Wilhelm Krasnapolsky
Wilhelm Krasnapolsky (* 24. Mai 1834 in Peine; † 22. April 1912 in Bussum, Provinz Nordholland) war ein deutscher Schneider, Kaufmann und Hotelier. Den zweiten Vornamen Adolph legte er sich zu.<ref name="PAZ" />
Leben
Krasnapolskys Großvater Christian Franz Krasnapolsky kam 1804 aus Polen nach Peine. Er heiratete eine Schneiderwitwe und wurde nach seiner Meisterprüfung Mitglied der Schneiderinnung. Einer seiner Söhne, Franz Wilhelm Krasnapolsky, heiratete Maria Schwenke, die den Sohn Wilhelm Krasnapolsky zur Welt brachte.<ref name="PAZ" /> Er wurde getauft und konfirmiert.<ref>Auszug aus dem Verzeichnis der Getauften der evang.-luth. Kirchengemeinde St. Andreas in Hildesheim</ref><ref>Konfirmandenregister am 30. April 1848</ref> Er folgte seinem Vater und Großvater und machte in Peine eine Schneiderlehre.
Unternehmer in Amsterdam
In den Wanderjahren gelangte er 1856 nach Amsterdam, wo er mit einem Kompagnon ein Geschäft für Wolle und Seide eröffnete.<ref name="PAZ" /> Weltoffen und kaufmännisch geschickt, kam er zu Reichtum. Er gründete Handelsfirmen und kaufte 1866 ein Kaffeehaus, das er zu einem modernen Restaurant umgestaltete und zu einem Hotel ausbaute. Zur Weltausstellung 1883 erweiterte er es um einen Wintergarten, der das Grand Hotel Krasnapolsky weltbekannt machte. Er züchtete exotische Pflanzen, mit denen er das Grandhotel schmückte. Es besteht noch heute unter seinem Namen.<ref>Grand Hotel Krasnapolsky N.V. 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. August 2017; abgerufen am 14. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
1880 übernahm Krasnapolsky die Erste Amsterdamer Elektrizitätsgesellschaft. So konnte er es sich 1889 leisten, zum 40-jährigen Regierungsjubiläum von König Wilhelm III. den Platz vor dem Paleis op de Dam mit 5.000 Glühlampen auszuleuchten. Im Jahr 2001 erklärte das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft (Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschap) der Niederlande das Gebäude des ehemaligen Elektrizitätswerkes zum Kulturdenkmal (Rijksmonument).<ref>Das ehemalige Elektrizitätswerk im Monumentenregister des Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Mai 2016; abgerufen am 14. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach dem Tod seines einzigen Sohnes zog er sich im Jahr 1909 aus dem Geschäft zurück. Er baute sich eine Villa in Bussum und widmete sich der Pflanzenzucht von Blumen und exotischen Früchten.<ref name="RH" />
Soziales Engagement
Im Jahr 1896 stiftete Krasnapolsky 1000 Goldmark für den Neubau der St.-Jakobi-Kirche in Peine.<ref name="RH" />
Als die Stadt Peine den Herzberg, einen Hügel im Norden der Kernstadt, zu einem Stadtwald aufforsten wollte, bat der Bürgermeister seiner Heimatstadt, Julius Meyer (1874–1942), um neuerliche Hilfe.<ref name="RH" /> Krasnapolsky gewährte sie mit 30.000 Goldmark.<ref>Gedenkstein im Peiner Herzberg</ref> Wegen einer Krebserkrankung seit dem Frühjahr 1912 bettlägerig, konnte Krasnapolsky der Einladung des Peiner Bürgermeisters nicht mehr folgen. Als er kurz vor seinem 78. Geburtstag starb, hatte er „seinen“ Herzberg nie gesehen. Ihrerseits dankbar, ließ die Stadt Peine einen Gedenkstein gestalten. Der Findling trägt die Inschrift:<ref name="PAZ">Peiner Allgemeine Zeitung vom 6. September 2012</ref>
Anlässlich der 100-jährigen Jubiläumsfeier (2012) enthüllte der Kreisheimatbund Peine eine Informationstafel. Im Liebesgrund wurde eine Krasnapolsky-Linde gepflanzt.<ref name="RH">Ralf Holländer (Kreisheimatbund Peine):Vortrag: Krasnapolsky und 30.000 Goldmark. Peiner Allgemeine, 11. September 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. September 2015; abgerufen am 14. März 2023.</ref>
Literatur
- Michael Utecht: 100 Jahre Herzberg – 100. Todestag A. W. Krasnapolsky. Stadt Peine (Hrsg.), Peine 2010
- Michael Utecht: 100. Todestag A.W. Krasnapolsky. 100 Jahre Her'zberg (= Archiv Sonderblatt, 4/2012), Peine 2012; PDF-Dokument
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Krasnapolsky, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Krasnapolsky, Adolph Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schneider, Kaufmann und Hotelier |
| GEBURTSDATUM | 24. Mai 1834 |
| GEBURTSORT | Peine |
| STERBEDATUM | 22. April 1912 |
| STERBEORT | Bussum, Provinz Nordholland |
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