B’Tselem
B’Tselem (hebr. Vorlage:Hebr, „Ebenbild“, vgl. Genesis 1,27) ist eine israelische Nichtregierungsorganisation in Jerusalem, die 1989 als „Israelisches Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten“ gegründet wurde. Sie hat ca. 40 Angestellte.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Neues Deutschland, 15. April 2010. Abgerufen am 4. September 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Geschichte
Der Verein wurde am 3. Februar 1989<ref name=":0">Thomas Vescovi: L’échec d’une utopie – Une histoire des gauches en Israël. Éditions La Découverte, Paris 2021, ISBN 978-2-348-04311-6, S. 224 f.</ref> gegründet. Der Name bezieht sich auf die biblischen Worte „b'tselem elohim“ (deutsch: nach dem Ebenbild<ref name=":0" /> [Gottes]), denen zufolge Gott die Menschen nach seinem Ebenbild erschuf (Vorlage:Bibel/Link). Die Organisation sieht darin einen Gleichklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, die besagt, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und daher auch Anspruch auf gleiche Behandlung hätten.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig B'Tselem Brochure.] B'Tselem, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Zu den Gründern gehörten die Akademikerin Daphna Golan-Agnon, die auch die Gruppe Bat Shalom gründete, David Zucker<ref name=":0" /> (Knessetmitglied der ehemaligen Partei Ratz), einer der Gründer der Friedens-Gruppe Schalom Achschaw, Chaim Oron<ref name=":0" /> (Knessetmitglied der Partei Mapam) und Zahava Gal-On<ref name=":0" /> (Ratz).
Im Mai 2014 wurde der israelische Physiker Hagai El-Ad zum Direktor von B’Tselem, womit er Jessica Montell ablöste. Zuvor leitete er die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel.<ref>B’Tselem welcomes new director, Hagai El-Ad btselem.org. Abgerufen am 7. Februar 2020.</ref>
Aufgrund eines am 25. April 2017 durchgeführten Treffens des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel mit Vertretern von B’Tselem und Schovrim Schtika sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen für denselben Tag vorgesehenen Gesprächstermin mit Gabriel kurzfristig ab.<ref>Netanyahu lässt Treffen mit Gabriel platzen. Spiegel Online, 25. April 2017, abgerufen am selben Tage.</ref>
Zielsetzung und politische Positionen
B’Tselem sieht nach eigenen Angaben seine Aufgabe darin, Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten nachzuweisen, die israelische Öffentlichkeit und Gesetzgeber darüber zu informieren und zu einer humaneren Gesellschaft beizutragen. Dabei will die Organisation keinen Unterschied machen, ob diese von israelischer oder palästinensischer Seite begangen werden. Ihr primäres Ziel als israelische Menschenrechtsorganisation sei es, die israelische Politik in den besetzten Gebieten zu ändern und sicherzustellen, dass Israel die Menschenrechte der dortigen Bevölkerung schützt und seinen Verpflichtungen gegenüber dem internationalen Recht nachkommt. Direktorin von B’Tselem ist Yuli Novak.
Am 12. Januar 2021 veröffentlichte die Organisation ein neues Positionspapier – New position paper: A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid – in dem die bisherige Terminologie von „verlängerter Besatzung“ (prolonged occupation) oder „Ein-Staaten-Realität“ (one-state-reality) zur Beschreibung der Situation in Israel und den besetzten Gebieten durch den Terminus „Apartheid“ ersetzt wurde.<ref>B`Tselem: A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid. Abgerufen am 28. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 28. Juli 2025 veröffentlichte B’Tselem den Bericht Our Genocide in dem die Organisation das Vorgehen Israels gegen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen seit 2023 einen Genozid nennt.<ref>Our Genocide. In: B’Tselem. 28. Juli 2025, abgerufen am 28. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Finanzierung
B’Tselem ist unabhängig und wird von verschiedenen Organisationen in Europa, Israel und den USA unterstützt. Zu den Förderern gehören die Europäische Kommission, das Foreign and Commonwealth Office, das norwegische Außenministerium, die Open Society Foundations, der Europäische Demokratiefonds sowie die Ford Foundation.<ref>List of donors to B'Tselem , B'Tselem. Abgerufen am 26. März 2011.</ref>
Kritik
B’Tselem ist (vor allem in Israel) umstritten. So bezeichnen Akteure rechtsgerichteter politischer Strömungen und Anhänger israelischer Siedlungen B’Tselem als „Feinde Israels“, und z. B. der frühere israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman B’Tselem als „terrorunterstützende Gruppierung“.<ref name="welt-163996945">Gil Yaron: Absage an Gabriel: Warum es jetzt zum deutsch-israelischen Eklat kam. In: welt.de. 25. April 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref> Auch gab es den Vorwurf der Holocaustleugnung gegen einen Mitarbeiter, der von B'Tselem nach einer internen Befragung entlassen wurde.<ref>Umstrittenes deutsches NGO-Engagement in Israel. Deutschlandfunk, 17. April 2015, abgerufen am 15. Mai 2023.</ref>
Auszeichnungen
- 1989: Carter-Menil-Award für Menschenrechte (gemeinsam mit der Organisation al-Haq)
- 2018: Prix des Droits de l’homme de la République française (gemeinsam mit al-Haq)
Weblinks
Einzelnachweise
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