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Acker-Hundskamille

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(Weitergeleitet von Anthemis arvensis)

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Acker-Hundskamille
Datei:Anthemis arvensis (subsp. arvensis) sl5.jpg

Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Hundskamillen (Anthemis)
Art: Acker-Hundskamille
Wissenschaftlicher Name
Anthemis arvensis
L.

Die Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Anthemis arvensis.jpg
Illustration aus Köhler’s Medizinalpflanzen
Datei:Anthemis arvensis W.jpg
Querschnitt durch das Blütenkörbchen mit dem markhaltigen Körbchenboden und Zungen- sowie Röhrenblüten
Datei:Anthemis arvensis (subsp. arvensis) sl14.jpg
Der Korbboden ist schmal-kegelig bis walzlich.
Datei:Anthemis arvensis2 W.jpg
Gefiedertes Laubblatt
Datei:Anthemis arvensis 001.JPG
Habitus
Datei:Anthemis arvensis (subsp. arvensis) sl15.jpg
Die Achänen sind im Querschnitt rundlich und deutlich längsrippig.
Datei:Anthemis arvensis (subsp. arvensis) sl16.jpg
Die Spreublätter sind lanzettlich und allmählich zugespitzt.

Die Acker-Hundskamille wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 50 Zentimeter erreicht. Sie besitzt verzweigte, ausgebreitete oder aufrechte Stängel. Die wechselständigen Laubblätter sind mehrfach gefiedert und verströmen beim Zerreiben keinen charakteristischen Duft.

Die Blütezeit reicht in Deutschland sowie Österreich von Juni bis September. Der körbchenförmige Blütenstand weist einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimeter auf. Der Körbchenboden ist im Gegensatz zur Echten Kamille (Matricaria recutita) innen markig gefüllt. Die Hüllblätter sind oben ganzrandig oder etwas gezähnt. Der Blütenkorb enthält weiße Zungen- und gelbe Röhrenblüten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Acker-Hundskamille ist ein Ackerwildkraut, ein Archäophyt, ein Kulturbegleiter und ein Versauerungszeiger.<ref name="Düll2011" />

Es liegen Insektenbestäubung und Selbstbestäubung vor.<ref name="Düll2011" />

Die Acker-Hundskamille zeigt Verschiedenfrüchtigkeit, d. h. die Randblüten der Körbchen sind mit etwa 1 mg doppelt so schwer wie die zentralen Früchte. Die Früchte unterliegen als Klebhafter der Tierausbreitung, da ihre Höcker auf der Oberfläche einen Schleim absondern; außerdem erfolgt Menschenausbreitung mit Ackererde.<ref name="Düll2011" />

Vorkommen

Als Standorte werden Äcker, Brachflächen und Wegränder, besonders auf kalkfreien, sauren Böden bevorzugt. Die Acker-Hundskamille ist überregional eine Art der Secalietea-Klasse; sie kommt oft in Gesellschaften des Verbands Aperion spicae-venti vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Diese Pflanzenart ist in ganz Europa häufig.

Systematik

Man kann folgende Unterarten unterscheiden<ref name="Euro+Med" />:

  • Anthemis arvensis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. arvensis
  • Anthemis arvensis subsp. acrochordona <templatestyles src="Person/styles.css" />Briq. & Cavill.: Sie kommt in Frankreich, in Italien und in Sardinien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Anthemis arvensis subsp. cyllenea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Halácsy) R. Fern.: Sie kommt in Griechenland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Anthemis arvensis subsp. glabra <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rouy) Jeanm.: Sie kommt in Korsika vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Anthemis arvensis subsp. incrassata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Loisel.) Nyman: Sie kommt in Südeuropa vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Anthemis arvensis subsp. sphacelata <templatestyles src="Person/styles.css" />(C. Presl) R. Fern.: Sie kommt in Italien und in Sizilien vor.<ref name="Euro+Med" />

Trivialnamen

Für diese Art werden oder wurden, zum Teil nur regional, auch folgende weitere Trivialnamen verwendet: Butterblumen, Crotuntille (althochdeutsch), Dickkopp (Altmark), Härnelchen, Heangskrokt (Siebenbürgen), wilder Hermel (Schlesien), Hermeln, Hernlein, Hosennabelo (althochdeutsch), Hundsblume (Eifel Dreis), Hundschamille (Eifel), Hundsdille (mittelniederdeutsch), Hunenblomen (Münsterland), Hundskamellen (Unterweser), Kröttenkraut, Kühaugen, Kühdille (Schlesien), Lauchkolb (mittelhochdeutsch), Ochsinnabe (mittelniederdeutsch), Ochsinsnabel (althochdeutsch), Ochsnals, Rindsauge und Rotonabel<ref name="Pritzel1882">Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 31, online.</ref> sowie Ochsenauge.<ref>Claudia Erbar, Karin Zimmermann: Der Codex Palatinus germanicus 539 – eine Pflanzenliste aus dem 15. Jahrhundert. 2009 (Digitalisat), S. 51 (zu ossenauge und Ochssennabell).</ref>

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Düll2011"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med">Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Anthemis ervensis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> </references>

Literatur

  • Gunter Steinbach (Hrsg.), Bruno P. Kremer u. a.: Wildblumen. Erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2001, ISBN 3-576-11456-4.

Weblinks

Commons: Acker-Hundskamille – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien