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Brough Superior

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Datei:Brough-Superior.jpg
Brough Superior im Zweirad-Museum Neckarsulm
Datei:Brough Superior.JPG
Brough Superior mit Sozius-Sitz
Datei:Brough Superior SS100.jpg
Sportmodell SS100 mit JAP-Motor, ca. 70 bhp (51 kW)
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Imperial War Museum / London. Die restaurierte Brough Superior, mit der T. E. Lawrence 1935 verunglückte

Brough Superior ist eine englische Motorradmarke, die von 1919 bis 1940 in Nottingham (England) bestand und seit 2016 im französischen Saint-Jean, 10 km von Toulouse entfernt, produziert wird. Gegründet und betrieben wurde das Unternehmen von dem Konstrukteur und Rennfahrer George Brough. Zunächst hatte George im Brough-Werk seines Vaters William E. Brough mitgearbeitet, sich aber 1919 mit dessen finanzieller Unterstützung selbstständig gemacht. Aufgrund der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit der Maschinen wurde die Marke auch als "Rolls-Royce der Motorräder" bezeichnet<ref name="SPON-950817">Jürgen Pander: Brough-Superior-Revival: Happy Metal – Auto. In: Spiegel Online. 4. Februar 2014, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>. Die Produktion betrug bis 1940 ca. 3.050 Exemplare von 19 Modellen, von denen etwa ein Drittel heute noch existiert.

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2021_Brough Superior_SS100 MK1
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2021_Brough Superior Anniversary

2008 erwarb der in Österreich lebende britische Unternehmer Mark Upham die Markenrechte an Brough Superior und baute zunächst Replikas historischer Brough-Superior-Modelle. Der international bekannte Motorradjournalist Alan Cathcart machte ihn einige Jahre später mit Thierry Henriette von der französischen Firma Boxer Design bekannt, die bereits für den Motorradhersteller Voxan gearbeitet hatte. Gemeinsam wurde ein komplett neues Modell Brough Superior S.S. 100 entwickelt und Ende 2013 auf der EICMA der Öffentlichkeit präsentiert. Den als Antrieb dienenden V2-Motor entwickelte die in Bayonne ansässige Akira Technologies. Die nun in Saint-Jean auf dem Betriebsgelände von Boxer Design ansässige Firma Brough Superior Motorcycles SAS gehört zum größten Teil Geschäftsführer Thierry Henriette, für jedes verkaufte Motorrad zahlt man Upham, dem Inhaber der Markenrechte, eine Lizenzgebühr. Die Auslieferung der ersten Kundenmaschinen begann im Februar 2016.<ref name="FAZ-14354482">Ulf Böhringer: Brough Superior SS 100 – Ein Motorrad für 63.000 Euro. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Juli 2016, abgerufen am 12. Juni 2017.</ref><ref name="n-tv-18995191">n-tv.de, hpr/sp-x: Der Rolls-Royce unter den Bikes - Brough Superior SS 100 - es gibt sie wieder. In: n-tv.de. 4. November 2016, abgerufen am 12. Juni 2017.</ref><ref>Phil West & Maik Schwarz, MO 4/2015: Artikel "Inside Brough", Seiten 74 bis 79, ISSN 0723-2616</ref><ref name="ReferenceA">Alan Cathcart & Gert Thöle, MOTORRAD 19/2015: Artikel "Wiedergeburt - Fahrbericht Brough Superior S.S. 100", Seiten 44 bis 47, ISSN 0027-237X</ref>

Motorräder

Die hauptsächlich produzierten Modelle waren die SS 80 mit einem Zertifikat, dass die Maschine mindestens 80 mph (129 km/h) fährt, gebaut ab 1922, und die SS 100 mit einem Zertifikat, dass die Maschine mindestens 100 mph (161 km/h) erreicht – bereits 1924.

Brough setzte häufig großvolumige V-Zweizylinder-Einbaumotoren von J.A.P. ein, die zusätzlich leistungsgesteigert wurden. Die stärksten Sport-Versionen sollen über 51 kW (70 PS) erreicht haben, was in Relation zur Qualität damaliger Fahrwerke und Straßen als enorm und auch gefährlich anzusehen ist.

Seit Mitte der 1920er-Jahre bis zum Zweiten Weltkrieg galten die Motorräder von Brough als die schnellsten und bestverarbeiteten Maschinen. Ab 1936 stellte Eric Fernihough mehrere Geschwindigkeitsweltrekorde auf Brough Superior auf.

1938 entwickelte Brough das exklusive Modell Brough Superior Dream mit einem Einliter-Vierzylinder-H-Motor, jedoch entstanden nur sehr wenige Exemplare (laut verschiedenen Quellen zwei bis sechs<ref>Hugo Wilson, Das Lexikon vom Motorrad, Motorbuch Verlag, Stuttgart, ISBN 3-613-01719-9.</ref><ref name="broughsu-The Brou">The Brough Superior Motorcycle Club - Year By Year Model Production. In: broughsuperiorclub.com. 16. November 1921, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 31. Dezember 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.broughsuperiorclub.com</ref>).

S.S. 100 (ab 2016)

Die völlig neu entwickelte S.S. 100 verfügt als Antrieb über einen flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder-V-Motor mit 88° Zylinderwinkel und DOHC-Ventilsteuerung. Der Hubraum beträgt 997 cm³, resultierend aus einer Bohrung von 94 mm und einem Hub von 71,8 mm. Die homologierte Höchstleistung liegt bei ca. 73 kW (99 PS), ohne Straßenzulassung sind bis ca. 97 kW (132 PS) möglich. Das 6-Gang-Getriebe leitet das Drehmoment (89 Nm an der Kurbelwelle) über eine O-Ring-Kette ans Hinterrad weiter. Der rudimentäre Brückenrahmen ist größtenteils aus Titan gefertigt, der Motor als tragendes Teil integriert. Das Fahrwerk besteht vorn aus einer Hossack-Gabel aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung mit Doppel-Längslenkern aus Titan. Das Hinterrad wird von einer Leichtmetall-Zweiarmschwinge geführt. Die Federbeine mit einem Federweg von 120 mm vorn und 130 mm hinten stammen vom renommierten Zulieferer Öhlins. Die standardmäßig aus Aluminium geschmiedeten Räder haben aus optischen Gründen den klassischen, heute an Straßenmotorrädern eher selten zu findenden Durchmesser von 18 Zoll, Speichenräder sind optional verfügbar. Ebenfalls ungewöhnlich ist die Vorderradbremse; hier kommt eine Bremsanlage des französischen Herstellers Beringer zum Einsatz, wo die Vierkolben-Festsättel links und rechts jeweils auf zwei paarweise nebeneinander angeordnete Bremsscheiben mit nur 230 mm Durchmesser wirken. Die Konstruktion ähnelt optisch innenbelüfteten Bremsscheiben, wie sie in Automobilen verbaut werden. Durch die Manufaktur-Produktion in vergleichsweise kleiner Stückzahl ist es Brough Superior möglich, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen.<ref name="ReferenceA" />

Weitere Motorräder

  • Brough Superior 11-50
  • „1932 baute er ein halbes Dutzend 798-cm³-Vierzylindermaschinen, die aufgebohrte wassergekühlte 746-cm³-Austin-Automotoren und zwei nebeneinanderliegende Hinterräder hatten.“<ref name="Zeugen">Erwin Tragatsch: Zeugen der Motorradentwicklung – Modelle, Konstrukteure, Fahrer. Motorbuch, Stuttgart 2. Auflage 1985, Seite 42. ISBN 3-87943-631-2. DNB 790320711.</ref>
  • Auf der EICMA 2019 wurde ein gemeinsames Modell mit Aston Martin AMB 001 vorgestellt. Die AMB 001 ist als leichtes Sportbike ohne Straßenzulassung konzipiert und auf 100 Exemplare begrenzt. Herzstück der AMB 001 ist ein 997 cm³ großer 88-Grad-V2 mit Flüssigkeitskühlung. Die ersten Modelle sollten Ende 2020 ausgeliefert werden.<ref>AMB 001 mit Turbo-V2 fährt. In: motorradonline.de. 24. Juni 2020, abgerufen am 5. August 2020.</ref>

Motorradgespanne

Von 1921 bis 1939 produzierte Brough Superior auch Motorradgespanne. Die Seitenwagen hatten eine spezielle Karosserie, einige trugen ein Ersatzrad, andere boten zwei Sitzplätze für gelegentliche Benutzung und alle hatten einen guten Wetterschutz. Die Fertigungsqualität der Seitenwagen erfüllte höchste Standards, genau wie die der Motorräder. Frühere Seitenwagen wurden nach den Vorgaben von Brough Superior gebaut, später wurden sie auch im eigenen Werk hergestellt. Sie waren insofern einzigartig, als der Rahmen auch einen Benzintank enthielt.

Automobile

Datei:Brough Superior 1935.JPG
Brough Superior 4 litre (1935)

Zwischen 1935 und 1939 baute George Brough auch Automobile. Wie die Motorräder waren auch die Automobile in der Luxusklasse angesiedelt. Er baute einige Sportwagen und bestückte diese mit Hudson-Sechszylindermotoren. Die meisten Karosserien lieferte Atcherley in Birmingham.<ref>Speedreaders: W C Atcherley, The Lost Coachbuilder.</ref><ref>Motorsport Magazine: Superior Midlands coachbuilder rediscovered.</ref> 1938 kam für das nur in einem Exemplar gefertigte Modell XII auch ein V12-Motor zum Einsatz. In Nottingham wurden einige Cabriolets und Limousinen gebaut.

Modelle

Modell Bauzeitraum Zylinder Hubraum Leistung Radstand
4 litre 1935–1936 8 Reihe 4168 cm³ 125 PS (91,9 kW) bei 4000/min 3048 mm
3½ litre 1936–1939 6 Reihe 3455 cm³ 107–140 bhp (79–103 kW) bei 4000/min 2946–3048 mm
XII 1938 12 V 4378 cm³ 3264 mm

T. E. Lawrence

Datei:Lawrence of Arabia Brough Superior gif.gif
T. E. Lawrence

Auf seiner Brough Superior SS100 verunglückte am 13. Mai 1935 der britische Oberst, Spion und Schriftsteller T. E. Lawrence bei einem Ausweichmanöver schwer. Sechs Tage später, am 19. Mai 1935, starb er an den Folgen des Unfalls. Er war einer von Broughs bekanntesten und besten Kunden; Lawrence hatte in zwölf Jahren sieben neue Brough Superior erworben. 1932, nach dem Kauf seiner letzten Maschine, schrieb er an George Brough einen Dankesbrief, in dem er die hervorragende Leistung und gute Abstimmung seiner Maschine lobte. Lawrence war ein fanatischer Sportsmann und Motorradfahrer; er war bekannt dafür, dass er oftmals auf seiner jeweiligen Brough kreuz und quer durch England reiste und hierbei nicht selten 500 Meilen (800 km) am Tag zurücklegte – angesichts der Landstraßen-Verhältnisse jener Zeit außergewöhnliche Leistungen von Mensch und Maschine. Lawrence benutzte an seiner Maschine als Sonderausstattung einen Jaeger-Tachometer, der bis 120 mph (193 km/h) anzeigen konnte – was nicht ganz reichte für die Leistungsfähigkeit seiner Maschine. Die letzte Brough Superior von Lawrence ist mittlerweile restauriert und war angeblich im National Motor Museum im südenglischen Beaulieu ausgestellt.<ref>https://nationalmotormuseum.org.uk/search/?q=Brough+Superior</ref> Später befand sich das Motorrad als Leihgabe im Imperial War Museum in London.<ref>https://www.iwm.org.uk/search/global?query=Brough+Superior&pageSize=</ref>

Verweise

Literatur

  • David Culshaw & Peter Horrobin: The Complete Catalogue of British Cars 1895–1975. Veloce Publishing plc. Dorchester (1999). ISBN 1-874105-93-6

Weblinks

Commons: Brough Superior – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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