Abbuzze! Der Badesalz-Film
| Produktionsland | Deutschland |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1996 |
| Länge | 90 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Roland Willaert |
| Drehbuch | Gerd Knebel, Henni Nachtsheim |
| Produktion | Reinhard Klooss Herman Weigel |
| Musik | Gerd Knebel Henni Nachtsheim Mimi Poulakis |
| Kamera | Roland Willaert |
| Schnitt | Ariane Traub |
| Besetzung | |
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Abbuzze! Der Badesalz-Film ist ein 1996 erschienener Spielfilm des Regisseurs Roland Willaert. Die Hauptrollen spielt das hessische Komikerduo Badesalz, das auch das Drehbuch schrieb.
Handlung
Der Film besteht aus verschiedenen, oft grotesken Episoden, die durch eine Rahmenhandlung mehr oder weniger locker verbunden sind. Viele Episoden drehen sich um Überwachung und Sicherheit.
Als Prolog treten Knebel und Nachtsheim als Schauspieler auf, die im Film mitwirken sollten. Die vierte Wand durchbrechend, äußern sie dem Publikum in ungeschickter Weise ihre Enttäuschung darüber, dass ihre Szenen komplett herausgeschnitten wurden.
In der Rahmenhandlung fährt Versicherungsvertreter Erich Honger (Nachtsheim) zu einem Kundentermin, dessen Inhalt der Zuschauer nicht erfährt, wenngleich angedeutet wird, dass Erich auf ein lukratives Geschäft mit Hilfe fragwürdiger Geschäftspraktiken hofft. An seinem Zielort, einem recht heruntergekommenen Mietshaus, muss er jedoch feststellen, dass sein Gesprächspartner verstorben ist, und unverrichteter Dinge wieder abziehen. Auf dem Weg ins Erdgeschoss bleibt er mit einem gewissen Richard (Knebel) im Aufzug stecken. Während Erich möglichst schnell raus will, hat es Richard eigentlich gar nicht so eilig, denn er scheint im Aufzug, der für ein Wohnhaus ungewöhnlich groß ist (etwa 3 × 3 Meter), zu wohnen.
Die Handlungen der Episoden sind:
- Zwei Hausmeister (Knebel und Nachtsheim) sitzen vor der Videoüberwachung, essen massenweise „Gummern“ (Gurken) und einer erklärt dem anderen die Umschaltung der Monitore. Obwohl sie dabei immer wieder auf die Überwachungskamera im Aufzug umschalten, bemerkt keiner von beiden die beiden Eingeschlossenen.
- Herr Neumann ist tot in seiner Wohnung aufgefunden worden; offensichtlich ist er schon einige Zeit tot. Während die Bestatter den Leichnam abtransportieren, stehen neugierige Nachbarn in der Wohnung, zerreißen sich das Maul über den Verstorbenen, und ein Wohnungsmakler (Martin Armknecht) führt bereits eine potentielle Nachmieterin durch die Wohnung.
- Vier ältere Damen im gleichen Wohnhaus halten ihr regelmäßiges Kaffeekränzchen, während der Sohn der Gastgeberin in seinem Zimmer sadistisch-thanatophile Phantasien auslebt. Die Damen im Wohnzimmer verfallen in heftige Diskussionen über Details der von ihnen ausgetauschten Klatsch- und Tratschgeschichten, und schließlich wird aus dem Kaffeekränzchen ein Trinkgelage.
- Während in einem Supermarkt eine neue Überwachungskamera montiert wird, beschuldigen zwei Kassiererinnen (Knebel und Nachtsheim) eine schwangere Frau (Karen Friesicke), Ladendiebstahl begangen zu haben. Während der Marktleiter und der Ladendetektiv die Kundin im Hinterzimmer per Ultraschall untersuchen, setzen bei dieser die Wehen ein.
- Acht Eskimos in einem Iglu schauen im Fernsehen ein bayerisches Bühnenprogramm. Dort wird eine Aufführung „Der Piercing Huber“ (Knebel) dargeboten, der die Bierkasse fürs Piercen geplündert hat. Weiter wundert sich dieser, dass das Publikum lacht, wenn er sich setzt, was daran liegt, dass sich beim Setzen sein Geschlechtsteil präsentiert.
- Rückblende auf Erichs Vergangenheit: Erich outet sich bei seinen Stammtischbrüdern, die allesamt Handwerker sind, Abitur zu haben, und wird daraufhin von diesen aus dem Lokal geworfen.
- In einem noblen Restaurant geraten die Gäste durch den Verzehr von BSE-belastetem Fleisch in Raserei.
- Ein Bodybuilder (Knebel) trainiert hart im Sportstudio auf den Monat Mai hin, wenn die Freibäder wieder aufmachen.
- Zwei Sicherheitsbedienstete (Knebel und Nachtsheim) in einer U-Bahn-Station nehmen einen angeblichen Umweltverschmutzer fest und schauen bei zwei Schlägereien weg.
- Der berühmte Schauspieler Fred Labosch (Knebel) dreht mehrere Filme gleichzeitig, darunter Ben Hur, Musketier mit Herz, Bandenkrieg in L.A., Flammen der Hölle und Bibel III. Richard, der für Labosch schwärmt, fragt sich, was dieser inzwischen macht, und mutmaßt, er lasse es sich inzwischen irgendwo gut gehen. Tatsächlich ist Labosch, zeitlebens starker Raucher, nach einer Kehlkopfoperation im Krankenhaus und unterhält sich mit einem anderen Patienten (Nachtsheim) über die Unsinnigkeit ärztlicher Gesundheitsempfehlungen.
- Ein junges Pärchen (Nachtsheim und Kristiane Kupfer) mit unerfülltem Kinderwunsch findet ein zu groß geratenes Findelkind (Knebel) an einer Trinkhalle und gibt ihm ein neues Zuhause. Dem Findelkind wird der Name „Abbuzze“ gegeben.
- Zwei Rocker, Headbanger und Richie (Knebel und Nachtsheim), die beim Hausüberwachungsdienst arbeiten, verwüsten ein Wohnhaus, machen Musik und sehen im Fernsehen einen Werbespot für den „Germanenkrug“, eine „Gaststätte für Deutsche“, die vor allem bei Neonazis beliebt ist und in der auch schon mal Farbige gelyncht werden.
- Parodie auf Das Boot: Ein U-Boot droht zu sinken, bis der Kapitän (Ottfried Fischer) mit gekonnten Weisheiten über Eintracht Frankfurt das Unglück verhindern kann. Das U-Boot kann seine Fahrt fortsetzen und den an Bord hergestellten Ebbelwoi nach England liefern.
Schließlich öffnet sich die Aufzugtür wieder, so dass Erich und Richard den Aufzug verlassen können. Erich geht noch einmal zurück, um seinen Aktenkoffer aus dem Aufzug zu holen, und wird erneut im Aufzug eingeschlossen.
Zwei Jahre später macht sich erneut ein Vertreter auf den Weg zu dem gleichen Mietshaus. Auch er wird im Aufzug eingeschlossen. Erich begrüßt ihn und eröffnet ihm, dass es „ein bisschen dauern“ kann.
Im Abspann wenden sich die beiden „Schauspieler“ aus dem Prolog erneut an das Publikum.
Rezeption
718.000 Zuschauer sahen den Film im Kino.<ref>IMDb: Zuschauerzahlen, gefunden am 3. Januar 2008</ref>
Filmdienst.de kritisierte, dass die Rahmenhandlung um den im Fahrstuhl eingesperrten Erich für einen Langfilm nicht ausreiche. Redakteur Hans Messias analysierte, dass Badesalz im Film wie in ihrem Bühnenprogramm minimalistische Komik mit einem „Beigeschmack des Denunziatorischen“ darböten, wie sie in den 1990er-Jahren von Künstlern wie Tom Gerhardt oder Helge Schneider erfolgreich dargeboten wurden. Badesalz würden die Grenzen des guten Geschmacks dabei aber regelmäßig überschreiten, beispielsweise durch die Darstellung ausländerfeindlicher Klischees.<ref>Filmportal.de: Abbuzze! Der Badesalz-Film. Abgerufen am 17. April 2021.</ref>
- video.de urteilt „Ein umwerfender Klamauk (nicht nur) für Comedy-Fans.“
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Abbuzze! Der Badesalz-Film bei filmportal.de
- Abbuzze! Der Badesalz-Film bei crew united
- Trailer auf YouTube
Einzelnachweise
<references />