Argumentum a fortiori
Die mittellateinische Redewendung {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} wird sprachlich (hauptsächlich in der Rechtswissenschaft, Theologie oder in der Mathematik) mit den Bedeutungen:
- „vom Stärkeren her“
- „erst recht“
- „umso mehr“ bzw. „umso weniger“
- „nach dem stärker überzeugenden Grunde“
verwendet, um einen Beweis einer Behauptung durch eine schon bewiesene stärkere Behauptung auszudrücken. Ein logischer Schluss nach dieser Methode wird auch als „Erst-recht-Schluss“ bezeichnet (Beispiel: Wenn es verboten ist, zu zweit auf einem Fahrrad zu fahren, ist es erst recht verboten, zu dritt auf einem Fahrrad zu fahren). Für den „Erst-recht-Schluss“ unterscheidet man
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: Schluss vom Größeren auf das Kleinere
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: Schluss vom Kleineren auf das Größere
Das {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} wird meist zur Bekräftigung von Behauptungen eingesetzt, manchmal auch um einen logischen Schluss vorzutäuschen, wo keiner vorliegt ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).
Zum Begriff
Das Argumentum a fortiori ist ein kontroverses Thema der philosophischen Relativismusdebatten, weil eine wichtige argumentativ-hermeneutische Schlussform im Talmud, kal va-chomer (hebräisch: קל וחומר), darauf bezogen wird. Während Autoren wie Daube, der die These von der grundlegend gleichen Schlussform von Argumentum a fortiori und Kal va-homer 1949 wissenschaftlich etablierte,<ref>David Daube: Rabbinic Methods of Interpretation and Hellenistic Rhetoric. In: Hebrew Union College Annual. Bd. 22, 1949, {{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}
| {{#if:trim|1392696-2}}. In: Zeitschriftendatenbank (ZDB). | {{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{kurz}}}}} }} | | ZDB-ID }}1392696-2
}}{{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty|}} | | {{#if: {{#invoke:URIutil|isDNBvalid|1392696-2|ZDB}} | | ZDB-ID ungültig{{#ifeq: 0 | 0 | }}}}}}, S. 239–265, Digitalisat (PDF; 4,98 MB).</ref> und Dov Gabbay<ref>Michael Abraham, Dov M. Gabbay, Uri Schild: Analysis of the Talmudic Argumentum A Fortiori Inference Rule (Kal Vachomer) using Matrix Abduction. In: Studia Logica. Bd. 92, Nr. 3, August 2009, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0039-3215|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1
|{{#switch:00
|11= (print/online)
|10= (print)
|01= (online)
}}
}}{{#ifeq:0|0
|{{#ifeq:0|0
|{{#if:{{#invoke:URIutil|isISSNvalid|1=0039-3215}}
|
|{{#invoke:TemplUtl|failure|ISSN ungültig}}}}}}
}}, S. 281–364, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref> die kulturelle Invarianz von Vernunft verteidigen, nutzt die u. a. von Eilberg-Schwartz vertretene relativistische Gegenposition das Verhältnis der beiden Schlüsse um in dieser Rationalitätsdebatte für die kulturell-bedingte Geltungsbeschränkung der Logik zu argumentieren.<ref>Naomi Janowitz, Andrew J. Lazarus: Rabbinic Methods of Inference and the Rationality Debate. In: The Journal of Religion. Bd. 72, Nr. 4, Oktober 1992, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0022-4189|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1
|{{#switch:00
|11= (print/online)
|10= (print)
|01= (online)
}}
}}{{#ifeq:0|0
|{{#ifeq:0|0
|{{#if:{{#invoke:URIutil|isISSNvalid|1=0022-4189}}
|
|{{#invoke:TemplUtl|failure|ISSN ungültig}}}}}}
}}, S. 491–511.</ref>
Literatur
- Thomas Kyrill Grabenhorst: Das argumentum a fortiori. Eine Pilot-Studie anhand der Praxis von Entscheidungsbegründungen (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 2: Rechtswissenschaft. Bd. 1026). Lang, Frankfurt am Main [u. a.] 1990, ISBN 3-631-43261-5 (zugleich: Frankfurt am Main, Universität, Dissertation, 1990).
- Egon Schneider (Begr.), Friedrich E. Schnapp: Logik für Juristen. Die Grundlagen der Denklehre und der Rechtsanwendung. 6., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Vahlen, München 2006, ISBN 3-8006-2997-6, S. 158 ff.
Belege
<references /> Vorlage:Hinweisbaustein