Zum Inhalt springen

Bernshäuser Kutte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bernshäuser Kutte
Datei:Bernshäuser Kutte.jpg
Erdfallsee Bernshäuser Kutte
Geographische Lage Wartburgkreis (Thüringen)
Zuflüsse ohne
Abfluss Froschbach, Felda
Ufernaher Ort Urnshausen, Bad Salzungen
Daten
Koordinaten 50° 43′ 34,5″ N, 10° 12′ 2,6″ OKoordinaten: 50° 43′ 34,5″ N, 10° 12′ 2,6″ O
 {{#coordinates:50,72625|10,200736111111|primary
dim=248 globe= name=Bernshäuser Kutte region=DE-TH type=waterbody
  }}
Höhe über Meeresspiegel 383,6 m ü. NHN
Fläche 4,85 ha<ref name="Daten">Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands: Teil 8 Hessen, Thüringen & Sachsen (PDF; 420 kB)</ref>
Maximale Tiefe 45 m<ref name="Daten" />
pH-Wert 7,9

Die Bernshäuser Kutte, in der älteren Literatur auch als die Grüne Kutte beschrieben, ist ein 45 m tiefer, kreisrunder Erdfallweiher, der sich etwa 500 m südöstlich von Bernshausen, einem Ortsteil der Gemeinde Dermbach im Wartburgkreis in Thüringen, befindet. Er gilt als der größte See der Thüringer Rhön.

Beschreibung

Die Bernshäuser Kutte misst 250 m im Durchmesser, der Wasserspiegel liegt in einer Höhe von (383,6 m ü. NHN) und ist bis zu 47 m tief eingesenkt in den mittleren Buntsandstein. Die Wasserfläche beträgt 4,8 Hektar. Sie gehört zu einer Gruppe von Erdfallweihern zwischen Urnshausen und Roßdorf, die durch den Einsturz von Hohlräumen des im Untergrund anstehenden Zechstein-Salinars entstanden sind. Die umgebenden Buntsandsteinhänge sind bis zum Ufer des Weihers hinab mit Laubwald bedeckt. Im Nordwesten ist die Bernshäuser Kutte wenig eingetieft. Dort hat sich ein Überlauf – der Froschbach – gebildet, der sich nach Nordwesten grabenartig fast bis an den Ortsrand von Bernshausen zieht. Der See ist meromiktisch und erwärmt sich dementsprechend auch im Sommer nur oberflächennah.<ref>Bernshäuser Kutte. In: rhoenline.de. Abgerufen am 1. Februar 2025.</ref><ref>Bernshäuser Kutte. In: thueringen.info. Abgerufen am 1. Februar 2025.</ref> Der See hat keine oberirdischen Zuflüsse. Er wird ausschließlich vom Niederschlagswasser der näheren Umgebung gespeist und nur in geringem Maße von unterirdischen Grundwasserzuflüssen, wie ein Pumpversuch im Jahr 1972 belegte. Der See ist von Eutrophierung betroffen. Lag der Sauerstoffgehalt 1960 in 35 m Tiefe noch bei 1,1 mg/l, waren 1970 bereits bei 20 m Tiefe 0,0 mg/l zu verzeichnen, 2012 bereits bei 5 m Tiefe.<ref>Görner: Bernshäuser Kutte, Jena 2015, Seite 10</ref>

Naturschutz

NSG Bernshäuser Kutte

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Lage Thüringen, Deutschland
Fläche 13,06 ha
WDPA-ID 162394
Natura-2000-ID {{#property:p3425}}
Geographische Lage 50° 44′ N, 10° 12′ O
 {{#coordinates:50,726|10,2009|
dim= globe= name=NSG Bernshäuser Kutte region=DE-TH type=forest
  }}
Einrichtungsdatum {{#property:p571}}

Die Bernshäuser Kutte ist als Geotop unter Naturschutz gestellt. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet erfolgte am 16. Oktober 1942 auf Grundlage des Reichsnaturschutzgesetzes und umfasst heute ein Gebiet von 13,06 Hektar. Außerdem ist sie ein Teilgebiet des FFH-Schutzgebietes Nr. 87 „Forstloch-Pleß-Stoffelskuppe-Bernshäuser Kutte“ der Thüringer Gebietsmeldung und damit Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000.<ref>Pleß – Stoffelskuppe – Bernshäuser Kutte. Natura 2000 Gebiet (FFH) 5227-301. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 1. Februar 2025.</ref> Trotz Verbotes wird der See als Badegewässer genutzt. Die Uferbereiche sind daher durch Trittbelastung stark beeinträchtigt.

Weblinks

Commons: Bernshäuser Kutte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Geyer, Jahne, Storch: Geologische Sehenswürdigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach. In: Landratsamt Wartburgkreis, Untere Naturschutzbehörde (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Heft 8. Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, ISBN 3-9806811-1-4, S. 160–161.
  • Klaus Schmidt: Der Wartburgkreis. Natur und Landschaft. In: Wartburgkreis (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Band 7. Druck und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, S. 87.
  • Martin Görner, Karl-Friedrich Abe, Ludwig Bauer, Wolfgang Schmalz, Falko Wagner: Bernshäuser Kutte im Biosphärenreservat Rhön: die Entwicklung eines Naturschutzgebietes in 70 Jahren. In: Martin Görner (Hrsg.): Zur Geschichte des Naturschutzes in Thüringen 1880-2015. Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen, Jena 2015.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Naturschutzgebiet
Naturschutzgebiet
Wappen Wartburgkreis
Wappen Wartburgkreis

Arzberg | Alte Warth | Alte Werra | Auewäldchen | Baier | Bernshäuser Kutte | Brühl von Merkers | Buchenberg | Dankmarshäuser Rhäden | Dolinenhänge | Ebenauer Köpfe | Ebertsberge | Erlensee - Maiwiesen | Forstloch - Riedwiesen | Großenbehringer Holz | Hohe Klinge - Dorngehege | Horbel - Hoflar - Birkenberg | Horn mit Kahlköpfchen | Ibengarten | Kalktuffniedermoor | Karrenwiesen | Klosterholz und Nordmannssteine | Kuhkopf | Lienig | Mertelstal - Heldrastein | Muschelkalksteilhänge am Emberg | Öchsenberg | Probsteizella | Rasdorferberg | Rohrlache zwischen Dippach und Dankmarshausen | Roßberg-Kohlbach-Hochrain | Rößberg | Ruine Scharfenberg | Sachsenburg | Salzwiesen bei Wilhelmsglücksbrunn | Schergesbachaue | Sommertal | Standorfsberg | Tannenberg - Seelesberg | Teufelsberg - Pietzelstein | Ulster | Wacholderheide bei Waldfisch | Wälder mit Schluchten zwischen Wartburg und Hohe Sonne | Werraaue bei Berka und Untersuhl | Werraaue mit Altarmen bei Unterrohn | Werraaue Treffurt | Wiesenthaler Schweiz Vorlage:Klappleiste/Ende


Vorlage:Hinweisbaustein