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Gestielte Keilmelde

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(Weitergeleitet von Atriplex pedunculata)

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Gestielte Keilmelde
Datei:Halimione pedunculata baie-d-authie 80 21082006 1.JPG

Gestielte Keilmelde (Halimione pedunculata)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Tribus: Atripliceae
Gattung: Keilmelden (Halimione)
Art: Gestielte Keilmelde
Wissenschaftlicher Name
Halimione pedunculata
(L.) Aellen
Datei:Annual Sea Purslane Atriplex pedunculata (6171414032).jpg
Gestielte Früchte
Datei:Halimus pedunculatus — Flora Batava — Volume v19.jpg
Illustration

Die Gestielte Keilmelde (Halimione pedunculata), auch Stielfrüchtige Salzmelde genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Sie kommt in Salzpflanzenfluren vor und gilt als gefährdete Art.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Gestielte Keilmelde ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 50 Zentimetern erreicht. Ihre verzweigten, silbrigen Stängel wachsen aufrecht oder aufsteigend. Die ebenfalls silbrigen Laubblätter sind im unteren Teil des Stängels gegenständig, im oberen Teil wechselständig angeordnet. Die fleischigen Blattspreiten sind bei einer Länge von etwa 4 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis elliptisch, stumpflich und ganzrandig.

Blütenstand und Blüte

Von Juli bis Oktober erscheinen die ährigen Blütenstände mit unauffälligen grau-grünen Blüten. Die Gestielte Keilmelde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Blüten besitzen keine Vorblätter, sie enthalten vier bis fünf Blütenhüllblätter (Tepalen) und vier bis fünf Staubblätter. Die weiblichen Blüten sind umhüllt von zwei bis oben verbundenen, dreilappigen Vorblättern, deren mittlerer Lappen sehr kurz ist. Blütenhüllblätter fehlen den weiblichen Blüten, sie enthalten nur einen Fruchtknoten.

Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind, gelegentlich wohl auch durch Insekten<ref>Eintrag bei BiolFlor</ref>.

Frucht und Same

Zur Fruchtzeit verlängert sich der Stiel der weiblichen Blüten, so dass die Früchte lang gestielt vom Stängel abstehen. Dieses Merkmal war ausschlaggebend für den deutschen Trivialnamen der Gestielten Keilmelde. Charakteristisch für die Gattung Halimione ist, dass die Fruchtwand dicht an den Vorblättern haftet. Der Same steht aufrecht, seine Wurzel zeigt in der Frucht nach oben. Die Samenschale ist dünn und häutig.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18<ref name="Tropicos" />.

Vorkommen und Gefährdung

Die Gestielte Keilmelde ist in Salzpflanzenfluren von Westeuropa bis nach Westasien und zum Schwarzen Meer heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet reicht im Norden Europas bis nach Südschweden und Estland und im Süden bis nach Bulgarien<ref name="Uotila2011" />. Das Hauptvorkommen in Europa liegt an der Küste von Dänemark<ref name="EOL" />.

In Deutschland besiedelt die Gestielte Keilmelde Salzmarschen an den Küsten von Nordsee und Ostsee und kommt auch an Binnensalzstellen vor. Sie braucht volle Besonnung und stickstoffreichen, feuchten Boden. Die Pflanzensoziologie nennt sie als Kennart der Pflanzengesellschaft (Assoziation) Puccinellietum maritimae.

Die Bestände der Gestielten Keilmelde sind in Europa stark zurückgegangen, so dass diese Art inzwischen europaweit als stark gefährdet gilt. Durch Eindeichungen werden Salzwiesen und Marschland nicht mehr regelmäßig überflutet, somit fehlen die gestörten Stellen mit offenem Boden, welche zur Keimung benötigt werden. Auch in Deutschland ist die Art selten geworden und wird als gefährdet eingestuft (Rote Liste gefährdeter Arten 3). Die Küstenvorkommen in Niedersachsen und Bremen gelten als stark gefährdet (Rote Liste 2), in Schleswig-Holstein als vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1) und in Mecklenburg-Vorpommern sogar bereits als ausgestorben (Rote Liste 0). In Sachsen-Anhalt, wo die Gestielte Keilmelde von einigen Binnenland-Salzstellen bei Artern, Staßfurt, Hecklingen und Magdeburg bekannt ist<ref name="Rothmaler" />, wird sie als stark gefährdet einstuft. In Thüringen wurde sie bei der Numburg gefunden<ref name="Rothmaler" />, hier gilt sie als vom Aussterben bedroht.

Systematik

Die Erstveröffentlichung dieser Art erfolgte 1755 durch Carl von Linné unter dem Namen Atriplex pedunculata L. in Centuria I. Plantarum ..., 1, S. 34.<ref>Erstbeschreibung eingescannt bei biodiversitylibrary.org</ref> Paul Aellen trennte diese Art 1938 als Halimione pedunculata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Aellen von Atriplex ab und stellte dabei gleichzeitig die Gattung Halimione auf (in: Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel, Band 49, S. 124). In den folgenden Jahren wurde diese Art häufig wieder zu Atriplex gestellt. Phylogenetische Untersuchungen von Kadereit et al. (2010) ergaben jedoch, dass Halimione nicht in die Gattung Atriplex gehört, sondern als eine eigene Gattung Bestand hat.

Synonyme von Halimione pedunculata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Aellen sind: Atriplex pedunculata <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Chenopodium pedunculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) E.H.L.Krause, Halimus pedunculatus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Wallr., Obione pedunculata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moq., sowie Ceratocarpus maritimus <templatestyles src="Person/styles.css" />Pall. ex M.Bieb., Ceratocarpus salinus <templatestyles src="Person/styles.css" />Pall. und Diotis atriplicina <templatestyles src="Person/styles.css" />Spreng.<ref name="Tropicos" /><ref>Eintrag bei The Plant List.</ref>.

Quellen

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 91 (Abschnitt Beschreibung).
  • Gudrun Kadereit, Evgeny V. Mavrodiev, Elizabeth H. Zacharias & Alexander P. Sukhorukov: Molecular phylogeny of Atripliceae (Chenopodioideae, Chenopodiaceae): Implications for systematics, biogeography, flower and fruit evolution, and the origin of C4 Photosynthesis. In: American Journal of Botany, Volume 97 (10), 2010, S. 1682. (Abschnitte Beschreibung, Systematik)
  • Gestielte Keilmelde. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum (Abschnitt Vorkommen und Gefährdung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="EOL">Eintrag bei Encyclopedia of Life.</ref>.<ref name="Rothmaler">Werner Rothmaler: Exkursionsflora. Band 4, Kritischer Band. Volk und Wissen, Berlin, 5. Auflage, 1982, S. 171.</ref> <ref name="Tropicos">Halimione pedunculata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Uotila2011"> P. Uotila, 2011: Chenopodiaceae (pro parte majore) . – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Halimione pedunculata. Halimione pedunculata bei PESI-Portal.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Gestielte Keilmelde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien