Argenstein
Argenstein Gemeinde Weimar (Lahn)
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(345)&title=Argenstein 50° 45′ N, 8° 44′ O
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dim=10000 | globe= | name=Argenstein | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 173 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 1,59 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 345 (Mai 2011)<ref name="Z2011E" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 217 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 35096 | |||||
| Vorwahl: | 06421 | |||||
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Argenstein ist ein Ortsteil der Gemeinde Weimar (Lahn) im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt am westlichen Ufer der Lahn; westlich wird er von der Par-Allna und nach Nordosten vom Mündungslauf der Allna eingerahmt.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Argenstein erfolgte unter dem Namen Argorstene im Jahr 1332.<ref name="lagis" /> Argenstein erhielt 1902 eine eigene Schule, die heute jedoch nicht mehr existiert. Nachdem bei einem Hochwasser 1946 ein großer Teil des Ortes bis zu einem Meter unter Wasser stand, wurde das Dorf ab 1963 kanalisiert, um die Hochwassergefahr zu mindern.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Argenstein zum 1. Juli 1972 auf freiwilliger Basis in die Großgemeinde Weimar (Lahn) eingemeindet.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 28, S. 1197, Punkt 851; 2. Abs. 8. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,4 MB]).</ref><ref></ref> Für Argenstein wurde wie für die übrigen Ortsteile von Weimar ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 18 kB) §; 7. In: Webauftritt. Gemeinde Weimar, abgerufen im Februar 2019.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Argenstein angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Marburg, Vogtei der Schenck zu Schweinsberg<ref name="KF-Hessen" />
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Marburg, Vogtei der Schenck zu Schweinsberg<ref name="Amt">Die Zugehörigkeit des Amtes Marburg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg, Vogtei der Schenck zu Schweinsberg
- ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg, Vogtei der Schenck zu Schweinsberg
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Fronhausen<ref name="KHK1818" />
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Fronhausen) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Gemeinde Weinmar<ref group="Anm.">Am 1. Juli 1972 als Ortsbezirk zur Gemeinde Weimar.</ref>
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Weinmar
Gerichte seit 1821
Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Argenstein zuständig.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Fronhausen.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)</ref> Das Amtsgericht Fronhausen wurde 1943 geschlossen. Es wurde zunächst als Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg geführt und 1948 endgültig aufgelöst. Der Gerichtsbezirk wurde dem Amtsgericht Marburg zugeordnet.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Argenstein 345 Einwohner. Darunter waren 3 (0,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 57 Einwohner unter 18 Jahren, 141 zwischen 18 und 49, 84 zwischen 50 und 64 und 63 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 147 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 39 Paare ohne Kinder und 51 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 27 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 102 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: | Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> |
| • 1544: | 7 Hausgesesse |
| • 1577: | 7 Hausgesesse |
| • 1747: | 21 Haushalte |
| • 1838: | 160 Einwohner (Familien: 20 nutzungsberechtigte, 8 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisassen) |
| Argenstein: Einwohnerzahlen von 1773 bis 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1773 | 85 | |||
| 1800 | ? | |||
| 1834 | 150 | |||
| 1840 | 159 | |||
| 1846 | 183 | |||
| 1852 | 184 | |||
| 1858 | 173 | |||
| 1864 | 188 | |||
| 1871 | 210 | |||
| 1875 | 235 | |||
| 1885 | 229 | |||
| 1895 | 243 | |||
| 1905 | 281 | |||
| 1910 | 279 | |||
| 1925 | 272 | |||
| 1939 | 287 | |||
| 1946 | 385 | |||
| 1950 | 360 | |||
| 1956 | 355 | |||
| 1961 | 320 | |||
| 1967 | 354 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | 356 | |||
| 2005 | 370 | |||
| 2010 | 359 | |||
| 2011 | 345 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; nach 1970: Gemeinde Weimar:<ref name="EW2000" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: | Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> |
| • 1861: | alle Einwohner evangelisch-lutherisch |
| • 1885: | 229 evangelische (= 100,00 %) Einwohner |
| • 1961: | 299 evangelische (= 93,44 %), 17 katholische (= 5,31 %) Einwohner |
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: | Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> |
| • 1773: | Erwerbspersonen: 1 Wagner, 6 Leineweber, 3 Korbmacher, 2 Tagelöhner, Tagelöhnerinnen. |
| • 1838: | Familien: 20 Ackerbau, 10 Gewerbe. |
| • 1961: | Erwerbspersonen: 55 Land- und Forstwirtschaft, 60 Produzierendes Gewerbe, 31 Handel und Verkehr, 26 Dienstleistungen und Sonstiges. |
Sehenswürdigkeiten
- Die bedeutendste Sehenswürdigkeit Argensteins ist die erstmals 1332 urkundlich erwähnte Nehmühle an der Lahn.
- Seit Sommer 2011 liegt westlich des Dorfes das als Ausgleichsmaßnahme geschaffene Biotop Par-Allna, das feuchtes Offenland liebenden Vogelarten als Rastplatz dienen soll.
- Unmittelbar nordwestlich des Dorfes entsteht das archäologische Freilichtmuseum Zeiteninsel, dass im September 2025 seinen musealen Vollbetrieb aufnehmen soll.
Vereine
In Argenstein bestehen verschiedene Vereine für Sport und Kultur. Dem 1945 gegründeten Sportclub (SC) Roth schloss sich Argenstein 1955 an. Seitdem heißt der Verein SC Roth/Argenstein. Er hat neben einer Fußballabteilung, die in einer gemeinsamen Fußballspielgemeinschaft mit der SG Niederwalgern/Wenkbach als FSG Südkreis am Spielbetrieb teilnimmt, eine Gymnastikabteilung. Weiterhin existieren in Argenstein eine Burschen- und Mädchenschaft, die jährlich verschiedene Feste veranstaltet, sowie eine Freiwillige Feuerwehr und eine Jugendfeuerwehr, der Gesangverein „Liederkranz“ und der "Neue Chor Argenstein" (NCA).
Literatur
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Argenstein. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Ortsteil Argenstein. In: Webauftritt. Gemeinde Weimar
- Argenstein. Ortsgeschichte, Infos. In: www.argenstein.de. Private Website
- Argenstein, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Argenstein, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 16. Oktober 2018. </ref> <ref name="EW2000"> Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Weimar, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2019. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 32 und 72, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="KF-Hessen"> Georg Landau: Beschreibung des kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 385 (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 112 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>
Allna | Argenstein | Kehna | Nesselbrunn | Niederwalgern | Niederweimar | Oberweimar | Roth | Stedebach | Weiershausen | Wenkbach | Wolfshausen