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Brüchau

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Brüchau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(129)&title=Br%C3%BCchau 52° 41′ N, 11° 15′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(129) 52° 41′ 17″ N, 11° 14′ 41″ O
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Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 7,61 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 129 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner/km²
Eingemeindung: 21. Dezember 1973
Eingemeindet nach: Kakerbeck
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039081
Lage von Brüchau in Sachsen-Anhalt
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Brüchau ist ein Ortsteil der Ortschaft Kakerbeck und der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geographie

Brüchau, ein Dorf mit Kirche, liegt zehn Kilometer nordwestlich der Stadt Kalbe (Milde) in der Altmark. Im Norden Brüchaus verläuft der Moorgraben, der in die Untere Milde fließt.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Südlich von Brüchau liegt in der Nähe der „Ziegelei Brüchau“ die Bohrschlammdeponie Brüchau.

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Datei:Kirche in Brüchau Vorderseite.jpg
Evangelische Dorfkirche Brüchau

Brüchau ist ein hufeisenförmig angelegtes Rundlingsdorf wendischen Ursprungs. Von der Siedlungsform her ist es ein Dreieckplatzdorf, das später nach Süden und Osten erweitert wurde.<ref name="HOB-12"/>

Die erste urkundliche Erwähnung war vor dem Jahre 1449 als Bruchow, im Hauptpachtregister von Alvensleben hatte ein Hofbesitzer eine Hufe in seinem eigenen Hof von den von Alvensleben zu Lehen.<ref name="HOB-12"/> Im Jahre 1473 wurde Bruchow in einem Lehnsbrief von Kurfürst Albrecht genannt.<ref name="Riedel-17, S. 149" /> Im gleichen Jahr waren auch dre wuste dorpfstede to bruchouwe erwähnt worden.<ref name="Riedel-17, S. 291" /> Ob das drei wüste Dorfstellen bei diesem Brüchau sein könnten, ist nicht sicher.

Weitere Nennungen sind 1500 Bruchow, 1551 Brüchow, 1687 Brüchow und schließlich 1804 Brüchau.<ref name="Bratring-1" />

Brüchau war ein Haltepunkt der Altmärkischen Kleinbahn auf der Strecke von Klötze nach Wernstedt. Die Strecke wurde 1970 stillgelegt.

Namensherkunft

Franz Mertens vermutet als Wortstämme owe und aue in der Bedeutung für feuchtes Land oder Bruchaue.<ref name="Mertens-Gardelegen" />

Eingemeindungen

Datei:Siegelmarke Gemeinde Brüchau Kreis Gardelegen W0384200.jpg
Siegelmarke der Gemeinde Brüchau

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1808 lag der Ort im Kanton Klötze im Fürstentum Lüneburg, von 1808 bis 1810 im Kanton Zichtau auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Landkreis Gardelegen.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 wurde Brüchau aus dem Landkreis Gardelegen in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 21. Dezember 1973 wurde die Gemeinde Brüchau in die Gemeinde Kakerbeck eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Seit dem 1. Januar 2010 gehört der Ortsteil Brüchau zur neu entstandenen Ortschaft Kakerbeck und zur Stadt Kalbe (Milde).

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 110
1774 072
1789 083
1798 108
1801 109
1818 115
1840 162
Jahr Einwohner
1864 204
1871 200
1885 209
1892 [0]209<ref name="Zahn-1928" />
1895 205
1900 [0]220<ref name="Zahn-1928" />
1905 289
Jahr Einwohner
1910 [0]274<ref name="Zahn-1928" />
1925 249
1939 253
1946 382
1964 262
1971 238
2015 144
Jahr Einwohner
2016 135
2017 125
2018 119
2020 [00]122<ref name="EW-2021" />
2021 [00]124<ref name="EW-2021" />
2022 [0]126<ref name="EW-2023" />
2023 [0]129<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946<ref name="HOB-12" /> und 2015 bis 2018<ref name="EW-Kalbe-2015-2018" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Brüchau, die früher zur Pfarrei Neuendorf gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Klötze im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Neuendorf stammen aus dem Jahre 1643.<ref name="Machholz" />

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Hildegard in Gardelegen im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Datei:Dorfplatz 21 in Brüchau.jpg
Dorfplatz in Brüchau
  • Die evangelische Dorfkirche Brüchau ist ein Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. 1867 wurde sie nach Westen verlängert und mit einem Fachwerk-Dachreiter über dem Westteil versehen.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Vor der Kirche befindet sich das Kriegerdenkmal Brüchau.
  • Zwei Wohnhäuser stehen unter Denkmalschutz.


Vereine und Institutionen

In Brüchau besteht der Freundeskreis Brüchau und eine Freiwillige Feuerwehr.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Das Dorf liegt abgelegen von größeren Verkehrswegen nordwestlich von Kakerbeck. Südlich des eigentlichen Rundlings führt durch die Ortslage die Landesstraße L 20 von Neuendorf im Osten zur Bundesstraße 71 im Westen.

Obertagedeponie Brüchau

Im Jahre 1971 war eine Anlage für die Beseitigung von Abfällen aus der Erdgasindustrie vom Rat der Stadt Kalbe unter Zustimmung der Bezirkshygieneinspektion genehmigt worden. Die Einlagerung begann im Jahre 1972. Seit 2012 wird die Grube nicht mehr genutzt. Sie soll nun nachhaltig sicher geschlossen werden.<ref name="NE">Neptune Energy Deutschland: Obertagedeponie Brüchau. Abgerufen am 14. August 2025.</ref>

Betreiber der Grube war nach der Wende Erdgas Erdöl GmbH/Gaz de France, heute ist es Neptune Energy.<ref name="VS 2019" />

Von 1977 bis etwa 1990 wurden auch bergbaufremde Abfälle in der Grube abgelagert, wie Pflanzenschutzmittel, Teerreste und Galvanikschlämme. Diese Bohrschlammdeponie, von den Einheimischen Silbersee genannt, enthält nach Angaben der Landesregierung Sachsen-Anhalt 250 Tonnen Quecksilber, 9.000 Tonnen Säuren, 1.400 Kilogramm Arsenstoffe – toxischer Sondermüll, der auf einer knapp 80 Zentimeter dicken Mergelschicht lagert, die den einzigen Schutz für das Grundwasser bildet.<ref>Christoph Richter: Giftmüll in Sachsen-Anhalt – Kein Schatz im Silbersee. Hrsg.: Deutschlandfunk Kultur. 19. Januar 2018 (web.archive.org [abgerufen am 7. August 2021]).</ref>

Im Juli 2018 begannen Erkundungsarbeiten zur sicheren Schließung der Obertagedeponie.<ref name="NE"/> 2020 hatte ein Gutachten ein Leck an der Gruben-Basis nachgewiesen. Der damalige Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) erklärte, dass die Grube beräumt werden muss.

Der Landtag beschloss 2020 eine Auskofferung der Deponie. Sie hat noch nicht begonnen, da die Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt, die die Kosten der Sanierung tragen muss, das Verfahren für zu kostspielig hält.<ref name="VS 2020">Alexander Walter: Wer zahlt Sanierung der Giftgrube Brüchau? In: Stendaler Volksstimme. 30. August 2022, S. 2.</ref> Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Magdeburg könnten die Arbeiten 2024 beginnen, nachdem die Betreiberfirma der Grube einen Abschlussbetriebsplan vorlegen musste.<ref>mdr.de: Giftmüll in Brüchau: "Silbersee" könnte 2024 ausgehoben werden | MDR.DE. Abgerufen am 29. April 2023.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Brüchau – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 29. Oktober 2022.</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 369 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00391~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="EW-2021">Doreen Schulze: Geburten steigen, Sterbefälle sinken. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 12. Januar 2022, DNB 954815971, S. 19.</ref>

<ref name="EW-2023">Conny Kaiser: Kalbe verliert 69 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 16. Januar 2024, DNB 954815971, S. 20.</ref>

<ref name="EW-Kalbe-2015-2018">Einwohnermeldeamt der Stadt Kalbe (Milde): Einwohnerdaten zum 31.12. der Jahre 2015 bis 2018. 4. März 2019.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Mertens-Gardelegen">Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 213.</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Klötze. Abgerufen am 9. März 2019.</ref>

<ref name="Riedel-17, S. 149">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-17, S. 291">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="VS 2019">Cornelia Ahlfeld: Keine Frage der Finanzen. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Gardelegen. 5. September 2018 (Online [abgerufen am 9. März 2019]).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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