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Atta-Höhle

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Vorlage:Infobox Höhle

Die Atta-Höhle oder Attendorner Tropfsteinhöhle in Attendorn gilt, nicht zuletzt aufgrund ihrer Mannigfaltigkeit und Farbigkeit, als eine der größten und schönsten begehbaren Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Sie ist mit jährlich ungefähr 150.000 bis 200.000 Besuchern (Stand 2009)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> eine der meistbesuchten deutschen Schauhöhlen.

Zu den Eigentümlichkeiten zählen viele Sinterfahnen, die von Eisenoxiden gefärbt sind. Ferner sind Stalaktiten, Stalagmiten und Stalagnaten zu sehen. Einige Teile von Calcitkristallbildungen wurden in den öffentlichen Bereich der Höhle verbracht, um dort präsentiert werden zu können.

Entdeckungsgeschichte

Die Höhle wurde beim Abbruch von Kalksteinen im Steinbruch der Biggetaler Kalkwerke am 19. Juli 1907 zufällig entdeckt und schon im gleichen Jahr vom Besitzer touristisch erschlossen.<ref name="stadtinfo">Informationen auf der Webseite der Stadtverwaltung Attendorn</ref> Die Höhle ist im Besitz der Erben des damaligen Steinbruchbesitzers Eberhardt Epe.<ref>Impressum der offiziellen Website</ref>

In den Jahren 1982 bis 1983 wurde die Höhle von Mitarbeitern des Geographischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum genauer untersucht und neu vermessen.<ref name="stadtinfo" /> Weitere Teile der Höhle wurden in dieser Zeit von einer Höhlenforschergruppe unter der Leitung von Elmar Hammerschmidt (1950–2016)<ref>Stefan Niggemann: Elmar Hammerschmidt 1950-2016 – ein Nachruf, Mitt. Verb. dt. Höhlen- u. Karstforscher (VdHK), 63. Jahrgang, Heft 1 (PDF 3 MB), Clausthal-Zellerfeld 2017, Seite 34</ref> entdeckt. Die bisher erforschte Gesamtlänge der Höhle beträgt etwa 6000 Meter.

Entstehung

Vorlage:Quellen Die Entstehung der Höhle begann im Devon vor ca. 400 Mio. Jahren, als das Gebiet der heutigen Höhle noch in einer Meeresbucht lag. In den damals abgelagerten Kalksteinschichten bildeten sich im Laufe der Zeit über Kohlensäureverwitterung durch einsickerndes Regenwasser sowie Mischungskorrosion Hohlräume.

Bei einem Erdbeben vor einigen zigtausend Jahren brachen einige Tropfsteine ab. Die Höhle wird von Fledermäusen bewohnt, die durch Felsspalten in der Bergkuppe hineingelangen.

Erschließung

Datei:Attendorn Eingangsbereich Attahöhle FFSN-4559.jpg
Eingangsbereich der Attahöhle mit Zufahrten und Parkplätzen

Die einzelnen Höhlen, 52 an der Zahl, tragen phantasievolle Namen wie Prophetenhalle, Doppelgletscher, Thronsaal der Fürstin Atta, Sieben Zwerge und Eisbär, Nikolaus und Storch. 1907 wurde ein etwa 260 m langes Teilstück erschlossen, ab Januar 1914 wurde einen Zugangsstollen zum Höhlenrestaurant gegraben, der aber erst 1925 eröffnet wurde.<ref name="stadtinfo" /> Der nördlich des heutigen Eingangs liegende, ursprüngliche Zugang wurde später mit einer Metalltür verschlossen.

In einem Teil der Höhle wird Käse gelagert, der als Atta-Käse verkauft wird.<ref>https://www.atta-kaese.de</ref> Eine Tür soll die Verbreitung des Geruchs mildern.

Für den Schauhöhlenbetrieb steht ein etwa 500 Meter langer Rundweg zur Verfügung. Er wird durch einen etwa 90 Meter langen Stollen erschlossen, durch den die Besucher geführt werden.

Der Bahnhof Attendorn liegt wenige hundert Meter westlich der Höhle, ansonsten gibt es mehrere Zufahrtsmöglichkeiten über die Straßen.<ref>https://www.atta-hoehle.de/ihr-besuch/anreise-parken-herumkommen</ref>

Ein Parkplatz wurde für Besucher eingerichtet, das seit der Anfangszeit bestehende Restaurant<ref name="stadtinfo" /> wurde 1990 neu gebaut,<ref>https://www.atta-hoehle.de/gastronomie</ref> und ein neues Hotel brachte mit der Eröffnung im April 2013 zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für die Gäste.<ref>https://www.kurzurlaub.de/hotel/sauerland/attendorn/hanse-hotel-attendorn.html</ref>

Öffentliche Wahrnehmung der Atta-Höhle

Die Höhle haben nach Angaben der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Süd-Sauerland, die 2007 gegründet wurde,<ref>Gäste-Werbung mit Sand im Getriebe Heute Abend Debatte über kreisweite Arbeitsgemeinschaft, Bericht in der Westfalenpost</ref> bis 2012 schätzungsweise mehr als 40 Millionen Personen besichtigt. Sie gilt daher neben dem Biggesee als ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Zum Vergleich weist die Teufelshöhle bei Pottenstein jährlich 156.100 Besucher im Durchschnitt in den Jahren 2006 bis 2010 auf.

Kritisiert werden der verhältnismäßig hohe Eintrittspreis und das Fotografierverbot in der Höhle.<ref name="SC">Jochen Duckeck: Die Attendorner Tropfsteinhöhle.</ref> 1982 lag der Eintrittspreis bei 3 DM und stieg bis 1997 auf 8 DM.<ref>https://www.lochstein.de/hoehlen/D/nord_mitte/sauer/atta/atta.htm</ref> Für das Jahr 2026 wird ein Eintrittspreis von 7,50 € für Kinder von 5 bis 14 Jahren und von 14,50 € für Erwachsene erhoben. Für Schulklassen und Jugendgruppen ab 20 Personen kostet es 7 € je Person.<ref>https://www.atta-hoehle.de/ihr-besuch/preise-oeffnungszeiten</ref> Dabei wird für jeweils 20 Schüler eine Freikarte für die Begleitperson gewährt.<ref>https://www.atta-hoehle.de/fuer-gruppen/schulausfluege</ref>

Die durch den Betreiber angegebene Länge des Schauhöhlenbereichs von 1800 Meter ist falsch. Tatsächlich beträgt die Weglänge nur etwa 560 Meter.<ref name="SC" />

Schutzausweisung

Datei:Naturschutzgebiet Atta-Höhle.JPG
Nordöstlicher Rand des Naturschutzgebiets Atta-Höhle

Die Attahöhle war lange Jahre als Naturdenkmal Attahöhle ausgewiesen. 2006<ref>Kreis Olpe: Landschaftsplan Nr. 3 Attendorn - Heggen - Helden. Olpe 2006, Atta-Höhle S. 37–40, online (ZIP-Datei 47,3 MB)</ref> erfolgte eine Ausweisung als Naturschutzgebiet (NSG) Atta-Höhle mit einer Größe von 13,25 ha. Im gleichen Jahr wurde die NSG-Fläche auch als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Attendorner Tropfsteinhöhle ausgewiesen. Seit 2016 ist es ein Natura 2000 Gebiet.<ref>https://www.bfn.de/natura-2000-gebiet/attendorner-tropfsteinhoehle</ref>

Neben der Höhle gehört ein Großteil des Stürzenberges, unter dem die Höhle liegt, zum NSG. Dazu gehört u. a. der nördlich der Höhle liegende ehemalige Kalksteinbruch von etwa 250 m Länge. Der Bruch hat eine bis zu 60 m hohe Steinbruchwand. Auf dem Bergrücken liegt ein Kulturlandschaftskomplex mit Wald, Grünland-, Hecken-, Feldgehölz- und Kalkmagerrasen-Resten zum NSG. Beim Grünland handelt es sich teils um Glatthafer- und Wiesenknopf-Stilgenwiesen. Der Wald ist teilweise Schluchtwald und Hangmischwald.

Siehe auch

Literatur

  • Rainer Ahrweiler, Elmar Hammerschmidt: Attendorner Tropfsteinhöhle. In: Die Höhlen der Attendorn-Elsper Doppelmulde, Karst und Höhle 1991/92, VdHK München, Vorlage:ISSN, S. 25–36.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Schauhöhlen in Deutschland Vorlage:Navigationsleiste Naturschutzgebiete in Attendorn Vorlage:Normdaten