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Bahnstrecke Nierstein–Undenheim-Köngernheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Nierstein–Undenheim-Köngernheim
(grün)
Datei:Bahnstrecken 1896.jpg
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):3567
Kursbuchstrecke:274b (1946)
Streckenlänge:10,31 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
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von Mainz
0,0 Nierstein
nach Ludwigshafen
4,1 Dexheim
5,6 Dalheim (Kr Mainz)<ref>Der Zusatz „(Kr Mainz)“ wurde der Bahnhofsbezeichnung ab dem Winterfahrplan 1939 zugefügt (Deutsche Reichsbahn (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 26. August 1939, Nr. 43. Bekanntmachung Nr. 510, S. 250).</ref>
8,6 Friesenheim (Rheinhess)
von Alzey
10,2 Undenheim-Köngernheim
nach Bodenheim

Die Bahnstrecke Nierstein–Undenheim-Köngernheim war eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Rheinland-Pfalz.

Geschichte

Datei:Radweg bei Dexheim.jpg
Der Radweg bei Dexheim auf der ehemaligen Trasse

Die Strecke wurde zum 1. November 1900 eröffnet.<ref>Am 1. November wird die 10,31 km lange normalspurige Nebenbahnstrecke Nierstein–Undenheim-Köngernheim mit den Stationen Dexheim, Dalheim und Friesenheim für den allgemeinen Personen-, Gepäck- und Güterverkehr, sowie für die Beförderung von Leichen und lebenden Thieren eröffnet. Die Annahme und Abfertigung von Privatdepeschen, Fahrzeugen und Sprengstoffen ist auf dieser Strecke ausgeschlossen. (Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter vom 3. November 1900. 4. Jahrgang, Nr. 51. Bekanntmachung Nr. 481, S. 379f).</ref> Sie verband Nierstein, an der Ludwigsbahn, mit Undenheim/Köngernheim und hieß im Volksmund Valtinche [<templatestyles src="IPA/styles.css" />valˈtiːnʒə]. Am 10. Februar 1914 wurden auf der Strecke „mit Eintritt der Dunkelheit“ neue „Doppellichtvorsignale“ in Betrieb genommen, die dem heute noch gebräuchlichen Modell des Formsignals entsprachen.<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 24. Januar 1914, Nr. 5. Bekanntmachung Nr. 50, S. 33.</ref>

Die Stationsgebäude in Dexheim und Dalheim waren baugleich mit den Stationsbauten auf der zeitgleich gebauten Altrheinbahn. Sie folgten damit einem Einheitsbauplan der Bahnbauabteilung Oppenheim.<ref>Klaus Harthausen: Die Altrheinbahn – Geschichte einer rheinhessischen Nebenbahn. Worms-Verlag, Worms 2021, ISBN 978-3-947884-63-6, S. 40.</ref>

Am 7. Oktober 1951 wurde der Personenverkehr eingestellt.<ref>Klaus Harthausen: Die Altrheinbahn Osthofen – Rheindürkheim – Guntersblum. Geschichte einer rheinhessischen Nebenbahn. Worms-Verlag, Worms 2021, ISBN 978-3-947884-63-6, S. 95.</ref> Zum 22. Mai 1955 wurde die Zugsicherung auf der Strecke auf vereinfachten Nebenbahndienst umgestellt.<ref>Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 6. Mai 1955, Nr. 18. Bekanntmachung Nr. 241, S. 109.</ref>

Zu großer Ehre kam der Bahnhof Dexheim am 2. August 1957: Der Wahlkampfsonderzug des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer wurde zur Übernachtung dort abgestellt.<ref>Amiche, Bawettche, Zuckerlottche & Co. Abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref><ref>Konrad Adenauer übernachtet in Dexheim auf regionalgeschichte.net</ref>

Nach Aufgabe des Güterverkehrs zum 29. Mai 1960<ref>Amiche, Bawettche, Zuckerlottche & Co. Abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref> wurde die Strecke stillgelegt. Die Gleise sind demontiert und die Strecke ist teils zu einem Wirtschaftsweg, teils zu einer Ortsstraße in Dexheim und teils zu einem Fahrradweg umgebaut. Dieser erhielt – ebenso wie vorher die Eisenbahnstrecke – den Namen Valtinche.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />