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Ackerröte

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Ackerröte
Datei:Sherardia arvensis W.jpg

Ackerröte (Sherardia arvensis)

Systematik
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Unterfamilie: Rubioideae
Tribus: Rubieae
Gattung: Sherardia
Art: Ackerröte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Sherardia
L.
Wissenschaftlicher Name der Art
Sherardia arvensis
L.

Die Ackerröte (Sherardia arvensis) ist einzige Art der monotypischen Pflanzengattung Sherardia innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Beschreibung und Ökologie

Datei:Illustration Sherardia arvensis0.jpg
Illustration
Datei:Sherardia arvensis sl14.jpg
Blütenstand
Datei:Sherardia arvensis sl18.jpg
Blüte
Datei:Sherardia arvensis fruit.jpg
Frucht mit Kelch geeignet zur Klettausbreitung
Datei:Sherardia arvensis sl20.jpg
Früchte

Vegetative Merkmale

Die Ackerröte wächst meist als niederliegende, überwinternd grüne, einjährige (bis zweijährige), krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis zu 20 Zentimetern. Sie wurzelt bis zu 10 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer2001" /> Ihre vierkantigen, verzweigten Stängel sind rau behaart. Vier bis sechs schmale, länglich-lanzettliche, feinstachelig-raue Laubblätter stehen in einem Quirl zusammen. Außerhalb der Blütezeit kann die Ackerröte leicht mit verwandten Labkraut-Arten, beispielsweise dem Wiesen-Labkraut verwechselt werden.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Die Blüten stehen in einem kleinen, trugdoldigen, „kopfigen“ Blütenstand zusammen und sind von acht bis zehn, am Grund verwachsenen, unbewimperten Hüllblättern sternförmig umgeben. Die sehr kurz gestielten Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und vier- bis fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch besteht aus vier bis sechs deutlichen, meist etwa 0,5 Millimeter langen, dreieckigen Zähnen und verbleibt an der Frucht. Die vier oder fünf etwa 4 bis 5 Millimeter langen Blütenkronblätter sind trichterförmig verwachsen und rosa-, hell-purpur-lila bis lilafarben, selten weiß. Die Kronlappen sind nur halb so lang wie die Kronröhre. Es ist ein Kreis mit vier oder fünf Staubblättern vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer zweiästigen Narbe.

Die 4 Millimeter lange Frucht zerfällt in zwei verkehrt-eiförmige, einsamige Teilfrüchte, gekrönt mit sich bis zur Fruchtreife vergrößernden Kelchzähnen. Es findet Wind- oder Klettausbreitung statt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Ackerröte stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist heute jedoch über weite Teile Europas, in Nordafrika, in Makaronesien und in Vorder- bis Zentralasien verbreitet. In Nord- und Südamerika, im östlichen und südlichen Afrika, in China und auch in Australien ist sie als Neophyt verbreitet.<ref name="POWO" />

Datei:Beispielangabe Zeigerwerte Ellenberg.png
Ökologische Zeigerwerte nach Ellenberg für die Ackerröte

Sherardia arvensis wächst in Mitteleuropa hauptsächlich auf etwas sommerwarmen, mäßig trockenen, nährstoff- und kalkhaltigen Lehm- und Tonböden, vor allem auf Äckern und Brachflächen sowie an Wegrändern. Sie gilt als Lehmzeiger und Kulturbegleiter. Insbesondere auf Grund der intensivierten Landwirtschaft kommt die Ackerröte in vielen Gegenden Deutschlands in Äckern nur noch zerstreut vor, tritt aber in jüngerer Zeit vermehrt im städtischen Bereich in Zierrasen auf<ref name="jagel">Armin Jagel, Volker Unterladstetter: Sherardia arvensis - Ackerröte (Rubiaceae), ein Ackerunkraut im Zierrasen, Stadtpflanze des Jahres 2018. Pflanzenporträt des Bochumer Botanischen Vereins (PDF 5,8 MB)</ref>. In Deutschland gilt sie nicht als gefährdet<ref name="SchmeilFitschenCDrom" /><ref name="FloraWeb" />. Die Ackerröte ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbandes Caucalidion lappulae, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Aperion, Fumario-Euphorbion oder Cynosurion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Mit der Erstveröffentlichung 1753 von Sherardia arvensis durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 102 wurde auch 1753 die Gattung Sherardia aufgestellt. Der Gattungsname Sherardia ehrt den englischen Botaniker William Sherard (1659–1728)<ref name="Burkhardt2022" /> . Das Artepitheton arvensis bezieht sich darauf, dass sie oft in Äckern zu finden ist. Linné hatte das Epitheton "arvensis" von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen.

Die Gattung Sherardia gehört zur Tribus Rubieae in der Unterfamilie Rubioideae innerhalb der Familie Rubiaceae.

Verwendung

Früher wurde die Ackerröte – wie auch andere Rötegewächse – als Färberpflanze zum Rotfärben genutzt.

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="FloraWeb"> Sherardia arvensis L., Ackerröte. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="SchmeilFitschenCDrom"> Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen, Flora von Deutschland. 93. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01413-2, S . </ref> <ref name="POWO">Sherardia arvensis. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="InfoFlora">Sherardia arvensis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Burkhardt2022">Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – https://doi.org/10.3372/epolist2022, Berlin 2022.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Ackerröte (Sherardia arvensis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Ackerröte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen