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Beate Gütschow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Beate Gütschow (* 11. August 1970 in Mainz) ist eine zeitgenössische deutsche Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Köln und Berlin.<ref>DBFF: Beate Gütschow. Deutsche Börse Fotografie Foundation, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref>

Leben und Werk

Beate Gütschow studierte von 1993 bis 2000 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (bei Bernhard Blume und Wolfgang Tillmans) und 1997 an der Kunsthochschule Oslo.<ref>KHM: Prof. Beate Gütschow. Kunsthochschule für Medien Köln, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref> 2009 bis 2010 lehrte sie als Gastprofessorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit 2011 ist sie Professorin an der Kunsthochschule für Medien Köln.<ref name="PH">Produzentengalerie Hamburg: Beate Gütschow. Produzentengalerie Hamburg, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref>

LS Serie

In ihrer ersten Serie, „LS“ (Abkürzung für Landschaft), rekonstruiert Beate Gütschow Landschaftsdarstellungen der Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts mit den Mitteln der Fotografie. Am Rechner montiert sie aus vielen Fragmenten Fotos, die den Gestaltungsprinzipien der idealen Landschaft folgen.

S Serie

Die mit „S“ (Abkürzung für Stadt) bezeichnete jüngere Werkgruppe besteht aus großformatigen schwarz-weiß Fotos, die ebenfalls aus vielen Einzelaufnahmen zusammengesetzt sind. Unterschiedlichste Architekturen und Länder werden in einem Bild vereint. Diese Arbeiten nehmen Bezug auf die Dokumentarfotografie, setzten ihr jedoch eine fotografische Fiktion entgegen.

I Serie

In der Serie „I“ (Abkürzung für Innenraum) setzt sich Gütschow kritisch mit der Bildkultur der Werbefotografie auseinander, indem sie profane Gegenstände – eine Autobatterie, einen Gesundheitsstuhl, einen Overhead-Projektor – in ihrem Studio zu surreal anmutenden Szenarien arrangiert.

Z Serie

In dieser dokumentarischen Serie kombiniert Gütschow fotografische Fragmente mit computergenerierten Zeichnungen. Z steht für Zellengefängnis, ein früheres Einzelhaftsgefängnis in Berlin-Moabit. Gütschow hat an diesem Ort Fotofragmente aufgenommen und Archivmaterial in digitalen Zeichnungen verarbeitet.

HC Serie

In der Serie „HC“ setzt sich Gütschow mit der bildlichen Darstellung von Gärten im Mittelalter und der Frührenaissance auseinander. HC steht für Hortus Conclusus.

Gütschow überführt vorgefundene Motive aus der gegenwärtigen Architekturumwelt mit Hilfe der Photogrammetrie in die Parallelperspektive. Sie setzt das historische Zitat als eine beabsichtigte Wahrnehmungsbrechung ein, um gleichzeitig aktuelle Entwicklungen in der 3D-Fotografie zu verhandeln.

K Serie

Mit Dokumentarfotografie und Text bearbeitet Gütschow das Thema Klimakrise. Dabei fotografiert sie Proteste und den Widerstand, gleichzeitig dokumentiert sie die Schäden, die die Klimakrise verursacht hat.

Ehrungen und Auszeichnungen

Beate Gütschow wurde unter anderem mit dem „ars viva Preis“ des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft (2006), dem Otto-Dix-Preis / IBM Kunstpreis Neue Medien, Gera (2001) und dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn (2001) ausgezeichnet. 2001 war Beate Gütschow außerdem Stipendiatin in der Villa Aurora in Los Angeles.<ref name="PH" />

Film

Beate Gütschow war eine der Protagonistinnen des Dokumentarfilms „In Berlin“ (2009) von Michael Ballhaus und Ciro Cappellari.<ref>IMDb: Berlin (2009) Topbesetzung. IMDb, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref>

Einzelausstellungen (Auswahl)

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

Literatur

  • Florian Ebner, Anna-Catharina Gebbers, Maren Lübke Tidow, Friedrich Tietjen: Beate Gütschow: ZISLS, Heidelberg 2016.
  • Galerie Rudolfinum (Hrsg.): Double Fantasy – Jan Jedlička, Michal Šeba, Beate Gütschow. Ausst.-Kat. Galerie Rudolfinum, Prag 2010.
  • Rainer Unruh: Beate Gütschow: ›I‹. In: Kunstforum International. Bd. 201 (März–April 2010), S. 281–282.
  • Beate Gütschow: S. Ausst.-Kat. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Ostfildern 2009.
  • Lesley A. Martin (Hrsg.): Beate Gütschow LS / S. Ausst.-Kat. Haus am Waldsee, Köln 2008.
  • Lesley A. Martin (Hrsg.): Beate Gütschow LS / S. Ausst.-Kat. Museum of Contemporary Photography, New York 2007.
  • Martin Engler: Beate Gütschow. In: Martin Engler (Hrsg.): Made in Germany. Ostfildern 2007.
  • Anna-Catharina Gebbers: Beate Gütschow. In: Artist Kunstmagazin. Nr. 51, 2002, S. 4–7.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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