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Böhrigen

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Böhrigen
Gemeinde Striegistal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(564)&title=B%C3%B6hrigen 51° 2′ N, 13° 10′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(564) 51° 1′ 58″ N, 13° 9′ 33″ O
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Höhe: 225 m ü. NN
Fläche: 5,3 km²
Einwohner: 564 (31. Dez. 2022)<ref>Böhrigen | Gemeinde Striegistal. Abgerufen am 6. September 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Eingemeindet nach: Tiefenbach
Postleitzahl: 09661
Vorwahl: 034322
Lage von Böhrigen in Sachsen

Böhrigen ist ein Ortsteil der Gemeinde Striegistal im Landkreis Mittelsachsen in Sachsen. Der Ort schloss sich am 1. Januar 1994 mit fünf weiteren Orten zur Gemeinde Tiefenbach zusammen, die wiederum seit dem 1. Juli 2008 zur Gemeinde Striegistal gehört.

Geographie

Datei:BöhrigenFwk.JPG
Fachwerkgebäude in Böhrigen
Datei:BöhrigenStriegis2.JPG
Die Striegis in Böhrigen

Geographische Lage

Böhrigen liegt im Westen der Gemeinde Striegistal. Durch den Ort fließt die Striegis. Böhrigen befindet sich 36 km nordöstlich von Chemnitz. Westlich des Orts befindet sich der „Aussichtsturm Striegistal“.

Nachbarorte

Naundorf Etzdorf
Greifendorf, Dittersdorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Arnsdorf Berbersdorf

Geschichte

Datei:20180418155DR Böhrigen (Striegistal) Rittergut Herrenhaus.jpg
Herrenhaus des Ritterguts Böhrigen, ehemaliges Gemeindeamt des Orts
Datei:Ehemalige Schule Böhrigen (1).jpg
Ehemalige Mittelschule Tiefenbach in Böhrigen
Datei:Aussichtsturm Striegistal (2).jpg
Aussichtsturm Striegistal

Böhrigen wurde im Jahr 1183 erstmals urkundlich erwähnt. Aus der Urkunde geht hervor, dass das 1162 gestiftete Kloster Altzella ursprünglich hier errichtet werden sollte. Es ist nicht bekannt, ob hier bereits mit dem Bau begonnen wurde, bevor 1175 der Konvent am späteren Standort bei Nossen einzog. Die Flur gehörte weiterhin zum Kloster. Später unterhielt das Kloster hier eine Schmelzhütte, an die noch heute der Flurname Schlackenbusch erinnert. Sicher ist, dass hier Silbererze aus dem nahen Gersdorf verhüttet wurden. In diesem Zusammenhang kam es zu Auseinandersetzungen mit Markgraf Heinrich zu Meißen. Er ließ um das Jahr 1272 eine klösterliche Hütte mit zwei Blasebälgen an der Striegis in Böhrigen zerstören. Im Jahr 1278 genehmigte der Markgraf die Wiedererrichtung einer Hütte mit zwei Blasebälgen.

Nach der Säkularisation des Klosters Altzella im Jahr 1540 kam Böhrigen in markgräflichen Besitz. Das Dorf, es bestand damals aus dem ehemaligen Klostergut und einigen Häuslern, wurde zunächst Amtsdorf im neu gegründeten wettinischen Amt Nossen. Die Schmelzhütte wurde 1565 an einen Thomas Winkler verkauft.<ref>Bergarchiv Freiberg, BA-F-C/29Lit F Bergbelehnungsbuch 1553–1561, Bl. 204 b.</ref> Seit 1696 ist das Rittergut Böhrigen erwähnt, welches fortan auch die Grundherrschaft über den Ort ausübte. Es ging aus einem 1539 nachgewiesenen Vorwerk hervor, welches wiederum aus einem Klostergut des 12. Jahrhunderts entstanden war.<ref>Das Rittergut Böhrigen. In: www.sachsens-schloesser.de. Abgerufen am 21. August 2025.</ref> Böhrigen ist seit jeher nach Etzdorf gepfarrt.

Böhrigen gehörte bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Nossen.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 70 f.</ref> Ab 1856 gehörte Böhrigen zum Gerichtsamt Roßwein und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Döbeln,<ref>Die Amtshauptmannschaft Döbeln im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Dezember 2022; abgerufen am 31. Juli 2025.</ref> welche 1939 in Landkreis Döbeln umbenannt wurde.<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann durch die Ansiedlung von Textilunternehmen ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Am Ende der Zeit der Industrialisierung erreichte das Industriedorf seine Bevölkerungsblüte. Im Jahr 1874 erhielt Böhrigen einen Bahnhof an der Bahnstrecke Roßwein–Niederwiesa, welcher im Jahr 2000 mit Einstellung des Güterverkehrs auf dem Abschnitt RoßweinNiederwiesa geschlossen wurde.

Mit der zweiten Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Böhrigen im Jahr 1952 zum neu gegründeten Kreis Hainichen im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt). Seit 1990 gehörte die Gemeinde Böhrigen zum sächsischen Landkreis Hainichen, der 1994 im Landkreis Mittweida und 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging.

Am 1. Januar 1994 schloss sich die Gemeinde Böhrigen mit den Gemeinden Dittersdorf, Arnsdorf, Etzdorf (mit Gersdorf), Marbach (mit Kummersheim) und Naundorf zur Gemeinde Tiefenbach zusammen.<ref>Böhrigen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Die Gemeinden Tiefenbach und Striegistal wiederum schlossen sich am 1. Juli 2008 zur neuen Gemeinde Striegistal zusammen,<ref>Tiefenbach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> wodurch Böhrigen seitdem ein Ortsteil von Striegistal ist. Die in Böhrigen ansässige „Mittelschule Tiefenbach“ schloss mit dem Ende des Schuljahres 2006/2007.<ref>Mitteilung im Striegistal-Bote vom Juli 2007</ref>

Ortsnamenformen

Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr der Ortsname mehrfache Wandlungen<ref>Karlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Neuausgabe, Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, Seite 112</ref>

  • 1183 in loco, qui dicitur Bor
  • 1278 curia super fluvio Striguz sita … dicta Bore
  • 1352 Boyrchyn
  • 1388 Borichen
  • 1539/40 Borchen
  • 1540 Bohrigen, Borichenn
  • 1791 Bo(e)richen, oder Bohringen

Der Name geht auf das altsorbische Wort bor – Nadelwald zurück. Noch heute nennt man eine bewaldete Erhebung Borberg.<ref>Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band I, Seite 91f.</ref>

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Sehenswürdigkeiten

Aussichtsturm Striegistal östlich von Böhrigen.<ref>Website des Aussichtsturms Striegistal</ref> Der 1891 fertiggestellte 27,15 m hohe, denkmalgeschützte Turm ist nach Sanierungsmaßnahmen seit dem 2. Juli 2011 wieder zugänglich.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aussichtsturm Striegistal (Memento vom 25. März 2016 im Internet Archive) auf der Website des Vereins Aussichtsturm Striegistal e. V.</ref>

Verkehr

Datei:BöhrigenBf1.JPG
Bahnhof Böhrigen, Empfangsgebäude (2015)

Der am 28. August 1874 eröffnete Bahnhof Böhrigen lag an der Bahnstrecke Roßwein–Niederwiesa. Der Personenverkehr endete zum 24. Mai 1998; der Güterverkehr zum 1. Januar 2000. Inzwischen ist der Abschnitt zwischen Roßwein und Hainichen stillgelegt, die Bahnanlagen sind weitgehend demontiert. Als Ersatz für die stillgelegte Bahnverbindung verkehren die Buslinien 616 und 640.

Westlich von Böhrigen verläuft die Bundesstraße 169. Über diese ist die Anschlussstelle 73 („Hainichen“) der Bundesautobahn 4 zu erreichen.

Weblinks

Commons: Böhrigen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Richard Witzsch: Zwischen Chemnitz und Freiberg, Ein Heimatbuch für Schule und Haus, Die Dörfer an der Striegis, Frankenberg 1929, Reprint Striegistal 2012

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

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