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Beienheim

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Beienheim
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1575)&title=Beienheim 50° 22′ N, 8° 49′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1575) 50° 21′ 37″ N, 8° 49′ 16″ O
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Höhe: 142 (134–147) m ü. NHN
Fläche: 4,23 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1575 (30. Juni 2025)<ref name="EW2022">Zahlen & Daten. Stadt Reichelsheim, abgerufen am 24. März 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 372 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1972
Postleitzahl: 61203
Vorwahl: 06035

Beienheim ist ein Stadtteil von Reichelsheim im hessischen Wetteraukreis.

Geographie

Beienheim liegt in der Wetterau und ist der westlichste Stadtteil von Reichelsheim.

Geschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 773 und steht im Lorscher Codex.<ref>Karl Glöckner: Codex Laureshamensis 3. Darmstadt 1929–1936. Nachdruck 1963. CL 2961 = 3744 c.</ref> Für Beienheim sind die Tradenten Willerat und Lanther bekannt. Letzterer stiftet dem Kloster auch in Bellersheim. Die Schenkungen wurden teilweise falsch Bingenheim zugeordnet.<ref>Jürgen Steen: Königtum und Adel in der frühmittelalterlichen Siedlungs-, Sozial- und Agrargeschichte in der Wetterau. Studien zum Verhältnis von Landnahme und Kontinuität am Beispiel einer Randlandschaft des Merowingerreichs. (= Schriften des Historischen Museums Frankfurt am Main XIV.) Frankfurt am Main, 1979, S. 164 ff.</ref>

Der Ortsname wird von A. Bach von dem Bestimmungswort „Biege“ (Flusskrümmung) abgeleitet.<ref>Adolf Bach: Die Siedlungsnamen des Taunusgebietes in ihrer Bedeutung für die Siedlungsgeschichte. (= Rheinische Siedlungsgeschichte 1.) Bonn 1927, S. 4.</ref> Braun dagegen sieht als Ursprungswort „bige“.<ref>Wilhelm Braun: Die Ortsnamen des Kreises Friedberg und ihre Bedeutung. In: FGBll 16. 1949, S. 3–24.</ref> Auch hier ist das Ursprungswort auf Bingenheim zu beziehen.

In den historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt:<ref name="lagis" />

  • 9. Jahrhundert: Bienheim<ref>Edmund Ernst Stengel: Urkundenbuch des Klosters Fulda. 1. Die Zeit der Äbte Sturmi und Baugulf. Marburg 1958. (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 10,1.) S. 337.</ref>
  • 1228: Bienheim<ref>Heinrich Reimer: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Leipzig 1891, S. 566.</ref>
  • 1232: de Bigenheim,<ref>Albert Huyskens: Quellenstudien zur Geschichte der heiligen Elisabeth, Landgräfin von Thüringen. Marburg 1908, S. 225 Nr. 85.</ref>

Im Spätmittelalter (1359) ließ sich ein „fryhes Gerichte czu Bienheym“ belegen.<ref>Ludwig Baur: Arnsburger Urkundenbuch. Nr. 335.</ref>

Das Dorf war ein Reichslehen an die Wais von Fauerbach. Nach Aussterben der Waise im Mannesstamm wurde Jost Rau von Holzhausen 1558 neuer Ortsherr. Er war ein Schwiegersohn des letzten Wais von Fauerbach. Beide Adelsfamilien hatten das Kaiserliche Wassergericht der Wetterau zu Lehen.<ref>Heinrich Bott: Das Kaiserliche Wassergericht in der Wetterau. In: Wetterauer Geschichtsblätter 9 (1960), S. 79–86.</ref> Ihr Wohnsitz war das Schloss Dorheim. Die Rau von Holzhausen errichteten in der Beienheimer Kirche eine Grablege.

1806 wurde Beienheim durch die Rheinbundakte<ref> Art. 25 Rheinbundakte. </ref> dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen, das es seinem Fürstentum Oberhessen (ab 1816: Provinz Oberhessen) zuordnete. Das Patrimonialgericht Beienheim der Rau von Holzhausen blieb allerdings zunächst erhalten. 1822 gaben sie diese zwar an den Staat ab<ref> Die Abtretung der Patrimonial-Jusidiction zu Bayenheim an den Staat betreffend vom 11. November 1822. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 36 vom 6. Dezember 1822, S. 519.</ref>, jedoch gab es bei der Durchführung der Übergabe Schwierigkeiten<ref> Die Ausübung der der Freiherrlichen Familie von Rau zustehenden patrimonialgerichtsherrlichen Gerechtsame zu Beyenheim in der Wetterau betreffend vom 3. Februar 1823. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 4 vom 12. Februar 1823, S. 35.</ref>, so dass dieser Schritt erst 1831 vollzogen wurde. Zuständig waren nun das Landgericht Friedberg und der Landratsbezirk Friedberg.<ref>Bekanntmachung, die Abtretung der patrimonialgerichtsherrlichen Gerechtsamen zu Beyenheim an den Staat betreffend vom 20. Dezember 1831. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 3 vom 11. Januar 1832, S. 17.</ref>

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Beienheim am 1. Februar 1972 als Stadtteil der Stadt Reichelsheim (Wetterau) eingegliedert.<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Beienheim 1572 Einwohner. Darunter waren 117 (7,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 288 Einwohner unter 18 Jahren, 693 zwischen 18 und 49, 327 zwischen 50 und 64 und 264 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 648 Haushalten. Davon waren 174 Singlehaushalte, 189 Paare ohne Kinder und 225 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 111 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 459 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung
Beienheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2025
Jahr  Einwohner
1834
  
378
1840
  
390
1846
  
433
1852
  
447
1858
  
439
1864
  
401
1871
  
397
1875
  
389
1885
  
418
1895
  
408
1905
  
449
1910
  
489
1925
  
532
1939
  
564
1946
  
821
1950
  
772
1956
  
868
1961
  
919
1967
  
1.055
1970
  
1.187
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.572
2022
  
1.582
2025
  
1.575
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; 2025<ref name="EW2022" />
Historische Religionszugehörigkeit
• 1961: 750 evangelische (= 81,61 %), 162 katholische (= 17,63 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Beienheim]] Blasonierung: „In silbernem Schild ein blauer rotbewehrter Löwe, der mit einem roten Balken belegt ist.“<ref name="Wappen">Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Beienheim im Landkreis Friedberg, Regierungsbezirk Darmstadt vom 25. Februar 1954. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1954 Nr. 11, S. 225, Punkt 224 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,4 MB]).</ref>

Das Wappen wurde am 25. Februar 1954 durch das hessische Innenministerium genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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  • Gesamtanlage Beienheim
  • An der Wüstengasse, jüdischer Friedhof
  • Bahnhofstraße 14, Bahnhof
  • Berliner Straße 16
  • Berliner Straße 22
  • Berliner Straße 30
  • Berliner Straße 31
  • Berliner Straße 42: Ehemaliges Wirtshaus Stein, „ein traufständiger Bau mit Krüppelwalmdach“<ref>Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II. Bd. 2: Friedberg-Wöllstadt. 1999, S. 919.</ref>
  • Zur Kirche 4, evangelische Pfarrkirche, neu erbaut 1777/78, und Gedenkstätte

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch den Ort führt die Landesstraße 3186.

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die Horlofftalbahn und die Buslinien 5155 und 210 sichergestellt. Im Bahnhof Beienheim teilt sich die Horlofftalbahn in die Zweige nach Wölfersheim (Bahnstrecke Friedberg–Mücke) und Nidda (Bahnstrecke Beienheim–Schotten).

Öffentliche Einrichtungen

Der Kindergarten Purzelbaum besteht aus zwei Gruppen à 25 Kinder und einer Krabbelgruppe.

Literatur

  • Sandra Fritsch: Eine kleine Geschichte unserer Kirche. 700 Jahre Kirche in Beienheim. 50 Jahre Glockenweihe. Beienheim 2006.
  • Vorlage:HessBib
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="lagis">Beienheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. März 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 106, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> </references>

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