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Wechselschlag (Spieltechnik)

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(Weitergeleitet von Alternate Picking)

Vorlage:Hinweisbaustein Wechselschlag ist die Bezeichnung für Anschlagstechniken bei Zupfinstrumenten, bei der die Saiten entweder mit sich abwechselnden Fingern (z. B. Zeige- und Mittelfinger) oder aus abwechselnden Anschlagsrichtungen (englisch alternate picking; Abwärts- und Aufwärtsschläge eines Plektrums) zum Klingen gebracht werden.

Datei:نوازنده بیس.jpg
Angelegter Wechselschlag mit Zeige- und Mittelfinger auf einer Bassgitarre

Anschlag mit wechselnden Fingern

Zum Einsatz kommen entweder der Daumen und der Zeigefinger oder zwei, gelegentlich auch drei Finger der Anschlagshand, die abwechselnd eine Saite oder benachbarte Saiten anschlagen. Die Kombination der Finger hängt von technischen und stilistischen Kriterien oder individuellen Vorlieben ab.

Gitarre und Laute

Das abwechselnde Anschlagen mit Daumen und Zeigefinger wurde bei den deutschsprachigen Lautenisten unter der Bezeichnung „Zwicken“ praktiziert. Der Vihuelaspieler Miguel de Fuenllana empfahl in seinem Werk Orphenica Lyra diesen Wechselschlag für die tieferen Saiten, ansonsten aber den Wechselschlag mit Zeigefinger und Mittelfinger zur Ausführung der redobles (tonleiterartige Diminutionen), den er für klanglich ausgeglichener hielt, als den dedillo, einen plektrumartigen Wechselschlag mit der Kuppen- und Nagelseite eines einzelnen Fingers.

In der Gitarristik der Klassik wurde der Daumen-Zeigefinger-Anschlag bei skalenartigen Passagen über alle Saiten zunächst vom Wechselschlag mit zwei Fingern auf den hohen Saiten abgelöst, wobei der Daumen nur noch auf den tiefen Saiten zum Einsatz kam,<ref>Zuth, S. 286.</ref> bis die Ausführung von Skalenläufen über alle Saiten durch Wechselschlag mit zwei Fingern im Verlauf des 19. Jahrhunderts zum beherrschenden technischen Paradigma für die moderne Konzertgitarre wurde. Neben dem bis dahin überwiegend praktizierten Tirandoanschlag wurde der Wechselschlag unter dem Einfluss der spanischen Gitarrentradition zunehmend auch als Apoyando (‚angelegter Anschlag‘) ausgeführt.

Vina (Indien)

Beim Spiel der indischen Vina kommen sehr komplexe Wechselschlagtechniken (meetu) zur Anwendung, bei der die Melodiesaiten je nach der Spieltradition einer Gharana nur mit den Fingern (je nach Traditionslinie mit den Fingerkuppen oder mit den Fingernägeln) oder unter Verwendung von Fingerplektren angeschlagen werden. Dabei werden die auch beim Spiel der Sitar verwendeten mizrabs auf Zeigefinger und Mittelfinger gesteckt, während dem Kleinfinger die Aufgabe zukommt, auf den hohen Bordunsaiten (tala strings) durch Abwärtsschläge mit seiner Nagelseite die Zählzeiten des tala(m) zu markieren.<ref>C. Gangadhar: Theory and Practice of Hindu Music and The Vina Tutor. Methodist Publishing House, Madras 1935, S. 14–15 (englisch).</ref>

Wechsel der Anschlagsrichtung

Beim Wechselschlag mit einem einzelnen Finger oder einem Plektrum werden einzelne Saiten (alternate picking) oder mehrere Saiten (strumming) durch Wechsel der Anschlagsrichtung (downstroke / upstroke ‚Ab- und Aufschlag‘) angeschlagen.

Während das Plektrum bei Instrumenten wie Gitarre, Mandoline oder auch der arabischen Oud zumeist mit Daumen und Zeigefinger gehalten wird, werden beim Spiel der indischen Sitar die Melodie- und Bordunsaiten mit einem am Zeigefinger befestigten mizrab (Fingerplektrum) angeschlagen, wobei mit den bols „Da“ der Aufschlag (der auf der höchsten Melodiesaite auch angelegt ausgeführt werden kann) und „Ra“ der Abschlag benannt wird. Während insbesondere bei schnellen Anschlagsfolgen Ra im Wechsel mit Da auch auf der höchsten Melodiesaite Verwendung findet, werden die hohen chickaris (Bordunsaiten) ausschließlich im Abschlag (Ra) gespielt.

Da es sich beim alternierenden Ab- und Aufschlag um eine Bewegung in zwei Phasen handelt, lassen sich dreizeitige Tongruppen (z. B. Triolen) im kontinuierlichen Wechselschlag nur durch die Dynamik darstellen, oder alternativ durch Anschlagsmuster, bei denen eine der Anschlagsphasen wiederholt wird. Die nachfolgenden, auf die Sitar bezogenen Muster (gats) lassen sich auch auf andere mit einem Einzelplektrum gespielte Zupfinstrumente übertragen (dynamisch akzentuierte Anschläge sind im Schriftbild kursiv hervorgehoben):

  • kontinuierlicher Wechselschlag; binärer Rhythmus: Da Ra | Da Ra
  • kontinuierlicher Wechselschlag; ternärer Rhythmus durch Wechsel der Betonung: Da Ra Da | Ra Da Ra
  • Wiederholung einer Auf- oder Abschlagsbewegung; ternärer Rhythmus: Da Ra Da | Da Ra Da oder Da Ra Ra | Da Ra Ra
  • Kombinierte Anschlagsbewegungen bei asymmetrischen Rhythmen (z. B. 8=3+3+2): Da Ra Da + Da Ra Da + Da Ra

Eine vom Plektrumspiel auf der Bandurria inspirierte Anschlagstechnik auf der Flamencogitarre ist das alzapúa, bei dem der Daumennagel durch die Kombination von Ab- und Aufschlägen rhythmische Muster aus Bass- und Akkordtönen erzeugt.

Literatur

  • Josef Zuth: Handbuch der Laute und Gitarre. Verlag der Zeitschrift für die Gitarre (Anton Goll), Wien 1926 (1928), S. 286.

Weblinks

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Einzelnachweise

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