Pharmakologie
Die Pharmakologie (über Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.<ref>Johann Schröder: Pharmacopoeia medico-chymica sive Thesaurus pharmacologicus. Ulm 1641.</ref> – ‚Arzneimittellehre‘, – von Vorlage:GrcS ‚Mittel‘, ‚Stoff‘, ‚Arzneimittel‘, und -logie ‚Lehre‘) ist die Wissenschaft von der Wechselwirkung zwischen Stoffen und Lebewesen.
Abgrenzung
Der Begriff Pharmakologie wird manchmal mit Pharmazie verwechselt. Erst mit der Einrichtung der Pharmazie als universitäres Lehrfach in den ersten beiden Dekaden des 19. Jahrhunderts wurde das Fach in Deutschland eigenständig.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Die Pharmakologie ist eine biomedizinische Wissenschaft, die sich mit der Erforschung und Charakterisierung von Substanzen (Chemikalien, Medikamenten) befasst, die biologische Wirkungen auf lebende Systeme haben. Sie untersucht, wie Arzneimittel wirken und was sie im Körper bewirken.
Die Pharmazie oder Pharmazeutik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit der Beschaffenheit, Wirkung, Entwicklung, Prüfung, Herstellung und Abgabe von Arzneimitteln befasst. Die Pharmazie vereint dabei vorrangig Aspekte aus verschiedenen Naturwissenschaften, vor allem aus Chemie (Pharmazeutische Chemie), Biologie (Pharmazeutische Biologie), Verfahrenstechnik (Pharmazeutische Technologie) und Medizin (Pharmakologie und Klinische Pharmazie).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Geschichte
Die Pharmakologie als Arzneimittellehre<ref>Friedrich A. Carl Gren: System der Pharmakologie oder Lehre von den Arzneymitteln, nach ihrem naturhistorischen, pharmazeutischen und therapeutischen Theile kritisch bearbeitet. Halle 1798.</ref> reicht in Ansätzen bis in die Antike<ref>Jerry Stannard: Hippocratic pharmacology. In: Bulletin of the History of Medicine. Band 35, 1961, S. 497–518.</ref> zurück (Galenos, Pedanios Dioskurides). Erste Grundlagen einer Pharmakologie (der Lehre vom Pharmakon) waren jedoch bereits in der hippokratischen Medizin geschaffen worden, bevor die Pharmakologie sich in hellenistischer Zeit als eigenständige Disziplin konstituiert.<ref>Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 37–39 (Pharmakologie).</ref>
Als Wegbereiter der modernen Pharmakologie<ref>Vgl. etwa Carl Oppenheimer: Kleines Wörterbuch der Biochemie und Pharmakologie, Veit's Sammlung wissenschaftlicher Wörterbücher, Vereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruyter & Co, Berlin und Leipzig 1920.</ref> gilt vor allem die im 1. Jahrhundert verfasste Materia medica (ein auch genaue Pflanzenbeschreibungen enthaltendes Werk „Über Arzneistoffe“<ref>Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. […]. 1989, S. 158–160 (Dioskurides: Über Arzneistoffe, Buch I (aus dem Vorwort), und S. 162 f. Dioskurides: Über Arzneistoffe, Buch II, Kap. 126).</ref>) des Dioskurides.<ref>Ulrich Stoll: Pharmakologie. In: Enzyklopädie Medizingeschichte. 2005, S. 1143–1144.</ref> Zu den durch neue Beiträge zur Arzneimittellehre bedeutenden Vertretern der arabischen Pharmakologie im 13. Jahrhundert gehört der andalusische Arzt Abu Muhammad ibn al-Baitar. Im 17. Jahrhundert wurde die Arzneimittellehre unter anderem bereichert durch Raimund Minderer, Wilhelm Homberg, Johann Daniel Major und Johann Sigismund Elsholtz.<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 11, 16 und 25.</ref> Die moderne wissenschaftliche Pharmakologie entstand im 19. Jahrhundert parallel mit der Entwicklung der Physiologie, Physiologischen Chemie und Pathologie.
Wechselwirkungen
Nach Rudolf Buchheim geht die Wechselwirkung zwischen Pharmakon und Organismus in zwei Richtungen:
- Die Pharmakodynamik erklärt den Wirkungsmechanismus eines Arzneistoffs am Wirkungsort (was macht die Substanz mit dem Körper).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
- Die Pharmakokinetik erklärt, wie und wo sich ein Arzneistoff im Körper verteilt, verändert und ausgeschieden wird (was macht der Körper mit der Substanz).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Fachgebiete
- Die Allgemeine Pharmakologie untersucht die allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten der Wechselwirkung zwischen Arzneistoff und Organismus, unabhängig vom Arzneimittel.<ref name=":0" />
- In der experimentellen Pharmakologie wird anhand von Modellsystemen versucht, die pharmakologischen Eigenschaften eines Arzneistoffs zu simulieren.<ref name=":0">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. DocCheck ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
- Die klinische Pharmakologie beschäftigt sich mit der Wirkung von Arzneimitteln bei Anwendung am Menschen (Pharmakotherapie).<ref name=":0" />
- In der Toxikologie werden die schädlichen Wirkungen auf den menschlichen oder tierischen Körper untersucht (Vergiftung).<ref name=":0" />
- In der Chronopharmakologie werden periodisch wiederkehrende und zeitlich vorhersagbare Schwankungen der Wirkung und der Pharmakokinetik von Arzneimitteln bei Menschen und Tieren untersucht.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. DocCheck ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
- Die Pharmakogenetik befasst sich mit dem Einfluss der unterschiedlichen genetischen Ausstattung von Patienten auf die Wirkung von Arzneimitteln.<ref name=":0" />
Literatur
- Klaus Aktories, Ulrich Förstermann, Franz Hofmann, Klaus Starke (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 9. Auflage. Urban & Fischer, München/Jena 2005, ISBN 3-437-42521-8 (Begründet in Mannheim 1975 von Wolfgang Forth, Dietrich Henschler und Walter Rummel).
- Lutz Hein, Jens W. Fischer, Heinz Lüllmann, Klaus Mohr: Taschenatlas Pharmakologie, Georg Thieme Verlag KG (Verlag), Stuttgart 2019, ISBN 978-3-13-242614-6.
- Curt Hunnius, Hermann Ammon: Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch. Walter de Gruyter, Berlin 2004, ISBN 978-3-11-017475-5.
- Ulrich Stoll: Pharmakologie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1143–1149.
Weblinks
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- Literatur von und über Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Definition und Geschichte der Pharmakologie
Einzelnachweise
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