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Mimetesit

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(Weitergeleitet von Bleiarsenapatit)
Mimetesit
Datei:Mimetite-139756.jpg
Mimetesit-Kristallstufe aus der Tsumeb Mine, Namibia (Größe: 4,1 cm × 3,5 cm × 2,8 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Mim<ref name="Warr" />

Andere Namen
  • Arsenikbleispath<ref name="Pierer1857" />
  • Arsensaures Blei(oxyd)
  • Flockenerz
  • Gorlandit
  • Grünbleierz<ref name="Lüschen" /><ref name="Lueger-1904" /><ref name="Meyers-1905" />
  • Mimetit<ref name="Lüschen" />
  • Traubenblei
Chemische Formel
  • Pb5(AsO4)3Cl<ref name="IMA-Liste" />
  • Pb5[Cl|(AsO4)3]<ref name="StrunzNickel" /><ref name="Lapis" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/B.16d
VII/B.39-160<ref name="Lapis" />

8.BN.05<ref name="IMA-Liste-2009" />
41.08.04.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol hexagonal-dipyramidal; 6/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P63/m (Nr. 176)Vorlage:Raumgruppe/176<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 10,21 Å; c = 7,42 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {1010}, {0001} oder {1011}, selten {1121} oder {2131}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Zwillingsbildung sehr selten nach {1122}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5 bis 4<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 7,24; berechnet: 7,26<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit undeutlich nach {1011}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität uneben bis schwach muschelig; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe orangegelb, grünlichgelb, braun; im Durchlicht farblos bis weiß oder blassgelb<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe weiß<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Harzglanz, schwacher Diamantglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 2,147<ref name="Mindat" />
nε 2,128<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,019<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig negativ
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten in Salpetersäure und Kalilauge löslich<ref name="Klockmann" />
Besondere Merkmale piezoelektrisch; mögliche rote Fluoreszenz unter UV-Licht<ref name="Handbookofmineralogy" />

Mimetesit, auch unter den veralteten bergmännischen Bezeichnungen Arsenikbleispath oder Grünbleierz bekannt, ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der chemischen Zusammensetzung Pb5[Cl|(AsO4)3]<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Bleiarsenat mit zusätzlichen Chlorionen.

Mimetesit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und entwickelt prismatische oder pyramidale Kristalle, aber auch traubige, radialstrahlige oder erdige Mineral-Aggregate mit einem harzähnlichen bis schwach diamantähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Die durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle sind meist von sattgelber oder orange-, grünlich- bis braungelber Farbe. Im Durchlicht kann Mimetesit auch farblos bis weiß oder blassgelb erscheinen.

Etymologie und Geschichte

Benannt ist Mimetesit nach dem altgriechischen Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) mímēsis für Nachahmung oder Nachahmer, da es aufgrund seiner großen Ähnlichkeit in Form und Farbe leicht mit Pyromorphit verwechselt werden kann.

Vor der Entdeckung von Mimetesit als eigenständige Mineralart wurden die verschiedenen Bleierze vor allem nach ihren Farben unterschieden, die aus der Bergmannsprache übernommen wurde; namentlich Rot- (heute Krokoit), Gelb- (heute Wulfenit), Grün-, Blau-, Braun-, Schwarzbleierz und Weißbleierz (heute Cerussit) durch Abraham Gottlob Werner (Abraham Gottlob Werner's letztes Mineral-System 1817) sowie Buntbleierz (auch Polychrom) durch Friedrich Hausmann (Handbuch der Mineralogie 1813).<ref name="Lüschen" />

Schon Mitte des 18. Jahrhunderts fiel Axel Frederic Cronstedt (1722–1765) bei seinen Lötrohrversuchen das unterschiedliche Kristallisationsverhalten einiger „Bleispäte“ auf. Das Bleiphosphat mit dem Verhalten, nach dem Schmelzen in vielflächiger Polyederform zu kristallisieren, erhielt schließlich den Namen Pyromorphit und das so ähnliche Bleiarsenat den Namen Mimetesit. Der erstmals von dem französischen Mineralogen François Sulpice Beudant 1832 geprägte Begriff „Mimetèse“ entspricht dabei dem griechischen Nominativ.<ref name="Lüschen" />

August Breithaupt hängte 1841 in seiner deutschsprachigen Mineralbeschreibung die mineraltypische Endung -it an, entsprechend also Mimetesit, und gab als Synonyme pollachites arsenicus, Arsenischer Blei-Spath (auch Arsenikbleispath), Grünbleierz und Arsenikbleispath an.<ref name="Breithaupt" /> Wilhelm von Haidinger wählte in seinen Aufzeichnungen von 1845 dagegen den Namen Mimetit, der wie Beudants Mimetèse sprachrichtig vom griechischen Wortstamm abgeleitet ist. Dieser setzte sich jedoch nur im englischen Sprachraum durch.<ref name="Lüschen" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) anerkannte Kurzbezeichnung für den Mimetesit lautet „Mim“.<ref name="Warr" /> Er ist als eigenständige Mineralart schon lange bekannt und wurde von der Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) daher als sogenanntes grandfathered (G) Mineral anerkannt.<ref name="IMA-Liste" />

Als Typlokalität gilt die Grube „Treue Freundschaft“ bei Johanngeorgenstadt im sächsischen Erzgebirge in Deutschland. Zwischenzeitlich wurde festgestellt, dass es sich beim „Mimetesit“ von Johanngeorgenstadt um monoklinen Mimetesit-M handelt.<ref name="DaiHughesMoore" />

Das Typmaterial des Minerals wird in der Mineralogischen Sammlung der Technischen Universität, Bergakademie Freiberg (TU-BA-Freiberg) in Sachsen unter der Sammlungs-Nummer 20225 aufbewahrt.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" /><ref name="IMA-Depositories" />

Klassifikation

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Mimetesit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung „Wasserfreie Phosphate, Arsenate und Vanadate mit fremden Anionen“, wo er zusammen mit Hedyphan (Calciumbarium-Mimetesit), Pyromorphit und Vanadinit sowie den zu dieser Zeit noch als hypothetisch geltenden Hydroxylpyromorphit und Oxy-Pyromorphit und den inzwischen diskreditierten Endlichit, Fermorit, Kampylit und Polysphärit die „Pyromorphit-Reihe“ mit der Systemnummer VII/B.16d innerhalb der „Apatit-Pyromorphit-Gruppe“ bildete.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/B.39-160. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Wasserfreie Phosphate, mit fremden Anionen F,Cl,O,OH“, wo Mimetesit zusammen mit Alforsit, Belovit-(Ce), Belovit-(La), Carbonat-Fluorapatit (Q, wahrscheinlich Varietät von Fluorapatit), Carbonat-Hydroxylapatit, Carlgieseckeit-(Nd), Chlorapatit, Deloneit, Fluorapatit, Fluorcaphit, Fluorphosphohedyphan, Fluorstrophit, Hedyphan, Hydroxylapatit, Hydroxylpyromorphit, Johnbaumit, Kuannersuit-(Ce), Miyahisait, Morelandit, Phosphohedyphan, Pieczkait, Pyromorphit, Stronadelphit, Svabit, Turneaureit, Vanackerit und Vanadinit die „Apatitgruppe“ mit der Systemnummer VII/B.39 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Mimetesit ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der weiteren Anionen zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadat-Komplex (RO4). Das Mineral ist daher entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich großen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 0,33 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Alforsit, Belovit-(Ce), Belovit-(La), Carbonat-Fluorapatit, Carbonat-Hydroxylapatit, Chlorapatit, Fluorphosphohedyphan, Fluorstrophit, Hydroxylapatit, Hydroxylapatit-M, Deloneit-(Ce), Fermorit, Fluorapatit, Fluorcaphit, Hedyphan, Hydroxylpyromorphit, Johnbaumit, Kuannersuit-(Ce), Morelandit, Phosphohedyphan, Pyromorphit, Svabit, Stronadelphit, Turneaureit und Vanadinit die „Apatit-Gruppe“ mit der Systemnummer 8.BN.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Mimetesit die System- und Mineralnummer 41.08.04.02. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“, wo das Mineral zusammen mit Hydroxylpyromorphit, Pyromorphit und Vanadinit in einer unbenannte Gruppe/in der „Pyromorphitgruppe“ mit der Systemnummer 41.08.04 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (A)5(XO4)3Zq“ zu finden ist.

Kristallstruktur

Datei:Mimetesit xx, Tsumeb, No 85-024, 9-8 mm.jpg
Perfekte, hexagonal-prismatische Mimetesitkristalle aus Tsumeb, Namibia

Mimetesit kristallisiert in der Struktur von Apatit und kommt in mehreren polytypen Varietäten vor. Natürlich vorkommender Mimetesit ist meist hexagonal (Mimetit-H, Raumgruppe P63/m (Raumgruppen-Nr. 176)Vorlage:Raumgruppe/176 mit den Gitterparametern a = 10,21 Å und c = 7,42 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle).<ref name="StrunzNickel" />

Strukturuntersuchungen, z. B. am Mimetesit aus der Typlokalität bei Johanngeorgenstadt, zeigten, dass noch eine monokline Form vorkommt, die als Klinomimetit oder Mimetesit-M bezeichnet wird und in der Raumgruppe P21/b (Nr. 14, Stellung 4)Vorlage:Raumgruppe/14.4 kristallisiert.<ref name="DaiHughesMoore" /> Eine weitere polytype Varietät mit der Bezeichnung Mimetesit-2M (P21 (Nr. 4)Vorlage:Raumgruppe/4) konnte an einem Mimetesit aus China (Xianghualing, Linwu County, Provinz Hunan) nachgewiesen werden.<ref name="Yang-et-al" /> Mimetesit-M und Mimetesit-2M waren zeitweise als eigenständige Minerale anerkannt, wurden jedoch 2010 diskreditiert.<ref name="MindatMimetite-M-2M" />

Eigenschaften

Morphologie

Datei:Mimetite - Congreso-León mines, San Pedro Corralitos, Chihuahua, Mexico.jpg
Goldgelber sphärolithischer Mimetesit aus der Congreso-León-Mine, Mexiko
(Größe: 3,0 cm × 1,7 cm × 1,0 cm)

Häufig tritt der Mimetesit in gut entwickelten Kristallen auf, die entweder kurz- bis langprismatisch gestreckt nach [0001], tonnen- oder walzenförmig nach {1010} bzw. {1000} oder spitzpyramidal geformt sein können. Daneben finden sich aber auch erdige, körnige, nadelige, traubige bzw. sphärolithische, nierige und radialstrahlige Mineral-Aggregate, oft aufgewachsen auf seine Begleitminerale.<ref name="Mindat" />

Physikalische Eigenschaften

Mimetesit ist piezoelektrisch, baut also ähnlich wie Quarz oder Turmalin bei periodisch wechselnder, elastischer Verformung eine elektrische Spannung auf.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Unter lang- bis kurzwelligem UV-Licht können manche Mimetesite eine rötlichgelbe Fluoreszenz zeigen.<ref name="Handbookofmineralogy" /> Bekannt sind aber auch im kurzwelligen UV-Licht fluoreszierende Mimetesite aus Wickenburg (Arizona) (USA).<ref name="KuhlmannSchweigardt" />

Modifikationen und Varietäten

Bekannte Varietäten sind der Kampylit, ein phosphorhaltiger Mimetesit mit orangeroter Farbe, der unter anderem als tonnenförmige Kristalle in Cumberland gefunden wurde,<ref name="Klockmann" /> sowie ein faseriges bzw. haariges Aggregat namens Prixit.<ref name="MineralienatlasPrixit" />

Bellit ist dagegen ein Mineralgemenge aus Quarz, Mimetesit und Krokoit.<ref name="MineralienatlasBellit" /> Er ist damit definitionsgemäß als Gestein zu werten.

Bildung und Fundorte

Datei:Cuprite-Mimetite-Dolomite-219122.jpg
Mimetesit (gelb), Cuprit (dunkelrot) und Dolomit (weiß) aus Tsumeb, Namibia
Datei:Bayldonite-Mimetite-rare08-2-52a.jpg
Pseudomorphose von Bayldonit (grün) nach Mimetesit (langprismatische Kristallform) aus Tsumeb, Namibia

Mimetesit ist ein Sekundärmineral, dass sich in Oxidationszonen im Eisernen Hut von Blei- und Zink-Lagerstätten mit arsenhaltigen Mineralen bildet. Er kommt deshalb häufig in Paragenese mit verschiedenen Blei-, Arsen- und anderen Mineralen wie zum Beispiel Galenit, Pyromorphit, Vanadinit, Wulfenit, Smithsonit und Calcit vor.

In Deutschland wurde das Mineral neben seiner Typlokalität Johanngeorgenstadt in Sachsen unter anderem noch in Baden-Württemberg (Schwarzwald), Bayern (Spessart), Hessen (Taunus), Niedersachsen (Harz), Nordrhein-Westfalen (Bergisches Land, Eifel, Sauerland), Rheinland-Pfalz (Siegerland, Westerwald) und in Sachsen-Anhalt (Harz) entdeckt.

Als häufige Mineralbildung ist Mimetesit an vielen Orten anzutreffen, wobei weltweit bisher rund 1300 Fundstätten dokumentiert sind.<ref name="Mindat-Anzahl" /> Außer an seiner Typlokalität, der Grube „Treue Freundschaft“ bei Johanngeorgenstadt, konnte das Mineral in Sachsen noch an vielen Orten im Erzgebirgskreis entdeckt werden wie unter anderem in der Grube Uranus bei Kleinrückerswalde, in mehreren Gruben im Bergbaurevier Schneeberg (Neustädtel, Zschorlau) und auf der Schwarzenberger Kuppel bei Schwarzenberg/Erzgeb. sowie im Freiberger Bergrevier in Mittelsachsen, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und im Vogtlandkreis.

Weitere bekannte Fundorte in Deutschland liegen unter anderem im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (Münstertal, Staufen im Breisgau, Sulzburg), im Ortenaukreis (Biberach, Haslach im Kinzigtal, Hausach, Oberwolfach) und im Landkreis Waldshut sowie in den Landkreisen Karlsruhe (Freudenstadt, Rhein-Neckar-Kreis) und der Region Stuttgart in Baden-Württemberg, in Ober- und Unterfranken in Bayern, in den Landkreisen Bergstraße (Lautertal) und Wetterau (Ober-Mörlen) in Hessen, im Landkreis Goslar (Clausthal-Zellerfeld, Odertal, St. Andreasberg) und im Landkreis Göttingen (Steinbruch Winterberg, Grube Floßberg) in Niedersachsen, im Kreis Arnsberg (Hochsauerlandkreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein) und im Großraum Düsseldorf-Köln (Mettmann, Wuppertal, Stolberg, Euskirchen, Oberbergischer Kreis) in Nordrhein-Westfalen, in den Landkreisen Altenkirchen (Herdorf, Niederfischbach), Donnersberg (Imsbach), Neuwied (Puderbach, Rheinbreitbach) und Rhein-Lahn (Bad Ems, Lahnstein) in Rheinland-Pfalz, am Grubenberg bei Walhausen im Saarland, in den Landkreisen Harz (Harzgerode, Wernigerode) und Mansfeld-Südharz (Hettstedt, Leimbach, Wolfsberg) in Sachsen-Anhalt, in der Umgebung von Eckernförde in Schleswig-Holstein sowie in den Landkreisen Greiz (Steinbruch am Kuhberg) und Ilm (Gräfenroda, Tannenglasbachsgrund) in Thüringen.<ref name="Fundorte" />

In Österreich wurde Mimetesit bisher vor allem in Kärnten (Sankt Veit an der Glan, Spittal an der Drau, Villach), Salzburg (St. Johann im Pongau, Zell am See), der Steiermark (Bruck-Mürzzuschlag, Murau, Rettenegg), Tirol (Kufstein) und Niederösterreich (Lilienfeld) entdeckt.

In der Schweiz kennt man das Mineral vor allem aus dem Kanton Wallis (Binntal, Saint-Luc, Val de Bagnes), aber auch im Kanton Glarus (Mürtschenalp) und im Kanton Graubünden (Tieftobel, Val Müstair) wurde Mimetesit gefunden.

Aufgrund herausragender Fundstätten für Mimetesit gelten die Congreso-León-Mine im Municipio Casas Grandes in Mexiko, wo hell- bis sattgelbe traubig-nierige Aggregate und Stufen von bis zu 14 cm Größe entdeckt wurden.<ref name="Mindat-Congreso-Leon" /> Vollkommene und bis zu 3 cm große Mimetesitkristalle traten zudem in der thailändischen Amphoe (Landkreis) Hat Yai und bis zu 2 cm lange Mimetesitkristalle in Johanngeorgenstadt (Erzgebirgskreis) auf. Im berühmten Bergbaugebiet um Tsumeb in Namibia fanden sich außerdem Kristalle mit bis zu 5 cm Durchmesser.<ref name="Dörfler" />

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Algerien, Argentinien, Australien, Belgien, Bulgarien, Chile, China, Frankreich, Griechenland, im Iran, in Italien, Japan, Kanada, Kasachstan, der Republik Kongo, Marokko, Norwegen, Polen, Portugal, Russland, Schweden, der Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Ungarn, im Vereinigten Königreich (England, Schottland, Wales) und den Vereinigten Staaten von Amerika (Alaska, Arizona, Colorado, Idaho, Kalifornien, Montana, Nevada, New Mexico, South Dakota, Texas, Utah).<ref name="Fundorte" />

Verwendung

Mimetesit kommt zwar selbst nicht in abbauwürdigen Mengen vor, wird aber als Nebengemengteil zusammen mit anderen Bleierzen zur Gewinnung von Blei abgebaut.

Selten werden Mimetesitkristalle zu Sammlungszwecken auch geschliffen.<ref name="realgems.org" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Breithaupt"> </ref> <ref name="DaiHughesMoore"> </ref> <ref name="Dörfler"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Mimetesit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 25. Dezember 2025. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Depositories"> Catalogue of Type Mineral Specimens – Depositories. (PDF; 311 kB) Commission on Museums (IMA), 18. Dezember 2010, abgerufen am 13. Juli 2025. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – M. (PDF; 326 kB) Commission on Museums (IMA), 10. Februar 2021, abgerufen am 13. Juli 2025. </ref> <ref name="Klockmann"> </ref> <ref name="KuhlmannSchweigardt"> </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Lueger-1904"> </ref> <ref name="Lüschen"> Hans Lüschen: Die Namen der Steine. Das Mineralreich im Spiegel der Sprache. 2. Auflage. Ott Verlag, Thun 1979, ISBN 3-7225-6265-1, S. 233, 275. </ref> <ref name="Meyers-1905"> </ref> <ref name="Mindat"> Mimetite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 25. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Localities for Mimetite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 25. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Congreso-Leon"> Bildergalerie der Mimetesite aus der Congreso-León-Mine, León Group, San Pedro Corralitos, Casas Grandes Municipality, Chihuahua, Mexico. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 13. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatMimetite-M-2M"> Mimetite-M. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 8. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). und Mimetite-2M. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 13. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MineralienatlasBellit"> Bellit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 13. Juli 2025. </ref> <ref name="MineralienatlasPrixit"> Prixit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 13. Juli 2025. </ref> <ref name="Pierer1857"> </ref> <ref name="realgems.org"> Michael R. W. Peters: Bilder zu rohen und geschliffenen Mimetesiten. In: realgems.org. Abgerufen am 13. Juli 2025. </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Mimetite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 13. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Yang-et-al"> </ref> </references>