Anöstrie
Als Anöstrie bezeichnet man in der Tiermedizin das Ausbleiben der Brunst. Der Begriff kann sowohl das völlige Ausbleiben des Sexualzyklus, hier besser als Azyklie zu bezeichnen, als auch das stille Ablaufen des Sexualzyklus („stille Brunst“, Anaphrodisie) bezeichnen.<ref name="Grunert147">Eberhard Grunert: Fertilitätsstörungen beim weiblichen Rind. Georg Thieme, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-8263-3150-3, S. 147.</ref> Ursache ist eine gestörte Eierstockfunktion.
Physiologisch ist eine Anöstrie vor der Pubertät und während der Trächtigkeit. Eine Azyklie kann bei Fehlbildungen der Eierstöcke angeboren sein. Sie kann aber auch bei widrigen Umweltbedingungen, Mangelernährung („Hungersterilität“)<ref name="Grunert147"/>, nach Schwergeburten sowie bei sehr hoher Milchleistung, Pyometra, Ovarialzysten und Eierstocktumoren auftreten.<ref>Eberhard Grunert: Fertilitätsstörungen beim weiblichen Rind. Georg Thieme, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-8263-3150-3, S. 148.</ref> Bei Hündinnen kommen auch Schilddrüsenunterfunktion, Hyperprolaktinämie und Nebennierenüberfunktion als Ursachen in Betracht.<ref>Hans-Klaus Dreier: Klinik der Reproduktionsmedizin des Hundes. Schlütersche, Hannover 2010, ISBN 978-3-8426-8038-8, S. 69.</ref> Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
Einzelnachweise
<references/> Vorlage:Hinweisbaustein