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Bailey-Brücke

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(Weitergeleitet von Baileybrücke)
Datei:The British Army in North-west Europe 1944-45 BU2482.jpg
Bau einer Brücke bei Xanten aus Bailey-Trägern und Pontons über den Rhein im Zuge der Operation Plunder, 25. März 1945

Die Bailey-Brücke ist eine aus vormontierten Einzelbauteilen wie Fachwerkträgern und Fahrbahnbalken zusammensetzbare Kriegs-, Not- oder Behelfsbrücke. Sie benötigt keine Spezialausrüstung und Geräte zum Aufbau, kann mit Lastkraftwagen transportiert werden und kann schwerste Lasten bis hin zu Panzern tragen. Ursprünglich für den militärischen Bereich entwickelt, wird sie ebenso im zivilen Bereich für vorübergehende Überbrückungen eingesetzt.

Verwendung

Bailey-Brücken sind mit relativ wenig Aufwand aufbaubar und werden daher nicht nur von Militärs weltweit eingesetzt, auch große Hilfsorganisationen verwenden Bailey-Brücken. Sie werden auch als Brückengeräte oder als Pionierbrückengeräte bezeichnet. So hat die Fachgruppe Brückenbau des THW neben der D-Brücke auch die Bailey-Brücke im Einsatz.

In Deutschland werden in bundeseigenen Brückenlagern auch 2360 t Elemente für Bailey-Brücken vorgehalten; dies entspricht einer Gesamtlänge von rund 790 Metern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.strassen.nrw.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. Februar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.strassen.nrw.de, abgerufen am 8. März 2012</ref> Die Segmente bestehen aus Stahlfachwerk. Im Jahr 2016 bestanden 12 % des Brückengerätes des Bundes aus Bailey-Elementen, gemessen am Gewicht. Eine Ausmusterung ist nicht geplant.<ref>Peter Steinmüller: Die Brücke als System, in: VDI nachrichten Nr. 50/51/52-2016 vom 16. Dezember 2016, S. 27, hier:</ref>

Historisch

Datei:2010-06 baileybrug dru 01.JPG
Niederländische Soldaten bauen eine Bailey-Brücke bei der DRU Cultuurfabriek in Ulft (Achterhoek) auf, 2010
Datei:2010-06 baileybrug dru 09.JPG
Auf der frisch platzierten Brücke in Ulft

Donald Coleman Bailey, ein englischer Armeeangestellter, der Modellbrücken zu seinem Hobby hatte, schlug diese Konstruktionsweise seinen Vorgesetzten vor. Die ersten Brücken waren 1944 einsatzbereit.

Bailey-Brücken wurden im Zweiten Weltkrieg gebaut als

Bailey-Brücken in neuerer Zeit:

Für andere Zwecke

Der Startturm für den Start der Skylark-Raketen in Woomera, Australien wurde aus Segmenten von Bailey-Brücken zusammengesetzt.

Technik

Datei:Bailey bridge element, Ranville 01 09.jpg
Bailey-Brücke im Memorial Pegasus Museum in Ranville, Calvados, France, zu sehen die Fachwerkelemente und die Querträger

Die Fachwerkbrücke kann mit wenigen, einfachen Werkzeugen und mit einer entsprechenden Personenanzahl aufgebaut werden. Auch der Transport kann mit kleineren Fahrzeugen durchgeführt werden.<ref>Peter Steinmüller: Die Brücke als System, in: VDI nachrichten Nr. 50/51/52-2016 vom 16. Dezember 2016, S. 26, hier:</ref> Es gibt drei verschiedene Varianten der Bailey-Brücke, genannt M1, M2 und M3. Die Versionen unterscheiden sich in der Fahrbahnbreite.

  • M1 = 10 ft 7 in<ref name="TM_5-277_1948_pdf">PANEL BRIDGE, BAILEY TYPE, M2, US Army Technical Manual No. 5-277 (1948). (PDF; 71 MB) In: HEADQUARTERS DEPARTMENT OF THE ARMY. 13. April 1948, abgerufen am 30. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • M2 = 12 ft 6 in
  • M3 = 13 ft 11¾ in (4,3 m)

Die Brücke kann eine Länge zwischen 30 ft und 210 ft haben. Sie ist unterteilt in 10 ft (3 m) Segmenten (engl. Bay). Die Brücke wird in Vorschubauweise von einer Seite aufgebaut. Jedes Segment besteht in der Hauptsache aus drei verschiedenen Elementen: dem Stahlfachwerk (engl. Panel), den Querträgern (engl. Transom) und dem Fahrbahnunterbau (engl. Stringers). Je Brückenseite werden Normalerweise ein, zwei oder drei Stahlfachwerkelemente nebeneinander verbaut. Auch werden bis zu drei Elemente benutzt die übereinander angeordnet sind, je nach Länger der Brücke und deren zu erwartende Belastung. Im 90°-Winkel zum Fachwerkelement werden die Querträger verbaut, die Anzahl pro Segment richtet sich auch hier nach der zu erwartenden Belastung. Die Elemente des Fahrbahnunterbaus werden, parallel zu den Fachwerkelementen, auf den Querträger an den entsprechenden Aussparungen befestigt. Hier drauf kann nun die Fahrbahn (engl. Chess) befestigt werden, alternative können auch Holzbohlen genommen werden. Zusätzlich können noch zwei Fußwege an den Außenseite angebracht werden.

Außerdem gibt es die Möglichkeit Klapp-, Spann-, Ponton-, Schwimm-, Bahn- und Hänge-brücken oder Tragpfeiler zu errichten.

Eine ausführliche Beschreibung der M2 Brücke ist im US Army Field Manual No. 5-277 zu finden<ref name="FM_5-277_1986_pdf">BAILEYBRIDGE, US Army Field Manual No. 5-277 (1986). (PDF; 12,9 MB) In: HEADQUARTERS DEPARTMENT OF THE ARMY. 9. Mai 1986, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Januar 2025; abgerufen am 30. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.

Bailey-Brücken sind heute technisch überholt, es kommen aber eine Reihe anderer Brückengeräte zum Einsatz, etwa die Z-Brücke, das Brückengerät SBG 66 oder der Nachfolger die Mabey-Johnson-Brücke.

Galerie

Siehe auch

Literatur

  • Peter Steinmüller: Die Brücke als System, in: VDI nachrichten Nr. 50/51/52-2016 vom 16. Dezember 2016, S. 26f, online
  • Hans Oehme: Das Bailey-Brückengerät In: ZS-Magazin, Nr. 12, 1972, S. 18 (PDF; 26,6 MB)

Einzelnachweise

<references />