Sumpfenzian
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| Sumpfenzian | ||||||||||||
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| Datei:Swertia perennis 1-T48.jpg
Sumpfenzian (Swertia perennis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Swertia perennis | ||||||||||||
| L. |
Der Sumpfenzian (Swertia perennis), auch Blauer Tarant, Blauer Sumpfstern, Moorenzian, Blauer Sumpfstern oder Tarant genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sumpfenziane (Swertia) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Swertia perennis wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimetern. Der Stängel ist kantig.<ref name="Hegi1966" />
Bei den unteren Laubblätter ist die einfache Blattspreite bei einer Breite von 1 bis 2 Zentimetern eiförmig mit stumpfem oberen Ende, in den Blattstiel verschmälert und wechselständig.<ref name="Hegi1966" /> Die oberen Laubblätter sind länglich-lanzettlich, gegenständig, ungestielt, halbstängelumfassend und kleiner.<ref name="Hegi1966" />
Generative Merkmale
Die Blüten sind locker in einem rispentraubigen Blütenstand angeordnet. Die Blütenstiele sind geflügelt-vierkantig.<ref name="Hegi1966" />
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchzipfel sind linealisch mit zugespitztem oberen Ende.<ref name="Hegi1966" /> Die Blütenkrone ist stieltellerförmig. Die stahlblauen bis trübvioletten Kronblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen und sternförmig ausgebreitet; sie besitzen oft dunklere Punkte oder Streifen. Die 10 bis 16 Millimeter langen und spitzigen Kronzipfel haben am Grund je zwei fransig abgedeckten Nektargrübchen.<ref name="Hegi1966" /> Die Staubblätter sind fast doppelt so lang wie der Fruchtknoten.<ref name="Hegi1966" /> Ein Griffel fehlt. Die Narbe ist zweilappig.<ref name="Hegi1966" />
Die Kapselfrucht ist bei einer Länge von 10 bis 12 Millimetern eiförmig.<ref name="Hegi1966" /> Die Samen sind ringsum ungleich geflügelt.<ref name="Hegi1966" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Fliegen und Käfer.<ref name="Hegi1966" />
Vorkommen
Swertia perennis ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet. Es gibt Fundortangaben für die chinesischen Provinzen Heilongjiang sowie Jilin, Japan, Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Belarus, Estland, Litauen, Lettland, Kaliningrad, Astrachan, Nizhniy Novgorod, die Ukraine, Alaska, British Columbia, Washington, Oregon, Colorado, Montana, Wyoming, Kalifornien, Arizona, Nevada, Utah sowie New Mexico.<ref name="GRIN" />
Swertia perennis kommt in Europa in den Alpen, Pyrenäen im Balkangebirge vor. Standorte sind meist kalkarme Flach- und Quellmoore, Feuchtwiesen von der Tallage bis in einer Höhenlage von etwa 2500 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt er bis zu einer Höhenlage von 1400 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> Er steigt am Rinsennock an der Grenze von Kärnten und Steiermark bis zu einer Höhenlage von 2330 Meter auf.<ref name="Hegi1966" /> In Österreich kommt Swertia perennis zerstreut vor, er fehlt im Burgenland und Wien.
Der Sumpfenzian ist eine Charakterart der Pflanzengesellschaften des Verbands Caricion davallianae, kommt aber auch im Parnassio-Caricetum aus dem Verband Caricion fuscae vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" /> Vorlage:Hinweisbaustein Der Sumpfenzian gilt in den westlichen Alpen, im nördlichen Alpenvorland sowie im pannonischen Gebiet als „gefährdet“. Im Jahr 2006 gab es zerstreute Funde in der Weißen Tatra (Slowakei) auf 1000 bis 1500 Meter sowie in der Westtatra. 2011 wurde er noch im polnischen Riesengebirge (Karkonosze) auf 1000 bis 1200 Meter gefunden.
Isolierte Vorkommen befinden sich in Deutschland unter anderem: in Brandenburg im Bereich des Tegeler Fließes; in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem im Naturschutzgebiet Quaßliner Moor, im Naturschutzgebiet Landgrabenwiesen bei Werder, im Umfeld des Flachsees Spukloch bei Waren-Müritz sowie im Peenetal; im Bayerischen Wald (Großer Falkenstein); im Südschwarzwald (Feldberg). Swertia perennis ist in Deutschland besonders geschützt nach Bundesartenschutzverordnung, Anlage 1.
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Swertia perennis erfolgte 1753 ebenfalls durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 226.<ref name="GRIN" />
Je nach Autor gibt es etwa zwei Varietäten:
- Swertia perennis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. var. perennis: Sie kommt in Europa bis zum Kaukasusraum, im nordöstlichen China, in Japan, auf den Aleuten und in den westlichen und westlich-zentralen Vereinigten Staaten vor.
- Swertia perennis var. cuspidata <templatestyles src="Person/styles.css" />Maxim.: Sie kommt nur von den südlichen Kurilen bis Japan vor.
Literatur
- Georg Priehäusser: Über die Standortsverhältnisse des Vorkommens von Sweertia perennis im Bayerischen Wald, Regensburg 1971, Denkschriften der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft, Band XXVIII, Neue Folge Band XXII.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Swertia perennis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 350. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1974–1976. </ref> </references>
Weblinks
- Swertia perennis L., Blauer Tarant. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Swertia perennis subsp. perennis L., Blauer Tarant (Unterart). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Thomas Meyer: Sumpfstern Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Bruce G. Baldwin, 2012, in Datenblatt Swertia perennis In: Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora.