Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Bissenberg – WikipediaZum Inhalt springen
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Bissenberg erfolgte unter dem Namen Byssinberg im Jahr 1313.<ref name="lagis" /> Das Dokument der Ersterwähnung findet sich im Fürst zu Solms’schen Archiv in Braunfels (Abt. Urk. LV, 16).<ref>Die Geschichte des Kirchspiels Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen, 1. Auflage, 1994, S. 19 ff.</ref>
Der älteste Teil Bissenbergs ist im Bereich der Kirche zu finden. Die Häuser stehen fast durchweg ohne eine bestimmte Ausrichtung zu einer Straße. Ab dem 18. Jahrhundert zeigt sich bei den Häusern im Fuhrweg und in der Allendorfer Straße schon eine planmäßige Ausrichtung. Ab der Bauphase 1870 bis 1950 beginnt die aufgelockerte Bebauung.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessenfusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Bissenberg, Biskirchen, Stockhausen sowie die Stadt Leun zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Leun.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr.3, S.84, Punkt 93 Abs. 14 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Leun wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 211 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Leun, abgerufen im Februar 2024.</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Verwaltungsgeschichte im Überblick
ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar<ref group="Anm.">1848: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung.</ref>
ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar, Stadt Leun<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Leun.</ref>
ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Leun
ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Leun
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
Im Folgenden findet sich die Entwicklung der Bevölkerungszahlen mit ihren Originalquellen.<ref>Magistrat der Stadt Leun, Die Geschichte des Kirchspiels Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen, 1. Auflage, 1994, S. 80 ff.</ref>
Quellen
1) Heinrich Zutt, Geschichte vom Kirchspiel Biskirchen, Wiesbaden, 1926
2) Fürstliches Archiv Braunfels Az.: A 73.6 IV
3) Topogr.Stat. Beschreibung der Königl. Preuß. Rheinprovinzen von F.v. Restdorff, Königl. Preuß. Oberst-Lieutnant. Nicolaische Buchhandl., Berlin und Stettin, 1830
4) Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen, Heft 1, S. 98–101. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834–1967, Hessisches Statistisches Landesamt Wiesbaden
5) Hessisches Statistisches Landesamt Wiesbaden
6) Kommunales Gebietsrechenzentrum Gießen, Einwohnerwesen
7) BVB-Verlagsgesellschaft mbH, 48529 Nordhorn, Informationsbroschüre Stadt Leun, 2008
8) Hessisches staatliches Landesamt, Wiesbaden, Die hessischen Gemeinden, 19666
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Bissenberg 747 Einwohner. Darunter waren 12 (1,6 %) Ausländer.
Nach dem Lebensalter waren 138 Einwohner unter 18 Jahren, 306 zwischen 18 und 49, 159 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" />
Die Einwohner lebten in 312 Haushalten. Davon waren 90 Singlehaushalte, 90 Paare ohne Kinder und 111 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 207 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Für Bissenberg besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Bissenberg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" />
Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2026 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 51,10 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder der IfB (Initiative für Bissenberg) und ein Mitglied der CDU.<ref>Ortsbeiratswahl Bissenberg. In: Votemanager. Stadt Bad Homburg, abgerufen im Februar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Marco Zimmermann (IfB) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Bissenberg. In: Webauftritt. Stadt Leun, abgerufen im Februar 2024.</ref>
Ortsvorsteher
Ortsvorsteher ist seit 3. Mai 2021 Michael Hofmann (SPD).
Zeitraum
Name
Bemerkung
05.12.1972 – 02.05.1977
Erwin Hartmann
03.05.1977 – 01.10.1979
Bernd Hofmann
02.01.1979 – 05.05.1981
Rita Volk
06.05.1981 – 16.04.1985
Erwin Bott
17.04.1985 – 19.04.1989
Johannes Bensel
20.04.1989 –
Erwin Bott
Otto Weber
– 02.05.2021
Gerd Ulrich Heberling
03.05.2021 – 16.04.2026
Michael Hofmann
seit 17.04.2026
Marco Zimmermann
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Vereine
Nr.
Name
Gründung
Bemerkung
1
Kriegerverein
Oktober 1875
aufgelöst 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges
2
Gesangverein „Eintracht 1882 e. V. Bissenberg“
14. Feb. 1882
1933 wurde der Verein von den Nationalsozialisten verboten.
1946 wurde dem Verein die Genehmigung zum Chorgesang wieder erteilt.
3
Turn- und Spielverein 1920 e. V. Bissenberg
3. März 1920
Zusammenschluss des am 3. Juli 1913 gegründeten Turnvereins mit dem am 29. Juni 1919 gegründeten Fußball-Club 1919
16. Februar 1974 Umbenennung in Jugendorchester Bissenberg
12
Verkehrsverein Bissenberg
14. April 1973
seit 1. Januar 1986 ruht der Verein
13
Seniorengruppe Bissenberg
3. April 1986
inzwischen aufgelöst
14
Hobby- und Freizeitclub „Blau-Weiß-Bissenberg“
25. Juli 1986
15
Pool-Billard-Freunde Bissenberg
1987
16
Heimatkundlicher Arbeitskreis
29. Sept. 1987
Am 29. Mai 2004 im Heimat- und Kulturverein Bissenberg e. V. aufgegangen
17
Country-Club Bissenberg
7. Juni 1994
Aufgelöst am 31. Dezember 2019.
18
Heimat- und Kulturverein Bissenberg e. V.
29. Mai 2004
19
Wanderfreunde Leun-Bissenberg
–
20
Happy-Go-Lucky Dancer Leun e. V.
–
Der am 19. Mai 1988 gegründete Gemeinschaftskreis Bissenberg koordiniert die Veranstaltungen und gemeinsamen Aktivitäten der Bissenberger Vereine. Aus der Mitte der Vereinsvorsitzenden wird ein Vorsitzender gewählt.
Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
Schon bei der ersten Teilnahme (1974) an dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde ein gutes Ergebnis erzielt. (3. Bezirkssieger)
1975 wurde im Bezirksentscheid der 1. Platz belegt. Beim folgenden Gebietsentscheid wurde am 7. Juli 1975 ein 1. Platz erreicht.
Beim Landesentscheid am 9. August 1975 musste man sich mit einem 4. Platz zufriedengeben, obwohl Bissenberg punktgleich mit den Gemeinden war, die auf Platz 2 und 3 gesetzt worden waren.
Dies war für die Bissenberger enttäuschend und das Interesse in der Bevölkerung ließ nach.
Beim 18. Wettbewerb am 15. Juni 1976 nahm Bissenberg zum letzten Mal teil und erreichte unter 25 Gemeinden den 10. Platz.
Bauwerke
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Die Bissenberger Kirche ist ein kleiner romanischer Rechteckbau mit verputztem Fischgrätenmauerwerk, der 1723 bis 1726 erhöht, nach Westen verlängert und mit verschiefertem Turmaufbau versehen wurde.<ref>Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler (Hessen), Deutscher Kunstverlag, 2. bearbeitete Auflage, München 1982, ISBN 3-422-00380-0, S. 94.</ref><ref>Die Bissenberger Kirche. Heimat- und Kulturverein Bissenberg e. V.</ref>
Bemerkenswert ist die kleine romanische Pforte auf der Südseite und der große Bogen im Osten. Im flach gedeckten Inneren ist eine dreiseitige Empore und Kanzel aus dem 18. Jahrhundert.
Nennenswert ist eine Pilasterverzierung im hölzernen Turmgeschoss, wofür das Balkenwerk des abgebrochenen Eisenhammers (Bissenberger Hütte) verwendet wurde. Am 18. Oktober 1726 wurde die Kirche neu eingeweiht.
Die „Alte Schule“ im Ortskern wurde 1862/63 als typisch schlichter, zweigeschossiger Schulbau mit Lehrerwohnung von Kommunalbaumeister Mayer in prägnanter Lage am südlichen Ortsrand in Bruchsteinmauerwerk erbaut. Sie ist in einfacher Weise durch ein Sohlbankgesims, die Fenstergruppierung und den mittigen Eingangsrisalit gegliedert, dessen neugotischer Treppengiebel sich nicht erhalten hat (Abbruch nach dem Zweiten Weltkrieg). Sie steht im Winkel Fuhrweg/Stockhäuser Straße. Zur Schule gehörten ein kleiner Stall, eine Abortanlage, Holzschuppen sowie ein großer Schulgarten, längs der Stockhäuser Straße. Heute steht dort das Feuerwehrhaus.
Das Dolle Dorf
Am 24. September 2021 wurde Bissenberg vom Hessischen Rundfunk als „Dolles Dorf“ porträtiert. Die am Abend des 25. September ausgestrahlte Hessenschau brachte Bissenberg einem Millionenpublikum nahe.
Wirtschaft und Infrastruktur
Staatlich anerkannter Erholungsort
Am 19. Juni 1975 wurde Bissenberg das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ vom damaligen hessischen Sozialminister Horst Schmidt zuerkannt.
Kurzentrum
Walter von Gierke gründete und erbaute 1977 das biologisch-homöopathische Kurzentrum am Dianaburgweg im Außenbereich unterhalb des Hainfeldes.
Bildung
Die erste Bissenberger Schule entstand 1725/26. Das heute noch erhaltene Gebäude im Winkel Brunnenstraße und Stockhäuser Straße wurde bis 1863 genutzt.
Am 14. Januar 1863 wurde die zweite Schule nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Zwischen 1931 und 1939 wurde ein Zweitlehrer eingestellt. Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Schülerzahlen stiegen, wurde 1947 erneut ein Zweitlehrer beschäftigt. Am 12. Juli 1952 wurde vom Gemeinderat der Bau einer neuen Schule beschlossen. Das Gebäude an der Ecke Fuhrweg und Stockhäuserstraße wird heute als Alte Schule bezeichnet.
Die dritte Schule wurde am 28. November 1953 eingeweiht und bis 1966 genutzt. Im Zuge der Schulreform mussten die Schüler die 1962 eröffnete Mittelpunktschule in Biskirchen besuchen. Die Schule wird seit den Umbauarbeiten in den 1970er Jahren als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.
Verkehr
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Bissenberg ist durch die Buslinie 125 an den Nahverkehr in Wetzlar angeschlossen, ebenso existiert eine Busverbindung nach Solms (Linie 120).
Auf Bissenberger Gebiet werden 2 Haltestellen angefahren:
Bissenberg – Kirchplatz 120125
Bissenberg – Abzweig Bissenberg 120125
Eisenbahn
Ab 1922 hatte Bissenberg mit dem außerhalb des Ortes liegenden Haltepunkt im Ulmtal an der 15 km langen Ulmtalbahn (im Volksmund auch Balkanexpress genannt) einen Anschluss an die Eisenbahnstrecke, die von Stockhausen (Lahn) nach Beilstein (Dillkreis) verlief. Der Haltepunkt wurde aber bereits 1927 nicht mehr genutzt und nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. In den 1950er Jahren verschwand der Haltepunkt auch aus dem Kursbuch. 1963 wurde der Bahnsteig im Zuge der Gleiserneuerungen beseitigt.<ref>Jochen Hellmig, Hans Hilpisch, Waldemar Rödling (Hrsg.): Die Ulmtalbahn. 1. Auflage. Juni 1993, S. 14.</ref>
Der Personenverkehr wurde bereits am 30. Mai 1976 wieder eingestellt. Der Güterverkehr endete am 30. Januar 1988. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Strecke zurückgebaut und zurzeit verlaufen die Vorarbeiten für einen Radweg auf der alten, nun gleislosen Bahntrasse.
Straße
Bissenberg ist über die BAB 45 über die Anschlussstellen Ehringshausen und Wetzlar-Ost und über die BAB 480 mit der Anschlussstelle Aßlar in kurzer Zeit zu erreichen. Ca. 2 km südlich von Bissenberg befindet sich die Bundesstraße 49, welche eine schnelle Verbindung nach Wetzlar, Gießen, Limburg an der Lahn und Weilburg darstellt.
Friedhöfe
Alter Friedhof
Auf dem im Zentrum des Ortes gelegenen Alten Friedhof befinden sich zwei Kriegsgräber:
Der neue Friedhof befindet sich im Norden des Ortes Richtung Allendorf.
Literatur
Magistrat der Stadt Leun (Hrsg.): Geschichts- und Bildband der Stadt Leun mit den Stadtteilen Biskirchen, Bissenberg, Leun, Stockhausen, Leun-Lahnbahnhof, Dezember 1986, ISBN 3-88913-106-9.
Magistrat der Stadt Leun (Hrsg.): Die Geschichte des Kirchspiels Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen. 1994
Albert Hardt: Urkundenbuch der Klöster Altenberg (Lahn-Dill-Kreis), Dorlar (Lahn-Dill-Kreis), Retters (Main-Taunus-Kreis). 2000
Friedhelm Müller: Unser Dorf – 39 Ortsporträts in Wort und Bild aus dem Wetzlarer Land, 1995