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Bronisław Czech

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Bronisław Czech
Nation Polen 1919Datei:Flag of Poland (1919-1928).svg Polen
Geburtstag 25. Juli 1908
Geburtsort Zakopane
Größe 173 cm
Sterbedatum 5. Juni 1944
Sterbeort Auschwitz
Karriere
Disziplin Skispringen
Nordische Kombination
Skilanglauf
Verein SN PTT Zakopane (1925–1936)
AZS Kraków (1936–1939)
Medaillenspiegel
PM-Medaillen (SP) 5 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
PM-Medaillen (NK) 5 × Goldmedaille 4 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Polnische Meisterschaften
Gold 1925 Krynica Junioren SP<ref>Ergebnis und Bericht zur Meisterschaft 1925, in: Przegląd Sportowy vom 5. Februar 1925, Seite 6, abgerufen am 3. Oktober 2019 (polnisch).</ref>
Gold 1928 Zakopane Einzel SP
Gold 1929 Zakopane Einzel SP
Gold 1931 Wisła Einzel SP
Gold 1934 Zakopane Einzel SP
Silber 1936 Zakopane Einzel SP
Silber 1937 Wisła Einzel SP
 Polnische Meisterschaften
Gold 1927 Zakopane Einzel NK
Gold 1928 Zakopane Einzel NK
Gold 1929 Zakopane Einzel NK
Silber 1930 Zakopane Einzel NK
Silber 1931 Wisła Einzel NK
Silber 1933 Zakopane Einzel NK
Gold 1934 Zakopane Einzel NK
Silber 1936 Zakopane Einzel NK
Gold 1937 Zakopane Einzel NK
 

Bronisław Czech (* 25. Juli 1908 in Zakopane, Galizien, Österreich-Ungarn; † 5. Juni 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war ein polnischer Skisportler, Landschaftsmaler und Widerstandskämpfer. Er nahm dreimal an den Olympischen Winterspielen teil.

Leben und Karriere

Czech war ein vielseitiger Sportler, der in verschiedenen Skisportdisziplinen polnischer Meister wurde. So gewann er viermal den Meistertitel im Skispringen, dreimal davon im heimischen Zakopane. Sein weitester Sprung bei einer Meisterschaft gelang ihm dabei 1934 von der Wielka Krokiew mit 66,0 Metern. In der Nordischen Kombination wurde er zwischen 1927 und 1937 fünfmal Meister. Auch in der dritten Ski-Nordisch-Disziplin, dem Langlauf, erzielte er über die 18 km-Strecke mit zwei Meistertiteln in den Jahren 1929 und 1933 Erfolge. Zudem war er in der 5 × 10-km-Staffel siebenmal erfolgreich. Darüber hinaus war Czech auch im alpinen Skisport sehr begabt. Er holte sich 1929 und 1937 den Meistertitel in der Abfahrt. In den Jahren 1936 und 1937 dominierte er die polnischen Skisportler, als er zusätzlich zweimal polnischer Meister im Slalom und in der Alpinen Kombination wurde.

Czech nahm zwischen 1927 und 1939 an elf Weltmeisterschaften im Wintersport teil. Sein bestes Einzelresultat bei Nordischen Skiweltmeisterschaften erzielte er 1929 in seiner Heimatstadt. Er wurde Vierter in der Nordischen Kombination und Zehnter im Skispringen. Im Staffellauf über 4 × 10 km wurde er 1934 im schwedischen Sollefteå gemeinsam mit Stanisław Karpiel, Andrzej Marusarz und Stanisław Marusarz Fünfter. Sein bestes Ergebnis bei Alpinen Skiweltmeisterschaften gelang ihm 1936 in Innsbruck mit einem 13. Platz in der Abfahrt.

Czech nahm für sein Heimatland dreimal an Olympischen Winterspielen teil: 1928, 1932 und 1936. Außer 1936 in Garmisch-Partenkirchen, als er Rang 20 in der Alpinen Kombination belegte, trat Czech nur bei Nordischen Disziplinen an. 1932 erzielte er in Lake Placid mit dem siebten Platz in der Nordischen Kombination (2 Sprünge, 18 km Langlauf) sein bestes Resultat bei Olympischen Winterspielen. Auch im Skispringen war der zwölfte Platz 1932 sein bestes olympisches Ergebnis.

Neben seiner Tätigkeit als aktiver Wintersportler war Czech auch Bergsteiger, Bergretter, Skilehrer und Pilot. Er leitete die Skischule auf dem Kasprowy Wierch und schrieb 1934 das Lehrbuch „Skilauf- und Skisprungstil“.<ref name="taz 20150127">Der traurige Tod des Bronislaw Czech, taz 27. Januar 2015</ref>

Lagerhaft und Tod

Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 schloss sich Czech einer Widerstandsgruppe an und schmuggelte Menschen und wichtige Dokumente über das Tatragebirge nach Ungarn.<ref>Andreas Meyhoff und Gerhard Pfeil: Die versteckten Spiele. In: spiegel.de. 18. Januar 2010, abgerufen am 26. Februar 2019.</ref> Im Mai 1940 besuchte ihn der Österreicher Sepp Roehrl, den er aus gemeinsamer Vorkriegszeit an der Skischule auf dem Kasprowy Wierch kannte. Roehrl, inzwischen bei der Gestapo, verlangte von ihm, ein deutsches Skijuniorenteam auszubilden. Czech weigerte sich, obwohl Roehrl ihn bedrohte. In Zakopane wurde Czech verhaftet<ref>dignitynews.eu: He waltzed skiing and sneaked under the nose of Nazi Germans across the mountains, 4. Juni 2022, online, abgerufen am 19. Februar 2026. – Bartłomiej Makowski: Bronisław Czech. Tragiczny koniec polskiego króla nart, in: polskieradio24.pl, 4. Juni 2025, online, abgerufen am 19. Februar 2026</ref> und im ehemaligen Pensionat „Palace“ gefoltert.<ref>zakopane.pl: Muzeum Palace, undatiert, online, aufgerufen am 19. Februar 2026</ref> Als einer der ersten Häftlinge (Häftlingsnummer 349<ref>https://www.auschwitz.org/gfx/auschwitz/userfiles/auschwitz/os_pdf/os_10_eng.pdf</ref>) wurde Czech in das KZ Auschwitz deportiert.<ref name="taz 20150127" /> Im Lazarett des Lagers Auschwitz I starb er im Juni 1944 im Alter von 35 Jahren an einem Herzanfall.<ref name="taz 20150127" /><ref>gariwo.net: Bronislaw Czech., undatiert, online, abgerufen am 19. Februar 2025.</ref>

Olympische Platzierungen

Datei:Bronisław Czech Stanisław Marusarz Garmisch-Partenkirchen 1935.jpeg
Czech mit Stanisław Marusarz in Garmisch
Spezialsprunglauf 37.
Nordische Kombination 10.
Spezialsprunglauf 12.
Skilanglauf 18 km 18.
Nordische Kombination 7.
Spezialsprunglauf 33.
Skilanglauf 18 km 33.
Nordische Kombination 16.
Alpine Kombination 20.
Skilanglauf 4 × 10 km 7.

Rezeption

Von 1946 bis 1994 wurde in Zakopane jährlich ein Czech-Marusarzówna-Memorial-Skiwettbewerb zu Ehren von Czech und Helena Marusarzówna veranstaltet. Dabei wurden Wettkämpfe in der Nordischen Kombination, im Skispringen, im Langlauf sowie in der Alpinen Kombination ausgetragen.

Im Jahr 2008 wurde die Normalschanze der Kategorie K 85 im Średnia-Krokiew-Skisprungkomplex in Zakopane nach Czech benannt und darüber hinaus eine Gedenktafel aufgestellt.<ref>Skisprungschanzen-Archiv: Średnia Krokiew, Zakopane. Abgerufen am 16. März 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Czech war als Landschaftsmaler der Tatra künstlerisch aktiv. Arbeiten, der er in KZ-Haft ausführte, befinden sich im Panstwowego Muzeum in Auschwitz.<ref>Czech, Bronislaw. (PDF; 272 kB) In: memoriart33-45.org. Abgerufen am 21. August 2021.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Zofia und Witold H. Paryscy, Wielka Encyclopedia Tatrzańska, Poronin 1995, S. 188–190
  • Witold H. Paryscy, Bronislaw Czech jako Taternik. In: Wierchy Band 51 (1982), S. 338–342
  • Tomasz Jurek: Bronisław Czech (1908–1944). Olympionike und Auschwitz-Häftling Nummer 349, in: Diethelm Blecking, Lorenz Peiffer (Hrsg.) Sportler im „Jahrhundert der Lager“. Profiteure, Widerständler und Opfer. Göttingen, Verlag Die Werkstatt, 2012, S. 286–291

Weblinks

Commons: Bronisław Czech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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