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Bahnstrecke Bad Neustadt–Bischofsheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Neustadt–Bischofsheim
Streckennummer (DB):5242
Kursbuchstrecke (DB):814
Kursbuchstrecke:419g (1946)
Streckenlänge:18,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 27,8 
Minimaler Radius:280 m
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von Schweinfurt
0,00 Bad Neustadt (Saale) 232 m ü. NHN
nach Meiningen
Siemenstraße
0,10 Neutrassierung 1931
0,40 St 2445
0,67 Industrieanschluss der BSH Hausgeräte
0,75 Industrieanschluss der Siemens
0,81
Industrieanschluss Siemens, BayWa
1,60 Neutrassierung 1931
1,70 Brendlorenzen
4,80 Schweinhof 263 m ü. NHN
7,60 Kollertshof 288 m ü. NHN
10,88 Schönau (Brend) 310 m ü. NHN
Streckenteilung mit B 279
13,26 Wegfurt 340 m ü. NHN
Streckenteilung mit B 279
17,60 Unterweißenbrunn 406 m ü. NHN
18,96 Bischofsheim (Rhön) 436 m ü. NHN

Quellen: <ref>Bundesbahndirektion Nürnberg. Karte im Maßstab 1:400000. Ausgabe B. Karten- und Luftbildstelle der Deutschen Bundesbahn, Mai 1985 (blocksignal.de [abgerufen am 16. November 2022]).</ref><ref name="bahnrelikte" /><ref name="BV-HLB-Höhe">Höhe nach dem Höhenlinienbild auf: BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>

Die Bahnstrecke Bad Neustadt–Bischofsheim in Unterfranken führte von der Kreisstadt des heutigen Landkreises Rhön-Grabfeld zu der Kleinstadt Bischofsheim an der Rhön, die um 1900 etwa 1300 Einwohner zählte. Im Volksmund wurde sie Bischofsheimer Bähnle (grabfeldisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) genannt.

Geschichte

Datei:Bahnstrecke Bad Neustadt–Bischofsheim-104-02.jpg
Zug bei der Ortsdurchfahrt Wegfurt

Mit Gesetz vom 21. April 1884 genehmigte der Bayerische Landtag das Gesetz zum Bau und Betrieb einer Lokalbahn, die vom Bahnhof Neustadt an der Saale an der 1874 eröffneten Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen ausgehend im Tal der Brend aufwärts führte und nach 19 Kilometern ihr Ziel am Fuß der bayerischen Rhön erreichte.

Baubeginn war im Februar 1884, und am 15. Oktober 1885 eröffneten die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen den Betrieb. Der Endbahnhof Bischofsheim wurde südöstlich der Stadt Bischofsheim an der Rhön angelegt und war für eine mögliche Streckenverlängerung nach Gersfeld<ref name="schäfer 33">Jörg Schäfer: Franken in Takt – Nordfranken + Oberpfalz 2010. Dezember 2018, S. 33 (vd-t.de [PDF; 5,1 MB; abgerufen am 4. September 2023]).</ref> zur 1888 eröffneten Bahnstrecke Fulda Bronnzell–Gersfeld ungünstig.<ref name="schneider 1890 189">Justus Schneider: Führer durch die Rhön. 4. Auflage. Stahel, Würzburg 1890, S. 189 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 4. September 2023]).</ref> Mehr als die Hälfte der Trasse wurde bei Bau aus Sparsamkeitsgründen auf öffentliche Straßen gelegt. Dies führte jedoch zu zahlreichen Unfällen, so dass recht bald größere Abschnitte einen eigenen Bahnkörper erhielten. Bis zuletzt blieb aber die mit nur 30 Kilometer pro Stunde befahrbare Ortsdurchfahrt von Wegfurt<ref>Jörg Schäfer: Franken in Takt – Nordfranken + Oberpfalz 2010. Dezember 2018, S. 34 (vd-t.de [PDF; 5,1 MB; abgerufen am 4. September 2023]).</ref> im Straßenraum liegen.

Die Strecke wurde 1931 im Stadtgebiet von Neustadt neutrassiert. Der neue, um 0,3 km längere Abschnitt am 27. November 1931 in Betrieb genommen. Das alte Gleis diente danach noch als Anschluss zur Firma Siemens und dem Lagerhaus der BayWa.<ref name="bahnrelikte">Bahnstrecke Bad Neustadt (Saale) – Bischofsheim (Rhön) (Böschamer Böhle). In: bahnrelikte.net. 21. Mai 2020, abgerufen am 16. November 2022.</ref>

Nachdem die innerdeutsche Grenze durch die Deutsche Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg die Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen unterbrach, gab es erneut regionale Bestrebungen für einen Lückenschluss zwischen Bischofsheim und der rund 10 Kilometer Luftlinie entfernten Bahnstrecke Fulda Bronnzell–Gersfeld für bessere Verbindungen Richtung Bahnhof Fulda und Norddeutschland.<ref name="schäfer 33" />

Die Streckenstilllegung erfolgte 1989.<ref name="rad" />

Nach der Stilllegung

Von der Bahnstrecke blieb lediglich ein kurzes Reststück im Stadtgebiet von Bad Neustadt für die Bedienung des Gleisanschlusses des angrenzenden Industriebetrieb der BSH Hausgeräte erhalten.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Auf 16,1 Kilometern der ehemaligen Bahntrasse – nicht in Bad Neustadt und in Schönau – wurde Anfang der 1990er Jahre ein asphaltierter Geh- und Radweg angelegt, der den Großteil des Brendtalradwegs bildet.<ref>Brendtalradweg. In: rhoentourist.de. Abgerufen am 4. September 2023.</ref> 2010 und 2011 wurden mehrere Holzbrücken durch Betonbrücken ersetzt.<ref name="rad">BY 1.01 Brendtalradweg: Bischofsheim a. d. Rhön – Bad Neustadt a. d. Saale. In: Bahntrassenradeln. Achim Bartoschek, abgerufen am 4. September 2023.</ref>

Verkehr

Datei:Bahnstrecke Bad Neustadt–Bischofsheim-104-03.jpg
Nahverkehrszug mit DB 211 020-3 im Bahnhof Bischofsheim (Rhön)

Anfangs erfüllte die Bahn ihre Erwartungen. Vor allem der Güterverkehr mit Basalt, Holz und auch Braunkohle war zufriedenstellend.

Der erste Fahrplan von 1885 wies zwei Zugpaare auf. 1890 verkehrten ein morgendliches und ein abendliches Zugpaar, dienstags zusätzlich ein mittägliches.<ref name="schneider 1890 189" /> 1914 waren es bereits vier tägliche Zugpaare.<ref>Hendschels Telegraph – Eisenbahn-Kursbuch Deutschland, Oesterreich, Schweiz. Kleine Ausgabe Nr. 3. M. Hendschel, Frankfurt am Main Mai 1914, S. 533 (deutsches-kursbuch.de [abgerufen am 4. September 2023]).</ref> Selbst 1939 finden wir nur drei an Werktagen, aber fünf an Sonntagen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sonntags wieder fünf Zugpaare angeboten. An Werktagen stieg deren Zahl Ende der fünfziger Jahre bis auf acht bzw. neun Fahrten an; dazu kamen täglich noch einige Busfahrten. Im Sommerfahrplan 1957 fällt auf, dass ab Bad Neustadt abends an Werktagen um 22.22 Uhr und täglich noch um 0.25 Uhr ein Triebwagen nach Bischofsheim eingesetzt wurde.

Die wirtschaftliche Entwicklung führte in der Folgezeit dazu, dass diese Strecke zu den unrentabelsten in ganz Bayern gehörte; denn die Gegend ist dünn besiedelt und verfügt über keine größeren Industriebetriebe. Am 27. Mai 1989 wurde der Personen- und Güterverkehr eingestellt.

Literatur

  • Wolfgang Bleiweis, Ekkehard Martin: Fränkische Nebenbahnen einst und jetzt – Mittel- und Unterfranken. Bufe Fachbuch-Verlag, Egglham/München 1987, ISBN 978-3-922138-30-3.
  • Andreas Kuhfahl: Nebenbahnen in Unterfranken. Eisenbahn-Fachbuchverlag, Neustadt/Coburg 2003, ISBN 978-3-9805967-9-4.

Weblinks

Einzelnachweise

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