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Argentinosaurus

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(Weitergeleitet von Argentinosaurus huinculensis)

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Argentinosaurus
Datei:Argentinosaurus DSC 2943.jpg

Nachbildung des rekonstruierten Skeletts bei einer Sonderausstellung des Naturmuseums Senckenberg

Zeitliches Auftreten
Oberkreide (Cenomanium)<ref>Fernando E. Novas, Leonardo Salgado, Jorge Calvo, Federico Agnolin: Giant titanosaur (Dinosauria, Sauropoda) from the late Cretaceous of Patagonia. In: Revista del Museo Argentino de Ciencias Naturales. Bd. 7, Nr. 1, 2005, ISSN 1514-5158, S. 37–41, Digitalisat (PDF; 2,5 MB).</ref>
Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler bis Erdzeitalter−Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Dinosaurier (Dinosauria)
Sauropoden (Sauropoda)
Macronaria
Titanosaurier (Titanosauria)
Argentinosaurus
Wissenschaftlicher Name
Argentinosaurus
Bonaparte & Coria, 1993
Art
  • Argentinosaurus huinculensis
Datei:Argentinosaurus size compasison with man.png
Künstlerische Lebenddarstellung von Argentinosaurus im Größenvergleich mit einem Menschen

Argentinosaurus ist eine Gattung sauropoder Dinosaurier aus der Gruppe der Titanosauria.

Bisher sind lediglich sehr fragmentarische Überreste bekannt, die aus der frühen Oberkreide (Cenomanium) der argentinischen Provinz Neuquén stammen.

Argentinosaurus ist einer der größten bekannten Sauropoden und damit eines der größten bekannten Landtiere der Erdgeschichte – so gehen aktuelle Schätzungen von einer Länge von über 35 Metern<ref name=":0">Gregory Paul: Determining the Largest Known Land Animal: A Critical Comparison of Differing Methods for Restoring the Volume and Mass of Extinct Animals. In: Annals of Carnegie Museum. Band 85, Nr. 4, 31. Dezember 2019, ISSN 0097-4463, S. 335, doi:10.2992/007.085.0403 (bioone.org [abgerufen am 7. April 2023]).</ref> und einem Gewicht von etwa 73 Tonnen<ref name="mazzetta_04">Gerardo V. Mazzetta, Per Christiansen, Richard A. Fariña: Giants and Bizarres: Body Size of Some Southern South American Cretaceous Dinosaurs. In: Historical Biology. Bd. 16, Nr. 2/4, 2004, ISSN 0891-2963, S. 71–83, doi:10.1080/08912960410001715132, Digitalisat (PDF; 574,66 kB).</ref> aus. Die einzige bekannte Art ist Argentinosaurus huinculensis.

Merkmale

Bisher sind nur wenige Knochen gefunden worden. Das Holotyp-Material schließt drei vordere und drei hintere Rückenwirbel, die unteren Bereiche der Wirbelkörper von fünf Kreuzbeinwirbeln, den Großteil der rechten Kreuzbeinrippen, den Großteil einer fragmentarischen dorsalen Rippe sowie das rechte Schienbein (Tibia) mit ein. Des Weiteren wurde Argentinosaurus ein unvollständiger Oberschenkelknochen (Femur) zugeschrieben (Exemplarnummer MLP-DP 46-VIII-21-3), der eine Länge von 1,18 Meter aufweist<ref name="mazzetta_04" />. Insgesamt sind somit 10 % des gesamten Skelettes fossil überliefert.<ref name="calvo_07">Jorge O. Calvo, Juan D. Porfiri, Bernardo J. González Riga, Alexander W. A. Kellner: Anatomy of Futalognkosaurus dukei Calvo, Porfiri, González Riga, & Kellner, 2007 (Dinosauria, Titanosauridae) from the Neuquen Group, Late Cretaceous, Patagonia, Argentina. In: Arquivos do Museu Nacional. Bd. 65, Nr. 4, 2007, ISSN 0365-4508, S. 511–526, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Digitalisat (PDF; 21,68 MB) (Memento vom 30. Juli 2014 im Internet Archive).</ref><ref name="Bonaparte1993" />

Die Wirbel sind bis zu 1,59 Meter hoch, gemessen von den Dornfortsätzen bis zur Unterseite der Wirbelkörper, während die Wirbelkörper Durchmesser von annähernd 50 Zentimeter<ref name="dinosauria">Paul Upchurch, Paul M. Barrett, Peter Dodson: Sauropoda. In: David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. 2nd edition. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2004, ISBN 0-520-24209-2, S. 259–324.</ref> zeigen. Das Schienbein ist etwa 1,55 Meter lang.<ref name="Bonaparte1993">José F. Bonaparte, Rodolfo A. Coria: Un nuevo y gigantesco sauropodo titanosaurio de la Formacion Rio Limay (Albiano-Cenomaniano) de la Provincia del Neuquen, Argentina. In: Ameghiniana. Bd. 30, Nr. 3, 1993, S. 271–282, online.</ref>

Eine frühe Rekonstruktion von Gregory Paul schätzt Argentinosaurus auf eine Länge von 30 bis 35 Meter und ein Gewicht von 80 bis 100 Tonnen.<ref name=Paul1994>Gregory S. Paul: Big Sauropods – Really, Really Big Sauropods. In: The Dinosaur Report. Fall 1994, S. 12–13, Digitalisat (PDF; 2,12 MB).</ref><ref name="Paul1997">Gregory S. Paul: Dinosaur models: the good, the bad, and using them to estimate the mass of dinosaurs. In: Donald L. Wolberg, Edmund Stump, Gary Rosenberg (Hrsg.): Dinofest International. Proceedings of a Symposium held at Arizona State University. Academy of Natural Sciences, Philadelphia PA 1997, ISBN 0-935868-94-1, S. 129–154, Digitalisat (PDF; 13,26 MB).</ref> Andere Forscher legen für ihre Größenschätzungen den Körperbau besser bekannter, verwandter Gattungen zu Grunde und gehen davon aus, dass Argentinosaurus ähnliche Proportionen zeigte. So verwendete Carpenter (2006) den vollständiger bekannten Saltasaurus als Referenz und schätzte Argentinosaurus auf 30 Meter Länge.<ref name="carp06">Kenneth Carpenter: Biggest of the big: a critical re-evaluation of the mega-sauropod Amphicoelias fragillimus Cope, 1878. In: John R. Foster, Spencer G. Lucas (Hrsg.): Paleontology and Geology of the Upper Jurassic Morrison Formation (= New Mexico Museum of Natural History & Science. Bulletin. 36, ISSN 1524-4156). New Mexico Museum of Natural History & Science, Albuquerque NM 2006, S. 131–138, online.</ref> Jüngere Schätzungen gehen von einer Länge von über 35 Metern aus.<ref name=":0" />

Gewichtsschätzungen sind generell schwieriger und werden seltener durchgeführt. Forscher um Mazzetta (2004) errechneten jedoch, dass das Gewicht zwischen 60 und 88 Tonnen lag, und geben 73 Tonnen als den wahrscheinlichsten Wert an, was Argentinosaurus zum schwersten durch relativ gute Fossilien bekannten Sauropoden macht.<ref name="mazzetta_04" />

Die Rückenwirbel der Sauropoden zeigten zusätzliche mechanische Verbindungselemente, die Hyposphen-Hypantrum-Verbindungen. Diese Verbindungen stabilisierten die Wirbelsäule und unterstützten somit wahrscheinlich den Riesenwuchs der Sauropoden, schränkten aber gleichzeitig die Beweglichkeit der Wirbelsäule ein. Bei den meisten Titanosauria einschließlich Argentinosaurus sind diese Verbindungselemente zugunsten einer flexibleren Wirbelsäule verloren gegangen. Bei Argentinosaurus und in ähnlicher Form auch bei Epachthosaurus haben sich analog zu den Hyposphen-Hypantrum-Verbindungen sekundär neuartige Verbindungselemente entwickelt; vermutlich als Folge der zunehmenden Körpergröße.<ref name="hyposphene">Sebastián Apesteguía: Evolution of the Hyposphene-Hypantrum Complex within Sauropoda. In: Virginia Tidwell, Kenneth Carpenter (Hrsg.): Thunder-lizards. The Sauropodomorph Dinosaurs. Indiana University Press, Bloomington IN u. a. 2005, ISBN 0-253-34542-1, S. 248–267.</ref>

Argentinosaurus lässt sich durch die neuartigen Verbindungselemente der Rückenwirbel (s. o.) sowie durch die röhrenförmigen Rippen von anderen Gattungen abgrenzen.<ref name="dinosauria" />

Systematik

Die Position dieser Gattung innerhalb der Titanosauria ist umstritten. Die Erstbeschreiber (Bonaparte und Coria, 2003) ordneten Argentinosaurus zusammen mit Andesaurus innerhalb einer eigenen Familie ursprünglicher Titanosaurier ein, die Andesauridae, welche den fortschrittlicheren Titanosauridae gegenüberstehen sollte.<ref name="Bonaparte1993" /> Heute wird die Andesauridae als paraphyletisch und damit als ungültig erachtet.<ref name="salgado_97">Leonardo Salgado, Rodolfo A. Coria, Jorge O. Calvo: Evolution of Titanosaurid Sauropods. I: Phylogenetic Analysis Based on the Postcranial Evidence. In: Ameghiniana. Bd. 34, Nr. 1, 1997, S. 3–32, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Digitalisat (PDF; 4,42 MB) (Memento vom 9. März 2012 im Internet Archive).</ref> Auch Upchurch und Kollegen (2004) sehen Argentinosaurus als einen ursprünglicheren Vertreter der Titanosauria, und klassifizieren ihn außerhalb der Lithostrotia (= Titanosauridae).<ref name="dinosauria" /> Curry Rogers (2005) jedoch sieht Argentinosaurus als Vertreter einer Gruppe sehr fortschrittlicher Titanosauria, der Opisthocoelicaudiinae. In dieser Gruppe fasst sie Argentinosaurus, Isisaurus, Alamosaurus, Opisthocoelicaudia und Antarctosaurus zusammen.<ref name="rogers_05">Kristina Curry Rogers: Titanosauria: A Phylogenetic Overview. In: Kristina Curry A. Rogers, Jeffrey A. Wilson (Hrsg.): The Sauropods. Evolution and Paleobiology. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2005, ISBN 0-520-24623-3, S. 50–103, doi:10.1525/california/9780520246232.003.0003.</ref>

Entdeckungsgeschichte und Namensgebung

Datei:Museo de La Plata - Argentinosaurus (fémur).jpg
Fragmentarischer Oberschenkelknochen im argentinischen Museo de la Plata

Die Fossilien wurden von Mitarbeitern des Museums Carmen Funes innerhalb der Farm Las Overas in der Stadt Plaza Huincul gesammelt. Während anfangs lediglich ein Schienbein ausgegraben wurde, konnten im Sommer 1989 die restlichen Fossilien geborgen werden.<ref name="Bonaparte1993" />

Der Fundort gehört zur Huincul-Formation, einem Schichtglied der Río-Limay-Untergruppe der Neuquén-Gruppe. Früher war diese Gesteinseinheit als Huincul-Member der Río-Limay-Formation untergeordnet.

Argentinosaurus wurde 1993 von den argentinischen Paläontologen José Fernando Bonaparte und Rodolpho Coria erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Name Argentinosaurus (lateinisch für argentinische Echse) weist auf das Land Argentinien, während der zweite Teil des Artnamens, huinculensis, auf die Stadt Plaza Huincul weist, wo die Fossilien gefunden wurden.<ref name="Bonaparte1993" />

Weblinks

Commons: Argentinosaurus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />