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Bösenburg

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Bösenburg
Stadt Gerbstedt
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(86)&title=B%C3%B6senburg 51° 35′ N, 11° 40′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(86) 51° 35′ 13″ N, 11° 39′ 42″ O
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Höhe: 132 m ü. NHN
Fläche: 3,32 km²<ref name="Gindex" />
Einwohner: ca. 86 (2011)<ref name="Gindex">Gemarkung Bösenburg, Stadt Gerbstedt. In: GEOindex. Abgerufen im September 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Eingemeindet nach: Rottelsdorf
Postleitzahl: 06347
Vorwahl: 034773
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Bösenburg ist ein Ortsteil der Gerbstedter Ortschaft Rottelsdorf und ein Dorf im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Geografie

Bösenburg liegt in einer Schlucht in der sonst flachen Landschaft Mansfelder Platte. Diese Schlucht begrenzt den Burgberg im Zentrum von drei Seiten. Auf diesem befindet sich auch die Dorfkirche der Ortschaft. Auf Grund der Tallage Bösenburgs ist die Ortschaft wasserreich, drei kleinere Bäche entspringen um das Dorf und fließen in der Ortslage an verschiedenen Stellen in den aus Rottelsdorf kommenden Fleischgraben und den aus Burgsdorf kommenden Fleischbach, in den auch der Fleischgraben mündet. Der nächste größere Ort ist das etwa 5 km nordöstlich liegende Gerbstedt, die nächste Großstadt ist das 30 km südöstlich liegende Halle. Im Bösenburger Ortskern kreuzen sich die Straße von Burgsdorf nach Freist und die von Rottelsdorf nach Heiligenthal.<ref> Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt-Viewer. Online zu finden auf: https://lvermgeo.sachsen-anhalt.de, aufgerufen am: 23. April 2019.</ref>

Geschichte

Bösenburg und seine Umgebung sind reich an vorgeschichtlichen Funden. Neben einem Fürstengrab der Aunjetitzer Kultur bei Helmsdorf (2300–1550 v. Chr.) sind verschiedene Funde aus der Zeit der Wenden überliefert.<ref name="Neuß">Erich Neuß: Wanderungen durch die Grafschaft Mansfeld: Saalisches Mansfeld. Fliegenkopf-Verlag. Halle, 1999. S. 214–234.</ref>

Im frühen Mittelalter war Bösenburg Gerichtsort im nördlichen Hassegau. Der sog. Landding hatte hier einen Hauptort. Geschehnisse in Bösenburg sind zwischen 1140 und 1183 n. Chr. im Zusammenhang mit Graf Hoyer III. von Mansfeld und von 1273 im Zusammenhang mit Graf Hermann von Mansfeld überliefert. Im Jahre 1183 wird der Ort dabei Bisiniburg genannt. Im Jahre 1265 gibt Graf Burchard III. von Mansfeld nach einem Prozess im Lantdinc von Beseneborch eine Hufe in Rumpin an das Kloster Mehringen ab.<ref name="Neuß"/>

In der Magdeburger Erzbischofsfehde kam es nach dem Tode von Erzbischof Conrad von Magdeburg 1278 bei Bösenburg zu einer Schlacht zwischen Burchard von Schraplau und Drost Gumprecht von Alsleben gegen wahrscheinlich Mansfelder Grafen oder Regensteiner Grafen.<ref name="Neuß"/>

Bis zum 1. Januar 2010 gehörte der Ort zur Gemeinde Rottelsdorf, nach dessen Eingemeindung wurde Bösenburg ein Ortsteil der Ortschaft (der eingemeindeten Gemeinde) Rottelsdorf.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010</ref>

Die Burg auf dem Burgberg

Datei:Kirche Bösenburg.JPG
Die Kirche auf dem Burgberg bei Bösenburg

Auf dem Burgberg östlich des Ortes soll sich die Burg des Thüringerkönigs Bisinus befunden haben. Diese war wahrscheinlich älter als Bösenburg selbst. Im Jahre 1850 trugen die Bewohner Bösenburgs den 10–15 Fuß hohen Wall der Befestigungsanlage auf dem Burgberg ab, um daraus Erde zu gewinnen. Dabei wurden Zahlreiche Urnen, Waffen und Steingeräte gefunden.<ref name="Neuß"/> Heute sind von der Burg nur noch ein paar Fundamente zu finden.

Noch im Jahr 1790 wird von Resten hoher Steinmauern auf dem Burgberg berichtet.<ref name="Neuß"/>

Zwischen dem Burgberg selbst und dem Dorf im Tal befand sich die Vorburg Funkenburg. Diese Bestand aus Wällen, Gräben und Verschanzungen, die durch Steinbruchtätigkeiten im Burgberg zerstört wurden.<ref name="Neuß"/>

Steinmetzgewerbe in Bösenburg

Im Burgberg wurde früher unterirdisch der gelbweiße Bösenburger Sandstein gebrochen. Einige Bereiche des Berges sind wegen der Einsturzgefahr mit Schildern als gefährlich gekennzeichnet. Im Westen des Burgberges befindet sich auch ein tiefes Einsturzloch.<ref> Geopark Harz, Braunschweiger Land, Ostfalen GbR: Bösenburger Steinmetzschule. Online zu finden auf: https://harzregion.de, Zugriff am 23. April 2019.</ref>

Die Steinmetze von Bösenburg waren einst weit bekannt. Bis nach Schloss Sanssouci wurden behauene Steine geliefert.<ref name="Neuß"/>

Name des Dorfes

Es gibt Theorien, dass Bösenburg einst ein Sitz des Thüringerkönigs Bisinus war. Demnach bedeute Bösenburg Bisinus-Burg.<ref name="Neuß"/>

Sehenswürdigkeiten

  • Dorfkirche St. Michael
  • Kastanienallee durch das Dorf
  • Burgberg, von hier aus ist es möglich, das ganze Dorf zu überblicken

Weblinks

Commons: Bösenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Klappleiste/Anfang

Ortschaften: Augsdorf | Freist | Friedeburg (Saale) | Friedeburgerhütte | Gerbstedt (Ortschaft) | Heiligenthal | Hübitz | Ihlewitz | Rottelsdorf | Siersleben | Welfesholz | Zabenstedt

Ortsteile: Adendorf | Bösenburg | Elben | Helmsdorf | Lochwitz | Oeste | Pfeiffhausen (zu Ihlewitz) | Straußhof (zu Ihlewitz) | Thaldorf (zu Ihlewitz) | Thondorf | Zabitz

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