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Baccharis

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Baccharis
Datei:Baccharis salicifolia 1.jpg

Baccharis salicifolia

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Untertribus: Baccharidinae
Gattung: Baccharis
Wissenschaftlicher Name
Baccharis
L.

Baccharis ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 430 Arten sind hauptsächlich in der Neuen Welt verbreitet; besonders viele Arten kommen in Südamerika vor und von Mexiko bis Zentralamerika gibt es auch viele, einige Arten treten auch auf karibischen Inseln und in den USA auf.<ref name="FloraChileOrg" /><ref name="AndesEcuador" /><ref name="FoNA" />

Beschreibung

Datei:Chloris andina (Pl. 28) BHL297674.jpg
Illustration von Baccharis alpina

Vegetative Merkmale

Baccharis-Arten wachsen als Sträucher oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind einfach.<ref name="fusa" />

Generative Merkmale

Sämtliche Baccharis-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch).<ref name="Engels1999" /> In rispigen Gesamtblütenständen (Synfloreszenzen) stehen die körbchenförmigen Blütenstände zusammen. Die Hüllblätter überdecken sich dachziegelartig und die äußeren sind kleiner als die inneren. Der Korbboden ist oft grubig und es sind keine Spreublätter vorhanden. Die Blütenkörbe enthalten entweder nur weibliche oder nur männliche, meist weiße oder rosafarbene Röhrenblüten (= Scheibenblüten). Zungenblüten sind nicht vorhanden. Die fünflappige Krone ist bei den weiblichen Blüten schlank und bei den männlichen röhrig. Die Staubblätter sind stumpf. Die Verzweigungen der Griffel sind schmal oder pfriemlich, bei den fertilen Blüten glatt und herausragend, bei den sterilen Blüten rudimentär und an der Spitze mit einem ovalen behaarten Anhängsel versehen.<ref name="fusa" />

Die mehr oder weniger abgeflachten Achänen sind gerippt und besitzen einen reichlich behaarten Pappus. Bei den sterilen Blüten gibt es nur einen kurzen Pappus.<ref name="fusa" />

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, insbesondere Arten von Bienen, Fliegen und Wespen, aber auch Käfern und Tagfaltern.<ref name="Engels1999" />

Trivialnamen

In den USA werden einige Baccharis-Arten örtlich broom („Besen“) genannt, was auch die Bezeichnung für den nicht verwandten Besenginster ist. In spanischer Sprache heißen sie romerillo („kleiner Rosmarin“). In den Anden heißen die Baccharis-Arten auf Quechua unter anderem ch'illka (auch chillka oder chilka, daraus lokal spanisch chilca), t'ula (thula) oder tayanka (tayanqa), wobei auch für ein und dieselbe Art mehrere dieser Namen gültig sein können.<ref name="amlq" /><ref name="laime" /><ref name="franquemont" />

Nutzung

Auf Grund ihres festen, biegsamen Holzes dienen mehrere Baccharis-Arten als Heckenpflanzen zur Brechung des Windes. Andere Arten sind auf Grund ihres Nektarreichtums für die Bienenzucht bzw. Honigproduktion interessant.

Auf Grund ihrer festen Wurzeln sind Baccharis-Arten für den Erosionsschutz wichtig und werden deshalb in den Anden auch angepflanzt, darunter Baccharis salicifolia (Quechua ch'illka).<ref name="bentley">Jeffery Bentley, Jorge Valencia (2003): Learning about Trees in a Quechua-Speaking Andean Community in Bolivia. S. 69–134. In: Paul Van Mele (ed.) Way Out of the Woods: Learning How to Manage Trees and Forests. Newbury, UK: CPL Press. 143 pp. (PDF; 1,5 MB)</ref> Wie schon der englischsprachige Trivialname broom andeutet, werden Baccharis-Arten als Besen verwendet. In manchen indigenen Quechua-Gemeinden der Anden sind sie die einzige zur Besenherstellung verwendete Pflanzenart. Sie haben den Vorteil, dass ihre Blätter auch von der getrockneten Pflanze nicht abfallen, so dass diese Besen gut zum Zusammenkehren gedroschenen Getreides verwendet werden können.<ref name="bentley" />

Das Holz wird oft als Brennholz genutzt.

Viele Arten finden auch in der Volksmedizin Verwendung, so etwa die harzreichen Blätter von Baccharis ivaefolia bei Verrenkungen und zur Wundheilung.<ref name="ruizpavon">Systema vegetabilium florae peruvianae et chilensis, anno 1798, auctoribus Hippolyto Ruiz et Josepho Pavon. Tomus primus. P. 200, Molina. P. 207, Molina striata.</ref> Aus Ch'illka-Asche wird in den Anden eine Lauge (llipt'a) hergestellt, mit der Koka-Blätter zum Kauen gemischt werden.<ref name="amlq" /><ref name="laime" />

Krankheiten

53 Arten von Rostpilzen wurden auf Arten der Gattung Baccharis gefunden, darunter Puccinia baccharidis, Puccinia evadens, Puccinia baccharidis-multiflorae, Puccinia interjecta und Puccinia pistorica. Andere pilzliche Erreger auf Baccharis spec. sind Dothidea puccinioides und Phomopsis spec.<ref name="Charudattan1996" /><ref name="Cummins1971" />

Verbreitung und Gefährdung

Die natürlichen Verbreitungsgebiete der Baccharis-Arten erstrecken sich über weite Teile der Neuen Welt. Einige Arten, insbesondere in den nördlichen Anden, sind durch Zerstörung ihres Lebensraums in ihrem Bestand bedroht.

Andere Arten sind in Europa (Spanien, Frankreich) und Australien Neophyten und breiten sich als invasive Pflanzenarten aus, so beispielsweise Baccharis halimifolia auf Salzböden nahe der Küste von Südwest-Frankreich. Baccharis halimifolia ist in die „Liste der unerwünschten Arten“ für die Europäische Union aufgenommen worden.<ref>ec.europa.eu: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />List of Invasive Alien Species of Union Concern (Memento vom 13. Juli 2016 im Internet Archive; PDF; 192 KB) (englisch)</ref>

Systematik

Die Gattung Baccharis wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, 1753, S. 668<ref name="Linné1753" /> aufgestellt. Der Gattungsname Baccharis rührt von Bacchus her, dem Gott des Weines, einer mythologischen Figur der griechischen Antike.<ref name="Burkhardt2022" /> Die von Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón y Jiménez 1798 beschriebene, als gegenüber Baccharis eigenständig postulierte Gattung Molina <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav.<ref name="ruizpavon" /> ist ein Synonym; die an gleicher Stelle beschriebenen Molina-Arten wurden von Christiaan Hendrik Persoon 1807 zur Gattung Baccharis gestellt.<ref name="Persoon1807" /> Weitere Synonyme für Baccharis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Sergilus <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaertn., Tursenia <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass., Pingraea <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass., Polypappus <templatestyles src="Person/styles.css" />Less., Baccharidastrum <templatestyles src="Person/styles.css" />Cabrera, Pseudobaccharis <templatestyles src="Person/styles.css" />Cabrera, Psila Phil., Achyrobaccharis <templatestyles src="Person/styles.css" />Sch. Bip. ex Walp., Baccharidiopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />G.M.Barroso, Neomolina <templatestyles src="Person/styles.css" />Hellwig nom. illegit. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Honda & Sakis.<ref name="GRIN" /> Der Gattungsname Baccharis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. wurde 1989 durch Frank H. Hellwig mit einer konservierten Typusart Baccharis halimifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />L. konserviert.<ref name="Hellwig1989" />

Datei:Saltbush (5597998259).gif
Zweig mit Laubblättern von Baccharis angustifolia
Datei:Baccharis anomala poster Uruguay.jpg
Zweige mit Laubblättern von Baccharis anomala
Datei:Baccharis articulata 1.jpg
Habitus einer blühenden Baccharis articulata
Datei:Alecrimdocampo.jpg
Habitus von Baccharis dracunculifolia
Datei:Baccharis douglasii.JPG
Gesamtblütenstand mit Blütenkörbchen von Baccharis douglasii
Datei:Baccharis genistelloides0.jpg
Habitus mit Platykladien und Fruchtständen von Baccharis genistelloides
Datei:Baccharis genistifolia poster Uruguay.jpg
Habitus von Baccharis genistifolia
Datei:Baccharis halimifolia.jpg
Fruchtstände von Baccharis halimifolia
Datei:Baccharis trinervis.jpg
Gesamtblütenstand mit Blütenkörbchen von Baccharis inamoena
Datei:Baccharis jocheniana.jpg
Habitus mit Platykladien von Baccharis jocheniana
Datei:Baccharis juncea 1.jpg
Habitus von Baccharis juncea
Datei:Baccharis130.JPG
Habitus von Baccharis linearis
Datei:Baccharis details5.jpg
Zweig mit Laubblättern und Blütenkörben von Baccharis rhomboidalis
Datei:Baccharis sagittalis (8469250896).jpg
Habitus von Baccharis sagittalis
Datei:Baccharissarothroides.JPG
Habitus von Baccharis sarothroides
Datei:Baccharis sergiloides 4.jpg
Habitus einer blühenden Baccharis sergiloides
Datei:Baccharis magellanica.jpg
Habitus von Baccharis tricuneata
Datei:Baccharis tridentata poster Uruguay.jpg
Habitus von Baccharis tridentata
Datei:Baccharis trimera.jpg
Habitus mit Platykladien und Blütenkörbchen von Baccharis trimera

Es gibt etwa 354 Baccharis-Arten:<ref name="GCompositaeCheck" /><ref name="Müller2013" />

Literatur

  • Jochen Müller: World checklist of Baccharis L. (Compositae - Astereae), Version 2013-09-03 PDF.
  • Jochen Müller: Systematics of Baccharis (Compositae-Astereae) in Bolivia, including an overview of the genus., In: Systematic Botany Monographs, Volume 76, 2006, S. 1–341.

Weblinks

Commons: Baccharis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Müller2013">Jochen Müller: World checklist of Baccharis L. (Compositae - Astereae), Version 2013-09-03 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.spezbot.uni-jena.de</ref> <ref name="FloraChileOrg"> Flora de Chile: Datenblatt Baccharis. (spanisch) </ref> <ref name="AndesEcuador"> Ulloa Ulloa, C. y P. M. Jørgensen: Árboles y arbustos de los Andes del Ecuador: Baccharis L. (spanisch) </ref> <ref name="FoNA"> Scott D. Sundberg, David J. Bogler: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 20: Magnoliophyta: Asteridae (in part): Asteraceae, part 2, Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530564-7. Baccharis Linnaeus., S. 23 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="fusa"> Nathaniel Lord Britton, Addison Brown; An Illustrated Flora of the Northern United States, Canada and the British Possessions. Volume 3. Baccharis, S. 39. </ref> <ref name="Engels1999"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wolf Engels, Rüdiger Hampp, Wolfgang Tzschupke (1999): Zwischenbericht 1998 zum DLR - BMBF - Projekt 01LT0011/7 Araukarienwald (Universität Tübingen). (Memento vom 15. Januar 2004 im Internet Archive) (PDF; 1,3 MB) S. 26. </ref> <ref name="Charudattan1996"> R. Charudattan, U. Verma, J. T. Devalerio, A. J. Tomley: Pathogens attacking groundsel bush, Baccharis halimifolia, in Florida. In: Biological control of weeds, 1996, S. 437–44. Online verfügbar (PDF; 1,0 MB) </ref> <ref name="Cummins1971"> George Baker Cummins: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Springer, Berlin 1971, ISBN 3-540-05336-0. </ref> <ref name="amlq"> Qheswa simi hamut'ana kuraq suntur: Simi Taqe Qheswa - Español - Qheswa. Qosqo, Piruw 2006. S. 105. </ref> <ref name="laime"> Teofilo Laime Ajacopa: Iskay simipi yuyayk'ancha. La Paz - Bolivia, 2007. S. 28. </ref> <ref name="franquemont"> Christine Franquemont, Timothy Plowman, Edward Franquemont, Steven R. King, Christine Niezgoda, Wade Davis, Calvin R. Sperling (1990): The Ethnobotany of Chinchero, an Andean Community in Southern Peru. Fieldiana Botany, New Series No. 24, 1-126, (PDF; 9,8 MB) S. 52–53. </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species Plantarum, Band 2, 1753, S. 668 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Persoon1807"> Christiaan Hendrik Persoon: Synopsis plantarum. Pars secunda. Parisii Lutetiorum, 1807. P. 423-425, n. 1846. </ref> <ref name="GCompositaeCheck">@1@2Vorlage:Toter Link/compositae.landcareresearch.co.nzTaxon in Suchmaske eingeben bei The Global Compositae Checklist. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> <ref name="Hellwig1989"> Frank H.Hellwig (953) Proposal to conserve 8933 Baccharis L. (Asteraceae) with a conserved type. Taxon, Volume 38, 1989, S. 513–515. </ref> <ref name="Burkhardt2022"> Lotte Burkhardt: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2022. doi:10.3372/epolist2022. </ref> </references>

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