Armdrücken
Armdrücken, ursprünglich Baumfällen, ist ein zum Zwecke des Kräftemessens betriebenes Gesellschaftsspiel und ein unter Wettkampfregeln ausgeübter Kraftsport. Es ist weltweit an Stammtischen im alpinen Raum, in Militärkreisen oder generell in Kneipen<ref name=":0">Christopher Stolz: Schach für starke Jungs: Armwrestling ist mehr als nur ein Kneipensport. In: Der Tagesspiegel GmbH (Hrsg.): Der Tagesspiegel Online. 16. Januar 2020, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 20. April 2026]).</ref> und bei Partys verbreitet.
Herkunft
Armdrücken stammt nach den Recherchen der Spielwissenschaftler Warwitz und Rudolf<ref>Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: Baumfällen. In: Dies.: Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen. 5. Auflage. Baltmannsweiler 2021, S. 63–64.</ref> ursprünglich aus der Spieltradition der sehr alten Berufsgruppe der Holzfäller. Getreu ihrem Ruf als „starke Männer“, entwickelten sie eine Reihe von Spielen, bei denen sie untereinander, aber auch bei öffentlichen Festen, eine Rangfolge der Stärksten untereinander auskämpften. Dazu gehörte neben dem beliebten Fingerhakeln auch das ‚Armdrücken’, dem sie, ihrem Handwerk entsprechend, bildlich/metaphorisch die Bezeichnung „Baumfällen“ gaben. Unter der Bezeichnung ‚Armwrestling’ avancierte das Spiel in neuerer Zeit zu einem international anerkannten und unter kodifizierten Regeln betriebenem Wettkampfsport, der bis zum Niveau von Weltmeisterschaften ausgetragen wird.
Regeln
Dabei sitzen oder stehen sich zwei Kontrahenten an einem Tisch gegenüber. Beide setzen den Ellbogen eines Arms auf den Tisch, strecken die Hand nach oben und reichen sich die Hand. Auf ein Startkommando hin versuchen beide, den Arm des Gegners auf die Tischplatte zu drücken. Die Ellbogen beider Teilnehmer müssen dabei stets auf dem Tisch liegen bleiben. Sieger ist, wer den Arm des Gegners so weit niederdrückt, dass dessen Handrücken die Tischplatte berührt.<ref>Juliane Neutsch: Armdrücken: Das sind die Regeln. In: Focus, online. BurdaForward GmbH, 21. September 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Mai 2023; abgerufen am 20. April 2026.</ref>
Armwrestling
Armdrücken, als Wettkampfsport Armwrestling (englisch für Armdrücken, wörtlich Armringen) genannt, machte zunächst in den Vereinigten Staaten auf sich aufmerksam. Die Vereinigung World Armwrestling Federation wurde 1967 gegründet.<ref name=":0" /> Verantwortlich für den Erfolg der 1980er Jahre war der Hollywood-Film Over the Top mit Sylvester Stallone, in welchem auch der ehemalige Weltmeister im Armwrestling, Rick Zumwalt, mitspielte.
In Deutschland gab es die Deutsche Armwrestling-Organisation ab 1988. Sie führte seitdem jährlich nationale Meisterschaften durch und brachte Armdrücken in eine geregelte, Wettkampf-kompatible Form.<ref name=":0" />
Bei diesem Sport ist jedoch nicht allein die Kraft der Kontrahenten ausschlaggebend, sondern auch die Technik.<ref>Jürgen Bröker: Armdrücken: Es geht um Schnelligkeit, nicht um Stärke. In: Die Welt. 21. Juni 2015 (welt.de [abgerufen am 22. Januar 2020]).</ref>
Gefahren
Armdrücken stellt, eine entsprechend kräftige Muskulatur vorausgesetzt, ein Risiko für Sehnen und Knochen dar, da diese der unüblichen Belastung gelegentlich nicht gewachsen sind und reißen bzw. brechen können. Durch die extrem hohen Kräfte, die beim Armdrücken entstehen können und durch die Belastung der Arme während einer Rotationsbewegung, besteht die Gefahr von komplizierten Splitter- oder Trümmerbrüchen,<ref>Wenn beim Armdrücken der Knochen bricht. Deutschlandfunk Nova, 14. März 2025, abgerufen am 20. April 2026.</ref> einhergehend mit vorübergehenden oder dauerhaften Nervenschäden.
Zudem besteht bei noch nicht gänzlich ausgebildeten Knochen die Gefahr, dass man sich die Wachstumsfuge verletzt.
Ähnliche Sportarten
Einzelnachweise
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