab 1960 wurde ein staatliches Gymnasium Betreuungsschule, um in Zusammenarbeit mit dessen Lehrkräften das Abitur abnehmen zu können.<ref name="HS-105" /> 1968 folgte die staatliche Anerkennung der Schule und im Sommer des gleichen Jahres das erste „schuleigene Abitur“.<ref name="HS-106">Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 106.</ref> (Ab wann an der Schule gemeinsamer Unterricht von Jungen und Mädchen im Sinne der Koedukation eingeführt wurde, ist derzeit nicht belegbar, dürfte sich aber, wie überall in Bayern, spätestens Ende der 1960er oder Anfang der 1970er durchgesetzt haben.)
Im Laufe der Jahre wurde nicht nur das Anwesen am Dürreck um Erweiterungsbauten ergänzt, sondern an weiteren Standorten des Berchtesgadener Landes neue Einrichtungen mit anderen Schulformen (siehe nachfolgendem Abschnitt) eröffnet.<ref name="HS-106" />
1973 wurde ein Abkommen mit der Deutschen Sporthilfe und dem Deutschen Skiverband geschlossen, wonach talentierten Wintersportlern die Verbindung der Erfordernisse an Training und höherer Schulbildung ermöglicht werden sollten. Dafür wurde am nahegelegenen Schulhang auch ein Skilift eingerichtet.<ref name="HS-106" />
Am 4. Oktober 2019 kam es an der Grund- und Mittelschule des Asthmazentrums am Standort Buchenhöhe im Berchtesgadener Gemeindeteil Resten zu einem Vollbrand. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, die Sachschäden wurden auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt.<ref>Franziska Konrad, dpa: Nach Großbrand in Berchtesgadener Schule: Unterricht soll wieder starten, Meldung vom 12. Oktober 2019 im Merkur samt mehreren Updates seit 4. Oktober 2019, online unter merkur.de.</ref><ref>red/BRK BGL: Großbrand in Berchtesgaden: Christophorus-Schule brennt bis auf die Grundmauern nieder, Artikel vom 5. Oktober 2019 im Berchtesgadener Anzeiger, online unter berchtesgadener-anzeiger.de.</ref>
Schulformen und Förderungschwerpunkte
Das Schulzentrum der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden umfasst alle Schulformen des dreigliedrigen bayerischen Schulsystems (Grund- und Mittelschule, Realschule, Gymnasium) und darüber hinaus noch eine Fachoberschule und eine Berufsfachschule für Kinderpflege (BFSK). Die Schulen sind auf mehrere Standorte in Berchtesgaden, Schönau am Königssee und Bischofswiesen verteilt. Schwerpunkte sind Gesundheit, Religion und Sport.
Bereits seit 1960 haben gerade auch Asthmatiker das hochgelegene Gymnasium am Dürreck in Schönau am Königssee besucht, da das allergenarme Gebirgsklima für sie eine wesentliche Erleichterung bedeutet. 1987 wurde zudem auf der ebenfalls hochgelegenen Buchenhöhe im Berchtesgadener Gemeindeteil Resten u. a. das CJD Asthmazentrum Berchtesgaden eingerichtet, das später noch um ein Diabetes- sowie ein Adipositaszentrum ergänzt, zum Rehabilitationszentrum des CJD Berchtesgaden ausgebaut wurde, mit dem wiederum laut eigener Beschreibung alle Schulen des CJDs in Berchtesgaden „eng vernetzt“ sind. Betreut werden darüber die von der umweltklimatisch günstigen Höhenlage profitierenden Asthmatiker, Allergiker und Neurodermitiker sowie Diabetiker, Adipositas- und Mukoviszidose-Patienten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Förderung chronisch kranker Schüler ( vom 2. November 2024 im Internet Archive), Webseite der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden, online unter cjd-christophorusschulen-berchtesgaden.de.</ref> Dem Rehabilitationszentrum des CJD Berchtesgaden ist auch ein Förderzentrum für körperliche und motorische Entwicklung angegliedert.<ref>CJD Christophorusschulen Berchtesgaden - Förderzentrum, online unter foerderzentrum-bgd.cjd.de.</ref>
Seit dem Abkommen von 1973 mit der Deutschen Sporthilfe und dem Deutschen Skiverband<ref name="HS-106" /> haben das „Skigymnasium Berchtesgaden“<ref name="Goller">„Skigymnasium Berchtesgaden“ zitiert u. a. nach Karl-Wilhelm Götte: SZ-Talentiade – Landung in den Bergen, Bericht vom 12. Juli 2015 in Süddeutsche Zeitung, online unter sueddeutsche.de
Daneben finden sich u. a. auch in der Süddeutschen noch Schreibweisen wie „Ski Gymnasium Berchtesgaden“ und „Ski-Gymnasium Berchtesgaden“.</ref> viele erfolgreiche Wintersportler besucht, unter anderem:
| Schüler | Geburtsjahr | Sportart |
|---|---|---|
| Emma Aicher<ref name="Olymia2026">Alle aktuellen und ehemaligen CJD-Schülerinnen und Schüler für die Olympischen Spiele 2026</ref> | 2003 | Ski Alpin |
| Yannik Angenend<ref name="Olymia2026" /> | 2000 | Snowboard |
| Tobias Angerer | 1977 | Skilanglauf |
| Tobias Arlt<ref name="Olymia2026" /> | 1987 | Rennrodeln |
| Leonie Bachl-Staudinger | 2004 | Freestyle-Skiing |
| Stefan Baumeister<ref name="Olymia2026" /> | 1993 | Snowboard |
| Anna Berreiter<ref name="Olymia2026" /> | 1999 | Rennrodeln |
| Monika Berwein | 1957 | Ski Alpin |
| Armin Bittner | 1964 | Ski Alpin |
| Helena Euringer<ref name="Olymia2026" /> | 2006 | Skibergsteigen |
| Hilde Gerg | 1975 | Ski Alpin |
| Michaela Gerg | 1965 | Ski Alpin |
| Max Goller<ref name="Goller" /> | 2000 | Skisprung |
| Georg Hackl | 1966 | Rennrodeln |
| Regina Häusl | 1973 | Ski Alpin |
| Maria Höfl-Riesch | 1984 | Ski Alpin |
| Maira Jasch<ref name="Olymia2026" /> | 2005 | Eisschnelllauf |
| Felix Keisinger<ref name="Olymia2026" /> | 1997 | Skeleton |
| Marina Kiehl | 1965 | Ski Alpin |
| Christa Kinshofer | 1961 | Ski Alpin |
| Patric Leitner | 1977 | Rennrodeln |
| Johannes Lochner<ref name="Olymia2026" /> | 1990 | Bobsport |
| Manuel Machata | 1984 | Bobsport |
| Tatjana Mittermayer | 1964 | Freestyle-Skiing |
| Barbara Niedernhuber | 1974 | Rennrodeln |
| Anna Ostlender<ref name="Olymia2026" /> | 2002 | Eisschnelllauf |
| Alexander Resch | 1979 | Rennrodeln |
| Evi Sachenbacher-Stehle | 1980 | Skilanglauf, Biathlon |
| Christian Schebitz | 1962 | Bobsport |
| Peter Schlickenrieder | 1970 | Skilanglauf |
| Hubert Schwarz | 1960 | Nordische Kombination, Skispringen |
| Rudi Tusch | 1954 | Skisprung |
| Michael Uhrmann | 1978 | Skisprung |
| Michael Veith | 1957 | Ski Alpin |
| Alois Vogl | 1972 | Ski Alpin |
| Hermann Weinbuch | 1960 | Nordische Kombination |
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Bilderwunsch an bestimmtem Ort
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