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Go-Joseon

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(Weitergeleitet von Alt-Choson)
Geschichte Koreas
Prähistorisches Korea
Antike
Proto-Drei-Reiche
Zeit der Drei Reiche
  • Goguryeo (37 v. Chr. – 668 n. Chr.)
  • Baekje (18 v. Chr. – 660 n. Chr.)
  • Silla (57 v. Chr. – 935 n. Chr.)
  • Gaya (42/370 – 562 n. Chr.)
Nord- und Südstaaten
Spätere Drei Reiche
Staaten der Reichseinheit
Kolonialzeit
Teilung Koreas
Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 고조선
Hanja: 古朝鮮
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Go-Joseon (dt. Alt-Joseon) bezeichnet ein frühes staatliches Gebilde in Nordostasien, dessen Existenz von der Bronzezeit bis ins Jahr 108 v. Chr. datiert wird. Es wurde während der Bronzezeit in Nordostasien gegründet und existierte bis 108 v. Chr. Die genaue Chronologie und Ausdehnung von Go-Joseon sind aufgrund mangelnden schriftlich überlieferten Quellen Gegenstand akademischer Debatten.<ref name="DBiTuB_SiLdM">Der Brockhaus in Text und Bild 2003 [SW], elektronische Ausgabe für Office-Bibliothek, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, 2003; Artikel: "Korea bis 668 n. Chr.: Staatenbildung im Land der Morgenstille"</ref>

Etymologie

Der Ausdruck Go‑Joseon (古朝鮮) bedeutet „Altes Joseon“. Die Kombination 古朝鮮 findet sich bereits in vormodernen koreanischen Quellen, darunter das Samguk Yusa, wo sie als adjektivische Beschreibung („das alte Joseon“) erscheint. Erst die moderne Historiographie machte daraus einen standardisierten Periodenbegriff, um das bronzezeitliche Joseon vom späteren Joseon‑Königreich (1392–1910) terminologisch zu unterscheiden.

Gründungsmythos und historische Einordnung

Die koreanische Geschichtssammlung Samguk Yusa aus dem 13. Jahrhundert, nennt das Jahr 2333 v. Chr. als Gründungsdatum. Dem Gründungsmythos zufolge wurde Go-Joseon vom Halbgott Dangun Wanggeom (단군왕검) gegründet. Die Hauptstadt war Asadal.

Dangun-Joseon (?–194 v. Chr.)

Das Gründungsdatum 2333 v. Chr. besitzt einen rein mythologischen Charakter und ist archäologisch nicht belegbar. Archäologische Funde wie Dolche aus Bronze und Keramik zeugen von einer entwickelten Bronzezeitkultur in dieser Region.

Joseon wurde erstmals im 1. Jahrtausend v. Chr.<ref name="DBiTuB_SiLdM" /> schriftlich erwähnt. Es taucht in späteren Quellen insbesondere im Zusammenhang mit den Dongyi „Östliche Barbaren“ wieder auf.

Die Bronzekultur Go-Joseons

Obwohl die exakte politische Struktur des frühen Go-Joseon unklar bleibt, wird seine materielle Kultur eng mit der Entwicklung der Bronzezeit auf der Koreanischen Halbinsel und in der Mandschurei in Verbindung gebracht. Archäologische Funde, insbesondere charakteristische Bronzedolche, gelten als Leitfossilien zur Eingrenzung des geografischen und zeitlichen Raums von Go-Joseon.

Bipa-Bronzedolchkultur (ca. 10. bis 7. Jh. v. Chr.)

Die frühe Phase wird durch den lautenförmigen Dolch (비파형동검, Bipahyeong-donggeom) repräsentiert, benannt nach seiner Form, die an eine Laute (bipa) oder eine Mandoline erinnert. Sie treten ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. in Erscheinung und bisherige Funde lassen sich vor allem in der Liaoning-Region vorfinden. Dessen Verbreitung überschneidet sich weitgehend mit der Ausdehnung von Go-Joseon.<ref>비파형 동검 (琵琶形 銅劍). In: 한국민족문화대백과사전 [Encyclopedia of Korean Culture]. Academy of Korean Studies (aks.ac.kr [abgerufen am 31. August 2025]).</ref>

Datei:Bronze dagger.jpg
Lautenförmige Bronzedolche

Se-Bronzedolchkultur (ca. 4. bis 2. Jh. v. Chr.)

In der späteren Phase von Go-Joseon entwickelte sich aus dem Bipa-Typ der schlankere und geradlinige Bronzedolche, bekannt als Sehyeong-donggeom (세형동검). Im Kontrast zu ihrem Vorgänger befinden sich die meisten Ausgrabungsfunde südlich des Cheongcheon-Flusses in der Pyeongan-Region, Nordkorea.<ref>후석(숭실대 강사) 이: 한국식 동검 (韓國式 銅劍). In: 한국민족문화대백과사전 [Encyclopedia of Korean Culture]. Academy of Korean Studies (aks.ac.kr [abgerufen am 31. August 2025]).</ref>

Datei:완주 갈동 출토 정문경 일괄.jpg
Bronzespiegel mit geometrischen Mustern

Neben den Dolchen umfassen die typischen Artefakte dieser Kultur auch bronzene Spiegel mit feinen geometrischen Mustern (다뉴세문경, Danyusemungyeong) und bronzene Rasseln, die vermutlich für schamanistische Rituale verwendet wurden. Diese Objekte gelten als Prestige- und Herrschaftssymbole und deuten auf die Existenz einer komplexen Gesellschaft und Herrschaftshierarchie hin.<ref>진경 박: 정문경 (精文鏡). In: 한국민족문화대백과사전 [Encyclopedia of Korean Culture]. Academy of Korean Studies (aks.ac.kr [abgerufen am 31. August 2025]).</ref>

Gija-Joseon (ca. 1126–194 v. Chr.)

Eine spätere Überlieferung beschreibt eine weitere Phase, genannt Gija-Joseon. Demnach soll Gija, ein mutmaßlicher Onkel des damaligen Kaisers der Shang-Dynastie, um 1122 v. Chr. nach Joseon geflohen sein und dort die Herrschaft übernommen haben.

Wiman-Joseon (194–108 v. Chr.)

Die historisch am besten belegte Phase von Go-Joseon ist Wiman-Joseon. Um 194 v. Chr. floh der Yan-General Wiman mit seinen Anhängern nach Go-Joseon und übernahm dort die Herrschaft von König Jun.<ref name="DBiTuB_SiLdM" />

Der Fall der Hauptstadt Wanggeom-seong an die Han-Dynastie im Jahr 108 v. Chr. leitete den Untergang von Go-Joseon ein. Auf dem Territorium des ehemaligen Go-Joseon wurden vier Militärkommandanturen errichtet. Der Untergang von Go-Joseon trug wesentlich zur Formierung der späteren koreanischen Königreiche bei (siehe Drei Reiche von Korea).<ref>Michael D. Shin, Injae Lee: Korean History in Maps: From Prehistory to the Twenty-First Century. Cambridge University Press, Cambridge 2014, ISBN 978-1-107-09846-6.</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Carter J. Eckert, Ki-baik Lee, Young Ick Lew, Michael Robinson, Edward W. Wagner: Korea Old and New. A History. Ilchokak, Seoul 1990, ISBN 0-9627713-0-9.
  • Marion Eggert, Jörg Plassen: Kleine Geschichte Koreas (= Beck’sche Reihe. 1666). Beck, München 2005, ISBN 3-406-52841-4.
  • Harold Hakwon Sunoo: A History of Korea. Ancient time to 1945. Xlibris Corporation, s. l. 2006, ISBN 1-4257-0948-6