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Bittere Schafgarbe

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(Weitergeleitet von Achillea clavennae)

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Bittere Schafgarbe
Datei:Achillea clavennae sl4.jpg

Bittere Schafgarbe (Achillea clavennae) am Ötscher in Niederösterreich

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Schafgarben (Achillea)
Art: Bittere Schafgarbe
Wissenschaftlicher Name
Achillea clavennae
L.

Die Bittere Schafgarbe (Achillea clavennae) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schafgarben (Achillea) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).<ref name="GRIN" />

Beschreibung

Datei:Achillea clavenae Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Anton Hartinger: Atlas der Alpenflora, 1882
Datei:Achillea clavennae - Bittere Schafgarbe02.jpg
Habitus und Laubblätter
Datei:Achillea clavennae ENBLA03.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand
Datei:Achillea clavennae - Steinraute I.jpg
Gesamtblütenstand mit Blütenkörben im Detail, zu erkennen sind auch Details der Blüten

Vegetative Merkmale

Die Bittere Schafgarbe wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile, insbesondere die Laubblätter sind seidig filzig und von weißgrauer Farbe. Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend.<ref name="Wagenitz1979" />

Die unteren Stängelblätter sind lang gestielt, die mittleren und oberen sind sitzend. Die mittleren Stängelblätter sind fiederlappig bis tief fiederspaltig, mit beiderseits zwei bis vier Abschnitten. Die Blattschnitten sind meist 1,5 bis 5 Millimeter breit ungeteilt oder mit zwei bis drei stumpfen Lappen, Zähnen oder Zipfeln.<ref name="Wagenitz1979" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. In einem doldentraubigen Gesamtblütenstand stehen 6 bis 25 körbchenförmige Teilblütenstände dicht zusammen. Die Blütenkörbe weisen einen Durchmesser von 10 bis 18 Millimetern auf. Die Hülle ist becherförmig und 5 bis 6 Millimeter hoch.<ref name="Wagenitz1979" /> Die schwarzbraun berandeten Hüllblätter sind mehrreihig, ungleich lang, locker seidig-zottig behaart und unterwärts mit vortretendem Mittelnerv.<ref name="Wagenitz1979" /> Die Spreublätter sind lanzettlich, spitz, häutig, bräunlich und an der Spitze schwärzlich.<ref name="Wagenitz1979" />

In einem Blütenkorb befinden sich fünf bis acht Zungenblüten. Die weißen Zungenblüten sind 4 bis 6 Millimeter lang und dreilappig. Die zahlreichen Scheibenblüten sind röhrig und weißlich.<ref name="Wagenitz1979" />

Die Achänen sind etwa 2,5 Millimeter lang, grau, glänzend, stark abgeflacht und zum Grund hin keilig verschmälert.<ref name="Wagenitz1979" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Inhaltsstoffe

Vorlage:Hinweisbaustein Die Laubblätter der Bitteren Schafgarbe verströmen beim Zerreiben einen aromatischen würzigen Duft. Die Bittere Schafgarbe enthält wie die meisten Schafgarbe-Arten ätherische Öle und die Bitterstoffe Achillein und Moschatin.

Vorkommen

Von Achillea clavennae gibt es Fundortangaben für Deutschland, die Schweiz, Österreich, Italien und Südosteuropa (Serbien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Albanien).<ref name="GRIN" />

Achillea clavennae ist kalkstet und ist somit in den Kalkalpen häufig anzutreffen, in den Zentralalpen eher zerstreut bis selten. Die Bittere Schafgarbe gedeiht auf sonnigen Steinrasen, in Felsspalten und Felsschutt auf frischen, kalkreichen, neutral-milden, humosen, lockeren, steinigen Lehmböden am besten. Achillea clavennae ist eine Charakterart des Seslerio-Caricetum sempervirentis aus dem Seslerion-Verband, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Thlaspeion rotundifolii oder Potentillion caulescentis vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Ihre Höhenverbreitung reicht von 1500 bis etwa 2500 Metern, am Monte Baldo kommt sie ausnahmsweise auch bei 800 Metern vor.<ref name="Wagenitz1979" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Schutz

Die Bittere Schafgarbe ist seit 1980 nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Deutschland besonders geschützt.<ref name="WISIA" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Achillea clavennae erfolgte 1753 durch Carl von Linné.<ref name="GRIN" /> Das Artepitheton clavennae ehrt den italienischen Botaniker des 15. bis 16. Jahrhunderts Nikolas Clavenna aus Belluno. Er berichtete 1609 von dieser Pflanze.<ref name="Wagenitz1979" /> Vor ihm hatte aber schon Charles de l’Écluse die Art 1574 auf der Schneealpe, dem Ötscher und Dürrenstein beobachtet und hatte sie 1583 beschrieben.<ref name="Wagenitz1979" /> Synonyme für Achillea clavennae <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Achillea argentea <templatestyles src="Person/styles.css" />Vis. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam., Achillea capitata <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd. und Ptarmica clavennae <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) DC.

Heilanwendung

Vorlage:Hinweisbaustein Die Bittere Schafgarbe wird als Heilkraut bei Magen-, Darm- und Leberleiden sowie als Wundkraut verwendet.

Trivialnamen

Die Bittere Schafgarbe wird auch Steinraute, Weißer Speik<ref name="GRIN" /> oder Weiße Schafgarbe genannt.<ref name="Wagenitz1979" /> Wegen ihres bitteren würzigen Geschmacks wird sie auch als Almwermut bezeichnet. Darüber hinaus bestehen bzw. bestanden auch die häufig nur regional gebräuchlichen Bezeichnungen: Abrauten (Tirol), Bergwermut (Tirol bei Lienz, Pinzgau), Kronenwermut, Kührauten (Fusch im Pinzgau), Rossrauten (Pongau, Pinzgau, Zillertal), Unser Frauen Rauch, Weißrauch (Österreich), Weißer Wermut und Zandelkraut (Kärnten).<ref name="Jessen1882" />

Sonstiges

Vorlage:Hinweisbaustein In manchen Gegenden ist der Weiße Speik auch Bestandteil des Viehschmucks zum Almabtrieb.

Die Bittere Schafgarbe stand auch als Zauberpflanze in hohem Ansehen. So wurden Almhütten und Ställe zum Schutz vor Hexen mit dem Kraut ausgeräuchert.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="WISIA">WISIA. Abgerufen am 31. Dezember 2024.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Jessen1882"> Carl Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 6. </ref> <ref name="Wagenitz1979">Gerhard Wagenitz: Achillea clavenae. In: .</ref> <ref name="InfoFlora"> Achillea clavenae L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Bittere Schafgarbe (Achillea clavennae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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