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Nickender Sauerklee

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(Weitergeleitet von Bolboxalis cernua)

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Nickender Sauerklee
Datei:Oxalis-pes-caprae-16-Zachi-Evenor.jpg

Nickender Sauerklee (Oxalis pes-caprae)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Sauerkleeartige (Oxalidales)
Familie: Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)
Gattung: Sauerklee (Oxalis)
Art: Nickender Sauerklee
Wissenschaftlicher Name
Oxalis pes-caprae
L.

Der Nickende Sauerklee (Oxalis pes-caprae), auch Niedriger Sauerklee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sauerklee (Oxalis) innerhalb der Familie Sauerkleegewächse (Oxalidaceae).<ref name="GRIN" />

Beschreibung

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Johannes Scharf02.jpg
Illustration aus Johannes Scharf
Datei:Oxalis pes-caprae leaf.JPG
Dreiteilig gefiedertes Blatt
Datei:TAU-2013-Oxalis 0039a-ZachiEvenor.jpg
Habitus, Laubblätter und Blüten
Datei:Oxalis pes-caprae pl-2.jpg
Oxalis pes-caprae fo. pleniflora, Kanarische Inseln

Vegetative Merkmale

Der Nickende Sauerklee ist eine mehrjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern.

Die in einer grundständigen Blattrosette angeordneten Laubblättern sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist bis zu 20 Zentimeter lang. Die kleeblattartige Blattspreite ist dreiteilig handförmig gefiedert. Die Fiederblättchen sind breit dreieckig und tief verkehrt-herzförmig mit behaarter Unterseite.<ref>Nickender Sauerklee (Oxalis pes-caprae) – Pflanzenwiki. Abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Dezember bis Mai. Es ist ein relativ langer Blütenstandsschaft vorhanden. Im doldigen Blütenstand befinden sich sechs bis zwölf Blüten. Die Blütenknospen sind nickend, während der Anthese sind die Blüten aufrecht.

Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 1,5 Zentimetern trichterförmig sowie radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind frei. Die fünf 2 bis 2,5 Zentimeter langen, zitronengelben Kronblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die Varietät Oxalis pes-caprae var. pleniflora besitzt gefüllte Blüten. Es sind zwei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen.

Chromosomensatz

Oxalis pes-caprae ist diploid mit 2n = 14 oder polyploid mit 2n = 28 oder 35. Im Mittelmeerraum ist Oxalis pes-caprae tetraploid (2n = 28) oder pentaploid (2n = 35).<ref name="Costa2014" />

Ökologie

Der Nickende Sauerklee hat eine interessante sexuelle Fortpflanzung. Es gibt drei Typen von Blüten:

  • Typ S: Fruchtblatt kurz, Staubblätter mittellang und lang.
  • Typ M: Fruchtblatt mittellang, Staubblätter kurz und lang.
  • Typ L: Fruchtblatt lang, Staubblätter kurz und mittellang.

Ein kurzes Fruchtblatt kann nur von Pollen aus einem kurzen Staubblatt befruchtet werden, analog ein mittellanges Fruchtblatt nur von mittellangen Staubblättern und ein langes Fruchtblatt nur von langen Staubblättern. Damit ist eine Selbstbefruchtung ausgeschlossen. In Südafrika kommen alle drei Blütentypen vor. Daher ist dort eine Ausbreitung durch Samen möglich. In den Mittelmeerraum wurde jedoch nur der Typ S eingeführt. Daher werden im Mittelmeerraum auch kaum Kapselfrüchte gebildet, sondern die Pflanze breitet sich vegetativ durch Brutknöllchen aus, die am Rhizom sitzen. Dass dennoch in Einzelfällen eine geschlechtliche Fortpflanzung stattfindet, wurde von Castro et al. 2007 untersucht.<ref name="Costa2014" /><ref name="Castro2007" />

Vorkommen

Vorlage:Hinweisbaustein Oxalis pes-caprae ist in vielen Teilen der Welt eine invasive Pflanze.

Oxalis pes-caprae stammt ursprünglich aus Südafrika und wurde in Europa vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts von Carlo Giacinto, einem Genueser Mönch und damaligen Kurator der Floriana, den Botanischen Gärten auf Malta, eingeführt. Innerhalb weniger Jahrzehnte breitete sich Oxalis pes-caprae auf Malta, dann im restlichen Mittelmeerraum und sogar die Atlantikküste Europas entlang bis in den Süden von Devon aus, wo sie seither naturalisiert ist. Ebenso ist sie auf den Kanarischen Inseln, Azoren und Madeira eingebürgert. In Malta hat sich die parasitische Sommerwurz Phelipanche mutelii auf Oxalis pes-caprae als Wirt spezialisiert. Phelipanche mutelii kann Bestände von Oxalis pes-caprae in wenigen Wochen vollständig vernichten.<ref name="Weber2006" /><ref name="Schembri1996" /> Vorlage:Hinweisbaustein Oxalis pes-caprae gedeiht vor allem im Kulturland, etwa im Obst- oder Olivenanbau. Zur Blütezeit ist der Nickende Sauerklee gebietsweise bestimmender Teil des Landschaftsbildes, so etwa auf Sizilien und Malta, wo die Pflanze Haxixa Ingliza (Englisches Gras) heißt.<ref>Oxalis pes-caprae bei Stephen Mifsuds Malta Wild Plants, abgerufen am 16. April 2023.</ref>

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Oxalis pes-caprae erfolgte durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 434.<ref name="GRIN" /> Das Artepitheton pes-caprae bedeutet „Ziegenfuß“ und bezieht sich wohl auf die kurzen, zweilappigen Fiederblätter.<ref name="Genaust1996" /> Synonyme für Oxalis pes-caprae <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Oxalis cernua <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb., Bolboxalis cernua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Thunb.) Small.<ref name="GRIN" />

Es gibt Autoren, die zwei Varietäten von Oxalis pes-caprae beschreiben:

  • Oxalis pes-caprae <templatestyles src="Person/styles.css" />L. var. pes-caprae
  • Oxalis pes-caprae var. pleniflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lowe) Sunding: Sie kommt vornehmlich auf den Kanarischen Inseln vor.

Quellen

Literatur

  • Adalbert Hohenester, Walter Welss: Exkursionsflora für die Kanarischen Inseln. Mit Ausblicken auf ganz Makaronesien. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1993, ISBN 3-8001-3466-7 (rjb.csic.es).

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Costa2014"> J. Costa, V. Ferrero, J. Loureiro, M. Castro, L. Navarro, S. Castro: Sexual reproduction of the pentaploid, short-styled “Oxalis pes-caprae” allows the production of viable offspring. In: Plant Biology. Volume 16, 2014, S. 208–214. PDF. </ref> <ref name="Castro2007"> S. Castro, J. Loureiro, C. Santos, M. Ater, G. Ayensa, L. Navarro: Distribution of flower morphs, ploidy level and sexual reproduction of the invasive weed Oxalis pes-caprae in the western area of the Mediterranean region. In: Annals of botany. Volume 99, Issue 3, 2007, S. 507–517, doi:10.1093/aob/mcl273, PMID 17218342, PMC 2802954 (freier Volltext). </ref> <ref name="Genaust1996"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1996, ISBN 3-7643-2390-6. </ref> <ref name="Weber2006"> Hans Christian Weber, Bernd Kendzior: Flora of the Maltese Islands - A Field Guide. Weikersheim 2006, ISBN 3-8236-1478-9, S. 248. </ref> <ref name="Schembri1996"> P. J. Schembri, E. Lanfranco: Introduced species in the Maltese Islands. In: A. E. Baldacchino, A. Pizzuto (Hrsg.): Introduction of alien species of flora and fauna. Tagungsband eines Seminar in Qawra, Malta, 5. März 1996, Environment Protection Department, Floriana (Malta) 1996, S. 29–54. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Nickender Sauerklee (Oxalis pes-caprae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien