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Kronenhöhe (Zahn) – Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie Zum Inhalt springen

Kronenhöhe (Zahn)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Brachyodont)

Nach der Kronenhöhe werden bei Säugetieren nieder- bis hochkronige Zähne unterschieden. Zähne mit hoher Krone werden weiter in solche mit sich spät schließender Wurzel und wurzellose Zähne mit sich gar nicht schließender Wurzel und unbegrenztem Wachstum unterteilt. Die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Formen sind dabei fließend.<ref name="NK1978:37" />

{{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Brachyodontie oder Brachydontie

Niederkronige oder brachy(o)donte Zähne (von altgriechisch βραχύς brachýs ‚kurz‘ und ὀδόντος odóntos ‚Zähne‘) haben gut entwickelte Wurzeln, die sich bei kurzfristigem Wachstum der Zähne frühzeitig ausbilden.<ref name="M1989:29f" /> Ihre Krone liegt vollständig außerhalb des Zahnfachs und ist gegenüber den Wurzeln niedrig.<ref name="NK1978:37" /> Die meisten Säugetierzähne sind brachydont.<ref name="HW2004:brachyodont" />

{{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Hypsodontie oder Hypselodontie

Hochkronige, hypsodonte oder hypselodonte Zähne (von altgriechisch ὕψος hýpsos ‚Höhe‘ oder ὑψηλος hypselos ‚hoch‘ und ὀδόντος odóntos ‚Zähne‘) haben Wurzeln, die sich spät oder gar nicht schließen, so dass die Zähne entsprechend lange wachsen.<ref name="M1989:29f" /> Die begriffliche Trennung zwischen hypsodont und hypselodont wird unterschiedlich und gegensätzlich gehandhabt, so dass Álvaro Mones (1982) stattdessen die Verwendung der unmissverständlichen Begriffe protohypsodont und euhypsodont empfiehlt.<ref name="M1982:107" />

Als Anpassung an kieselsäurehaltige Nahrung wie Gräser<ref name="M1989:29f" /> haben sich hochkronige Backenzähne vielfach unabhängig voneinander bei körner- und pflanzenfressenden Säugetieren entwickelt. Sie halten dem erhöhten Abrieb beim Kauen länger stand als niederkronige Zähne.<ref name="S2004:450" /> Hochkronige Zähne sind bei der Anlage vollständig von Zement umhüllt. Durch die unterschiedlich starke Abnutzung von Zement, Dentin und Zahnschmelz werden auf der Krone Leisten freigelegt, zwischen denen Zementstreifen (Karies und Zahnstein) stehen bleiben. Die Höcker und Leisten wachsen stark in die Höhe und es kann sich ein kompliziertes Leisten- und Schlingenmuster mit scharfen Schmelzkanten bilden.<ref name="M1989:29f" /><ref name="S1995:167" />

Im Hintergebiss benötigen die Zahnfächer hochkroniger Zähne viel Platz und es kommt zu einer Umgestaltung des Schädels. So wird bei Paarhufern und Unpaarhufern die Augenhöhle nach hinten verlagert<ref name="HF2004:617" /> und bei Nagetieren geht der Platzbedarf meist auf Kosten der hinteren Nasenhöhle sowie der Augenhöhle.<ref name="M2004:533" />

Protohypsodontie

Protohypsodonte Zähne (von altgriechisch πρῶτος prôtos ‚erster‘, ὕψος hýpsos ‚Höhe‘ und ὀδόντος odóntos ‚Zähne‘) haben ein begrenztes Wachstum und ihre Wurzeln schließen sich spät.<ref name="M1989:29f" />

Euhypsodontie

Wurzellose oder euhypsodonte Zähne (von altgriechisch εὖ eu ‚gut‘, ὕψος hýpsos ‚Höhe‘ und ὀδόντος odóntos ‚Zähne‘) haben ein unbegrenztes Wachstum und ihre Pulpahöhle wird in ihrer Ausdehnung nicht durch Sekundärdentin eingeschränkt.<ref name="M1989:29f" />

Wurzellose Backenzähne finden sich bei Hasenartigen, vielen Nagetieren und einigen Schliefern.<ref name="S1995:167" /><ref name="S2004:27" /> Daneben können auch Schneide- und Eckzähne wie die Nagezähne der Nagetiere und Hasenartigen, die Stoßzähne der Elefanten und entsprechende Zähne bei Schweinen, Flusspferden und Walrossen als wurzellose Zähne ausgebildet sein.<ref>Westheide und Rieger, 2004 (S. 533, S. 526, S. 663, S. 621, S. 622, S. 606)</ref>

Die Prämolaren und Molaren von Pferden und manchen Paarhufern sind nicht wurzellos, sondern hypselodont. Sie sind in ihrer Anlage ausgereift und wachsen nicht weiter, werden allerdings dem Abrieb entsprechend nachgeschoben, was zu einer Erweiterung der Kieferhöhle führt. Die Pulpahöhle wird sukzessive mit Sekundärdentin ausgefüllt, um die Eröffnung des Cavum dentis zu vermeiden.

Literatur

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Anmerkungen

<references> <ref name="HF2004:617"> Hubert Hendrichs, Roland Frey: Artiodactyla (Paraxonia), Paarhufer. In: Westheide und Rieger, 2004, S. 608–630 (S. 617) </ref> <ref name="HW2004:brachyodont"> Hentschel und Wagner, 2004 (Stichwort „brachyodont“) </ref> <ref name="M2004:533"> Wolfgang Maier: Rodentia, Nagetiere. In: Westheide und Rieger, 2004, S. 531–547 (S. 533) </ref> <ref name="M1982:107"> Mones, 1982 (S. 107) </ref> <ref name="M1989:29f"> Müller, 1989 (S. 29, S. 32) </ref> <ref name="S2004:27"> Harald Schliemann: Integument und Anhangsorgane. In: Westheide und Rieger, 2004, S. 14–30 (S. 27) </ref> <ref name="NK1978:37"> Niethammer und Krapp, 1978 (S. 37) </ref> <ref name="S1995:167"> Starck, 1995 (S. 167) </ref> <ref name="S2004:450"> Gerhard Storch: Mammalia, Säugetiere. In: Westheide und Rieger, 2004, S. 445–454 (S. 450) </ref> </references>