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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=K%C3%BChnhardt&amp;diff=1497441</id>
		<title>Kühnhardt</title>
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		<updated>2025-05-07T11:30:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;88.128.88.68: Linkziel ist doppelt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Kühnhardt&#039;&#039;&#039; steht für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kühnhardt am Schlegel]], Ortsteil der Stadt Feuchtwangen, Mittelfranken, Bayern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personen:&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Kühnhardt]] (1923–2015), deutscher Augenarzt &lt;br /&gt;
* [[Ludger Kühnhardt]] (* 1958), deutscher Politikwissenschaftler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Siehe auch:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Kühnert]]&lt;br /&gt;
* [[Kunhardt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Begriffsklärung}}&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kuhnhardt}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>88.128.88.68</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Siedlungskammer_Rullstorf&amp;diff=2667313</id>
		<title>Siedlungskammer Rullstorf</title>
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		<updated>2023-05-09T09:59:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;88.128.88.68: Kategorie:Bronzezeitlicher Fundplatz in Mitteleuropa&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Rullstorf Kronsberg Hinweistafeln.jpg|miniatur|hochkant=2.0|Informationstafel (Vor- und Rückseite) zu den archäologischen Untersuchungen am Kronsberg bei [[Rullstorf]]]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Siedlungskammer Rullstorf&#039;&#039;&#039; ist ein [[Archäologie|archäologisches]] Fundgebiet auf der Erhebung des Kronsberges bei [[Rullstorf]] in [[Niedersachsen]]. Die rund 24 ha große Fläche am [[Geest]]rand oberhalb der [[Elbe|Elbtalaue]] stellte als [[Altsiedellandschaft|Siedlungskammer]] einen bevorzugten menschlichen Siedlungsplatz dar. Der Kronsberg gehört zu den wenigen bekannten Siedlungsplätzen in Niedersachsen, die seit der jüngeren [[Jungpaläolithikum|Altsteinzeit]] und der [[Mittelsteinzeit]] bis ins [[Frühmittelalter]] über rund 5000 Jahre kontinuierlich von Menschen aufgesucht wurden. Zwischen 1979 und 2009 führte das &#039;&#039;Institut für Denkmalpflege Hannover&#039;&#039; und spätere [[Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege|Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege]] großflächig [[Ausgrabung|Rettungsgrabungen]] durch, um die im Boden erhaltenen Siedlungsspuren vor der Zerstörung durch [[Kiestagebau]] zu sichern. Bedeutende Funde waren ein [[Langhaus (Wohngebäude)|Langhaus]] aus dem 4.&amp;amp;nbsp;Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr. als ältestes Gebäude in Niedersachsen, ein 6000&amp;amp;nbsp;m² großes [[Sachsen (Volk)|spätsächsisches]] [[Brandgrab|Brand-]] und [[Gräberfeld|Körpergräberfeld]] mit rund 150 Bestattungen sowie mit 42 Bestattungen das bedeutendste [[Pferdebestattung|Pferdegräberfeld]] in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rullstorf Kronsbeg von Osten.jpg|miniatur|hochkant=1.8|Die leichte Erhebung des Kronsberges von Osten gesehen]]&lt;br /&gt;
Der Kronsberg ist ein flacher, länglicher Hügel von {{Höhe|27|DE-NN|link=true}}, der im Übergangsbereich zwischen [[Marsch]] und Geest am südlichen Rand des [[Urstromtal]]s der [[Elbe]] liegt. Er hat eine Länge von etwa 800&amp;amp;nbsp;Meter und eine Breite von rund 200&amp;amp;nbsp;Meter. Entstanden ist die Erhebung aus [[Moräne]]nmaterial, wie [[Sand|Schwemmsand]], [[Kies]] und [[Lehm]] im Verlauf mehrerer [[Eiszeitalter|Eiszeiten]]. Mit seiner erhöhten Lage ragt der Kronsberg inselartig aus der Umgebung heraus. Früher bildete er am Rande der flachen [[Elbmarschen]] eine Halbinsel aus, da er von zwei Seiten von Sumpf und Wasserflächen umgeben war. Die Kuppe war für Menschen in [[Urgeschichte|vorgeschichtlicher Zeit]] ein erstrebenswerter Siedlungsplatz. Da die Erhebung räumlich begrenzt war, wurde das Gelände intensiv genutzt. Daher legten die Menschen unmittelbar neben ihren Siedlungen Gräberfelder an. Diese enge Nachbarschaft von Siedlungs-, Wirtschafts- und Bestattungsflächen ist für die historische Erforschung eine einzigartige Situation. Für die zum Teil außerordentlich gute Erhaltung der mehrere Jahrtausende alten Funde ist eine überlagernde [[Düne|Flugsandschicht]] verantwortlich, die im [[Mittelalter]] das Gelände überwehte. Archäologen bezeichneten die Fundsituationen unter dem bis zu 80&amp;amp;nbsp;cm hohen, schützendem Sand als nahezu „[[Pompeji|pompejanisch]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entdeckung und Ausgrabungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wilhelm Gebers Archäologe.jpg|miniatur|hochkant=0.9|Der die Ausgrabungen leitende Archäologe [[Wilhelm Gebers]] vor einem Ausgrabungsplan vom Kronsberg]]&lt;br /&gt;
Bereits 1978 hatte ein [[Heimatforscher]] aus Rullstorf an einer Abbruchkante des Kiestagebaus archäologisch verdächtige Befunde entdeckt und dem [[Niedersächsisches Landesmuseum Hannover|Niedersächsischen Landesmuseum Hannover]] in Hannover gemeldet, das wiederum die örtlich zuständige [[Denkmalpflege]]stelle unterrichtete. 1979 begann nach einer behördlichen Freigabe des halben Kronsberges großflächiger Abbau von [[Sand]] durch zwei Abbauunternehmen. Durch die [[Eiszeitalter|Eiszeiten]] abgelagert, befand sich hier eine bis zu zehn Meter hohe Schicht aus Sand und [[Kies]]. Noch 1979 unternahm das Institut für Denkmalpflege aus Hannover eine Rettungsgrabung, da die Zerstörung der Bodenfunde drohte. Die erste Grabung erfolgte mit studentischen Hilfskräften und unzureichender Ausrüstung, bei der das Potenzial der Fundstelle noch nicht erkannt wurde. Ab 1980 erfolgten systematische Untersuchungen als umfangreiche Flächengrabungen unter der Leitung des Archäologen [[Wilhelm Gebers]]. Sie entwickelten sich zum Schwerpunktprojekt des Instituts für Denkmalpflege im Bereich der [[Siedlungsarchäologie]], da sich am Kronsberg an einem begrenzten Platz exemplarisch Besiedlungsvorgänge erforschen ließen. Bei knapper werdenden Finanzmitteln wurden die Ausgrabungen mit [[Arbeitsbeschaffungsmaßnahme|ABM]]-Kräften durchgeführt. Die fast jährlichen Grabungskampagnen unter Mitwirkung von insgesamt rund 500&amp;amp;nbsp;Mitarbeitern hielten über fast 30&amp;amp;nbsp;Jahre an. Lediglich in den Jahren 1987, 2003 und 2004 wurden sie ausgesetzt wegen anderer archäologischer Vorhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungsende ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rullstorf Kronsberg Brache.jpg|miniatur|Brachfläche an der Südseite des Kronsberges als archäologisch noch nicht näher untersuchter Bereich]]&lt;br /&gt;
Im Jahre 1996 war eine Fläche von 50.000&amp;amp;nbsp;m² archäologisch untersucht worden, während eine noch zu untersuchende Restfläche von 35.000&amp;amp;nbsp;m² offen blieb. Im Jahre 2009 war nach 30-jähriger Ausgrabungstätigkeit die vom Sandabbau betroffene Fläche vollständig ausgegraben. Es wird geschätzt, dass die langjährigen Grabungen etwa die Hälfte der historischen Bodenfunde aufdecken konnten. Archäologisch relevante Bereiche setzen sich jedoch über die Grabungsfläche hinaus im Norden und Süden von Rullstorf fort. Dort werden weitere bedeutende Funde erwartet, die in Ermangelung von finanziellen Mitteln noch nicht gesucht werden konnten. Als Schutzmaßnahme hat die Gemeinde die noch nicht untersuchten Verdachtsflächen [[Pachtvertrag (Deutschland)|angepachtet]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Kressel: [https://www.abendblatt.de/region/lueneburg/article107464744/Fuer-weitere-Grabungen-fehlt-das-Geld.html &#039;&#039;Für weitere Grabungen fehlt das Geld&#039;&#039;] in [[Hamburger Abendblatt]] vom 21. Oktober 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fundperioden ==&lt;br /&gt;
Die ältesten Funde auf dem Kronsberg sind Artefakte des [[Jungpaläolithikum]]s. Das [[Mittelsteinzeit|Mesolithikum]] ist durch zahlreiche Feuerstellen und [[Mikrolith]]en vertreten, die von kurzfristigen Aufenthalten durch Jägergruppen im 7. Jahrtausend v. Chr. stammen. Die erste Besiedlung erfolgte in der [[Jungsteinzeit]] durch die [[Trichterbecherkultur]] und die [[Einzelgrabkultur]]. Ihre Siedlungsplätze liegen auf dem höchsten Punkt der Erhebung. Die kleinräumige Siedlungskammer des Kronsberges war seit der [[Späte Bronzezeit|späten Bronzezeit]] kontinuierlich besiedelt. Den Siedlern boten sich durch fruchtbare [[Marschland|Marschgebiete]], Landwirtschaft in der [[Geest]]landschaft, feuchte [[Bruchwald]]wiesen sowie Wald- und Jagdwirtschaft gute Wirtschaftsgrundlagen. Außerdem konnte der Kronsberg mit seiner Lage an der Elbe als Punkt des [[Fernhandel]]s genutzt werden. Nach dem sächsischen Zeitabschnitt fiel der Kronsberg anscheinend im frühen Mittelalter [[Wüstung|wüst]]. Seither wurde er von den Bauern des im 13. Jahrhundert erstmals erwähnten Ortes Rullstorf landwirtschaftlich genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fundkomplexe und Zeitabschnitte ==&lt;br /&gt;
=== Jungsteinzeitliche Siedlung mit Langhaus ===&lt;br /&gt;
Die Siedlung der Trichterbecherkultur aus der Jungsteinzeit lag auf dem Südhang des Kronsberges und umfasste rund 25.000 m². Diesem Zeitabschnitt wird ein durch Brand vernichtetes [[Langhaus (Wohngebäude)|Langhaus]] zugerechnet, dessen Pfostengrundriss gefunden wurde. Anhand des Keramikmaterials mit rund 30.000 Scherben wird es der [[Altmark|altmärkischen]] Gruppe der Trichterbecherkultur zugerechnet. Mittels der [[Radiokarbonmethode|C14-Datierung]] ließ sich das Haus in das ausgehende 4. Jahrtausend v. Chr. datieren und ist damit das älteste bisher gefundene Gebäude in Niedersachsen. Das zweischiffige Gebäude war knapp 24 Meter lang und bis zu 5 Meter breit. Im Inneren gab es eine Gliederung durch Querwände. Anhand der vorgefundenen Befunde werden einzelnen Abschnitten des Hauses besondere Funktionen der Hauswirtschaft zugeschrieben. In einem Bereich fehlten die üblichen lehmbestrichenen Seitenwände, es gab dort größere Gruben und es wurde eine teileingegrabene Amphore gefunden. Eine Feuerstelle war nicht im Gebäude vorhanden. Es konnten keine Getreidereste nachgewiesen werden, so dass vor einer abschließenden Auswertung des umfangreichen Fundmaterials Archäologen die These aufstellten, dass sich die Bewohner noch nicht von der Landwirtschaft, sondern eher von Viehzucht, Jagden und dem Sammeln ernährt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bronzezeitliche Siedlung ===&lt;br /&gt;
Aus der jüngeren [[Bronzezeit]] wurde eine Siedlung mit einem etwa 300 Meter entfernten [[Gräberfeld|Urnengräberfeld]] gefunden. Ergraben wurden vier Hausgrundrisse und Nebengebäude, wie [[Darre|Darröfen]] sowie hunderte von [[Abfallgrube|Siedlungsgruben]]. Besondere Funde waren Miniaturfiguren von Schweinen, die als Kinderspielzeug Verwendung gefunden haben können. Die Siedlung bestand bis etwa 800 v. Chr. und wurde durch einen Brand vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siedlung der vorrömischen Eisenzeit ===&lt;br /&gt;
Aus der vorrömischen [[Eisenzeit]] stammen zwei Gebäudegrundrisse aus dem Zeitabschnitt der [[Jastorf-Kultur]] in der Ripdorf-Stufe um 350–120 v. Chr. Gefunden wurden ein Darrofen und verkohlte Getreidereste. Aus dem folgenden Zeitabschnitt der Seedorf-Stufe um 120–0 v. Chr. wurden zwei Gebäudegrundrisse und mehrere Vorratsgruben entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römische Kaiserzeit ===&lt;br /&gt;
Aus der [[Römische Kaiserzeit|römischen Kaiserzeit]] wurden vier Langhäuser entdeckt. In dieser Zeit gab es in der Siedlung Eisenverhüttung im großen Stil, was sich aus insgesamt 12 Tonnen gefundener [[Schlacke (Metallurgie)|Eisenschlacke]] von [[Ofensau|Ofensäuen]] schließen ließ. Die noch im Aufbau befindliche Siedlung fiel einem Brand zum Opfer, wobei vermutlich externe Gründe zum Siedlungsabbruch führten. Danach setzte auf dem Kronsberg anscheinend eine kurze [[Wüstung]]sphase bis zum Erscheinen sächsischer Siedler gegen Ende des 4. Jahrhunderts ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätsächsische Siedlung mit Gräberfeld ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rullstorf Fund Kettenhemd.jpg|miniatur|Fragmente eines [[Kettenrüstung|Kettenhemdes]], schlechte Bildqualität wegen Verpackung in Plastikfolie unter Schutzgas]]&lt;br /&gt;
Ab 1984 wurde auf etwa 6000 m² eine Siedlung der [[Sachsen (Volk)|spätsächsischen]] Zeit mit zugehörigem Körper- und [[Brandgrab|Brandgräberfeld]] (7.–9. Jahrhundert) ergraben. Da die Grabungsfläche durch eine heutige Straße zerschnitten wurde, ist zu vermuten, dass die Siedlung etwa doppelt so groß wie der ausgegrabene Teil war. Zur Siedlung gehörten vier Langhäuser, sechs kleine Pfostenbauten und 32 [[Grubenhaus|Grubenhäuser]]. Die erste Siedlung fiel bereits im 5. Jahrhundert einem Brand zum Opfer, worauf vermutlich eine kurze [[Wüstung]]sphase mit anschließender Neubesiedlung folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Siedlung wurde ein [[Gräberfeld]] mit rund 150 Bestattungen entdeckt, das aber nicht in seiner gesamten Fläche ausgegraben worden ist. Bei etwa 80 % der Bestattungen hat eine [[Feuerbestattung]] durch Verbrennen auf einem [[Scheiterhaufen]] stattgefunden. Dabei fanden sich anhand der [[Pfostenloch|Pfostengrundrisse]] eine Vielzahl von Scheiterhaufenkonstruktionen, darunter ovale, schiffsförmige, eckige, quadratische oder rechteckige. Teilweise waren die Brandplätze von [[Korb (Behälter)|Flechtwerk]] umgeben. Bei den Körpergräbern wurden bei einigen Gräbern Holzverschalungen festgestellt. Auch fanden Bestattungen in [[Baumsarg|Baumsärgen]] statt. Bei den Gräbern von Frauen fanden sich zahlreiche [[Perle]]n aus [[Glas]], [[Bernstein]], [[Bronze]] und [[Silber]], die ursprünglich zu Perlenketten gehörten. Es handelte sich um die Festtagsausstattung der Frauen, mit der sie bestattet wurden. Bei den Männergräbern fanden sich Waffen und Gerätschaften. Dabei wurden ein Eisenmesser und die Spitze einer [[Sax (Waffe)|Saxklinge]] sowie Fragmente eines [[Kettenrüstung|Kettenhemdes]] gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gräberfeld entstammt einer Zeit an der Wende vom heidnisch-sächsischen Totenritus zum [[Christentum]]. Es ist eines der wenigen gut erforschten Brand- und Körpergräberfelder aus dieser Zeit in Niedersachsen. Die reichhaltigen [[Grabbeigabe]]n gewähren Rückschlüsse auf die Ausstattung sowie Tracht und zeugen vom Wohlstand der ehemaligen Bewohner auf dem Kronsberg. Die Ausgrabungen auf dem Gräberfeld erfolgten ab 1983. Noch vor Abschluss der Untersuchungen wurden die Ergebnisse 1999 der Öffentlichkeit in der Ausstellung „Die Rullstorfer Altsachsen“ präsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätsächsisches Pferdegräberfeld ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rullstorf Fund Pferdeschädel.jpg|miniatur|links|Ausgegrabener Pferdeschädel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rullstorf Fund Trense.jpg|miniatur|[[Trense]] eingebettet in Schaumstoff, schlechte Bildqualität wegen Verpackung in Plastikfolie unter Schutzgas]]&lt;br /&gt;
Das Pferdegräberfeld wird der spätsächsischen Zeit des 7.–8. Jahrhunderts zugerechnet. Darunter ist ein Grab mit [[Hengsten]] und einem [[Rothirsch|Hirsch]]. Das Pferdegräberfeld mit 42 Bestattungen ist eines der größten und bedeutendsten seiner Art in Deutschland und zählt europaweit zu den wichtigen Fundstellen dieser Art. Die Tiere waren jeweils ohne Sattel und Geschirr bestattet worden, zum Teil zu zweit. Die Anzahl der Tiere, die neben den verstorbenen Bewohnern des Kronsberges bestattet wurden, zeugt vom damaligen Wohlstand. Die zahlreichen Pferdebestattungen lassen auf eine intensive Pferdehaltung schließen. Es könnte ein Zusammenhang mit den Jenseitsvorstellungen der [[Germanen]] bestehen, in denen [[Odin]]s Hengst [[Sleipnir]] eine wichtige Rolle spielte. Eine [[Archäozoologie|archäozoologische]] Untersuchung der Pferdeknochen ergab, dass die Tiere Widerristhöhen von 1,32 bis 1,48 m hatten. Sie waren eher schlankwüchsig. Von den 42 Pferden waren 24 Pferde männlich, bei den anderen war eine Bestimmung wegen fehlender Teile nicht möglich. Bei 39 Pferden konnte das Alter geschätzt werden. Sie waren zwischen 2,5 und 20 Jahre alt, wobei der Schnitt bei 7 Jahren lag. Das größte Pferdegrab mit drei Hengsten und einem Hund hatte einen Durchmesser von 17 m und eine Fläche von 220 m². Es war von einem halbkreisförmigen Graben umschlossen. Vermutlich befand sich darüber ein nicht mehr erhaltener Grabhügel aus Soden und [[Plaggen]], der eine Höhe von 5 m gehabt haben könnte. Er wurde durch Abwehungen, Ackerbau und Auswaschungen im Laufe von rund 1000 Jahren abgetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sattelfund ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rullstorf Fund Sattel.jpg|miniatur|Rekonstruierter [[Reitsattel]]]]&lt;br /&gt;
Im Sommer 2000 wurde eine besonders aufwändig gestaltete Pferdebestattung in außergewöhnlicher Größe gefunden. Das Pferd diente als Beigabe zu einem 24-pföstigen Scheiterhaufengrab, das als Doppelkreis konstruiert war. In den [[Pfostenloch|Pfostenlöchern]] des Scheiterhaufens fanden sich als Beigaben Glasperlen, Silberblech, Kettenglieder aus Eisen und eine Gürtelschnalle.&lt;br /&gt;
Dem aufgefundenen Pferdeskelett war der Kopf abgetrennt worden, was bei den übrigen Pferdebestattungen auf dem Kronsberg nicht der Fall war. Auch waren die Hinterläufe des Pferdes nach Süden ausgerichtet, während bei allen anderen Pferdebestattungen die Hinterläufe nach Norden wiesen. An der Grabstelle wurden die Reste eines [[Reitsattel]]s des 8. Jahrhunderts n. Chr. mit Steigbügeln sowie vollständigem Geschirr gefunden. Der im [[Blockbergung|Block geborgene Fund]] wurde unter Laborbedingungen in der Restaurierungswerkstatt des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege freigelegt. Später wurde der Sattel mit reichhaltiger Verzierung und unterschiedlichen Beschlägen anhand der Befunde detailgetreu rekonstruiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.fan-niedersachsen.de/arbeitsgemeinschaften/sachsenforschung-ag/zum-nachlesen-archiv/84-ausstellung-pferd-und-sattel-bei-den-altsachsen-2012 |wayback=20140222064023 |text=Präsentation der Sattel-Rekonstruktion}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemeinsam mit den übrigen Fundstücken, wie [[Halfter]] mit [[Trense]] und [[Hintergeschirr]], wurde er als damalige Reiterausrüstung zeitweise im [[Deutsches Pferdemuseum|Deutschen Pferdemuseum]] in [[Verden (Aller)]] präsentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.fan-niedersachsen.de/arbeitsgemeinschaften/sachsenforschung-ag/zum-nachlesen-archiv/55-berichte/88-auf-dem-weg-nach-walhall-2004 |wayback=20140222064013 |text=Auf dem Weg nach Walhall (2004)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Adelsgrab ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rullstorf Fürstengrab Lackabzug.jpg|miniatur|[[Lackabzug]] des Adelsgrabes als Holzkammergrab mit einer Person von höherer Stellung]]&lt;br /&gt;
Im Jahre 2000 wurde bei Ausgrabungen auf dem Kronsberg ein besonderes Holzkammergrab entdeckt. In die Grabgrube war statt eines Sarges eine 2,6&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;1,3&amp;amp;nbsp;Meter große Holzkammer eingelassen, deren Holz nur noch als Bodenverfärbung erkennbar war. Vom Verstorbenen hatte sich der Schädel erhalten, während der restliche Körper nur noch als [[Leichenschatten]] erkennbar war. Beigaben waren ein Schild mit Leder und Silbernägeln, ein [[Sax (Waffe)|Sax]], ein Eisenmesser und eine Lanze. An weiteren Ausrüstungsgegenständen waren ein Gürtel mit Gürteltasche, [[Feuerstein|Flint]] und [[Schlageisen (Werkzeug)|Feuerschlageisen]] sowie eine Bronzepinzette beigefügt. Wegen der reichhaltigen und hochwertigen Beigaben wird im Bestatteten eine Person von höherer Stellung vermutet, wie ein Krieger oder [[Adel|Adliger]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.fan-niedersachsen.de/arbeitsgemeinschaften/sachsenforschung-ag/zum-nachlesen-archiv/55-berichte/86-saechsisches-adelsgrab-in-rullstorf-2000 |wayback=20140222055412 |text=Sächsisches Adelsgrab in Rullstorf }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein 2,8&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;1,8&amp;amp;nbsp;Meter großer [[Lackabzug]], der im Vortragssaal des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover ausgestellt ist, zeigt die Fundsituation mit den Bodenverfärbungen der Holzkammer oberhalb des Verstorbenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Britta Lauxtermann: &#039;&#039;Ein Mitglied des sächsischen Adels&#039;&#039; in: &#039;&#039;Archäologie in Niedersachsen&#039;&#039;, S. 95–96, 2001&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Britta Lauxtermann: &#039;&#039;Ein Mitglied des sächsischen Adels - der Krieger im Holzkammergrab 5095&#039;&#039; in: &#039;&#039;Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen&#039;&#039;, 2/2001 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Ein sächsischer Kultplatz mit Gräberfeld in Rullstorf, Ldkr. Lüneburg&#039;&#039; in: &#039;&#039;Ausgrabungen in Niedersachsen. Archäologische Denkmalpflege 1979–1984.&#039;&#039; Stuttgart 1985.&lt;br /&gt;
* Cornelius Hornig: &#039;&#039; Das spätsächsische Gräberfeld von Rullstorf, Ldkr. Lüneburg&#039;&#039;, 1993, Buch am Erlbach, ISBN 3-924734-32-1, Dissertation&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Fünfzehn Jahre Grabung Rullstorf – eine Bilanz&#039;&#039; in: [[Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen]], 2/1995&lt;br /&gt;
* Joachim Stark: &#039;&#039;Spätsächsische Grabbefunde aus Rullstorf – erste Ergebnisse der Ausgrabung 1995&#039;&#039; in: &#039;&#039;Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen&#039;&#039;, 2/1996&lt;br /&gt;
* Thilo Stapelfeldt: &#039;&#039;Die neuen Grabungen auf dem spätsächsischen Gräberfeld bei Rullstorf, Ldkr. Lüneburg&#039;&#039; in: &#039;&#039;Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen&#039;&#039;, 2/1996&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers, Friedrich Lüth: &#039;&#039;Rullstorf I. Die archäologischen Untersuchungen im Bereich der Fundstelle 5. Grabungsjahre 1979-1982&#039;&#039; in der Reihe &#039;&#039;Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens 25&#039;&#039;, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5642-3&lt;br /&gt;
* Britta Lauxtermann: &#039;&#039;Das Pferd als Begleiter nach Walhalla&#039;&#039; in: &#039;&#039;Archäologie in Niedersachsen&#039;&#039;, S. 50–52, 2002&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Auf dem Weg nach Walhall - Die Pferde der Altsachsen - Begleiter in Leben und Tod&#039;&#039;, Lohne, 2004, ISBN 3-9808151-8-8&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Rullstorf - 20 Jahre Archäologie am Rand der Elbmarsch&#039;&#039; in: &#039;&#039;Archäologie|Land|Niedersachsen - 400 000 Jahre Geschichte&#039;&#039;, 2004&lt;br /&gt;
* Ilona Becker: &#039;&#039;Die Pferde aus dem sächsischen Gräberfeld Rullstorf (Ldkr. Lüneburg)&#039;&#039;, 2007 ([http://www.uni-leipzig.de/histsem/uploads/media/Nr.27-Becker.pdf Online]), (pdf, 2,1 MB)&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Rullstorf – Abschluss der langjährigen und erfolgreichen Grabungen&#039;&#039; in &#039;&#039;Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen&#039;&#039;, 4/2009&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.niemeyer-buch.de/index.php/punkt-1/berichte-zur-denkmalpflege-in-niedersachsen-4-2009-detail Berichte zur Denkmalpflege 2009/4]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Rullstorf II. Die archäologischen Untersuchungen im Bereich der Fundstelle 5. Grabungsjahre 1983-2009&#039;&#039;, Rahden 2014, ISBN 978-3-89646-977-9&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Rullstorf III. Die archäologischen Untersuchungen im Bereich der Fundstelle 5. Grabungsjahre 1983-2009&#039;&#039; in der Reihe &#039;&#039;Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens 48&#039;&#039;, 2015&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers, Peter Caselitz, [[Robert Lehmann (Chemiker)|Robert Lehmann]], Georgios Avraam: &#039;&#039;Rullstorf IV: das jungbronzezeitliche Urnengräberfeld der Fundstelle 8&#039;&#039; in der Reihe &#039;&#039;Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens 52&#039;&#039;, Rahden 2018&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;30 Jahre Feldforschung auf dem Kronsberg bei Rullstorf&#039;&#039; in: &#039;&#039;Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen&#039;&#039;, 4/2019, S. 220–226 ([https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/objekte/rullstorf/ Online])&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gebers: &#039;&#039;Rullstorf V – Die Siedlungskeramik&#039;&#039; in der Reihe &#039;&#039;Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens 59&#039;&#039;, Rahden  2021, ISBN 978-3-89646-951-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Siedlungskammer Rullstorf}}&lt;br /&gt;
* [http://www.fan-niedersachsen.de/attachments/article/16/beilage_fan_post_2010.pdf Umfangreich bebilderter Bericht zu den Grabungen und Funden] (pdf, 1,24 MB)&lt;br /&gt;
* [http://www.scharnebeck.de/desktopdefault.aspx/tabid-2634/4999_read-23595/ Kurzbeschreibung der Ausgrabungen am Rullstorfer Kronsberg mit Fotos]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20140222064019/http://www.fan-niedersachsen.de/arbeitsgemeinschaften/sachsenforschung-ag/zum-nachlesen-archiv/58-zum-nachlesen/121-schnee-ueber-rullstorf-2005 Grabungsbericht 2005 mit Fotos]&lt;br /&gt;
* [http://www.sachsengeschichte.de/sachsenfriedhof Rullstorf, ein Gräberfeld der Altsachsen]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20140222064017/http://www.fan-niedersachsen.de/arbeitsgemeinschaften/sachsenforschung-ag/zum-nachlesen-archiv/58-zum-nachlesen/119-rullstorfer-pferdegrab-2001 Fund einer besonderen Pferdebestattung in Rullstorf]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20160304042638/http://www.fan-niedersachsen.de/arbeitsgemeinschaften/sachsenforschung-ag/zum-nachlesen-archiv/55-berichte/88-auf-dem-weg-nach-walhall-2004 Inhaltsverzeichnis des Ausstellungskataloges: &#039;&#039;Auf dem Weg nach Walhall&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=53.290437|EW=10.521812|type=landmark|region=DE-NI}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz (Eisenzeit)|Rullstorf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gräberfeld in Niedersachsen|Rullstorf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gräberfeld (Germanen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bronzezeitlicher Fundplatz in Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jungsteinzeitlicher Fundplatz in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jungsteinzeitliche Siedlung|Rullstorf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einzelgrabkultur|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rullstorf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pferdebestattung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altsachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holzgrabkammer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Niedersachsen]]&lt;/div&gt;</summary>
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