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Hallersche Schaumkresse

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(Weitergeleitet von Arabidopsis halleri)

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Hallersche Schaumkresse
Datei:Arabidopsis halleri (Kriech-Schaumkresse) IMG 7443.JPG

Hallersche Schaumkresse (Arabidopsis halleri) in Niederösterreich

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Camelineae
Gattung: Schaumkressen (Arabidopsis)
Art: Hallersche Schaumkresse
Wissenschaftlicher Name
Arabidopsis halleri
(L.) O’Kane & Al-Shehbaz

Die Hallersche Schaumkresse (Arabidopsis halleri <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) O’Kane & Al-Shehbaz; Syn.: Cardaminopsis halleri <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Hayek), auch Kriech-Schaumkresse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Datei:Arabidopsis halleri flower (01).jpg
Blütenstand

Beschreibung

Die Hallersche Schaumkresse ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimeter erreicht. Sie bildet meist mehrere aufsteigende bis aufrechte Stängel. Sie bildet auch oberirdische, wurzelnde Ausläufer. Die Grundblätter sind entweder unzerteilt oder gefiedert mit rundlichen Endblättchen. Zur Blütezeit sind sie meist schon vertrocknet. Die Stängelblätter sind eiförmig, zumindest die unteren sind auch fiederspaltig. Sie sind beiderseits dicht gabelhaarig. Der Stängel ist unter dicht mit abstehenden, einfachen, oder 2-3-fach gegabelten Haaren besetzt: nach oben hin verkahlt er fast völlig.<ref name="Rosenbauer1994" />

Der Blütenstand ist sehr locker, weit auseinandergezogen und macht gut die Hälfte der Länge der ganzen Pflanze aus. Die Kronblätter sind weiß oder lila und 4 bis 6 Millimeter lang und mit einem langen Nagel versehen. Die Kelchblätter sind etwa ein Drittel so lang wie die Kronblätter. Die Schoten sind unter 1 Millimeter breit und schwach perlschnurartig gegliedert. Sie sind bis 30 Millimeter lang und sind 10–13 Millimeter lang gestielt. Sie stehen vom Stängel ab in einem Winkel von etwa 60 Grad. Die Frucht hat eine schmale Scheidewand (viel schmäler als die Frucht breit ist). Die Frucht ist rechtwinklig zur Scheidewand abgeflacht.<ref name="Rosenbauer1994" />

Blütezeit ist April bis Juni.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Standorte

Die Hallersche Schaumkresse wächst ab etwa 300 Meter Seehöhe bis hinauf in höhere Lagen (im Gebirge bis Hochgebirge), auch in metallhaltigen Böden. In Tireo, steigt sie bis 2400 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Markgraf1958" /> Sie kommt vor allem auf feuchten Wiesen und Weiderasen, aber auch an Waldrändern und Ruderalstandorten vor. Die Hallersche Schaumkresse kommt in Mitteleuropa vor, aber mit größeren Lücken. Darüber hinaus umfasst das Verbreitungsgebiet der Art aber auch Südeuropa, Südosteuropa bis zur Ukraine, in Nordeuropa Spitzbergen und Jan Mayen und (mit der Unterart subsp. gemmifera) auch Ostasien.<ref name="GRIN" /> Neu entdeckt wurde die Art 1991 in Baden-Württemberg im Schwarzwald bei Bad Rippoldsau.<ref name="Rosenbauer1994" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Vergesellschaftung

Die Hallersche Schaumkresse ist eine Charakterart des Geranio-Trisetetum aus dem Verband Polygono-Trisetion, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Arrhenatherion vor oder als Erzblume in Gesellschaften der Klasse Violetea calaminariae.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Deutschlands flora in abbildungen nach der natur (1806) (14760933874).jpg
Karawanken-Schaumkresse (Arabidopsis halleri subsp. ovirensis), Illustration

Systematik

Es werden in Europa die folgenden Unterarten unterschieden:<ref name="Euro+Med" />

  • Arabidopsis halleri subsp. halleri: Sie kommt in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, in der Schweiz, in Slowenien, in der Ukraine, in Rumänien, auf Spitzbergen und Jan Mayen vor. In Belgien ist sie ein Neophyt.<ref name="GRIN" />
  • Karawanken-Schaumkresse (Arabidopsis halleri subsp. ovirensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wulfen) O’Kane & Al-Shehbaz, Syn.: Cardaminopsis halleri subsp. ovirensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wulfen) Hegi & Em. Schmid): Sie kommt von den Südost-Alpen bis zu den Karpaten und der nördlichen Balkanhalbinsel vor.<ref name="Euro+Med" />

Eine weitere Unterart gibt es in Ostasien:

  • Arabidopsis halleri subsp. gemmifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Matsumura) O’Kane & Al-Shehbaz: Sie kommt in Russlands Fernem Osten, im nordöstlichen China, Korea, Japan und Taiwan vor.<ref name="GRIN" />

Taxonomie

Carl von Linné beschrieb in der 2. Auflage seines Werks „Species plantarum“ von 1763 auf Seite 929 erstmals Arabis Halleri. Albrecht von Haller hatte diese Art vorher als Sisymbrium foliis imis barbareae, superioribus integris dentatis veröffentlicht. Diese Benennung ist aber nicht binär und schon daher nicht gültig. Als locus typicus nennt Linnaeus „Harcynia ad Clausthal“, also den Harz bei Clausthal-Zellerfeld.<ref name="Markgraf1958" /> Linné würdigte also Hallers Leistung mit dem Namen der Art, obwohl Haller das ganze linneische System der Pflanzenbenennung ablehnte.

Sonstiges

Die Hallersche Schaumkresse ist besonders schwermetallverträglich. Da sie die Schwermetalle (wie etwa Blei,<ref name="Vices Motherboard"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento des Vorlage:Referrer vom 12. Juni 2015 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. – Bericht auf Vices Motherboard am 7. Oktober 2014 (abgerufen am 11. Juni 2015.)</ref> Cadmium,<ref name="Vices Motherboard" /><ref name="Chrismon.de">Schaumkresse und „Geobacter“ – Bericht auf Chrismon.de im Februar 2015 (abgerufen am 11. Juni 2015.)</ref> Nickel<ref name="Vices Motherboard" /> und Zink<ref name="Vices Motherboard" /><ref name="wissenschaft.de">Mehr Zink! – Bericht auf Bild der Wissenschaft am 29. März 2012 (abgerufen am 11. Juni 2015.)</ref> – je nach Unterart verschieden) auch in die Blätter einlagert – wohl um für Fressfeinde ungenießbar zu werden<ref name="Vices Motherboard" /> oder gegen Krankheitserreger besser geschützt zu sein<ref name="Vices Motherboard" /><ref name="wissenschaft.de" /> – wird sie auch zur Reinigung von schwermetallverseuchten Böden (Bioremediation) eingesetzt.<ref name="3Sat">Bislang kaum Interesse an Wunderkresse: US-Patent auf Pflanze abgelaufen – Bericht auf 3sat in Nano am 9. Juni 2015; siehe auch 3sat.de (abgerufen am 11. Juni 2015.)</ref>

Untersuchungen der metallanreichernden Pflanze wurden an den Universitäten Bayreuth und Tübingen durchgeführt.<ref name="Vices Motherboard" /><ref name="Chrismon.de" /> Weitere Forschungen – auch zum sogenannten Phytomining – sollen an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt werden.<ref name="Vices Motherboard" /><ref name="3Sat" />

Literatur

  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Weblinks

Commons: Hallersche Schaumkresse (Arabidopsis halleri) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelbelege

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 465. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold: Brassicaceae. Arabidopsis halleri. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. </ref> <ref name="GRIN"> Vorlage:GRIN </ref> <ref name="Rosenbauer1994"> Anette Rosenbauer: Die Wiesen-Schaumkresse (Cardaminopsis halleri (L.) Hayek) neu für Baden-Württemberg. In: Jahreshefte Gesellschaft Naturkunde Württemberg, 150. Jahrgang, S. 293–99, Stuttgart 1994. </ref> <ref name="Markgraf1958">Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Seite 114–116. Verlag Carl Hanser, München 1958.</ref> <ref name="InfoFlora"> Vorlage:InfoFlora</ref> </references>