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Araukarien

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Araukarien
Datei:Zweig mit Zapfen einer Araukarie.jpg

Zweige der Chilenischen Araukarie (Araucaria araucana) mit Zapfen und Stamm im Hintergrund (Gemeinde Panketal)

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Araukariengewächse (Araucariaceae)
Gattung: Araukarien
Wissenschaftlicher Name
Araucaria
Juss.
Sektionen
  • Araucaria
  • Bunya
  • Eutacta

Die Araukarien (Araucaria) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Araukariengewächse (Araucariaceae), die zu den Koniferen (Coniferales) gehört. Sie besitzt ein stark disjunktes Areal auf der Südhalbkugel.

Beschreibung

Datei:Araucaria brasiliana SZ138.jpg
Illustration der Brasilianischen Araukarie (Araucaria angustifolia), Zapfen und Zweige
Datei:Araucaria bidwillii (preserved cone).jpg
Reifer Zapfen und Samen von Araucaria bidwillii

Vegetative Merkmale

Die Araucaria-Arten sind immergrüne Bäume. Die Art mit den höchsten Exemplaren aus der Gattung Araucaria ist mit 89 Metern Araucaria hunsteinii. Das älteste Exemplar aus der Gattung soll eine 1000-jährige Araucaria araucana sein. Sämlinge haben zwei bis vier Keimblätter (Kotyledone).

An den plagiotrop (plagiotrop: durch Geotropismus bestimmte Wuchsrichtung, die nicht die Orientierung der Sprossachse hat) ausgerichteten Ästen sind die derben Laubblätter schraubig angeordnet. An jungen Bäumen sind die Blätter nadelförmig und ebenfalls schraubig angeordnet. Bei ausgewachsenen Bäumen sind die Blätter meistens schuppenförmig und schraubig oder in zwei Schichten angeordnet, die sich überlappen. Die Blätter überdauern viele Jahre. Eine vegetative Vermehrung der Araucaria-Arten ist nicht möglich, da sie aus abgeschnittenen Trieben nicht mehr austreiben. Demzufolge kann keine Stecklingsvermehrung durch Ableger aus ihren Hauptwurzeln durchgeführt werden.<ref>vegetative Vermehrung. Abgerufen am 17. November 2019.</ref>

Generative Merkmale

Araucaria-Arten sind getrenntgeschlechtig, meist zweihäusig (diözisch) oder seltener einhäusig (monözisch). Männliche Zapfen werden terminal an den Ästen, einzeln oder zu mehreren zusammengefasst, gebildet. Die zahlreichen Staubblätter sind spiralig angeordnet. Weibliche Zapfen sind fast kugelförmig. Die dünnen Zapfenschuppen haben oft ein spitzes Ende. Die Zapfen werden schwer und enthalten viel milchige Flüssigkeit. Von der Bestäubung bis zur Reife brauchen die Zapfen zwei bis drei Jahre. Samen und Schuppen sind miteinander verwachsen. Die Samen sind geflügelt und bei einigen Arten essbar.

Datei:Petrified Araucaria cone.jpg
Längsschnitt durch einen ca. 210 Mio. Jahre alten versteinerten Zapfen von Araucaria spec. aus Patagonien (Argentinien)
Datei:Araucaria araucana cones.jpg
Zweige mit weiblichen Zapfen der Chilenischen Araukarie (Araucaria araucana)
Datei:Araucaria angustifolia.jpg
Brasilianische Araukarie (Araucaria angustifolia) in Petropolis bei Rio de Janeiro
Datei:Araucaria heterophylla.jpg
Norfolktanne (Araucaria heterophylla) als Parkbaum
Datei:Araucaria humboldtensis.JPG
Habitus von Araucaria humboldtensis

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Araucaria wurde 1789 durch Antoine-Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, S. 413 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Der Gattungsname Araucaria bezieht sich auf die Provinz Arauco im südlichen Chile.<ref name="GymnospermDb" /> Typusart ist Araucaria imbricata <templatestyles src="Person/styles.css" />Pav. nom. illeg. ein Name der 1797 ungültig veröffentlicht wurde; deshalb verwendet man die gültige Neukombination Araucaria araucana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Molina) K.Koch des Basionyms Pinus araucana <templatestyles src="Person/styles.css" />Molina.<ref name="IPNI" />

Die Gattung Araucaria besitzt ein stark disjunktes Areal auf der Südhalbkugel. Es gibt Arten in Südamerika, und zwar in Chile, Argentinien und dem südlichen Brasilien (siehe auch Floresta ombrófila mista); andere Arten sind in Neukaledonien, der Norfolkinsel, Australien und Neuguinea verbreitet. Dieses alte Taxon hatte früher eine weitere Verbreitung. Das rezente Areal ist ein Reliktareal; es entspricht dem Urkontinent Gondwana. 14 der 20 Araucaria-Arten sind Endemiten Neukaledoniens; die neukaledonischen Arten sind untereinander stärker verwandt als alle anderen Arten.<ref name="GymnospermDb" />

Die Gattung Araukarien (Araucaria) wird in drei Sektionen gegliedert und enthält seit 2017 etwa 20 Arten:<ref name="GymnospermDb" />

  • Sektion Araucaria (Syn.: Sekt. Colymbea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Salisb.) Endl.): Sie enthält nur zwei Arten:<ref name="GymnospermDb" />
    • Brasilianische Araukarie (Araucaria angustifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bertol.) Kuntze): Sie gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1800, teilweise bis zu 2300 Metern in den subtropischen Feuchtwäldern der südamerikanischen Länder Brasilien, Argentinien sowie Paraguay.<ref name="GymnospermDb" />
    • Chilenische Araukarie (Araucaria araucana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Molina) K.Koch, Syn.: Pinus araucana Molina, Araucaria imbricata <templatestyles src="Person/styles.css" />Pav., Araucaria balansae <templatestyles src="Person/styles.css" />Brong. & Griseb., Araucaria chilensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Mirb., Araucaria dombeyi <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Rich.): Sie gedeiht in den Anden in Höhenlagen von 950 bis 1050 Metern im südlichen bis zentralen Chile und südwestlichen Argentinien<ref name="GymnospermDb" /> und bilden dort die einzigen (reliktartigen) Lorbeerwälder der gemäßigten Klimazone.<ref>Jörg S. Pfadenhauer und Frank A. Klötzli: Vegetation der Erde. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-41949-2. S. 262, 394–396.</ref>
  • Sektion Bunya <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Wilde & A.J.Eames: Sie enthält nur zwei Arten:<ref name="GymnospermDb" />
    • Queensland-Araukarie (Araucaria bidwillii <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.): Von diesem Endemiten sind mehrere Standorte im australischen Queensland bekannt.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria hunsteinii <templatestyles src="Person/styles.css" />K.Schum. (Syn.: Araucaria klinkii <templatestyles src="Person/styles.css" />Lauterb., Araucaria schumanniana <templatestyles src="Person/styles.css" />Warb., Araucaria hunsteinii var. klinkii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lauterb.) Silba): Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 600 bis 2000 Metern nur im Bulolo Tal im nordöstlichen Neuguinea.<ref name="GymnospermDb" />
  • Sektion Eutacta <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl.: Sie enthält etwa 15 Arten:<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria bernieri <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Buchholz: Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 700 Metern in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria biramulata <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Buchholz: Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 300 bis 1050 Metern in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria columnaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(G.Forst.) Hook.: Dieser Endemit gedeiht im Tiefland in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" /> Sie wird wegen des besonders schönen Wuchses als Zierpflanze in tropischen Parks verwendet.
    • Neuguinea-Araukarie (Araucaria cunninghamii <templatestyles src="Person/styles.css" />Aiton ex D.Don):<ref name="GymnospermDb" /> Manche Autoren unterscheiden zwei Varietäten:<ref name="GymnospermDb" />
      • Araucaria cunninghamii <templatestyles src="Person/styles.css" />Aiton ex D.Don var. cunninghamii: Sie gedeiht in Australien im tropischen Küstenregenwald und subtropischen Regenwald in Höhenlagen von 0 bis 1000 Metern vom nördlichen Queensland bis Coffs Harbour in New South Wales.<ref name="GymnospermDb" />
      • Araucaria cunninghamii var. papuana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lauterb.) Silba: Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 610 bis 2400 Metern nur im Arfakgebirge im westlichen Neuguinea.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria goroensis <templatestyles src="Person/styles.css" />R.R.Mill & Ruhsam: Sie wurde 2017 erstbeschrieben und kommt nur im südöstlichen Neukaledonien vor.<ref name="GymnospermDb" /> Sie wurde bisher meist mit Araucaria muelleri verwechselt. Ihr Vorkommen ist bedroht.
    • Norfolk-Araukarie (Araucaria heterophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Salisb.) Franco),<ref name="GymnospermDb" /> auch Norfolktanne genannt. Sie gibt es als Zimmerpflanze für kühle Räume; sie ist auf der Norfolkinsel im Tiefland beheimatet.
    • Araucaria humboldtensis <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Buchholz: Dieser Endemit gedeiht auf sauren Böden in Höhenlagen von 750 bis 1500 Metern nur auf Mt. Humboldt, Mt. Mou und Mt. des Sources in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria laubenfelsii <templatestyles src="Person/styles.css" />Corbasson: Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 1400 Metern nur auf Mt. Mou, Mt. des Sources, Mt. Dzumac und Mt. Dou in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria luxurians <templatestyles src="Person/styles.css" />(Brongn. & Gris) de Laub.: Dieser Endemit gedeiht entlang der Küste in Höhenlagen von 200 bis 1400 Metern in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria montana <templatestyles src="Person/styles.css" />Brongn. & Gris: Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 200 bis 1400 Metern im Nordteil Neukaledoniens.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria muelleri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Carrière) Brongn. & Gris: Dieser Endemit gedeiht auf einigen Bergen in Höhenlagen von 150 bis 1400 Metern im südöstlichen Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria nemorosa <templatestyles src="Person/styles.css" />de Laub.: Dieser Endemit gedeiht im Küstenwald in Höhenlagen bis zu 100 Metern in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria rulei <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Muell.: Dieser seltene Endemit gedeiht in Höhenlagen von 150 bis 1150 Metern im Zentrum und Süden Neukaledoniens.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria schmidii <templatestyles src="Person/styles.css" />de Laub.: Dieser Endemit gedeiht nur auf Mt. Panie in Höhenlagen von 1500 bis 1630 Metern in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria scopulorum <templatestyles src="Person/styles.css" />de Laub.: Dieser Endemit gedeiht an der nordöstlichen Küste bis in Höhenlagen von maximal 300 Metern in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />
    • Araucaria subulata <templatestyles src="Person/styles.css" />Vieill.: Dieser Endemit gedeiht an mehreren Standorten in Höhenlagen von 320 bis 1900 Metern in Neukaledonien.<ref name="GymnospermDb" />

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Araucaria bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPNI"> Datenblatt bei IPNI. </ref> <ref name="GymnospermDb"> Christopher J. Earle: Informationen zur Gattung bei The Gymnosperm Database, letzte Überarbeitung 15. Januar 2026. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Araukarien (Araucaria) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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