Nymphaea caerulea
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| Nymphaea caerulea | ||||||||||||
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| Datei:Jardin des Martels - Nénufars - 2016-08-07 - 11.jpg
Nymphaea caerulea | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Nymphaea caerulea | ||||||||||||
| Savigny |
Nymphaea caerulea, auch Blauer Lotus, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seerosen (Nymphaea). Die ausdauernden Wasserpflanzen sind im tropischen Afrika weit verbreitet.
Beschreibung
Nymphaea caerulea ist eine ausdauernde Wasserpflanze. Aus dem knollig verdickten Rhizom entspringen die auf der Wasseroberfläche schwimmenden Laubblätter. Die ledrigen Blätter sind rund bis oval, 8 bis 30 cm lang und 6 bis 28 cm breit, der Blattrand ist ganzrandig oder leicht gewellt. Die beiden Blattlappen enden spitz oder stumpf; ihre Ränder können sich überlappen, parallel nebeneinander laufen oder einen Zwischenraum lassen. Die Blattoberseite ist grün und glatt, die Unterseite ist grün oder rötlich. Auf der Unterseite können die Blattadern hervortreten.<ref name="Flora Zambesiaca" />
Die Blüten stehen auf fleischigen Blütenstielen ein Stück über der Wasseroberfläche.<ref name="Flora of Zimbabwe" /> Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 6 bis 20 cm, ihre Farbe ist blau oder rosa. Die äußeren vier Blütenblätter (Sepalen) sind grün, gelegentlich mit rötlichen Rändern oder rötlichen Streifen oder Punkten gezeichnet. Die Sepalen sind länglich-oval oder länglich-lanzettlich, ihre Länge beträgt 3 bis 8 cm bei einer Breite von 1,1 bis 2,5 cm. Von den inneren Blütenblättern (Petalen) sind 12 bis 24 Stück vorhanden, sie sind länglich-lanzettlich geformt, sie enden spitz oder stumpf. Bei manchen Blüten weisen einige Petalen Merkmale der äußeren Blütenblätter auf (daher kann es abweichende Angaben zur Anzahl der Petalen geben). Es sind 30 bis 100 oder noch mehr Staubblätter vorhanden, die Zahl der Fruchtblätter beträgt 12 bis 24. Die Frucht ist rundlich mit einem Durchmesser von 2 bis 4 cm, die Samen sind oval und 1,1 mm groß.<ref name="Flora Zambesiaca" />
Die Blüten öffnen sich vormittags und schließen sich am späten Nachmittag. Über Nacht bleiben sie geschlossen, um am nächsten Tag wieder aufzublühen. Die außen liegenden Kelchblätter steuern den Öffnungs- und Schließrhythmus der Blüte. Werden die äußeren Kelchblätter entfernt, büßt die Blüte ihre Bewegungsfähigkeit ein.<ref name=":0">Justin L. Poklis, Haley A. Mulder, Matthew S. Halquist, Carl E. Wolf, Alphonse Poklis, Michelle R. Peace: The Blue Lotus Flower (Nymphea caerulea) Resin Used in a New Type of Electronic Cigarette, the Re-Buildable Dripping Atomizer. In: Journal of Psychoactive Drugs. Band 49, Nr. 3, 2017, ISSN 2159-9777, S. 175–181, doi:10.1080/02791072.2017.1290304, PMID 28266899, PMC 5638439 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 4. Februar 2026]).</ref>
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28 oder 56.<ref name="IPCN" />
Verbreitung
Nymphaea caerulea sind in langsam fließenden Flüssen und stehenden Gewässern<ref name="Flora of Zimbabwe" /> im gesamten tropischen und im südlichen Afrika sowie in Ägypten verbreitet.<ref name="GRIN" /> Weitere Vorkommen liegen im Jemen; in Israel ist die Art heute ausgestorben.<ref name="GRIN" /> In Brasilien und Argentinien ist Nymphaea caerulea als Neophyt eingebürgert.<ref name="GRIN" />
Systematik und botanische Geschichte
Nymphaea caerulea wurde 1798 von Savigny erstmals wissenschaftlich beschrieben. Innerhalb der Gattung der Seerosen (Nymphaea) wird sie in die Untergattung Brachyceras eingeordnet, in der weitere tropische Seerosen stehen, deren Blüten sich tagsüber öffnen. Verdcourt klassifizierte 1989 einige afrikanische Seerosen-Arten als Unterarten der in Indien verbreiteten Nymphaea nouchali, darunter auch Nymphaea caerulea als Nymphaea nouchali var. caerulea. Eine Untersuchung der Verwandtschaftsverhältnis anhand der DNA ergab Nymphaea colorata (Nymphaea nouchali var. zanzibarica nach Verdcourt) als nahe Verwandte von Nymphaea caerulea.<ref name="Borsch2007" />
Historische Nutzung
Die Blüten von Nymphaea caerulea enthalten psychoaktive Substanzen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spice – eine harmlose Kräutermischung? bei www.uni-leipzig.de ( vom 21. Oktober 2013 im Internet Archive) (abgerufen am 17. Juli 2014; PDF; 5,9 MB)</ref>
Nymphaea caerulea wurde schon im Alten Ägypten genutzt. Sie wuchs hauptsächlich in den Sumpfgebieten entlang des Nils.<ref>W. Benson Harer Jr.: Pharmacological and Biological Properties of the Egyptian Lotus. Journal of the American Research Center in Egypt, abgerufen am 13. Dezember 2023.</ref> Im Grab von Ramses II. wurden getrocknete Blüten von Tigerlotus und Nymphaea caerulea gefunden.<ref>Philip Swindells, The Master book of the Water garden. London, Salamander 1997, 15</ref> Auch in zahlreichen Darstellungen finden sich die Blüten von Tigerlotus (Nymphaea lotus) und Nymphaea caerulea. Während die weißen Blüten des Tigerlotus Trinkgefäße schmücken, stehen die blauen Blüten von Nymphaea caerulea für rituell genutzte Gefäße und Flüssigkeiten. Daraus und aus der Tatsache, dass Nymphaea caerulea zusammen mit Schlafmohn und Alraune dargestellt wird, schließt William A. Emboden, dass die psychoaktiven Eigenschaften bekannt waren und genutzt wurden.<ref name="Emboden1979" />
Pharmakologie
Die pharmakologisch relevanten Alkaloide von Nymphea caerulea sind überwiegend in den Blüten lokalisiert. Zu den wichtigsten aktiven Verbindungen zählen dabei die Aporphin-Alkaloide und Nuciferin. Die Studie hat in 2 Proben auch Apomorphin nachgewiesen. Unklar ist jedoch ob es sich eventuell um Verunreinigungen handeln könnte.<ref name=":0" /> Apomorphin ist ein nicht-selektiver D1/D2-Dopamin-Agonist, während Nuciferin eine gemischte Wirkung auf Dopaminrezeptoren hat.<ref>Vijai K. Agnihotri, Hala N. Elsohly, Shabana I. Khan, Troy J. Smillie, Ikhlas A. Khan, Larry A. Walker: Antioxidant constituents of Nymphaea caerulea flowers. In: Phytochemistry. Band 69, Nr. 10, Juli 2008, ISSN 0031-9422, S. 2061–2066, doi:10.1016/j.phytochem.2008.04.009, PMID 18534639.</ref><ref>Silvia Moschin, Sebastiano Nigris, Ignacio Ezquer, Simona Masiero, Stefano Cagnin, Enrico Cortese, Lucia Colombo, Giorgio Casadoro, Barbara Baldan: Expression and Functional Analyses of Nymphaea caerulea MADS-Box Genes Contribute to Clarify the Complex Flower Patterning of Water Lilies. In: Frontiers in Plant Science. Band 12, 2021, ISSN 1664-462X, S. 730270, doi:10.3389/fpls.2021.730270, PMID 34630477, PMC 8492926 (freier Volltext).</ref>
Einzelnachweise
<references> <ref name="Borsch2007"> Thomas Borsch, Khidir W. Hilu, John H. Wiersema, Cornelia Lohne, Wilhelm Barthlott, Volker Wilde: Phylogeny of Nymphaea (Nymphaeaceae): Evidence from Substitutions and Microstructural Changes in the Chloroplast trnT-trnF Region. In: International Journal of Plant Science. Band 168, Nr. 5, 2007, S. 639–671.</ref> <ref name="Emboden1979"> William A. Emboden: Sacred Narcotic Water Lily of the Nile: Nymphaea caerulea Sav. In: Economic Botany. Band 33, Nr. 1, 1979, S. 395–407.</ref> <ref name="Flora Zambesiaca"> F. A. Mendoça: Nymphaeaceae. In: Flora Zambesiaca. Band 1, Nr. 1, 1960 (Flora Zambesiaca).</ref> <ref name="Flora of Zimbabwe"> Mark A. Hyde, Bart Wursten: Nymphaea nouchali Burm. f. var. caerulea (Savigny) Verdc. Flora of Zimbabwe, abgerufen am 23. Juni 2012.</ref> <ref name="IPCN">Nymphaea caerulea bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>
Weblinks
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Gupta, A.K., 2010. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.