3,3′-Dichlorbenzidin
| Strukturformel | |||||||||
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| 3,3′-Dichlorbenzidin | |||||||||
| Allgemeines | |||||||||
| Name | 3,3′-Dichlorbenzidin | ||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C12H10Cl2N2 | ||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose oder hellbraune bis violette, brennbare Kristallnadeln<ref name="GESTIS" /> | ||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||
| Eigenschaften | |||||||||
| Molare Masse | 253,13 g·mol−1 | ||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="GESTIS" /> | ||||||||
| Schmelzpunkt |
132–133 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||
| Siedepunkt |
368 °C<ref>Concise International Chemical Assessment Document (CICAD) für Vorlage:Linktext-CheckVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | |||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||
3,3′-Dichlorbenzidin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der chlorierten Benzidinderivate.
Gewinnung und Darstellung
3,3′-Dichlorbenzidin wird durch Reduktion von o-Nitrochlorbenzol zum entsprechenden Hydrazobenzolderivat und anschließender Umlagerung gewonnen.<ref>Cataytic Hydrogenation of o-Nitrochlorbenzene to 3,3′-Dichlorobenzidine. In: Bulletin of the Korean Chemical Society. 23, 2002, S. 1785, doi:10.5012/bkcs.2002.23.12.1785.</ref>
Eigenschaften
In reiner Form liegt es als farbloser Feststoff, als technisches Produkt als hellbraune bis violettstichige gefärbte Nadeln vor. Häufig kommt es auch als Dihydrochlorid in den Handel. Bei thermischer Zersetzung entstehen nitrose Gase und Chlorwasserstoff.<ref>Universität Würzburg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />3,3′-Dichlorbenzidin und seine Salze ( vom 11. Juni 2007 im Internet Archive).</ref>
Verwendung
3,3′-Dichlorbenzidin wird in großem Maßstab als Diazotierungskomponente zur Herstellung von Azopigmenten (z. B. Diarylidpigmente, Pigment Yellow 12, Pigment Yellow 13) verwendet.<ref>Patentanmeldung EP0897956A2: Pigmentzubereitungen in Granulatform auf Basis von mit Harzgemischen belegten organischen Pigmenten. Angemeldet am 10. August 1998, veröffentlicht am 24. Februar 1999, Anmelder: BASF AG, Erfinder: Hansulrich Reisacher.</ref><ref>W. Herbst, K. Hunger: Industrielle Organische Pigmente. 3. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2004.</ref> Heute wird 3,3′-Dichlorbenzidin in Deutschland nicht mehr produziert. Die Substanz darf nach reduktiver Spaltung von Azogruppen nicht von Textilien oder Ledererzeugnissen, die längere Zeit mit der menschlichen Haut direkt in Berührung kommen, freigesetzt werden (Anlage 1 der Bedarfsgegenständeverordnung).
Sicherheitshinweise
3,3′-Dichlorbenzidin ist einschließlich seiner Salze als krebserzeugend Kategorie 1B eingestuft.<ref name="GESTIS" />
Weblinks
- Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften: Verfahren zur Bestimmung von 3,3′-Dichlorbenzidin
- BAuA: Bioverfügbarkeit von Azopigmenten nach Aufnahme über die Atemwege
Einzelnachweise
<references />
Externe Links zu erwähnten Verbindungen
<references group="S" />
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- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
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- Benzidin
- Chloranilin
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 13
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 28