Anschlagsserie in Nigeria am 25. Dezember 2011
Bei einer Serie von Anschläge auf Kirchen in Nigeria am 25. Dezember 2011 wurden am ersten Weihnachtstag 2011 im nördlichen Nigeria mindestens 39 Menschen getötet<ref name="USA Today \\ AP"/> und Dutzende weitere verletzt. Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram bekannte sich zu den Anschlägen in Madalla, Jos, Gadaka, und Damaturu.<ref name="USA Today \\ AP"/>
Hintergrund
Im sogenannten Scharia-Konflikt kämpft Boko Haram offiziell für die Einführung einer strengen Form der Scharia und hat sich bereits mehrfach zu Bombenanschlägen und Überfällen auf Kirchen und staatliche Einrichtungen in Nigeria bekannt.<ref>Mehr als 50 Tote bei Gefechten in Nigeria Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 2011</ref> Angeblich wollten sie Vergeltung für den Tod von Muslimen während des Eid al-Fitr Anfang September üben. Bereits 2010 hatte es mehr als 80 Tote bei Angriffen auf christliche Weihnachtsfeiern gegeben. In den Wochen vor Weihnachten 2011 verschärfte sich der Konflikt zusätzlich aufgrund von Gefechten zwischen Regierungstruppen und Boko Haram im Nordosten des Landes. So wurde nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 100 Menschen getötet, darunter auch zahlreiche Kämpfer der Islamisten. Viele Bewohner waren zum Zeitpunkt der Anschläge auf der Flucht.<ref>Nigerianische Taliban bekennen sich zu Anschlag, Welt Online vom 27. Dezember 2011</ref>
Christoph von Marschall sagte im Tagesspiegel, es handele sich nicht um einen religiösen Konflikt, tatsächlich streiten sich die Menschen „nicht um theologische Fragen“. Hintergrund sei vielmehr „ein langer Machtkampf zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden um Einfluss und Ressourcen“. Triebkräfte der Gewalt seien „ein komplizierter Mix aus dem Streben nach sozialer Emanzipation, ökonomischer Teilhabe und Rache für erlittenes Unrecht.“<ref>Es geht nicht um die Religion, Zeit Online vom 27. Dezember 2011</ref>
Anschläge
Bei dem Anschlag auf die St. Theresa Catholic Church in Madalla, einer etwa 40 km vom Stadtzentrum von Abuja entfernten Satellitenstadt, wurden nach Angaben der National Emergency Management Agency (NEMA) 35 Personen getötet und 52 weitere teilweise lebensgefährlich verletzt. Eine Bombe explodierte außerhalb der Kirche, deren Kapazität etwa 1000 Menschen die Teilnahme am Gottesdienst ermöglicht. Das Gebäude wurde durch die Explosion erheblich beschädigt.<ref name="dna"/>
Eine Explosion ereignete sich auch an der Mountain of Fire and Miracles Church in Jos. Dadurch wurde eine Person getötet.<ref name="dna"/><ref name="USA Today \\ AP"/><ref name="bbc16328940"/> Ein Bewaffneter eröffnete im weiteren Verlauf das Feuer auf Polizisten und tötete einen der Beamten. Zwei weitere Sprengkörper wurden in einem nahegelegenen Haus gefunden und entschärft.
Zwei weitere Explosionen ereigneten sich in der Stadt Damaturu sowie eine andere an einer Kirche in der im Nordwesten Nigerias gelegenen Stadt Gadaka.<ref name="Al Jazeera English"/> Mindestens eine der beiden Anschläge in Damaturu war die Tat eines Selbstmordattentäter, der mit einem Auto das Hauptquartier des staatlichen Sicherheitsdienstes in der Stadt rammte. Durch diese Explosion wurden drei Personen getötet.<ref name="USA Today \\ AP"/>
Reaktionen
Die Anschläge wurden weltweit verurteilt. In der Folge der Anschläge kam es zu mehreren Racheakten. Am 27. Dezember warfen Unbekannte einen Brandsatz in eine Koranschule in Port Harcourt.<ref name="TAZFlucht">Dominic Johnson: Zehntausende in Nigeria auf der Flucht. In: die tageszeitung. 28. Dezember 2011, abgerufen am 28. Dezember 2011.</ref> Der Präsident des christlichen Dachverbandes (CAN), Pastor Ayo Oritsejafor, rief Christen zur Selbstverteidigung auf.<ref name="TAZFlucht"/> Außerdem seien muslimische Führer und traditionelle Herrscher mitverantwortlich, weil sie den Terror nicht scharf genug verurteilen würden.<ref name="TAZAngst">Katrin Gänsler: Angst vor dem Religionskrieg. In: die tageszeitung. 5. Januar 2012, abgerufen am 10. Januar 2012.</ref>
Die nigerianische Regierung appellierte an die Christen, auf Vergeltung für die Anschläge zu verzichten. Der Sultan von Sokoto, Muhammad Sa'ad Abubakar, sagte, es gehe nicht um einen „Konflikt zwischen Muslimen und Christen“, sondern zwischen „bösen und guten Menschen“.<ref>Anschlagsserie: Nigerianische Führung fordert Verzicht auf Vergeltung Focus Online vom 27. Dezember 2011</ref>
Am Silvestertag wurde von Präsident Goodluck Jonathan, mit Blick auf die Anschläge, der Ausnahmezustand in Borno sowie Teilen von Yobe, Niger und Plateau ausgerufen.<ref name="FAZAusnahme">Islamisten töten abermals Christen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Januar 2012, abgerufen am 9. Januar 2012.</ref><ref name="TAZAngst"/>
Einzelnachweise
<references> <ref name="USA Today \\ AP">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: USA Today \\ AP, 25. Dezember 2011 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> <ref name="dna">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 28 killed in Nigeria church blasts.] DNA, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. Dezember 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="bbc16328940">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nigeria churches hit by blasts during Christmas prayers.] BBC, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. Dezember 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="Al Jazeera English">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Al Jazeera, 25. Dezember 2011 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> </references>