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Ammoniumhydrogensulfat – Wikipedia Zum Inhalt springen

Ammoniumhydrogensulfat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ammoniumbisulfat)
Strukturformel
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Hydrogensulfation
Allgemeines
Name Ammoniumhydrogensulfat
Andere Namen

Ammoniumbisulfat

Summenformel NH4HSO4
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-265-5
ECHA-InfoCard 100.029.332
PubChem 24655
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 115,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,79 g·cm−3 (bei 20 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

120 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

leicht in Wasser (ca. 1000 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS2">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 260​‐​280​‐​301+330+331​‐​303+361+353​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Ammoniumhydrogensulfat ist ein Ammoniumsalz der Schwefelsäure. Es besitzt die Formel NH4HSO4.

Gewinnung und Darstellung

Ammoniumhydrogensulfat entsteht bei Zersetzung von Ammoniumsulfat bei Temperaturen über 100 °C, wobei Ammoniak frei wird. Ammoniumhydrogensulfat entsteht in großen Mengen als Abscheidungsprodukt in Aktivkoks-Filteranlagen für Schwefeldioxid-haltige industrielle Abgase. Die Filter werden mit Sauerstoff, Ammoniak und Wasserdampf beschickt, wobei über Schwefelsäure das Hydrogensulfat und auch Ammoniumsulfat entstehen:<ref>Heinz Brauer (Hrsg.): Handbuch des Umweltschutzes und der Umweltschutztechnik: Band 3: additiver Umweltschutz: Behandlung von Abluft und Abgasen. Springer, 1996, ISBN 978-3-540-58060-7, S. 577.</ref>

<math>\mathrm{2 \ SO_2 \ + \ O_2 + 2 \ H_2O \longrightarrow 2 \ H_2SO_4}</math>
<math>\mathrm{H_2SO_4 \ + \ NH_3 \longrightarrow (NH_4)HSO_4}</math>
<math>\mathrm{(NH_4)HSO_4\ + \ NH_3 \longrightarrow (NH_4)_2SO_4}</math>

Eigenschaften

Ammoniumhydrogensulfat bildet weiße, monokline, hygroskopische Kristalle.<ref>Jean D’Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale. 4. Auflage, Springer, 1997, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 596.</ref> Die Substanz zersetzt sich bei Temperaturen über 120 °C, wobei Schwefeloxide, Stickoxide und Ammoniak frei werden. Die Lösung von 100 g Ammoniumhydrogensulfat in 1 l Wasser zeigt bei 20 °C einen pH-Wert von 1,<ref name=carlroth>Datenblatt Vorlage:Linktext-Check (PDF) bei Carl RothVorlage:Abrufdatum</ref> liegt also im stark sauren Bereich.

Verwendung

Verwendung findet es zur Herstellung von Ammoniumperoxodisulfat,<ref>Arnold Willmes: Taschenbuch chemische Substanzen: Elemente - Anorganika - Organika - Naturstoffe - Polymere. 3. Auflage, Harri Deutsch Verlag, 2007, ISBN 978-3-8171-1787-1, S. 115.</ref> als Zusatzstoff in Stickstoffdünger,<ref>Patentanmeldung DE4126806A1: Verfahren zur Herstellung von granuliertem Ammoniumsulfat. Angemeldet am 9. August 1991, veröffentlicht am 11. Februar 1993, Anmelder: Leuna Werke AG, Erfinder: Wolfgang Ermischer et al.</ref> zur Bekämpfung von Waldbränden als viskose Lösung/Suspension in Wasser und zur Herstellung von Ammoniumalaun und Flammschutzmitteln für Cellulose-Produkte.<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise

Ammoniumhydrogensulfat ist als schwach wassergefährdend (WGK 1) eingestuft.

Einzelnachweise

<references />