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Aquila TI

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TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Aquilaf zu vermeiden.

Vorlage:Hinweisbaustein

Aquila
Datei:Aquila-coat of arms.svg
Wappen von Aquila
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton TessinDatei:CHE Ticino COA.svg Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bleniow
Kreis: Kreis Olivone
Gemeinde: Blenioi2
Postleitzahl: 6719
frühere BFS-Nr.: 5031
Koordinaten: 716016 / 151283Koordinaten: 46° 30′ 10″ N, 8° 57′ 0″ O; CH1903: 716016 / 151283
 {{#coordinates:46,50281|8,95012|primary
dim=5000 globe= name= region=CH-TI type=city
  }}
Höhe: 774 m ü. M.
Fläche: 63,02 km²
Einwohner: 519 (31. Dezember 2005)<ref name="Einwohner">Sonia Fiorini, Übersetzung aus dem Italienischen von Christoph Neuenschwander: Aquila. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. März 2021, abgerufen am 9. Januar 2026.</ref>
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.comuneblenio.ch
Datei:Aquila TI.jpg
Aquila TI
Aquila TI
Karte
w{w
Datei:Karte Gemeinde Aquila 2005.png
Gemeindestand vor der Fusion am 22. Oktober 2006

Aquila ist eine Ortschaft und war bis zur Zwangsfusion durch das Bundesgericht im Herbst 2006 eine selbständige politische Gemeinde im Kreis Olivone, im Bezirk Blenio des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie

Das Dorf liegt auf 789 m ü. M. im Bleniotal, am West-Abhang der Colma (2488 m ü. M.) und am linken Ufer des Brenno, 19 km nördlich der Station Biasca der Gotthardbahn und an der Strasse Biasca-Olivone. Zur früheren Gemeinde Aquila gehörten, neben dem Hauptort, die Weiler Dangio, Grumarone, Pinaderio, Ponto Aquilesco sowie eine Reihe von Maiensässen am Hang der Punta di Larescia und im Val Soia, das von Dangio aus nach Osten abzweigt. Auch der heute verschwundene Weiler Angerio lag laut einer Urkunde von 1281 in der politischen und Kirchgemeinde Aquila.<ref>Celestino Trezzini: Angerio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Altheus – Ardüser. Attinger, Neuenburg 1921, S. 377 (unibe.ch [PDF; 28,9 MB]).</ref> Das Territorium umfasste zwei Exklaven – Gebiete, die Aquila bei der Abspaltung von Ghirone behielt. In der grösseren Exklave liegt ein Teil des Lago di Luzzone.

Aquila grenzte an die folgenden, von Südosten aus im Uhrzeigersinn aufgezählten Gemeinden: Serravalle, Torre, Acquarossa, Olivone und Ghirone im Kanton Tessin sowie Medel (Lucmagn), Vrin und Vals im Kanton Graubünden.

Geschichte

Das Dorf wurde 1196 als Aquili erstmals erwähnt. Im Mittelalter teilte Aquila die Geschichte des Bleniotals. Um 1200 gehörte auch die Nachbarschaft Ghirone zu Aquila. Die 1853 bei der Trennung in zwei Gemeinden festgelegten Grenzen blieben bis zur Fusion bestehen. Anfangs des 13. Jahrhunderts verbanden und empörten sich die Einwohner von Olivone und Aquila, da sie sich durch die Unterwerfung der ambrosianischen Täler unter Rodolfo Orelli von Locarno in ihrer Selbständigkeit bedroht glaubten. Der hartnäckige Kampf wurde am 1. November 1213 durch die Schiedsprüche der Freiherren Albert und Heinrich von Belmont beendet; sie mussten die Gerichtsbarkeit der Capitanei von Locarno anerkennen. 1219 wurde Aquila mit den meisten Nachbarschaften des Bleniotales in einen Prozess gegen diese Capitanei verwickelt.<ref>Celestino Trezzini: Aquila. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Altheus – Ardüser. Attinger, Neuenburg 1921, S. 407 (unibe.ch [PDF; 28,9 MB]).</ref>

Die Abtrennung der Bürgergemeinden erfolgte 1914. Eine wichtige Einnahmequelle stellte die Auswanderung in europäische Länder dar (Schokoladenhersteller, Kellner, Dienstboten).<ref name="HLS">Sonia Fiorini: Aquila. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. März 2021.</ref>

Die vom Kantonsparlament am 25. Januar 2005 beschlossene Fusion der fünf Gemeinden des oberen Talabschnitts stiess in Aquila, das selbstständig bleiben wollte, auf Widerstand. Nachdem das Bundesgericht die Beschwerde der Gemeinde am 18. April 2006 abgewiesen hatte<ref>Entscheid 1P.242/2005.</ref>, wurde die ursprünglich per Frühjahr 2006 geplante Fusion zur Gemeinde Blenio Tatsache. Am 22. Oktober 2006 wurde Aquila mit Campo (Blenio), Ghirone, Olivone und Torre zur neuen Gemeinde Blenio fusioniert.

Aquila bildet aber nach wie vor die eigenständige Bürgergemeinde Patriziato Generale di Aquila, Torre, Lottigna.<ref>Patriziato Generale di Aquila, Torre, Lottigna. In: ti.ch, abgerufen am 12. Januar 2026.</ref>

Bevölkerung

Vorlage:SäulendiagrammZahlen bis 1824 inkl. Buttino/Zahl für 1824 inkl. Ghirone

Der starke Bevölkerungsrückgang zwischen 1960 und 1970 ist auf die Schliessung der Schokoladenfabrik Cima-Norma im benachbarten Torre zurückzuführen.<ref name="HLS" />

Datei:ETH-BIB-Aquila, Rheinwaldhorn, Bleniotal-LBS H1-015918.tif
Luftbild (1953)
Datei:Abele Rigozzi Opfer der Titanic aus Aquila TI.jpg
Gedenken an Abele Rigozzi aus Aquila auf dem Friedhof. Er arbeitete 1912 als Kellner auf der Titanic.
Datei:Blenio PonteRomano.jpg
Ponte Romano
Datei:Val Soi.jpg
Val Soia
Datei:Motterasciohuette.jpg
Motterasciohütte (Capanna Michela)

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild von Dangio ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.<ref>Dangio (Blenio). In: ISOS – Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Kultur BAK, 2008, abgerufen am 7. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

  • Pfarrkirche San Vittore Mauro, am 1. Oktober 1213 erwähnt. Das gegenwärtige Gebäude stammt von 1730 und wurde am 13. Mai 1895 neu geweiht. Der spätgotische Turm, der noch zur alten Kirche gehörte, wurde 1641<ref>Luca Solari: Blenio: una valle a confronto. Salvioni arti grafiche, Bellinzona 1998, ISBN 88-7967-023-9, S. 136.</ref> um zwei Stockwerke erhöht.<ref name="Martinoli">Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 96–97.</ref> Wandmalereien von Carlo Martino Biucchi (1702–1772) von 1732 und Tommaso Calgari von 1870<ref>Patrizia Pusterla Cambin: Sentieri Storici della Valle di Blenio. Bellinzonese e Alto Ticino Turismo, Bellinzona, OCLC 731119794, S. 50 f.</ref>
  • Wohnhaus Domenico Domenichetti mit Fresko Deposizione con i Santi Carlo Borromeo e Francesco d’Assisi des Malers Lorenzo Peretti aus Buttogno<ref>Lorenzo Peretti. In: ti.ch (italienisch; mit Foto).</ref>
  • Im Ortsteil Cresedo: ein Patrizierhaus mit Fresken von Johann Jakob Riegg (1695–1731)<ref name="Martinoli" /><ref name="Riegg">Cresedo Tec: Johann Jakob Riegg: Ein Haus in Aquila, Blenio Tal. Valle di Blenio, 2003, abgerufen am 12. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), mit Foto).</ref>
  • Der 1461 erbaute sogenannte Ponte Romano gilt als eine der ältesten Steinbrücken der Schweiz<ref name="Martinoli" />
  • Im Ortsteil Dangio: Kirche Sant’Ambrogio, in der heutigen Form von 1742<ref name="Martinoli" />
  • Schalenstein im Ortsteil Döö (890 m ü. M.)<ref name="Binda" details="S. 42–43.">Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, ISBN 978-88-8281-353-6.</ref>
  • Schalenstein (Zeichenstein) an der Grenze der ehemaligen Gemeinden Torre TI und Malvaglia im Ortsteil Cadabi (2580 m ü. M.)<ref name="Binda" details="S. 106–108." />
  • Greina-Ebene<ref>Greina-Ebene. In: DNB 945727658.</ref>

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Veranstaltungen

Sport

  • Football Club Aquila<ref>Football Club Aquila. In: matchcenter-ftc.football.ch, abgerufen am 12. Januar 2026.</ref>

Persönlichkeiten

  • Giovan Domenico Cima (* um 1510 in Aquila; † um 1570 in Lottigna), Militär, Oberst in Sardinien in spanischen Diensten, Landvogtstatthalter von Blenio 1568. Er baute und schenkte das Haus della Giustizia in Lottigna, die Residenz des Vogts von Blenio<ref>Gian Alfonso Oldelli: Giovan Domenico Cima. In: Dizionario storico-ragionato degli uomini illustri del Canton Ticino. Band 2. Tipografia Francesco Veladini & Comp., Lugano 1811, S. 14 (Scan in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Celestino Trezzini: Giovan Domenico Cima. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach, hier: Cavadini – Daegerlen. Attinger, Neuenburg 1924, S. 589 (unibe.ch [PDF; 28,1 MB]).</ref>
  • Johann Jakob Riegg (* 1678 in Disentis/Mustér; † 1731 ebenda), Maler, bemalte in einem der Patrizierhäuser in Aquila die Holzdecke, die jener in Malvaglia ähnlich ist.<ref name="Riegg" />
  • Giovan Battista Vittore Aquilino Degiorgi (* 29. Januar 1733 in Aquila; † 1780/1790 in Wien), Kunstmaler, Autor von Fresken in mehreren Kirchen und Kapellen in und um Aquila<ref>Celestino Trezzini: Giovan Battista Degiorgi. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. hier: Daehler – Eglolf. Attinger, Neuenburg 1924, S. 680 (unibe.ch [PDF; 26,5 MB]).</ref><ref>Giovanni Battista Degiorgi. In: SikartVorlage:Abrufdatum.</ref>
  • Domenico Degiorgi (* 18. August 1787 in Aquila; † nach 1814 in Bissone ?), von Aquila, Advokat, Mitglied der provisorischen, aus der Revolution von Giubiasco von 1814 hervorgegangenen Regierung<ref>Celestino Trezzini: Domenico Degiorgi. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach, hier: Daehler – Eglolf. Attinger, Neuenburg 1924, S. 680 (unibe.ch [PDF; 26,5 MB]).</ref>
  • Aquilino Ganna (* 1800 in Aquila; † 1845 ebenda), Künstler, Maler. Student an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. Er schuf Porträts und sakrale Darstellungen, Arbeiten auf Papier, Holz, Elfenbein und Pergament<ref>Aquilino Ganna. In: SikartVorlage:Abrufdatum.</ref>
  • Ludovico Aquilino Maestrani (* 26. Januar 1814 in Aquila; † 11. Juni 1880 in St. Gallen), Unternehmer, Gründer der Schokoladefabrik Maestrani<ref>Peter Müller: Aquilino Maestrani. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Oktober 2009, abgerufen am 2020.</ref><ref>Aquilino Maestrani. In: ti.ch (italienisch; mit Bild).</ref>
  • Antonio Cima (* 3. Mai 1942 in Dangio), Lautenfabrikant und Mitglied der Vox Blenii<ref>Cima, Antonio. In: ricercamusica.ch/dizionario, abgerufen am 8. November 2017 (italienisch).</ref>
  • Gerardo Rigozzi (* 1951 in Aquila), Gemeindepräsident von Bedano, ehemaliger Direktor der Kantonsbibliothek Lugano
  • Davide Buzzi (* 31. Dezember 1968), Liedermacher und Schriftsteller<ref>Davide Buzzi. In: rsi.ch, 1. Oktober 2016, abgerufen am 12. Januar 2026 (italienisch; mit Foto).</ref>

Literatur

  • Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, ISBN 978-88-8281-353-6.
  • Piero Bianconi: Aquila. In: Arte in Blenio. Guida della valle. Ist. Ticinese d'Arti Grafiche ed Editoriale, Grassi, Bellinzona 1944, OCLC 632521085.
  • Ders. (Hrsg.): Aquila. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Le Tre Valli Superiori. Leventina, Blenio, Riviera. Ist. Ticinese d'Arti Grafiche ed Editoriale, Grassi 1948, OCLC 1532911305, S. 5–17, hier S. 5, 12–15, (Dangio) 16, 17.
  • Sonia Fiorini: Aquila. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. März 2021.
  • Rinaldo Giambonini, Agostino Robertini, Silvano Toppi (Hrsg.): Aquila. In: Il Comune. Ristampe della pagina „Il Comune“ del Giornale del Popolo con aggiunte di nuovi testi e fotografie inedite. [politica, economia, folclore, arte, storia] (= Il comune. Band 1). Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1971, OCLC 610769460, S. 9–20.
  • Virgilio Gilardoni: Aquila. In: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino (= Arte e Monumenti della Lombardia Prealpina. Band 3). La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, OCLC 1192692659, S. 38, 178–180, 299, 330, 412, 426, 468, 509, 522.
  • Simona Martinoli u. a.: Aquila. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. GSK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 94. 95, 96, 109.
  • Johann Rudolf Rahn: Aquila. In: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino (= Società Ticinese per la Conservazione delle Bellezze Naturali ed Artistiche [Hrsg.]: Studi e monografie. Band 4). Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, OCLC 1399141562, S. 2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Celestino Trezzini: Aquila. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Altheus – Ardüser. Attinger, Neuenburg 1921, S. 407 (unibe.ch [PDF; 28,9 MB]).

Weblinks

Commons: Aquila – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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Greina Ebene

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