Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Almanya – Willkommen in Deutschland – Wikipedia Zum Inhalt springen

Almanya – Willkommen in Deutschland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Vorlage:Medienbox/Kopf
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch, Türkisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe

</ref>

Produktions­unternehmen Roxy Film, München
Stab
Regie Yasemin Şamdereli
Drehbuch
Produktion
Musik Gerd Baumann
Kamera Ngo The Chau
Schnitt Andrea Mertens
Besetzung

Almanya – Willkommen in Deutschland ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2011. Die Tragikomödie thematisiert die Frage der Heimat und Identität türkischer Gastarbeiter in Deutschland über mehrere Generationen hinweg. Das Kinodebüt der Schwestern Yasemin und Nesrin Şamdereli wurde ins Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2011 eingeladen, wo es außer Konkurrenz lief.<ref name="berlinale1" /> In den deutschen Kinos startete Almanya am 10. März und war mit etwa 1,5 Millionen Besuchern der vierterfolgreichste deutsche Kinofilm 2011.<ref name="ffa2011" /> Beim Deutschen Filmpreis 2011 erhielt der Film die Auszeichnung für das beste Drehbuch und den Preis in Silber im Wettbewerb um den besten Film.

Handlung

Dem sechsjährigen Cenk Yılmaz stellt sich die Frage nach seiner Identität, als er in seiner deutschen Schule weder in die türkische noch in die deutsche Fußballmannschaft gewählt wird. Als Sohn des türkischstämmigen Ali und dessen deutscher Frau Gabi spricht er kein Türkisch. Bei einer Familienfeier verkündet seine Großmutter Fatma die kürzlich erfolgte Einbürgerung in Deutschland, und Großvater Hüseyin erklärt, dass er in seinem Heimatdorf in der Türkei ein Haus gekauft habe, das er als Sommersitz nutzen möchte. Um es zu renovieren, bestimmt er, dass die komplette Familie in den Ferien dorthin fährt.

Parallel zur Rahmenhandlung erzählt die 22-jährige Canan ihrem Cousin Cenk in kurzen Episoden die Geschichte ihres noch jungen Großvaters. Er verliebte sich in Fatma aus dem Nachbardorf, entführte und heiratete sie und kam dann zu Zeiten des Arbeitskräftemangels in den 1960er-Jahren als 1.000.001. Gastarbeiter nach Deutschland. Nach einiger Zeit holte er seine Frau und seine Kinder Veli, Muhamed und Leyla aus seinem Heimatdorf nach Almanya nach. Voller Vorurteile und jeder mit seinen eigenen Träumen und Erwartungen an das fremde Land, hatte die Familie mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sich in die unbekannte Sprache, Kultur und Lebensgewohnheiten einzufinden. Schließlich kam mit Ali das vierte Kind zur Welt und komplettierte die junge Familie.

In der Jetztzeit fliegt die Großfamilie in die Türkei und macht sich in einem Kleinbus auf den Weg nach Ostanatolien zu Hüseyins Heimatdorf, um das neu erstandene Haus zu besichtigen. Während der langen Fahrt werden die persönlichen Lebensumstände und Probleme der Familienmitglieder offenbar. Vor kurzem hat Hüseyin die Einladung zu einer offiziellen Dankveranstaltung für Gastarbeiter ins Schloss Bellevue erhalten, wo er in Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Rede halten soll, und überlegt, wie er damit umgehen soll. Fatma möchte eigentlich gar nicht mehr in der Türkei wohnen und missbilligt Hüseyins Hauskauf. Velis Frau will sich scheiden lassen, Leyla raucht aus Anstandsgründen nur heimlich und Muhamed hat seinen Job verloren. Canan hat ohne das Wissen ihrer Mutter Leyla einen britischen Freund und ist zudem von ihm schwanger. Hüseyin errät Canans Schwangerschaft und reagiert verständnisvoll.

Auf der weiteren Fahrt stirbt Hüseyin plötzlich. Da er zuletzt die deutsche Staatsbürgerschaft hatte, verweigern die türkischen Behörden die Beerdigung auf einem islamischen Friedhof. Die Familie bringt seinen Leichnam daher in sein Dorf und beerdigt ihn in heimischer Erde. Cenk sieht dabei seine Verwandten in ihrem jetzigen Alter und zugleich ihr jüngeres Pendant aus der Zeit ihrer Einwanderung in den 1960ern um das Grab versammelt.

Das von Hüseyin erstandene Haus erweist sich als Ruine mit nur einer Wand. Muhamed beschließt, im Dorf zu bleiben und es wieder aufzubauen. Der Rest der Familie kehrt nach Deutschland zurück. Schließlich hält der kleine Cenk vor Bundeskanzlerin Merkel die Rede, die Hüseyin vorbereitet hatte.

Hintergrund

Almanya ist nach Wer früher stirbt ist länger tot der zweite Kinofilm der 2001 neu formierten Münchner Produktionsfirma Roxy Film. Die Produktionsvorbereitungen dauerten etwa sieben Jahre und verzögerten sich wegen Schwierigkeiten bei der Finanzierung immer wieder. Die Macher hatten mit Vorbehalten gegenüber dem Thema und mit Konkurrenz durch Filme wie Solino (2002) und Kebab Connection (2004) zu kämpfen, die den Markt für interkulturelle Komödien sättigten.<ref name="welt1402" /> Nachdem jahrelang keine Fernsehanstalt bereit war, als Partner ins Projekt einzusteigen, übernahm schließlich Herbert Kloibers Tele München Gruppe zwanzig Prozent des Gesamtbudgets von etwa vier Millionen Euro.<ref name="keil-suedd" />

Über die Jahre wurden etwa 50 Drehbuchversionen bearbeitet. Die Autorinnen ließen dabei eigene Erlebnisse und Anekdoten aus dem Bekanntenkreis einfließen.<ref name="ph" /> Die Dreharbeiten fanden vom 8. Oktober bis 16. Dezember 2009 in Izmir und Umgebung (Türkei) und anschließend in München und Umgebung statt. In Schloss Schleißheim wurde ein Empfang bei deutschen Würdenträgern gedreht.<ref name="kinokino1" /> Im Bahnpark Augsburg und am Bahnhof Augsburg-Oberhausen entstanden mit 100 Statisten die Szenen der Ankunft in Deutschland im Jahr 1964.<ref name="augs" /> In München-Freimann an der Autobahn fand sich eine Siedlung, in der das Deutschland der 1960er-Jahre gezeigt werden konnte. Die Alte Kongresshalle der Messe München diente in einer Rückblende als Flughafen.<ref name="ph" /> Als filmisches Mittel, um die Hilflosigkeit der Gastarbeiter zu zeigen, sprechen und singen die Deutschen in einigen Rückblenden unverständliches Kauderwelsch.

Darsteller des Cenk ist der 2002 in München geborene Rafael Koussouris. Er ist Deutscher mit griechischen Wurzeln. Sowohl sein Großvater als auch seine Mutter arbeiteten beim Bayerischen Fernsehen. Für Almanya stand er zum ersten Mal vor der Kamera. Er erhielt die Rolle nach einem Casting, von dem seine Eltern über die Schulsekretärin erfahren hatten.<ref name="ph" />

Veröffentlichung

Deutschland

Die Premiere im Wettbewerbsprogramm der Berlinale fand am 12. Februar 2011 in Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff im Berlinale Palast statt.<ref name="dpaprem" /> Am 10. März startete der Film in 209 deutschen Kinos, wobei neben der deutschen auch eine türkische Version des Films erschien. Am ersten Wochenende erreichte Almanya mit etwa 130.000 Besuchern als bester Neueinsteiger Platz fünf der Kinocharts.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.mediabiz.deDeutsche Kinocharts: Königswetter (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2024. Suche im Internet Archive ), Blickpunkt:Film abgerufen am 14. März 2011</ref> Der Film konnte sich am folgenden Wochenende auf Platz drei verbessern<ref>Kinocharts Woche 11/2011, Kino.de, abgerufen am 23. März 2011</ref> und hielt sich mit inzwischen mehr als 300 Kopien sechs Wochenenden unter den besten fünf der Rangliste. Nach weiteren vier Wochen in den Top Ten waren mehr als eine Million Kinokarten für den Film verkauft.<ref name="bfcharts" /> Ab dem Kinostart war der Film 13 Wochenenden ununterbrochen unter den besten zehn der deutschen Kinocharts. In den Arthouse-Kinocharts der in der Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater vereinigten Betriebe war Almanya im April, Mai und Juni 2011 sechs Wochen lang der Spitzenreiter.<ref name="bfarthouse" /> Im April 2011 war Almanya mit über 500.000 Zuschauern auf Platz drei der meistgesehenen Filme in den deutschen Kinos.<ref>Filmhitliste: Monat April 2011 (PDF; 343 kB), Filmförderungsanstalt, abgerufen am 28. Februar 2016</ref> Bis Ende 2011 waren etwa 1,43 Millionen Zuschauer in Deutschland verzeichnet<ref name="ffa2011" /> und bis Ende 2013, nachdem weitere Besucher durch Aufführungen im Rahmen der Schulkinowochen hinzukamen, summierte sich die Zahl auf 1.502.548. Auch im zweiten und dritten Jahr seit der Veröffentlichung wurde Almanya damit jeweils unter den 100 meistbesuchten deutschen Kinofilmen geführt.<ref>Jahreshitliste national 2013 (PDF; 225 kB), Filmförderungsanstalt, abgerufen am 28. Februar 2016</ref>

Die Free-TV-Premiere war am 21. Mai 2013 auf Sat.1. Dabei erreichte der Film insgesamt 2,76 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 9,3 Prozent. Die 1,57 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauer machten einen für den Sender hohen Marktanteil von 13,8 Prozent aus.<ref>Alexander Krei: Sat.1: „Almanya“-Erfolg hilft Meyer und Strunz nicht. In: DWDL.de vom 22. Mai 2013, abgerufen am 23. Mai 2013.</ref>

International

In Österreich startete Almanya – Willkommen in Deutschland am 13. Mai 2011<ref>Güler Alkan: „Wenn es nicht zum Ehrenmord kommt“. derstandard.at vom 11. Mai 2011, abgerufen am 28. Februar 2016</ref> auf Platz 7 der Kinocharts<ref>Top 10 – Österreich, abgerufen am 14. Juni 2011</ref> und erreichte bis Jahresende über 48.000 Zuschauer.<ref name="lumiere">Almanya – Willkommen in Deutschland in der Lumiere Datenbank über Filmbesucherzahlen in Europa, abgerufen am 23. Mai 2013.</ref> In der Deutschschweiz stieg der Film am 19. Mai 2011<ref>Probleme nicht mit der Lupe suchen, Tagesanzeiger.ch vom 16. Mai 2011, abgerufen am 17. Mai 2011</ref> auf Platz 6 der Charts ein.<ref>Die Schweizer Kinocharts – Woche vom 19.05.2011 bis 25.05.2011, abgerufen am 14. Juni 2011</ref> Der Kinostart in der Türkei unter dem Titel Almanya'ya Hoşgeldiniz war am 4. November 2011,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Almanya'ya Hoşgeldiniz (Memento vom 27. Februar 2014 im Internet Archive) bei gazetevatan.com, (türkisch) abgerufen am 12. November 2011</ref> das Publikumsinteresse im Heimatland der Familie Yılmaz blieb jedoch gering.<ref name="bomojo" /><ref name="lumiere" />

Den größten Zuschauerzuspruch außerhalb Deutschlands hatte Almanya in dem weiteren Gastarbeiterland Italien, wo nach dem Start am 8. Dezember 2011 etwa 170.000 Besucher erreicht wurden.<ref name="lumiere" /> 2012 gab es Kinostarts unter anderem in Spanien (23. März, 28.500 Besucher)<ref name="lumiere" /> und Frankreich (30. Mai, 44.500 Besucher).<ref name="lumiere" /> Der Weltvertrieb Beta Cinema meldete darüber hinaus Rechteverkäufe nach Israel,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beta Cinema inks over 35 deals at the EFM (Memento vom 9. November 2014 im Internet Archive) vom 22. Februar 2011, abgerufen am 23. Dezember 2012</ref> Benelux, Griechenland, Südkorea und Taiwan.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beta Cinema returns from Cannes with impressive number of sales (Memento vom 5. Oktober 2012 im Internet Archive), vom 27. Mai 2011, abgerufen am 23. Dezember 2012</ref>

Festivals

Nach der Premiere auf der Berlinale lief der Film weltweit auf weiteren Festivals. In Großbritannien wurde er beim Edinburgh International Film Festival 2011 aufgeführt.<ref>Almanya - Welcome to Germany , abgerufen am 26. Juni 2011</ref> Seine Nordamerika-Premiere hatte Almanya beim Seattle International Film Festival 2011, wo der Film im Wettbewerb für Nachwuchsregisseure lief<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SIFF Announces Film Competition Lineups For 2011 Festival (Memento vom 9. November 2011 im Internet Archive)</ref> und von den Zuschauern unter die zehn besten Filme des Festivals gewählt wurde. Yasemin Şamdereli erreichte Platz vier bei der Zuschauerwahl zum besten Regisseur des Festivals, bei dem über 450 Filme gezeigt wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />37th Seattle International Film Festival Wraps With 2011 Golden Space Needle Awards (Memento vom 16. März 2013 im Internet Archive)</ref> In Asien lief Almanya erstmals in der Reihe Focus Germany des Shanghai International Film Festival 2011.<ref>Zwei deutsche Produktionen im Wettbewerb des 14. Shanghai International Film Festival. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, 9. Juni 2011, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> Weltweit wurde der Film auf einigen vom Goethe-Institut und German Films veranstalteten Festivals gezeigt und er gehörte 2013 zum Programm der ersten Deutschen Filmwoche des Goethe-Instituts in Nordkorea.<ref>05.11.2013: Goethe-Institut eröffnet Deutsche Filmwoche in Pjöngjang. In: goethe.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Februar 2016; abgerufen am 28. Februar 2016.</ref> Beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary 2011 war Almanya Teil der von Kritikern der Zeitschrift Variety kuratierten Reihe Ten Euro Directors to Watch.<ref>Euro helmers on the rise. In: Variety. 26. Juni 2011, abgerufen am 11. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als weiteres A-Festival nach Berlin, Shanghai und Karlovy Vary zeigte das World Film Festival Montréal 2011 den Film in der Reihe Focus on World Cinema.<ref>John DeFore: Almanya: Welcome To Germany (Almanya: Willkommen In Deutschland): Film Review. In: hollywoodreporter.com, 26. August 2011, abgerufen am 28. Februar 2016</ref>

Datenträger

DVD und Blu-ray Disc des Films erschienen in Deutschland am 13. Oktober 2011. Neben der deutschen und der türkischen Sprachversion ist ein Audiokommentar der Filmemacherinnen vorhanden, die darin Hintergründe zur Entstehung der jeweiligen Filmszenen erläutern. Als Extras enthalten sind knappe acht Minuten entfallene Szenen sowie Interviews, eine kurze Demonstration der eingesetzten visuellen Effekte und eine zehnminütige B-Roll mit Videoaufnahmen von den Dreharbeiten.

Der Soundtrack von Gerd Baumann ist seit 11. März 2011 auf CD erhältlich.

Rezeption

Bei einer Präsentation durch den Verleih Concorde vor Fachpublikum während der Filmwoche München im Januar 2011 wurde Almanya „mit Begeisterung“ aufgenommen.<ref name="mediabiz1301" /> Noch vor der Premiere gelangte der Film in die Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2011.<ref name="dfprva" /> Bei der Premiere während der Berlinale 2011 erhielt der Film begeisterten Applaus und „immer wieder Szenenapplaus und Lachen“.<ref name="dpaprem" /> Die Präsentation im Hauptprogramm der Berlinale brachte dem Film große, auch internationale Medienaufmerksamkeit. Er wurde oft als gelungen beurteilt und erhielt Bezeichnungen wie „fröhlich bewegtes Integrationsmärchen“.<ref name="welt1302" /> Almanya leiste für das deutsch-türkische Verhältnis Ähnliches wie Alles auf Zucker! für das deutsch-jüdische<ref name="welt1302" /> und Good Bye, Lenin! für das ostdeutsch-westdeutsche Verhältnis.<ref name="tagesspMart1302" />

Datei:3804Yasemin Şamdereli 2.JPG
Am 25. März 2011 waren Yasemin (oben) und Nesrin Şamdereli (unten) anlässlich des Kinoerfolgs ihres Films in der NDR Talk Show eingeladen.
Datei:3778Nesrin Şamdereli.JPG
Nesrin Şamdereli

Neben etwas Lob für die Darsteller<ref name="SZ" /> und das Timing ihres Spiels<ref name="taz">Barbara Schweizerhof: Feines Gagmaterial. In: Die Tageszeitung, 5. März 2011, S. 22</ref> erwähnten viele Kritiker die Komik des Films.<ref name="FAZ" /><ref name="Ci">Ralf Blau: Almanya – Willkommen in Deutschland. In: Cinema Nr. 3/2011, S. 40</ref><ref name="SZ" /><ref name="taz" /> Die Schwestern Şamdereli „blasen […] sämtliche Klischees, die es zum Thema Deutschtürken gibt, wie Seifenblasen auf, um diese dann lustvoll platzen zu lassen.“<ref name="Sp">Christian Buß: Mit dem Esel ins Wirtschaftswunderland. In: Spiegel Online, 12. Februar 2011</ref> Fand epd Film die Gags bekannt, aber dennoch originell,<ref name="epd">David Siems: Almanya – Willkommen in Deutschland. In: epd Film Nr. 3/2011, S. 45</ref> war manchmal von unoriginellen Konflikten, Figuren und Stereotypen die Rede.<ref name="Ci" /><ref name="Ray" /><ref name="taz" /> Verschiedentlich wurden Anleihen beim US-amerikanischen Roadmovie Little Miss Sunshine aus dem Jahr 2006 festgestellt.<ref>Alex Todorov: Kritik zu Almanya – Willkommen in Deutschland. In: Filmstarts, abgerufen am 20. Dezember 2012</ref><ref>Claire Horst: Migration und Integration – einmal ganz anders. In: kino-zeit.de, abgerufen am 20. Dezember 2012</ref> Teils als unsentimental bezeichnet,<ref name="epd" /><ref name="Ts" /> war der Schluss des Films den meisten Kritikern zu sentimental und versöhnlich,<ref name="taz" /><ref name="Ci" /><ref name="FAZ" /> auf „voll süß“ gemacht, eine „schmerzfreie Familienunterhaltung“,<ref name="SZ" /> in der durch den Fokus auf das Kind die Zerrissenheit der mittleren erwachsenen Generation aus dem Blick gerät.<ref name="FAZ">Andreas Kilb: Wimmelbild mit Lametta. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. März 2011, S. 32</ref> Er tue mit seinem oberflächlichen Witz niemandem weh<ref name="Ray">Harald Mühlbayer: Almanya – Willkommen in Deutschland. In: Ray, Nr. 5/2011, S. 46</ref> und zeige keine Ambition nach Vertiefung.<ref>Alexandra Wach: Almanya – Willkommen in Deutschland. In: film-dienst Nr. 5/2011, S. 31</ref>

Im Tagesspiegel und in der Süddeutschen Zeitung lautete das Fazit, man könnte dem Film zwar Verklärung und Ausweichen vor gelegentlich vorhandenen Problemen wie „Ehrenmorden“ und Radikalislamismus vorwerfen, aber es sei wohltuend, mal statt eines schwierigen Problemfilms eine Komödie über normale, gut integrierte Einwanderer zu sehen. Dieser Blick, „ein beglückender und befreiender“, sei im Kino neu, so Jan Schulz-Ojala im Tagesspiegel. Der Film sei deshalb gut besucht, „weil er einen Nerv trifft; weil er eine Sehnsucht mit einer Erfahrung kombiniert.“<ref name="Ts">Jan Schulz-Ojala: Migranten wie wir. In: Der Tagesspiegel, 9. März 2011, S. 21</ref> Laut Susan Vahabzadeh (Süddeutsche Zeitung) wäre vielleicht eine schwärzere Komödie nötig, aber es wäre unfair, das Almanya vorzuwerfen, denn erfreulicherweise erinnere sie daran, „dass es auch Einwanderer gibt, denen die Integrationsproblematik wesentlich fremder ist als Sauerkraut.“<ref name="SZ">Susan Vahabzadeh: Weihnachten für alle!. In: Süddeutsche Zeitung, 11. März 2011, S. 12</ref> Parvin Sadigh von der Zeit fand die Komödie „heilsam, […] weil sie sich löst von den festgefahrenen Meinungen der Integrationsdebatte“. Die Einwanderer machten sich „keine Gedanken über ihre gelungene oder misslungene Integration.“<ref>Parvin Sadigh: Integration zum Lachen. In: Die Zeit, 9. März 2011</ref>

Auszeichnungen

Almanya – Willkommen in Deutschland erhielt beim Deutschen Filmpreis 2011 den Filmpreis in Silber in der Kategorie Bester Film. Yasemin und Nesrin Şamdereli bekamen den Deutschen Filmpreis für das Beste Drehbuch. Als einer von drei deutschen Filmen wurde Almanya in die Liste der 45 Filme aufgenommen, aus denen die Nominierungen für den Europäischen Filmpreis 2011 gewählt wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Drei Deutsche in Auswahl für Filmpreis (Memento vom 1. Dezember 2016 im Internet Archive), Welt Online, abgerufen am 13. September 2011</ref> Beim Preis der deutschen Filmkritik 2011 erhielt Yasemin Şamdereli die Auszeichnung für das beste Spielfilmdebüt, beide Schwestern wurden für das Drehbuch geehrt. Der Film war außerdem in den Kategorien bester Film, beste Musik und bester Schnitt nominiert.<ref>Preis der deutschen Filmkritik 2011. Verband der deutschen Filmkritik, abgerufen am 11. Mai 2019.</ref>

Weitere Auszeichnungen

Literatur

Gespräch

Wissenschaftliche Beiträge

  • Christine Arendt: Kulturelle Identität und Filmnarratologie in „Almanya. Willkommen in Deutschland“ und didaktische Implikationen für den DaF-Unterricht. In: Tina Welke, Renate Faistauer (Hrsg.): Eintauchen in andere Welten. Vielfalt ästhetischer Texte im Kontext Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache. Praesens Verlag, Wien 2019, S. 61–86.

Kritikenspiegel

Positiv

Eher positiv

Gemischt

Eher negativ

  • Ray, Nr. 5/2011, S. 46, von Harald Mühlbayer: Almanya – Willkommen in Deutschland

Weblinks

Einzelnachweise

<references>

<ref name="berlinale1"> Wettbewerb der 61. Berlinale (PDF; 82 kB), abgerufen am 18. Januar 2011 </ref> <ref name="ffa2011"> Filmhitliste: Jahresliste national 2011 (PDF; 232 kB), Filmförderungsanstalt, abgerufen am 25. Februar 2016 </ref> <ref name="dpaprem"> Begeisterter Applaus für Einwanderer-Komödie, dpa-Meldung vom 12. Februar 2011, abgerufen am 8. Juli 2021 </ref> <ref name="ph"> Presseheft des Concorde Filmverleihs </ref> <ref name="kinokino1"> Drehbericht in der BR-Sendung Kino Kino vom 10. Februar 2010 </ref> <ref name="augs"> Melanie Steck: Die lange Reise zur Integration. In: Augsburger Allgemeine. 23. November 2009, abgerufen am 6. Oktober 2015. </ref> <ref name="mediabiz1301">Concorde: Mit viel Rückenwind ins neue Kinojahr. In: Blickpunkt:Film. 13. Januar 2011, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Januar 2011: „Der mit Begeisterung aufgenommene ‚Almanya‘ von den Erfolgsproduzenten von ‚Wer früher stirbt ist länger tot‘ wurde im Rahmen der Tradeshow besonders ausführlich gewürdigt.“</ref> <ref name="dfprva"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2011 (PDF; 125 kB) (Memento vom 28. Februar 2016 im Internet Archive)</ref> <ref name="welt1302"> Elmar Krekeler: So lustig können Türken die Integration sehen! In: Welt online vom 13. Februar 2011 </ref> <ref name="tagesspMart1302"> Harald Martenstein: Identitätsfragen. In: Der Tagesspiegel vom 13. Februar 2011 </ref> <ref name="fbw"> Gutachten der Deutschen Film- und Medienbewertung </ref> <ref name="bfcharts">Almanya – Willkommen in Deutschland: Wochenendcharts Deutschlands. Blickpunkt:Film, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. März 2016; abgerufen am 21. März 2025.</ref> <ref name="bfarthouse">Arthouse-Kinocharts: "Almanya" zum Fünften. Blickpunkt:Film, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Mai 2011; abgerufen am 21. März 2025.</ref> <ref name="keil-suedd"> Christopher Keil: Wie ARD und ZDF den Film 'Almanya' verpassten. In: Süddeutsche Zeitung vom 4. April 2011 </ref> <ref name="welt1402"> Josef Engels im Interview mit Yasemin und Nesrin Samdereli: Von türkischen Vorurteilen gegenüber Deutschen. In: Welt online vom 14. Februar 2011 </ref> <ref name="bomojo"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Almanya – Willkommen in Deutschland bei Box Office Mojo (Memento vom 9. November 2014 im Internet Archive) </ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein