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Bundesbüdchen

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Datei:Bnkiosk.jpg
Das denkmalgeschützte „Bundesbüdchen“ vor seiner Verlegung (Juni 2006)
Datei:Bonn-Gronau Heussallee Bundesbüdchen.jpg
Der Kiosk nach seiner Wiederaufstellung (2021)
Datei:Bundesbüdchen Bonn.jpg
Der Kiosk an seinem neuen Ort (2022)

Das sogenannte Bundesbüdchen ist ein als Baudenkmal unter Denkmalschutz<ref>Denkmalliste der Stadt Bonn. (PDF; 2,08 MB) In: bonn.de. 15. Januar 2021, S. 44, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Juni 2021; abgerufen am 29. Dezember 2025. Nummer A 3669</ref> stehender ovaler Kiosk, der sich im ehemaligen Regierungs- und heutigen Bundesviertel in Bonn befindet. Ab 1957 stand der Kiosk zwischen damaligem Bundeskanzleramt, Bundesrat und Bundestag. Er musste 2006 abgebaut werden und wurde im Mai 2020 nahe dem ursprünglichen Standort an der Ecke Heussallee/Platz der Vereinten Nationen wiederaufgestellt.<ref>Das Bundesbüdchen ist zurück im Regierungsviertel im General-Anzeiger vom 17. Mai 2020</ref>

Geschichte

Nach der Etablierung des Bereichs zwischen Bundeshaus (Sitz von Bundestag und Bundesrat) und Palais Schaumburg (Sitz des Bundeskanzleramts) ab 1949 als Parlaments- und Regierungsviertel und der hiermit verbundenen, wachsenden Zahl der dort Beschäftigten entstand 1957 an der damaligen Görresstraße (heute Platz der Vereinten Nationen; (Lage)

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  }}) ein Verkaufspavillon. Der Kiosk wurde bis 2006 ohne Unterbrechung von der Familie Rausch in zweiter Generation betrieben. Zu den Stammkunden zählten zahlreiche Spitzenpolitiker, Abgeordnete und Journalisten aus der ganzen Welt. Friedrich Nowottny verkaufte 1981 nach einer verlorenen „Wetten, dass..?“-Wette Würstchen im Bundesbüdchen für einen guten Zweck, eines davon an Loki Schmidt, Frau des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt.<ref>Friedbert Meurer: Sie war eine eigenständige Persönlichkeit - Interview mit Friedrich Nowottny. In: Deutschlandfunk. 22. Oktober 2010, abgerufen am 29. Januar 2018.</ref> Am Büdchen aßen ebenfalls Herbert Wehner und Franz Josef Strauß Würstchen, Helmut Kohl ließ seinen Fahrer Brötchen besorgen und Joschka Fischer kaufte Asterix-Hefte.<ref>Mein Denkmal – Prominente erinnern sich. In: Monumente 3/2020, Juni 2020, S. 74.</ref>

Im Oktober 2006 musste das Bundesbüdchen dem geplanten neuen World Conference Center Bonn (WCCB) des US-amerikanischen Investors SMI Hyundai weichen. Es wurde komplett auf einen Tieflader verladen und nach Hersel transportiert. Dort war es in einem Bauhof eingelagert. Der Standort der späteren Wiederaufstellung war Gegenstand einer regen Diskussion; in Betracht gezogen wurden das Haus der Geschichte oder ein Ort in der Nähe des Originalstandortes.<ref>Andreas Rossmann: Budenzauber. In: FAZ. 28. April 2006, abgerufen am 29. Januar 2018.</ref> 2013 teilte die Stadt Bonn mit, der Kiosk solle am WCCB in der Nähe des Ursprungsstandorts wiederaufgestellt werden.<ref>Lisa Inhoffen: Bundeskiosk kehrt zurück. In: General-Anzeiger Bonn. 7. März 2013, abgerufen am 29. Januar 2018.</ref> Die Aufstellung sollte nach Abschluss einer Sanierung der Innen- und Außenwände bis April 2014 erfolgen, zugleich ginge der Kiosk aus dem Besitz des Betreibers in den der Stadt über.<ref>Das „Bundesbüdchen“ kehrt zurück. In: Göttinger Tageblatt. 19. Dezember 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Januar 2018; abgerufen am 29. Januar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.goettinger-tageblatt.de</ref>

Dieser Plan wurde jedoch nicht eingehalten und das Bundesbüdchen vorerst nicht wiedererrichtet. Es sollte nach zeitweiligen Planungen an der Stelle aufgestellt werden, wo Jürgen Rausch seit damals acht Jahren übergangsweise in einem Holzhaus bewirtete. Am 22. Dezember 2013 überreichten Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Jürgen Rausch den Vertrag, der eine Förderung von 60.000 Euro zusagt.<ref>Denkmalschutz: Bundesbüdchen kommt zurück. In: Bonner Rundschau. 22. Dezember 2013, abgerufen am 29. Januar 2019.</ref>

Am 4. September 2015 wurde der „Förderverein Historischer Verkaufspavillon Görresstraße e. V. Bonn“ gegründet, der den gemeinnützigen Zweck verfolgte, das Bundesbüdchen noch 2016 wieder aufzustellen, es zu sanieren und zu betreiben.

Datei:Bonn-Gronau Heussallee Wiederaufstellung Bundesbüdchen 2020 (3).jpg
Vorarbeiten zur Wiederaufstellung des Bundesbüdchens (Mai 2020)

Im Februar 2018 bewilligte die Bezirksregierung Köln dem Förderverein eine Förderung über 135.000 Euro für den Wiederaufbau des Verkaufspavillons, die Baugenehmigung wurde am 26. April 2018 erteilt.<ref>Denkmal kommt zurück nach Bonn – Baugenehmigung für das Bundesbüdchen erteilt. In: General-Anzeiger Bonn. Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH, Bonn 26. April 2018 (general-anzeiger-bonn.de [abgerufen am 29. April 2018]).</ref> Am 17. Mai 2020 wurde der Kiosk an der Ecke Heussallee / Platz der Vereinten Nationen (Adresse: Heussallee 13) aufgestellt.<ref name="GA20200517">Matthias Lorenz: Reise quer durch Bonn - Das Bundesbüdchen ist zurück im Regierungsviertel. In: General-Anzeiger Bonn. 17. Mai 2020, abgerufen am 17. Mai 2020.</ref> Der Bau verzögerte sich um mehr als ein Jahr, da sich die Kosten für die Herrichtung des Grundstücks, die zur Hälfte von der Stadt Bonn und zur anderen Hälfte von der NRW-Stiftung gezahlt werden sollten, erheblich vergrößert hatten.<ref>Historischer Kiosk: Das „Bundesbüdchen“ kehrt nach Bonn zurück. In: Kölnische Rundschau. (rundschau-online.de [abgerufen am 20. Februar 2018]).</ref><ref name=":0">Lisa Inhoffen: Neuer Standort am WCCB - Bundesbüdchen kommt zurück nach Bonn. In: General-Anzeiger Bonn. 20. Februar 2019, abgerufen am 21. Februar 2019.</ref><ref>Sebastian Flick: Historischer Kiosk im Bundesviertel: Legendäres Bundesbüdchen steht vor Rückkehr nach Bonn. In: General-Anzeiger. 1. Januar 2020, abgerufen am 5. Januar 2020.</ref> Die Wiedereröffnung erfolgte nach Beendigung der Sanierung des Pavillons am 21. August 2020.<ref name="GA20200517" /><ref>Im Bonner Bundesbüdchen gibt es endlich wieder Brötchen, Express, 21. August 2020</ref>

2025 eröffnete ein gleichnamiges Restaurant in Berlin-Mitte, dessen Inneneinrichtung Elemente des Pavillons enthält.<ref>Bundesbüdchen feiert Comeback in Berlin – und schmeckt plötzlich nach Habsburg. 31. Juli 2025, abgerufen am 18. August 2025.</ref>

Architektur

Das unterkellerte Gebäude erhebt sich eingeschossig auf einem längsovalen Grundriss. Über dem gekachelten Brüstungsgesims umschließt den Bau ein hohes umlaufendes Fensterband mit zum Teil konvexer Verglasung. Die vorkragende umlaufende Fensterbank fungiert gleichzeitig als Theke. Ein weit ausschwingendes, der Bauform folgendes Flachdach schließt den Pavillon ab. Die geschwungene Architektur mit ihrer starken Durchfensterung und der leichten Bedachung vereint viele Stilmerkmale der 1950er Jahre und ist zugleich ein typisches Gebäude einer Zeit, in der solche Bauten als Zeitungskioske oder Erfrischungs- und Trinkhallen eine neue Blüte erfuhren. Das Rheinische Amt für Denkmalpflege bezeichnete den Kiosk in einem Gutachten als „charakteristisches Merkmal für die Vielfalt und Gegensätzlichkeit der Bebauung im Regierungsviertel und Ausdruck des ‚Provisoriums‘“.<ref>Reiner Burger: Budenzaubers Neubeginn. FAZ.net, 17. Mai 2020, abgerufen am 18. Mai 2020.</ref>

Neben seiner architekturgeschichtlichen Bedeutung als Zeugnis einer zeittypischen Kleinarchitekturgattung besitzt der Pavillon auch als einstiger Treff- und Kommunikationspunkt der Parlamentsbediensteten eine besondere lokalhistorische Bedeutung.<ref>Carsten Schultz: Das legendäre Bundesbüdchen wird saniert an eine neue Stelle gesetzt. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 13. Juli 2017, abgerufen am 29. Januar 2018.</ref>

Zur Wiedereröffnung sollte der Kiosk nahezu in den Originalzustand versetzt, lediglich die Tabakwerbung entfernt werden.<ref name=":0" />

„In keinem Regierungsviertel der Welt gibt es einen solchen unprätentiösen Ort für die spontane Kommunikation ohne Tagesordnung wie damals in Bonn.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Norbert Blüm<ref>Reiner Burger: Rückkehr des Kiosk-Klassikers. In: FAZ. 8. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2018.</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 50° 43′ 4,9″ N, 7° 7′ 30,1″ O

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