Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – Wikipedia Zum Inhalt springen

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Alpha1-Antitrypsinmangel)
{{#ifeq:|ja|Klassifikation nach ICD-10-GM|Klassifikation nach ICD-10}}
{{#if: E88.0 | E88.0 | Eintrag fehlt }} Störungen des Plasmaprotein-Stoffwechsels, anderenorts nicht klassifiziert | Eintrag fehlt }}
{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
{{#ifeq:|ja|ICD-10 online (GM-Version 2026)|ICD-10 online (WHO-Version 2019)}}
{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 30}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 29}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 28}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 27}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 26}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 25}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 24}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 23}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 22}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 21}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 20}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 19}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 18}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 17}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 16}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 15}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 14}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 13}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 12}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 11}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 10}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 05}}

Der α1-Antitrypsin-Mangel (Synonyme: Laurell-Eriksson-Syndrom, Proteaseinhibitormangel, AAT-Defizit) ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung aufgrund eines Polymorphismus des Proteinase-Systems. Ein Mangel an Proteaseinhibitoren kann zu Leberzirrhose und Lungenemphysem führen.

Geschichte

Populationsgenetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Z‑Mutation des SERPINA1‑Gens, die den schwerwiegenden Alpha‑1‑Antitrypsin‑Mangel verursacht, ihren Ursprung in Nordeuropa hat. Molekulare Analysen und Haplotyp‑Vergleiche legen nahe, dass die Mutation vor etwa 5000 Jahren, vermutlich im skandinavischen Raum, entstanden ist.<ref name="PMID27926963">N. Konietzko: Wie Carl-Bertil Laurell und Sten Eriksson vor 50 Jahren den Alpha-1-Antitrypsin-Mangel entdeckten und was danach kam – ein etwas eigenwilliger persönlicher Rückblick. In: Pneumologie. Band 70, S 02Dezember 2016, S. S169–S173, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}, PMID 27926963.</ref> Von dort aus verbreitete sie sich durch Migration und genetischen Drift nach Süden und Westen. Die höchste Allelfrequenz des Z‑Allels findet sich bis heute in Skandinavien und auf den Britischen Inseln, während die Prävalenz in Mittel- und Südeuropa deutlich geringer ist. Innerhalb Europas zeigt sich somit ein ausgeprägter Nord‑Süd‑Gradient in der Häufigkeit der Z‑Variante.<ref name="PMID14760160">M. Luisetti, N. Seersholm: Alpha1-antitrypsin deficiency. 1: epidemiology of alpha1-antitrypsin deficiency. In: Thorax. Band 59, Nummer 2, Februar 2004, S. 164–169, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}, PMID 14760160, }} PMC 1746939 (freier Volltext{{#if:|, PDF}}) (Review).</ref> Demgegenüber weisen Mutationen im S‑Allel ein anderes Verteilungsmuster auf: Es erreicht seine höchsten Frequenzen auf der Iberischen Halbinsel, insbesondere in Nordwestspanien und Portugal, was darauf hindeutet, dass die S‑Mutation in dieser Region entstanden ist. Molekulare Datierungen legen nahe, dass das S‑Allel bereits vor mehreren Tausend Jahren, wahrscheinlich im Spätpaläolithikum nach der letzten Eiszeit, in einer mediterranen Population entstanden ist. Von dort verbreitete es sich nach Norden und Osten, bleibt aber auch heute in Südeuropa deutlich häufiger als in nord- und osteuropäischen Populationen.<ref name="PMID14760160" /> Die entsprechenden Mutationen gaben den Betroffenen bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein einen evolutionären Vorteil, indem sie die Entzündungsreaktion des Körpers fokussierten und verstärkten, um invasive gastrointestinale und respiratorische Infektionen zu begrenzen. Mit der Anwendung von Antibiotika, verbesserter Hygiene, der Verbreitung des Tabakkonsums und der längeren Lebensdauer, sind diese – ursprünglich vorteilhaften – Mutationen schädlich geworden.<ref name="DOI10.1164/rccm.200511-1797PP">David A. Lomas: The Selective Advantage of α-Antitrypsin Deficiency. In: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine. 173, 2006, S. 1072, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref>

Carl-Bertil Laurell und Sten Eriksson beschrieben die Erkrankung als erste in den frühen 1960er Jahren. In einer Familie waren Emphyseme gehäuft aufgetreten.<ref name="PMID27926963" />

Genetik

Mutationen an Position 342 (PiZZ) führen immer zu klinischen Erscheinungen, Mutationen an Position 264 (PiSS) bleiben jedoch meist stumm.

Lebenszeitrisiko nach Genotyp<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Genotyp
 
Häufigkeit
in Europa
Typische
Serum-
konzentration
Emphysem-
risiko
 
Zirrhose-
risiko
 
PiMM
(normal)
91,1 % 20–53 μmol/L
102–254 mg/dL
normal normal
PiMS
(Träger,
subklinisch)
6,6 % 18–52 μmol/L

86–218 mg/dL

normal normal
PiMZ
(Träger,
mild bis moderat)
1,9 % 15–42 μmol/L

62–151 mg/dL

leicht erhöht möglich
PiSS
(homozygot,
mild)
0,3 % 20–48 μmol/L

43–154 mg/dL

leicht erhöht normal
PiSZ
(moderat)
0,1 % 10–23 μmol/L

33–108 mg/dL

leicht erhöht

bis erhöht*

möglich
PiZZ
(homozygot,
schwer)
0,01 % 3,4–7 μmol/L

<29–52 mg/dL

hoch hoch
Pi00 - 0 μmol/L

0 mg/dL

sehr hoch normal
  • *Anhand empirischer Daten wurde ermittelt, dass eine Serumkonzentration <57 mg/dL mit einem erhöhten Risiko für eine Lungenkrankheit einhergeht.

Pathogenese

Datei:A1AT.png
Modell des Alpha-1-Antitrypsin-Moleküls

Das α1-Antitrypsin ist ein Akute-Phasen-Protein und einer der wichtigsten Proteinaseninhibitoren im Serum. Er hemmt u. a. die Proteinasen Trypsin und Neutrophilenelastase (NE). Ein Mangel kann zu verstärkter Proteolyse führen. Die normale Serumkonzentration beträgt 0,9–2,0 g/l.

Datei:Alpha 1-antitrypsine deficiency lung CT scan.JPEG
Computertomographie der Lunge eines Patienten mit Typ PiZZ Alpha-1-Antitrypsinmangel

Die Mutationen führen zu einer Strukturänderung der Proteine. Dies hat eine gestörte Sekretion und fehlerhafte Funktion zur Folge. Es kommt zu Aggregation und Akkumulation im Endoplasmatischen Retikulum (ER) der Leberzellen (Hepatozyten) und in weiterer Folge zu einem Mangel im Zellplasma (meist auf unter 40 % des Normalwertes). Das hat eine verminderte Proteinaseinhibitor-Aktivität und somit verstärkte Proteolyse zur Folge.

Die ungehemmte Leukozytenelastase zerstört das Lungengerüst. Es entwickelt sich ein progredientes Lungenemphysem. Die Akkumulation von α1-Antitrypsin im Endoplasmatischen Retikulum der Hepatozyten führt zu Zellschäden und in weiterer Folge zu Fibrose und Leberzirrhose.

Symptome

Bei den meisten Patienten liegt eine chronisch-aktive Leberentzündung (Hepatitis) vor, die oft schon im Kindesalter auffällig wird. Im späteren Lebensalter entwickeln bis zu 40 % der Betroffenen eine Leberzirrhose und etwa 15 % ein hepatozelluläres Carcinom (HCC).

Die bedeutendste Manifestation bei Homozygoten ist die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Diese tritt meist erst nach dem 30. Lebensjahr auf. Das Lungenemphysem und die Komplikationen der COPD können über die respiratorische Insuffizienz zur Hypoxämie mit möglicher Rechtsherzinsuffizienz und Cor pulmonale zum Multiorganversagen führen. In einigen Fällen kann sich auch die Atempumpe erschöpfen und eine Hyperkapnie mit einem erhöhten arteriellen Kohlendioxidpartialdruck als Komplikation hinzukommen.

Gelegentlich kommt es zu Glomerulonephritis, nekrotisierender Vaskulitis, Granulomatose mit Polyangiitis, nekrotisierender Pannikulitis, Pankreatitis und Pankreasfibrose.

Diagnostik

Die Diagnostik ist bei allen Patienten mit COPD einmalig empfehlenswert. Das gilt insbesondere bei ungewöhnlichem Verlauf, jüngeren Personen und Nichtrauchern, die eine COPD entwickeln.<ref>Vogelmeier, C et al., Leitlinie COPD, Pneumologie 2007;61: e1-e40.</ref>

Die diagnostischen Kriterien für den Nachweis eines α1-Antitrypsinmangels sind:

  • α1-Antitrypsin < 0,9 g/l
  • Nachweis der Genotypen PiZZ, PiMZ und PiSZ
  • PAS-positive, proteaseresistente hepatozelluläre Einschlusskörperchen (=Antitrypsinablagerungen)

Oft dauert es von den ersten Beschwerden bis zur Diagnose mehrere Jahre. Viele Patienten werden zu spät entdeckt, ihnen wird nur geraten, das Rauchen einzustellen und sie werden unzureichend und ohne geeignete Untersuchungen jahrelang behandelt.

Therapie

Neben der in manchen Fällen erforderlichen Substitution werden in erster Linie die Folgeerkrankungen behandelt, vor allem die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Ein absoluter Rauchverzicht ist unbedingt nötig, da die im Rauch enthaltenen Oxidantien α1-Antitrypsin inaktivieren. Ebenso ist es ratsam, sich von Feuerrauch und Stäuben (Heu, Schleifarbeiten) jeglicher Art fernzuhalten oder Atemschutz zu tragen. Letzteres wird manchmal empfindlichen Personen empfohlen, um zu versuchen, sich vor Infekten zu schützen. Eine geeignete medikamentöse Behandlung ist meistens nötig, um die Folgen der COPD und besonders von Infekten möglichst gering zu halten.

In diesem Zusammenhang sind auch Impfungen empfehlenswert (Grippe, Pneumokokken).

Substitutionstherapie

Bei schwerem Lungenemphysem empfiehlt sich in manchen Fällen der intravenöse Ersatz (Substitutionstherapie) von α1-Antitrypsin. Es sollte ein Spiegel über 0,8 g/l angestrebt werden, um damit wieder in den Bereich der klinisch unauffälligen Personen zu kommen. Die Substitution bringt keinen Vorteil bei Vorliegen eines Leberschadens, weil hier die Akkumulation im Vordergrund steht.

Organtransplantation

Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Lungen- oder Lebertransplantation nötig sein. Die Lebertransplantation ist kurativ, weil α1-Antitrypsin kaum in extrahepatischem Gewebe synthetisiert wird, behebt aber nicht die schon entstandenen Lungenschäden.

Assoziierte Erkrankungen

α1-Antitrypsin-Mangel ist mit einer Reihe von Erkrankungen bzw. Syndromen assoziiert:

Literatur

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:Alpha 1-antitrypsin deficiency|Alpha 1-antitrypsin deficiency|Alpha-1-Antitrypsin-Mangel}}|uselang=de}} Commons: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:Alpha 1-antitrypsin deficiency|Alpha 1-antitrypsin deficiency|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if: Alpha 1-antitrypsin deficiency

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left|alpha 1-antitrypsin deficiency|9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein