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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Coluna_Prestes&amp;diff=397530</id>
		<title>Coluna Prestes</title>
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		<updated>2025-06-15T23:06:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand in Südamerika&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Coluna Prestes&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; („Zug Prestes“) war eine militärisch-politische Bewegung der Jahre 1925–1927 aus dem Umfeld der [[Tenentismo|Leutnantsaufstände]] (&#039;&#039;tenentismo&#039;&#039;) in [[Brasilien]]. Innerhalb der Strömung gab es recht unterschiedliche programmatische Ansätze, aber die Unzufriedenheit mit der „Alten Republik“, die Forderung nach [[geheime Wahl|geheimen Wahlen]] und der Einsatz für ein vom Staat getragenes Bildungswesen können als gemeinsame Linie abgegrenzt werden. Die Führung der Bewegung gehörte den unterschiedlichsten politischen Strömungen an, der größte Teil setzte sich jedoch aus [[Hauptmann (Offizier)|Hauptleuten]] und Leutnants mit Herkunft aus der Mittelschicht der Bevölkerung zusammen; in diesem Umfeld entstand das [[Ideal (Philosophie)|Ideal]] des „Soldaten als Staatsbürgers“. &#039;&#039;Coluna Prestes&#039;&#039; stritt im Kampf gegen die Regierung des damaligen Präsidenten [[Artur da Silva Bernardes]] und seines Nachfolgers [[Washington Luís Pereira de Sousa]] für die Umsetzung politischer und sozialer Reformen. Mit zunehmendem Erfolg der Bewegung trug die &#039;&#039;Coluna Prestes&#039;&#039; dazu bei, das Ansehen der „Alten Republik“ weiter zu schädigen und bereitete so den Weg zur Revolution von 1930.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Coluna Prestes&#039;&#039; (nach dem späteren [[Kommunismus|Kommunisten]] [[Luís Carlos Prestes]]) ist irreführend. Die Bewegung geht auf unterschiedliche aufständische Truppenteile zurück, einen Zug unter der Führung von Prestes im brasilianischen Bundesstaat [[Rio Grande do Sul]] und eine zweite Einheit unter der Führung von [[Miguel Alberto Crispim Rodrigo da Costa]] und anderen Kommandeuren im Bundesstaat [[São Paulo]]. Im Bundesstaat [[Paraná]] kam es zu einem Zusammenschluss unter der Leitung von Costa. Unterabteilungen wurden von den Leutnants [[Cordeiro de Farias]], [[João Alberto]], [[Antônio de Siqueira Campos]] und [[Djalma Dutra]] kommandiert.  Verfolgt von [[Brasilianische Streitkräfte|Regierungstruppen]] zogen die Rebellen ins Landesinnere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Regierungstruppen  stellten sich der &#039;&#039;Coluna Prestes&#039;&#039; Polizeieinheiten der einzelnen Bundesstaaten entgegen, außerdem gab es Auseinandersetzungen mit [[Söldner]]truppen, die die Regierung mit [[Amnestie]]versprechen auf ihre Seite gebracht hatte. Möglicherweise ist auch der berühmte Bandenführer der &#039;&#039;[[cangaceiro]]s&#039;&#039; [[Virgulino Ferreira da Silva]] („Lampião“) auf die &#039;&#039;Coluna Prestes&#039;&#039; angesetzt worden. Es kam selten zu Gefechten mit größeren Einheiten der [[Brasilianische Streitkräfte|Regierungstruppen]]; im Allgemeinen wurden Ablenkungsmanöver eingesetzt, um die Regierungstruppen in die Irre zu führen. Nach einem Marsch von ungefähr 25.000&amp;amp;nbsp;km durch das Gebiet von dreizehn brasilianischen Staaten zog sich die &#039;&#039;Coluna Prestes&#039;&#039; 1927 nach [[Bolivien]] und [[Paraguay]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa seit 2000 gelangen auch die am Marsch beteiligten Frauen Aufmerksamkeit in der Geschichtsschreibung und Literatur.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maria Meire Carvalho |Titel=Mulheres na Marcha da Coluna Prestes: Histórias que não nos contaram |Sammelwerk=OPSIS. Revista do Departamento de História e Ciências Sociais |Ort= |Band=15 |Nummer=2 |Seiten=356–369 |Online=https://revistas.ufg.br/Opsis/article/view/34221/20057 |DOI=10.5216/o.v15i2.34221 |Sprache=pt-BR |Abruf=2022-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lourenço Moreira Lima: &#039;&#039;A Coluna Prestes, marchas e combates.&#039;&#039; 3. Auflage. Alfa ômega, São Paulo 1979 (brasilianisches Portugiesisch).&lt;br /&gt;
* Anita Leocádia Prestes: &#039;&#039;A Coluna Prestes.&#039;&#039; 3. Auflage. Brasiliense, São Paulo 1991 (brasilianisches Portugiesisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://elogica.br.inter.net/crdubeux/hprestes.html |hrsg=web.archive.org |titel=Coluna Prestes |werk=inter.net |datum=2002 |sprache=pt-BR |archiv-url=https://web.archive.org/web/20090226043305/http://elogica.br.inter.net/crdubeux/hprestes.html |archiv-datum=2009-02-26 |offline= |abruf=2022-01-27 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.exercito.gov.br/01Instit/Historia/sinopse/geracoes.htm |hrsg=web.archive.org |titel=Exército Brasileiro - Sinopse Histórica - Novas Gerações |werk=gov.br |datum=2002 |sprache=pt-BR |archiv-url=https://web.archive.org/web/20070311124046/http://www.exercito.gov.br/01Instit/Historia/sinopse/geracoes.htm |archiv-datum=2007-03-11 |offline= |abruf=2022-01-27 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brasilianische Politikgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brasilianische Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Brasiliens (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (São Paulo, Bundesstaat)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Paraná)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aufstand_von_Tschiprowzi&amp;diff=2379786</id>
		<title>Aufstand von Tschiprowzi</title>
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		<updated>2025-06-15T15:38:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand in Europa&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Aufstand von Tschiprowzi&#039;&#039;&#039; ({{BgS|Чипровско въстание|Tschiprowsko wastanie}}) war ein Aufstand der bulgarischen Bevölkerung in der Region um [[Tschiprowzi]] nördlich des [[Balkangebirge]]s gegen die bis dahin fast 300 Jahre andauernde [[Osmanisches Reich|osmanische]] Herrschaft.&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of Arms of Bulgaria by Petar Bogdan Bakshev 17th century.jpg|mini|Das von Petar Bogdan vorgeschlagene Wappen Bulgariens]]&lt;br /&gt;
Der Aufstand brach 1688 aus, nachdem die [[Kaiserliche Armee (HRR)|kaiserlichen Truppen]] unter dem Kommando von [[Maximilian II. Emanuel (Bayern)|Max Emanuel]] am 6. September 1688 [[Belagerung von Belgrad (1688)|Belgrad]] eingenommen hatten. Er wurde von Nachfahren [[Katholizismus|katholischer]] [[Bergleute]] aus Sachsen und bulgarischer Katholiken organisiert sowie von der orthodoxen Bevölkerung mitgetragen. Tschiprowzi und die umliegende Orte hatten damals um die 6000 Einwohner. Die acht Abteilungen der Aufständischen unter den Hauptleuten Marinow, Stanislawow, Andrejnin und weiteren zählten jeweils einige hundert Kämpfer. Nachdem die nächste türkische Garnison angegriffen und vernichtet wurde, folgte der Gegenangriff des Sofioter [[Beglerbeg]]s und seines ungarischen Verbündeten [[Emmerich Thököly]]. Die eingesetzten [[Baschi-Bosuk|Baschibosuken]] und weitere irreguläre Truppen richteten ein Gemetzel unter der Bevölkerung an und zerstörten die Orte Tschiprowzi, Schelesna, Klisura und Kopilowzi. Es wurden mindestens Tausend Menschen umgebracht, „zweitausend Knaben und Frauen versklavt“ (wie Knjazhevic berichtet), etwa dreitausend Bewohner der Gegend flüchteten nach Norden. Sie siedelten sich mit Zustimmung Kaiser [[Leopold I. (HRR)|Leopolds I.]] nördlich der Donau, im [[Banat]] an und bildeten dort über Jahrhunderte bulgarische Dorfgemeinschaften, wie die bis ins 20. Jahrhundert dort lebenden und auch so genannten [[Banater Bulgaren]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Geier: &#039;&#039;Bulgarien zwischen West und Ost vom 7. bis 20. Jahrhundert: sozial- und kulturhistorisch bedeutsame Epochen, Ereignisse und Gestalten&#039;&#039; in Band 32 der &#039;&#039;Studien der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund&#039;&#039;, Otto Harrassowitz Verlag, 2001, S, 120 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Initiatoren und Mitorganisator war der Bischof [[Petar Bogdan]], der die erste &#039;&#039;Geschichte Bulgariens&#039;&#039; verfasste und katholischer Erzbischof Bulgariens, der Moldau und [[Walachei (Region)|Walachei]] war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Vertrauten des Kardinals Buonvisi spielte während des Aufstands als Offizier eine erhebliche Rolle: Er stammte aus der Tschiprower Familie Markanic und wurde nach einer Bemerkung der ehemaligen Königin [[Christina (Schweden)|Christine von Schweden]] der „bulgarische Graf Marciano“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tschiprowzi, Aufstand von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand im Osmanischen Reich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1688|Aufstand von Tschiprowzi]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarische Geschichte|Aufstand von Tschiprowzi]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Orlow-Revolte&amp;diff=1530859</id>
		<title>Orlow-Revolte</title>
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		<updated>2025-06-15T15:21:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand im Osmanischen Reich&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Greek Independence 1821.svg|mini|hochkant|Flagge der griechischen Aufständischen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;&#039;Orlow-Revolte&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Orlofika&#039;&#039;&#039; ({{elS|Ορλωφικά}}) werden die als Vorboten der [[Griechische Revolution|Griechischen Revolution]] unternommenen [[Aufstand|Aufstände]] der [[Grieche]]n gegen die [[Osmanisches Reich|osmanische]] Herrschaft im Jahre 1770 bezeichnet. Sie sind benannt nach den Brüdern Orlow, den Grafen [[Grigori Grigorjewitsch Orlow|Grigori]], [[Alexei Grigorjewitsch Orlow|Alexei]] und [[Fjodor Grigorjewitsch Orlow|Fjodor Orlow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
{{Linkbox Russisch-Türkischer Krieg (1768–1774)}}&lt;br /&gt;
Den Hintergrund bildete der [[Russisch-Türkischer Krieg (1768–1774)|Russisch-Türkische Krieg (1768–1774)]]. Um das Osmanische Reich zu schwächen, entsann sich die [[Russisches Kaiserreich|russische]] [[Zar]]in [[Katharina II. (Russland)|Katharina&amp;amp;nbsp;II.]], wohl auf Initiative ihres Liebhabers Grigori Grigorjewitsch Orlow, der bereits unter [[Peter I. (Russland)|Peter dem Großen]] gepflegten freundschaftlichen Beziehungen mit den orthodoxen Glaubensbrüdern in Griechenland. Sie entsandte Emissäre zu den regionalen griechischen Anführern wie Bischöfen, [[Klephten]] und Honoratioren, wie den [[Mavromichalis (Familie)|Mavromichalis]] in der [[Mani (Peloponnes)|Mani]] oder [[Daskalogiannis]] auf Kreta. Viele Griechen sahen in den Russen das legendäre „xanthón génos“ ({{grcS|ξανθόν γένος}}, &#039;&#039;blonde Rasse&#039;&#039;), das ihnen die Befreiung bringen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf der Aufstände ==&lt;br /&gt;
1769 entsandte Katharina&amp;amp;nbsp;II. eine Flotte von 14 Kriegsschiffen, unter dem Kommando des Grafen Alexei und seines Bruders Fjodor Orlow ins [[Mittelmeer]]. Sie ging im Frühjahr 1770 vor [[Itylo]] vor Anker und regte die Bewohner der Halbinsel Mani und von [[Kalamata]] an, sich zu erheben. Zur Unterstützung der Aufständischen zu Lande wurde jedoch nur eine kleine Streitmacht russischer Soldaten abgesetzt. Auch in [[Epirus (historische Region)|Epirus]], auf den [[Kykladen]] und auf Kreta wurden Aufstände entfacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere auf der [[Peloponnes]] waren die Aufständischen anfangs erfolgreich. Sie konnten [[Pylos|Navarino]] und [[Mystras]] einnehmen, auch [[Messolongi]] und [[Patras]]. Als jedoch etwa 8.000 griechische Aufständische, verstärkt durch 50 russische Soldaten, gegen [[Tripoli (Griechenland)|Tripoli]] vorrückten, bereiteten ihnen 15.000 kampferprobte [[Albaner]], die die Osmanen zu ihrer Unterstützung rekrutiert hatten, eine schwere Niederlage, der sich ein Massaker anschloss, bei dem Tausende von Griechen hingemetzelt wurden; die geistlichen Anführer der Griechen wurden [[Pfählung|gepfählt]]. Auch die Belagerung von [[Koroni]] und [[Methoni (Messenien)|Methoni]] blieb erfolglos. Patras wurde von der osmanisch-albanischen Streitmacht zurückerobert und niedergebrannt, ebenso Mystras, sodass die Erhebung der Peloponnes nach wenigen Monaten zusammenbrach. Ein gleiches Schicksal erlitt der Aufstand auf Kreta unter [[Daskalogiannis]] und die Aufstände in den anderen Landesteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Battle of Chios (1770), by Ivan Aivazovsky (1848).jpg|mini|[[Iwan Aiwasowski]]: &#039;&#039;[[Seeschlacht von Çeşme|Die Schlacht von Chios]], 24.&amp;amp;nbsp;Juni&amp;amp;nbsp;1770&#039;&#039; (1848)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterdessen segelte die russische Flotte weiter in die [[Ägäis]] und errang Anfang Juli in der [[Seeschlacht von Çeşme]] einen wichtigen Sieg gegen die Osmanen, der einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum [[Friede von Küçük Kaynarca|Frieden von Küçük Kaynarca]] darstellte, in dem die [[Hohe Pforte]] ihre Niederlage eingestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ergebnisse ==&lt;br /&gt;
So erfolgreich die Orlofika für Russland war, so enttäuschend war sie aus Sicht der Griechen. Diese hatten sich eine größere russische Unterstützung erhofft, waren nun aber grausamen Repressalien der osmanischen Herrschaft ausgesetzt. Der Frieden von Küçük Kaynarca brachte ihnen keine direkten Vorteile. Im Rahmen seiner Süd-Expansion war Russland indes zur Protektoratsmacht der im Osmanischen Reich lebenden Christen geworden und zu einem Machtfaktor im Mittelmeer. In ihrem späteren Freiheitskampf sollte das den Griechen noch einen Vorteil verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Андрей Николаевич Петров: Война России с Турцией и Польскими конфедератами с 1769-1774 год. Том II, Тип. Э. Веймара, 1866 https://runivers.ru/lib/book3054/9652/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechische Revolution]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1770]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Griechenland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand im Osmanischen Reich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (18. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rasin-Aufstand&amp;diff=2420486</id>
		<title>Rasin-Aufstand</title>
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		<updated>2025-06-15T15:11:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand in Europa&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Astrachan2.jpg|miniatur|&#039;&#039;Rasinsche Rebellen in Astrachan&#039;&#039;, holländischer Kupferstich von 1681]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Rasin-Aufstand&#039;&#039;&#039; war ein misslungener Aufstand im Wolgagebiet im [[Zarentum Russland]], der sich gegen die [[Leibeigenschaft]] und die missbräuchliche staatliche russische Verwaltung richtete. Bis Ende 1670 konnte der Aufstand eingedämmt werden. Seine Anführer wurden am {{JULGREGDATUM|16|6|1671|Link=1}} hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Bedingt durch die russische Expansion im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und die zunehmende Angliederung nichtrussischer Gebiete kam es ab der Mitte des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zu Unruhen und Aufständen der nichtrussischen Völker, insbesondere im [[Wolga]]raum, der vormals [[Tataren|tatarisch]] beherrscht war. Die zaristische Politik [[Alexei I. (Russland)|Alexei I.]] gegenüber den neuen Völkern im nun multiethnischen russischen Imperium wechselte zwischen Unterdrückung und gewaltsamer Kolonialisierung und einer Rücksichtnahme auf die vorhandenen Strukturen durch eine indirekte Herrschaft. Die zunehmenden Spannungen ab der zweiten Hälfte des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts richteten sich daher gegen die zaristische Herrschaft und auf eine Wiederherstellung der alten [[Khanat]]e. Die Russen gingen nun schärfer gegen die Wolgavölker vor, da sie die Sicherheit und Macht des Staates infrage gestellt sahen. Die [[Russisch-Orthodoxe Kirche|orthodoxe Kirche]] weitete jetzt ihre Missionstätigkeit aus und schreckte dabei nicht vor [[Zwangstaufe]]n und ähnlichen Zwangsmaßnahmen zurück. Auch die Landkolonisation wurde vorangetrieben. Die Lasten für die nichtrussischen Bewohner erhöhten sich gewaltig. Durch diesen Wandel in der Moskauer Politik wurden die Gebiete fester in das russische Reich eingebunden. Die Wolgavölker waren nicht bereit, die neue Politik widerstandslos hinzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
Führer der Aufstandsbewegung der [[Donkosaken]] wurde [[Stenka Rasin]] (eigentlich &#039;&#039;Stepan Timofejewitsch Rasin&#039;&#039;). Er hatte sich zum Sprecher derjenigen gemacht, die die Kosakenautonomie aufrechterhalten wollten, und stand damit im Gegensatz zur kosakischen Oberschicht, die mit dem Zaren ein Bündnis eingegangen war. Rasin hatte von 1667 an mit seiner Abteilung Raubzüge an der unteren Wolga zur persischen Küste des [[Kaspisches Meer|Kaspischen Meeres]] unternommen und dabei auch zaristische Transporte überfallen. Dabei hatte er zusehends an Ruhm und Anerkennung und zunehmende Gefolgschaft unter den Kosaken gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Frühjahr 1670 stieß das Heer unter Führung des [[Ataman]]s Rasin bis nach [[Astrachan]] und [[Uljanowsk|Simbirsk]] vor. Die Erhebung griff schnell auf die Wolgagebiete über. Bis zu 20.000 Mann kämpften zeitweise gegen die zarischen Truppen. Zu den Gruppen der Kosaken und aufständischen Bauern, darunter auch [[Aljona Arsamasskaja]]s Truppe, stießen sich benachteiligt fühlende [[Strelizen]] und viele [[Altorthodoxe|Altgläubige]]. Die größte Gruppe der Aufständischen bildeten nichtrussische Wolgavölker. Das Programm der Aufständischen zielte darauf ab, das Vermögen der Reichen unter allen Einwohnern aufzuteilen und das kosakische Verwaltungssystem mit seinen demokratischen Basisversammlungen und gewählten Atamanen überall einzuführen. Die Leibeigenschaft sollte aufgehoben werden. In Astrachan wurde für kurze Zeit dieses Programm verwirklicht. Den Eid leisteten die Aufständischen auf Rasin und auf den Zaren. Rasin gab sich als den Stellvertreter des bereits verstorbenen Thronfolgers Alexei (5. Februar 1654 – 17. Januar 1670) aus. Unmittelbare Gegner waren damit nicht der Zar, sondern die [[Bojaren]] als Repräsentanten der Leibeigenschaft und die staatlichen Verwaltungsbeamten, deren Missbrauch staatlicher Gewalt immer wieder Unmut hervorrief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Ende 1670 drängten Regierungstruppen die Aufständischen immer mehr zurück. Stenka Rasin konnte schließlich durch Verrat gefangen genommen werden. Der Zar verhörte ihn persönlich. Am 16. Juni 1671 wurde er in Moskau hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Als Ergebnis des Aufstands stellte man einige der schlimmsten Missbräuche der Verwaltung ab. Zeitgleich erhöhte sich der Druck auf die Bauern und die nichtrussischen Völker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Legenden und Volkslieder, die sich um Stenka Rasin rankten, hielten ihn im Bewusstsein wach. Bei der Herausbildung einer Tradition des Widerstands gegen den Staat nahm er einen besonderen Stellenwert ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heiko Haumann]]: &#039;&#039;Geschichte Russlands.&#039;&#039; Chronos Verlag, 2003, ISBN 3-03-400638-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauernaufstand]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zarentum Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1670er]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Geschichte (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrargeschichte (Russland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<title>Juliaufstand</title>
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		<updated>2025-06-15T14:38:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand in Europa&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:19170704 Riot on Nevsky prosp Petrograd.jpg|mini|4. Juli 1917, [[Sankt Petersburg|Petrograd]], [[Newski-Prospekt]]: Regierungstruppen schießen Demonstranten mit Maschinengewehren nieder]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;&#039;Juliaufstand&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Julikrise&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Julirevolution&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Juliputsch&#039;&#039;&#039; wird ein Ereignis der [[Russische Revolution|Russischen Revolution]] vom {{JULGREGDATUM|16|07|1917|Kurz=ja}} bis {{JULGREGDATUM|20|07|1917}} bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während [[Wladimir Iljitsch Lenin|Lenin]] in [[Finnland]] weilte, versuchten einige Führer der [[Bolschewiki]], die Erfolglosigkeit der [[Provisorische Regierung (Russland)#Juliaufstand und Machtübernahme Kerenskis|provisorischen Regierung]] in der [[Kerenski-Offensive]] zu deren Sturz zu nutzen. Damit sollte die seit der [[Februarrevolution 1917|Februarrevolution]] bestehende [[Doppelherrschaft]] zwischen provisorischer Regierung und dem [[Petrograder Sowjet]] beendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Hildermeier]]: &#039;&#039;Die Russische Revolution 1905–1921.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt 1989, S. 176 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Vorgehen wird von verschiedenen Wissenschaftlern als [[Putsch]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Hellmann (Historiker)|Manfred Hellmann]]: Die Russische Revolution 1917. Von der Abdankung des Zaren bis zum Staatsstreich der Bolschewiki. dtv. München 1964, S. 255 ff.; [[Alexander Rabinowitch]]: &#039;&#039;Prelude to Revolution. The Petrograd Bolsheviks and the July 1917 Uprising.&#039;&#039; Indiana University Press, Bloomington 1968, S. 202; Manfred Hildermeier: &#039;&#039;Die Russische Revolution 1905–1921.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt 1989, S. 166 und 174; [[Dieter Ruloff]]: &#039;&#039;Das sowjetische Herrschaftssystem: Entstehung, Struktur, Niedergang und Ende.&#039;&#039; in: [[Cord Jakobeit]] und Alparslan Yenal (Hrsg.): &#039;&#039;Gesamteuropa. Analysen, Probleme und Entwicklungsperspektiven&#039;&#039;. Springer, Wiesbaden 1993, S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ausgerufene [[Generalstreik]] scheiterte jedoch ebenso wie eine schlecht koordinierte Erhebung der [[Kronstadt (Russland)|Kronstädter]] Matrosen und der [[Rote Garden (Russland)|Roten Garden]]. Sie begleiteten eine Demonstration mit angeblich bis zu 500.000 Teilnehmern zum [[Taurisches Palais|Taurischen Palais]], dem Sitz sowohl der [[Petrograder Sowjet]]s als auch der Staats[[duma]]. Dort nahmen sie den [[sozialrevolutionäre]]n Landwirtschaftsminister [[Wiktor Michailowitsch Tschernow]] als [[Geisel]], nachdem dieser sowohl seinen Rücktritt als auch eine Machtübergabe an die Sowjets verweigert hatte. Tschernow wurde von [[Leo Trotzki]] befreit, der die Demonstranten mahnte, ihr Anliegen nicht zu „besudeln“. Am [[Newski-Prospekt]] kam es zu einem Schusswechsel, die Demonstranten flohen in Panik. Weitere Schießereien folgten, nach zwei Tagen waren 500 Tote und Verletzte zu beklagen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerd Koenen]]: &#039;&#039;Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus&#039;&#039;. Beck, München 2017, S. 675.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Doppelherrschaft wurde somit zwar tatsächlich beendet, jedoch zugunsten der Provisorischen Regierung. Die Bolschewiki waren vorübergehend geschlagen und wurden wieder in die Illegalität gezwungen. Der Ministerpräsident der Provisorischen Regierung Fürst [[Georgi Jewgenjewitsch Lwow]] trat am 20. Juli zurück. Sein Nachfolger wurde Kriegsminister [[Alexander Fjodorowitsch Kerenski]], der dadurch de facto [[Diktatur|Diktator]] Russlands wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard Pipes]]: &#039;&#039;The Russian Revolution.&#039;&#039; Vintage Books, New York 1990, S. 431–438.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lenin musste in den Untergrund gehen. Die Bolschewiki sahen somit die einzige Chance zu einer Machtübernahme in einem bewaffneten Aufstand, der schließlich zur [[Oktoberrevolution]] führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christopher Read]]: &#039;&#039;Lenin.&#039;&#039; Abingdon 2005 S. 163 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Alexander Rabinowitch]]: &#039;&#039;Prelude to Revolution. The Petrograd Bolsheviks and the July 1917 Uprising.&#039;&#039; Indiana University Press, Bloomington In u. a. 1968 (&#039;&#039;Indiana University International Studies&#039;&#039;), (Auch: ebenda 1991), ISBN 0-253-20661-8 (&#039;&#039;Midland Book edition&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|July days (1917)}}&lt;br /&gt;
* Daniel Gaido: [https://www.marxists.org/history/ussr/events/revolution/100th/deutsch/gaido-julitage.html &#039;&#039;Die Julitage&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Revolution 1917]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Putsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1917]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<title>Irmandinische Revolte</title>
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		<updated>2025-06-15T14:36:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand in Spanien&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Torredocastro.jpg|mini|Castell [[Sandiás]]. 1467 von den Irmandiños zerstörter ehemaliger Adelssitz in Galicien]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Irmandinische Revolte&#039;&#039;&#039; ([[galicische Sprache|galicisch]]: Revolta Irmandiña, [[spanische Sprache|spanisch]]: Revuelta Irmandiña oder Revuelta Hermandina) ist der Sammelbegriff für mehrere Aufstände der Bauern und des Kleinadels im [[Königreich Galicien|Galicien]] des 15. Jahrhunderts. Ihr Name leitet sich vom galicischen Wort &#039;&#039;Irmandade&#039;&#039; (Bruderschaft) als Organisationsform der Aufständischen ab. Die Beteiligten wurden auch Irmandiños genannt. Weiterhin gibt es die Bezeichnung Movimiento Irmandiño (irmandinische Bewegung). Die Irmandinische Revolte ist dem [[Deutscher Bauernkrieg|deutschen Bauernkrieg]] vergleichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgangslage ==&lt;br /&gt;
Im 14. Jahrhundert bekriegten sich [[Peter I. (Kastilien)|Peter der Grausame]] und [[Heinrich II. (Kastilien)|Heinrich von Trastamara]] im Streit um den [[Königreich Kastilien|kastilischen]] Thron. Nach dem Sieg Heinrichs trat mit seinen Parteigängern ein neuer, gewalttätiger Adel in Galicien auf, der die bestehenden Institutionen angriff, Klöster, Bischöfe, Bürger und Bauern attackierte und sie ihrer Besitztümer beraubte. Beispiele dieses neuen Adels waren die Osorios in [[Lemos]] und [[Sarria]], die Andrades in [[Pontedeume]], die Sarmientos, Ulloas, Sotomaiores. Das 15. Jahrhundert wurde durch diese Auseinandersetzungen zur konfliktreichsten Epoche der galicischen Geschichte. In diese Zeit permanenter sozialer Unruhen fallen zwei Ereignisse von weitreichender Bedeutung: Die Irmandinischen Kriege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feinde der Irmandiños waren Adlige, Burgbesitzer, die Beauftragten der Kirchen und großen Klöster, bevorzugte Zielscheibe waren die Familien Andrade, Lemos und Moscoso. Während der zwei irmandinischen Kriege zerstörten die Irmandiños ungefähr 130 Burgen, Festungen und Herrenhäuser, sie griffen jedoch keine Kirchen und Kirchenvertreter an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Movimiento Irmandiño wurde durch das möglich, was Carlos Barros „mentalidad justiciera y antiseñorial“&amp;lt;ref&amp;gt;Carlos Barros, (2006) Lo que sabemos de los Irmandiños, Universidad de Santiago de Compostela, Clío &amp;amp; Crimen, Revista en CD-ROM del Centro del Crimen de Durango, 2006, S. 36–48&amp;lt;/ref&amp;gt; – den gerechtigkeitsliebenden und antiherrschaftlichen Geist – der mittelalterlichen galicischen Bevölkerung nennt: man lehnte die Ungerechtigkeiten der Herrschenden ab und nannte sie „malhechores“ – Missetäter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Irmandade Fusquenlla ==&lt;br /&gt;
Der erste Aufstand begann 1431 und wurde wegen der Hauptangriffszeit „Irmandade Fusquenlla“ (etwa &#039;&#039;Bruderschaft der Dämmerung&#039;&#039;) genannt. Er brach auf den Besitzungen des Nuño Freire de Andrade aus, der bei der Bevölkerung „o Mao“ (der Böse, der Schlechte) hieß, und war die Reaktion auf die extreme Härte, mit denen er seine Bauern behandelte. Über die Kreise Pontedeume und [[Betanzos]] breitete sich die Erhebung schnell auf die Bistümer [[Bistum Lugo|Lugo]] und [[Bistum Mondoñedo-Ferrol|Mondoñedo]] und selbst auf [[Santiago de Compostela]] aus. [[Roi Xordo]], [[Hidalgo (Adel)|Hidalgo]] aus [[A Coruña]], führte die Truppen der „Irmandade Fusquenlla“. Unter seiner Führung eroberten die Irmandiños das Castelo de Moeche, Fluchtort des Nuño Freire de Andrade, sowie weitere Burgen in Pontedeume, Monforte und Santiago. Die Irmandade Fusquenlla wurde 1437 niedergeschlagen, Roi Xordo starb während der Kämpfe in Pontedeume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Großer Irmandinischer Krieg ==&lt;br /&gt;
Der Große Irmandinische Krieg dauerte von 1467 bis 1469. Die Beteiligung großer Bevölkerungsgruppen machte diesen Krieg zum Bürgerkrieg, vorausgegangen waren Jahre andauernder Missernten und der [[Pest]]. Die Vorbereitung für die Aufstellung einer &#039;&#039;Irmandade Xeral&#039;&#039; (Allgemeine Bruderschaft, Volksrat) trieb Alonso de Lanzós in den Jahren davor mit Unterstützung verschiedener Stadträte (A Coruña, Betanzos, [[Ferrol]], Lugo) voran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Truppen der Irmandiños umfassten nach Zeitzeugen über 80.000 Kämpfer. An der Organisation und Führung beteiligten sich Bauern, Bürger, niederer Adel und selbst Teile des Klerus (ökonomische Unterstützung durch Teile der Kirche). Die Führungsspitze setzte sich aus niederem Adel zusammen. Pedro de Osorio agierte in Zentralgalicien, speziell in der Zone um Santiago de Compostela, Alonso Lanzós führte die Erhebung in Nordgalicien, Diego de Lemos im Süden Lugos und Norden [[Ourense]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem ersten Ansturm der Irmandiños flüchtete der Adel nach [[Königreich Portugal|Portugal]] und [[Königreich Kastilien|Kastilien]]. 1469 organisierte Pedro Madruga von Portugal aus den Gegenangriff der Feudalherren. Er konnte dabei auf große Unterstützung durch andere Adelsfamilien sowie auf die Truppen des Erzbischofs von Santiago zählen. Die Truppen der Feudalherren waren besser ausgerüstet, unter anderem mit damals hochmodernen [[Arkebuse]]n. Sie besiegten die Irmandiños und arrestierten und exekutierten ihre Führer. Dieser Sieg wurde durch die Unterstützung des kastilischen und des portugiesischen Königs möglich und durch die Teilung der irmandinischen Truppen begünstigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der galicische Adel verwickelte sich nach dem Sieg in dynastischen Streit und leistete damit seinem endgültigen Verschwinden von galicischem Territorium Vorschub.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Carlos Barros, &#039;&#039;Lo que sabemos de los Irmandiños&#039;&#039;, Universidad de Santiago de Compostela, Clío &amp;amp; Crimen, Revista en CD-ROM del Centro del Crimen de Durango, 2006, S. 36–48&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.h-debate.com/cbarros/spanish/revuelta.htm Carlos Barros, Universidad de Santiago de Compostela: Revuelta de los irmandiños. Los gorriones corren tras los alcones]&lt;br /&gt;
* [http://es.oocities.com/mundo_medieval/mariscal.html Xoâo de Golmar: La doma y castración de Galicia]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.geocities.com/thiudarex/hs/revuelta.htm | wayback=20021029033021 | text=La Revuelta Irmandiña}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Geschichte (Habsburgerzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Galicien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Spanien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erster_Serbischer_Aufstand&amp;diff=1220268</id>
		<title>Erster Serbischer Aufstand</title>
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		<updated>2025-06-15T14:18:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand in Europa&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Grb 1ustanak.JPG|thumb|Siegel von Karađorđe im ersten serbischen Aufstand]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Erste Serbische Aufstand&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;prvi srpski ustanak&#039;&#039;) von 1804 bis 1813 war die erste national- und sozialrevolutionäre Erhebung während der [[Serbische Revolution|Serbischen Revolution]], in deren Folge sich [[Serbien]] vollständig vom [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] emanzipierte und nachfolgend als [[Nationalstaat]] etablierte. Nach 300 Jahren osmanischer Hegemonie führten die Unabhängigkeitskriege im ersten und anschließenden [[Zweiter Serbischer Aufstand|Zweiten Serbischen Aufstand]] (&#039;&#039;Drugi srpski ustanak&#039;&#039;) 1815–1817, der ersten Phase der Serbischen Revolution, zur zweiten Phase (1815–1833), in der durch diplomatische Verhandlungen mit der [[Hohe Pforte|Hohen Pforte]] die offizielle Anerkennung des souveränen serbischen Fürstentums folgte und somit die Serbische Revolution abschließend erfolgreich beendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Phase der Serbischen Revolution nahm die serbische Eigenstaatlichkeit durch Gründung des serbischen Fürstentums mit Bildung einer Regierung (&#039;&#039;Praviteljstvujušči sovjet serbski&#039;&#039;, deutsch etwa „Regierender Rat der Serben“), eines Parlaments, der Verabschiedung einer Konstitution, der Krönung eines Souveräns, sowie der Bildung eines Vorläufers der heutigen [[Universität Belgrad]] ihre ersten konkreten Konturen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Äußerer Auslöser des ersten serbischen Aufstands war ein Massaker an 72 serbischen [[Knjaz|Knezen]] (Dorfältesten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
[[File: Belgrade pashaluk.png|thumb|left|[[Sandschak Smederevo]] im Jahr 1791]]&lt;br /&gt;
Nach der Niederlage des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]] im [[Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1787–1792)|türkisch-österreichischen Krieg 1791]] begannen die Serben, das Potenzial für einen Erfolg eines Aufstands gegen die Osmanen zu sehen. Sultan [[Selim III.]] gab zunächst aufgrund des wachsenden Unmuts unter der Bevölkerung den Serben mehr Rechte, wie z.&amp;amp;nbsp;B. die Freiheit des Handels und der Religion. Außerdem mussten die [[Janitscharen]] Belgrad verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch am 30. Januar 1799 erlaubte ein osmanisches Gericht den [[Janitscharen]] ihre Rückkehr. Sie und ihre Führer, die [[Agha (Titel)|Ağas]], und auch die osmanische Regierung zollten den lokalen Autoritäten nur wenig Respekt. Nach der Tötung des [[Wesir]]s [[Hacı Mustafa Pascha]] 1801 wurden die kurz zuvor erlassenen Gesetze ausgesetzt und die Ağas übten die Macht in Serbien voll aus. Die Steuern wurden drastisch erhöht, Land wurde beschlagnahmt, Zwangsarbeit (&#039;&#039;čitlučenje&#039;&#039;) wurde eingeführt, viele Bürger flohen aus Angst vor den Janitscharen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beginn und Verlauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Ağas herausfanden, dass serbische Führer einen Aufstand planten, nahmen sie die Anführer fest und töteten sie am 4. Februar 1804, heute bekannt als &#039;&#039;Seča knezova&#039;&#039; (Massaker an den serbischen Knezen). &lt;br /&gt;
[[Datei:Karađorđe Petrović, by Vladimir Borovikovsky, 1816.jpg|thumb|Đorđe Petrović Karađorđe]]&lt;br /&gt;
Am 14. Februar 1804 versammelten sich im kleinen Dorf [[Orašac (Šumadija)|Orašac]] in der [[Šumadija]] einige Serbenführer und beschlossen den Aufstand. [[Karađorđe|Đorđe Petrović]], genannt „Karađorđe“ (Schwarzer Đorđe), wurde als Führer des Aufstandes gewählt. Der Aufstand begann am Nachmittag mit dem Anzünden eines türkischen Gasthauses ([[Karawanserei]]) in Orašac, seine Bewohner flohen oder wurden getötet. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in den umliegenden Dörfern unternommen. Bald darauf wurden die Städte [[Požarevac]] und [[Valjevo]] befreit und man begann mit der Belagerung [[Belgrad]]s. &lt;br /&gt;
[[Datei:Konstantin_Kapidagli_002.jpg|thumb|left|[[Selim III.]]]]&lt;br /&gt;
Als er über den Aufstand informiert wurde, begann Sultan [[Selim III.]] sofort mit den Verhandlungen mit den Rebellen, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Der Aufstand hatte inzwischen das ganze Land erfasst. In Konstantinopel fürchtete man eine Ausweitung des Aufstandes auch auf andere besetzte Gebiete und entsandte den bosnischen Pascha Bećiru mit 3000 Mann nach Belgrad. Dieser hatte den Auftrag, die Ağas zu vertreiben. Sie wurden gefangen genommen und auf der Insel [[Ada Kaleh]] auf der [[Donau]] getötet. Der Pascha setzte 20 Serben als Fürsten ein, um den Forderungen der Aufständischen entgegenzukommen. Letztendlich scheiterten die Verhandlungen jedoch, und der Sultan begann mit einer militärischen Operation gegen den Aufstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1804 unterstützte der [[Gospodar]] der [[Fürstentum Moldau|Moldau]] und [[Walachei]], [[Konstantin Ypsilantis]], die frühe Phase des Aufstands mit „Geld, Lebensmitteln und Waffen“. Darüber hinaus vermittelte er den serbischen Revolutionären die Unterstützung Russlands und plante ein autonomes „[[Dakien|Dazien]]“ unter seiner Führung, das die [[Donaufürstentümer]] und Serbien umfassen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=L. Maier |Titel=Ipsilanti, Constantin |Hrsg=Mathias Bernath / Felix von Schroeder |Sammelwerk=Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas |Band=2 |Ort=München |Datum=1976 |Seiten=232 f. |Online=https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1011}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://adevarul.ro/stil-de-viata/magazin/file-necunoscute-din-istoria-romanilor-fanariotul-2357219.html |titel=File necunoscute din istoria românilor. Fanariotul la un pas de a înființa un Regat Dacic la începutul secolului al XIX-lea |titelerg=[Unbekannte Akten aus der Geschichte der Rumänen. Phanariot stand zu Beginn des 19. Jahrhunderts kurz vor der Gründung eines dakischen Königreichs] |werk=Advarul |datum=2024-04-26 |sprache=ro |abruf=2025-03-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste große Schlacht des Aufstandes war die [[Schlacht von Ivankovac]] 1805, in welcher [[Karađorđe]] die türkische Armee besiegte und sie zum Rückzug in Richtung [[Niš]] zwang. Die zweite große Schlacht war die [[Schlacht von Mišar]] 1806, in der die Rebellen unter Führung von [[Kapitän Kulin]] die osmanische Armee von [[Bosnien]] besiegten. Gleichzeitig besiegten Rebellen unter Führung von [[Petar Dobrnjac]] eine weitere Armee des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]] und sie zogen von Südosten her in die Schlacht von Deligrad. Im Dezember 1806 wurde [[Belgrad]] von den Rebellen belagert, und Anfang 1807 befreit. Von 1805 an hatten die Aufständischen Hilfe aus Russland erhalten, welches sich mit den Osmanen im Krieg befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ergebnis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Serbia1809.png|thumb|Serbien 1809, während des Ersten Serbischen Aufstandes]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Serbia 1813-sr.svg|thumb|Serbien 1813, während des Ersten Serbischen Aufstandes]]&lt;br /&gt;
1805 organisierten die serbischen Rebellen eine provisorische Regierung während des Aufstandes. Das zuvor beschlagnahmte Land wurde zurückgegeben, die Zwangsarbeit wurde abgeschafft und die Steuern wurden gesenkt. Das Land wurde modernisiert und 1808 wurde in Belgrad die &#039;&#039;Große Schule&#039;&#039; gebaut, welche heute als [[Universität Belgrad]] bekannt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Führer missbrauchten ihre Privilegien zur persönlichen Bereicherung, indem sie in einigen Orten wieder die Zwangsarbeit einführten. Es gab Streit zwischen [[Karađorđe]] und den anderen Führern. Er wollte die absolute Macht, während seine [[Wojwode]]n sie begrenzen wollten. 1813 nutzte das Osmanische Reich die Wirren nach dem [[Türkenkriege|russisch-türkischen Krieg]] (1806–1812), um Serbien zurückzuerobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl er letztlich erfolglos war, ebnete der &#039;&#039;Erste Serbische Aufstand&#039;&#039; den Weg für den [[Zweiter Serbischer Aufstand|Zweiten Serbischen Aufstand]] 1815, indem es schließlich gelang, dass die Osmanen Serbien eine umfassende Autonomie zugestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlachten ==&lt;br /&gt;
Die bekanntesten Schlachten bzw. die bekannteste Belagerung des ersten serbischen Aufstandes waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Schlacht von Ivankovac]]&lt;br /&gt;
* [[Schlacht von Mišar]]&lt;br /&gt;
* [[Belagerung von Belgrad (1805-1807)|Belagerung von Belgrad]]&lt;br /&gt;
* [[Schlacht von Čegar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Personen ==&lt;br /&gt;
* [[Karađorđe]] &lt;br /&gt;
* [[Tanasko Rajić]] &lt;br /&gt;
* [[Ilija Birčanin]] &lt;br /&gt;
* [[Jakov Nenadović]] &lt;br /&gt;
* [[Mateja Nenadović]] &lt;br /&gt;
* [[Milenko Stojković]] &lt;br /&gt;
* [[Hajduk Veljko]] &lt;br /&gt;
* [[Petar Dobrnjac]] &lt;br /&gt;
* [[Stanoje Glavaš]] &lt;br /&gt;
* [[Vuk Stefanović Karadžić]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Agha (Titel)|Ağas]]:&lt;br /&gt;
** [[Aganlija]]&lt;br /&gt;
** [[Kucuk-Alija]]&lt;br /&gt;
** [[Mula Jusuf]]&lt;br /&gt;
** [[Mehmed-Aga]]&lt;br /&gt;
** [[Mus-Aga]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zweiter Serbischer Aufstand]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Serbiens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Holm Sundhaussen]]: &#039;&#039;Geschichte Serbiens. 19.–21. Jahrhundert&#039;&#039;. Böhlau, Köln/Weimar, 2007, ISBN 978-3-205-77660-4.&lt;br /&gt;
* Dunja Melčić: &#039;&#039;Der Jugoslawien-Krieg. Handbuch zu Vorgeschichte, Verlauf und Konsequenzen&#039;&#039;. Westdeutscher Verlag, Opladen/Wiesbaden, 1999, ISBN 3-531-13219-9, S. 98/99.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Serbischer Aufstand 1}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand im Osmanischen Reich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unabhängigkeitskrieg|Serbien 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Serbische Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Serbische Geschichte (1804–1918)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1800er]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1810er]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Osmanisches Reich (Balkan)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1804]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1805]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1806]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1807]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1808]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1809]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1810]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1811]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1812]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1813]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aachener_Religionsunruhen&amp;diff=1993658</id>
		<title>Aachener Religionsunruhen</title>
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		<updated>2025-06-15T13:55:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand im Heiligen Römischen Reich&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der Zeit der &#039;&#039;&#039;Aachener Religionsunruhen&#039;&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;&#039;Aachener Religionswirren&#039;&#039;&#039; ist gemäß Erwähnung in den gängigen Geschichtsbüchern eine Zeitspanne ab etwa 1530 bis ca. 1614 gemeint, in der es zu teilweise massiven und bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mit wechselseitigen Erfolgen zwischen den katholischen und evangelischen Bürgern der [[Freie und Reichsstädte|Freien Reichsstadt]] [[Aachen]] kam. Diese Unruhen hatten maßgebliche Auswirkungen auf das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben Aachens und konnten erst durch wiederholte Maßnahmen des Kaisers sowie durch militärische Unterstützung kaisertreuer Truppen eingedämmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anfänge ==&lt;br /&gt;
Um 1530 begann auch allmählich in Aachen die [[Reformation]] Fuß zu fassen. Zunächst schlossen sich nur wenige Aachener, meist Angehörige der einflussreichen Wollenambacht (Tuchmacherzunft) und der Kupferschlägerambacht sowie Händler- und Gelehrtenfamilien, dieser neuen Glaubensrichtung an. In den folgenden Jahren ließen sich ebenfalls noch angesehene [[Protestantismus|protestantische]] Tuchmacherfamilien aus den Grafschaften [[Grafschaft Flandern|Flandern]] und [[Artois]] sowie dem [[Herzogtum Limburg]], aus dem besonders die [[Radikale Reformation|radikal-reformatorischen]] [[Täufer]] stammten, in der Stadt nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Melchior Colyn]] (1500–1559), der zwischen 1532 und 1558 mehr als zehnmal jeweils für ein Jahr zum Bürgermeister von Aachen gewählt worden war, stand diesen religiösen Veränderungen tolerant gegenüber, obwohl er selbst stets der katholischen Glaubensrichtung verbunden blieb. Er setzte sich dafür ein, dass am 4. Oktober 1544 diesen Einwanderern die Bürgerrechte verliehen sowie geeignete Räume zum Wohnen und Arbeiten überlassen und eventuell notwendige Kredite gewährt wurden. Mit dieser Unterstützung gründeten sie kleine Handwerksbetriebe, traten den entsprechenden Zünften bei, wo sie auf ebenfalls konvertierte Aachener Familien trafen und führten ein eigenes, allerdings eingeschränktes, religiöses Leben. Doch schon bald beklagten die Aachener Bürger, besonders diejenigen aus der alten Adelsschicht, sowie einflussreiche Stadträte den „Verfall des katholischen Glaubens“. Sie stellten den Protestanten mit Schmähbriefen und Verleumdungen nach und vorübergehend wurden diese dann auch von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Ein aus den Reihen der eingewanderten Tuchmacherfamilien gewählter Bürgermeister, [[Adam von Zevel]] (1497–1565), leistete im Jahre 1552 daraufhin nur unter der Bedingung seinen Amtseid, dass notwendige Schritte zur Ausübung von Toleranz gegenüber der protestantischen Glaubensrichtung zu unternehmen seien. Bis zu Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karl V.]] sprachen sich diese beginnenden Unruhen herum und Bürgermeister Melchior Colyn setzte sich mit einer Bittschrift an den römisch-deutschen König und späteren Kaiser [[Ferdinand I. (HRR)|Ferdinand I.]] im Rahmen der Verhandlungen zum [[Augsburger Reichs- und Religionsfrieden|Augsburger Religionsfrieden]] im Jahre 1555 für die Gewährung einer freien Religionsausübung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es nach dem Augsburgschen Religionsfrieden gestattet worden war, sich entweder zum katholischen oder evangelischen Glauben zu bekennen, konnte der immer noch mehrheitlich katholisch besetzte Rat nicht dazu bewogen werden, ein Mindestmaß an Toleranz und Entgegenkommen zu zeigen. Als beispielsweise im folgenden Jahr die fremden Tucharbeiter unter der Vorgabe, sie verstünden die deutschen Prediger nicht, und unter dem Schutze des zum zweiten Male zum Bürgermeister gewählten Zevel auf eigene Kosten einen französischen Geistlichen beriefen, wurde ihnen dies gleich am 26. Januar 1556 versagt. Noch im selben Jahr wurden auch die reformatorischen Täufer aus dem [[Aachener Reich]] verbannt. Mit diesen ständigen Querelen gingen die gegenseitigen Nachstellungen weiter. Einflussreiche Regenten wie beispielsweise König [[Philipp II. (Spanien)|Philipp II. von Spanien]], welcher besonders die aus den neu begründeten [[Spanische Niederlande|Spanischen Niederlanden]] flüchtenden und mehrheitlich [[Calvinismus|calvinistisch]] geprägten Niederländer verfolgte, mischten sich mit Drohbriefen ein. Aber auch die für Aachen als [[Vogt|Reichsvogte]] zuständigen [[Herzogtum Jülich|Herzöge von Jülich]] versuchten seit dem [[Vertrag von Venlo]] vom 7. September 1543 immer wieder, die freie Religionsausübung zu behindern. Der vorher – wie sein Vater – in religiösen Angelegenheiten tolerante Herzog [[Wilhelm (Jülich-Kleve-Berg)|Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg]] musste sich de facto dem Kaiser unterwerfen und den Protestantismus bekämpfen, welcher dann schließlich von Kaiser Ferdinand I. selbst im Jahre 1560 per Erlass erstmals offiziell verboten wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1560–1598 ==&lt;br /&gt;
Bereits ab 1559 verließen die evangelischen Mitglieder den Rat und Bürgermeister Zevel zog sich auf sein Landgut „Gut Steinhaus“ nach [[Bardenberg]] zurück. Trotzdem wurde in den folgenden Jahren durch einen weiteren Zuzug auswärtiger Immigranten, jetzt vor allem von Niederländern, die vor dem berüchtigten neuen Statthalter, [[Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba]], flüchteten, der Anteil an Protestanten immer größer, zu welchen sich ebenfalls eine große Menge an auch von den Lutheranern nicht besonders geachteten [[Calvinist]]en gesellte. Um 1570 umfasste allein die niederländische Exilgemeinde in Aachen etwa 3000 Personen und war damit nach Wesel und Emden die drittgrößte in Deutschland. Diese bedankten sich bei dem amtierenden Bürgermeister mit einem wertvollen und beschrifteten Becher&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.inschriften.net/aachen-stadt/inschrift/nr/di032-0071.html#content Becher mit Inschrift für die Stadt Aachen, Eintrag im Inschriftenkatalog Aachen, DI 32, Stadt Aachen, Nr.71+ (Helga Giersiepen)]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die gesamte Situation in Aachen führte nun dazu, dass es am 23. Juli 1574 per Bürgerantrag den Anhängern der neuen Lehre beim Stadtrat gelang, wiederum auch Reformierte in den Rat wählen zu dürfen. Ab 1576 konnte dank der maßgeblichen Unterstützung der [[Zunft|Zünfte]] der Rat schließlich vorübergehend sogar mehrheitlich mit Protestanten besetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit entstanden darüber hinaus zunächst eine lutherische und drei reformierte Gemeinden. In gemieteten oder erworbenen Häusern richteten sie ihre Gebetsstätten ein, von denen später ab 1588 auf Initiative des amtierenden Bürgermeisters [[Peter von Zevel]] das Doppelhaus [[Klüppel]] als zentrales Gebetshaus der reformierten Gemeinde diente. Trotzdem wechselten die Mehrheiten im Rat ständig. Im Frühjahr 1580 reichten die Reformierten bei dem Rat eine Bittschrift ein, in welcher sie kategorisch die freie Ausübung ihres Glaubens verlangten und den Versuch unternahmen, das kaiserliche Verbot von 1560 für hinfällig erklären zu lassen. Dem kam der Stadtrat auch auf Druck des Herzogs [[Wilhelm (Jülich-Kleve-Berg)|Wilhelm V. von Jülich]] nicht nach und ebenso blieben wiederholte Abmahnungen des neuen Kaisers [[Rudolf II. (HRR)|Rudolf II.]] nicht aus. Schließlich kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, in deren Verlauf die Protestanten sich des [[Aachener Rathaus]]es und der Stadtkasse bemächtigten und lärmend durch die Straßen zogen, wobei einige Katholiken erschlagen und andere verwundet wurden. Vor dem turnusmäßigen Termin wählten die Protestanten im Mai 1581 nun mit [[Johann von Lontzen]] und [[Simon II. von Engelbrecht]] zwei Bürgermeister aus ihren Reihen, denen die Katholiken mit [[Albrecht Schrick (Politiker, 1532)|Albrecht Schrick]] und [[Johann Fiebus]] ebenfalls zwei eigene Kandidaten gegenüberstellten, von denen in einer Neuwahl lediglich von Lontzen und Fiebus bestätigt wurden. Als die Aufregung mit jedem Tag anstieg, wanderten viele angesehene Katholiken aus und mehrere katholische Ratsmitglieder flüchteten nach Jülich. Die protestantische Ratsmehrheit gestattete jetzt erstmals und auch offiziell die schon seit vielen Jahren praktizierte Ausübung von protestantischen Gottesdiensten und Versammlungen. Kaiser Rudolf II. verfügte daraufhin im Jahre 1581, dass sich die Ratsherren zur katholischen Lehre zu bekennen hätten sowie die evangelischen Ratsherren aus dem Rat zu entfernen und die Auswirkungen der Zerstörungen zu beseitigen seien und ließ zur Durchsetzung seiner Maßnahme die Stadt durch kaisertreue spanische Truppen unter der Leitung des Bischofs von Lüttich, Herzog [[Ernst von Bayern (1554–1612)|Ernst von Bayern]], besetzen. Auch eine Delegation im Jahre 1582 unter Führung des ehemaligen Aachener Bürgermeisters [[Matthias Peltzer]] zum [[Reichstag in Augsburg]], wo das Aachener Problem auf der Tagesordnung stand, konnte an der benachteiligten Situation für die Reformierten nichts mehr ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund der politisch und religiös angespannten Lage der letzten Jahre und der trotz der zeitweiligen Ratsmehrheit zu spürenden wirtschaftlichen Nachteile sowie letztendlich auch wegen der Belagerung Aachens, entschlossen sich viele reformierte Handwerker- und Händlerfamilien wie beispielsweise die Familien [[Pastor (Unternehmerfamilie)|Pastor]], [[Peltzer (Familie)|Peltzer]], [[Schleicher (Familie)|Schleicher]], [[Amya (Familie)|Amya]], Lynen, [[Prym (Familie)|Prym]] und Teile der [[Trier (Glockengießerfamilie)|Glockengießerfamilie von Trier]] oder die Arztfamilie [[Peter de Spina I.|de Spina]] die Stadt zum größten Teil nun endgültig zu verlassen und in das benachbarte [[Burtscheid]], die nahe [[Republik der Sieben Vereinigten Provinzen|Republik der Vereinigten Niederlande]], nach Hamburg und Lübeck (Familie [[Leers (Adelsgeschlecht)|Leers]]) oder in die ebenfalls nicht weit entfernten Orte [[Stolberg (Rheinland)|Stolberg]] und [[Monschau]] zu ziehen, wo diese Familien anschließend erfolgreiche Industriezweige aufbauten. Dies führte zu einem wirtschaftlichen Ausbluten der Stadt und zu einer finanziellen Verarmung, von der sich die Stadt trotz kleinerer Aufschwünge erst ab der Französischen Besatzungszeit wieder erholen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bonifacius Colyn]] (1533–1608), Sohn des ehemaligen Bürgermeister Melchior Colyn, zwar selbst der katholischen Lehre zeitlebens treu geblieben, aber ebenso wie sein Vater tolerant gegenüber Andersgläubigen, wurde gerade deswegen von den evangelischen Mitbürgern gebeten, als ihr Gesandter beim Kaiser für eine Abmilderung der Strafmaßnahmen zu werben. Nach den folgenden Verhandlungen mit dem Kaiser und den nach Jülich ausgewichenen katholischen Ratsherren und mit dem Kompromiss, sich an die Bedingungen des Augsburger Religionsfriedens zu halten, folgte eine Phase relativer Ruhe und die kaiserlichen Truppen zogen schließlich ein halbes Jahr später wieder ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die gegenseitige Abneigung saß tief und die Unruhen hielten trotzdem unvermindert an. Immer wieder kam es zu Sticheleien und Ausschreitungen, sowohl von der einen wie auch von der anderen Seite, wobei jetzt aber innerhalb Aachens mehrheitlich den katholischen Bürgern nachgestellt wurde. Da Aachen allerdings von katholisch geprägten Fürstentümern umgeben war, kam es wiederum durch deren Übergriffe auf evangelische Handlungsreisende zu einer Form von Wirtschaftsblockaden für die Stadtbewohner. Diese katholische „Umzingelung“ und ein Mangel an externer Unterstützung für die Protestanten mit Ausnahme der Kurfürsten von der Pfalz und einiger weniger Anderer war ausschlaggebend dafür, dass sich die Reformation auf Dauer nicht durchsetzen ließ. Dennoch blieb der Stadtrat in den nächsten Jahren fest in evangelischer Hand. Weitere Verhandlungen, wiederum angeführt von dem mittlerweile zum Bürgermeister gewählten Bonifacius Colyn, auf den Städtetagen in [[Ulm]], [[Speyer]] und [[Heilbronn]] folgten, wobei eine Festigung der Situation für die Protestanten und eine offizielle Bestätigung der weiteren freien Ausübung ihrer Religion ausgehandelt wurde. Dies führte zwar zur Beruhigung der Situation in der Stadt selbst, doch dem Kaiser missfiel die konfessionelle Veränderung in „seiner“ Reichsstadt, die zudem als Krönungsstadt der deutschen Könige eine besondere Nähe zur katholischen Kirche hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich erklärte im Jahre 1593 Rudolf II. der Stadt Aachen schon seine 1591 angedrohte [[Reichsacht]], die jedoch erst fünf Jahre später und nach weiteren zähen und ergebnislosen Verhandlungen im Juli 1598 und wiederum durch massiven Einsatz kaisertreuer Truppen vollstreckt wurde. Die Entscheidung des Kaisers war eine logische Konsequenz der vergangenen Jahre, und hiermit folgte der an sich schwache und religiös eher neutral gesinnte Kaiser nun doch dem Druck seiner zahlreichen katholischen Landesfürsten. Auch die jahrelange Missachtung seiner diversen Erlasse und die fast anarchisch anmutenden Verhältnisse in Aachen gaben letztendlich den Ausschlag, den früheren Erlass von 1560 jetzt endgültig durchzusetzen. Der evangelische Rat trat daraufhin zurück und der noch mehrheitlich evangelischen Bürgerschaft stand ein allein aus Katholiken bestehender Stadtrat unter Leitung des 1581 abgesetzten Bürgermeisters Albrecht Schrick, einem vehementen Vertreter des Katholizismus, gegenüber. Die evangelischen Bürger waren von nun an von jedem Mitspracherecht ausgeschlossen und alle ihre Predigthäuser und Schulen wurden geschlossen. Viele führende Protestanten und Amtsträger wurden ausgewiesen und im Gegenzug hierzu alle vertriebenen Katholiken zurückgeholt. Darüber hinaus verlangte der neue Rat von den rund 126 prominenten Geächteten noch hohe Strafgelder. Weitere Konflikte waren unter diesen Voraussetzungen somit vorbestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1598–1614 ==&lt;br /&gt;
Nach der gewaltsamen Umsetzung der Reichsacht 1598 entwickelte sich jetzt der angesehene Goldschmied [[Johann Kalkberner]] zum Wortführer der in Aachen noch verbliebenen Protestanten. Obwohl zwischenzeitlich für seine Wortführerschaft mit kurzzeitigem Gefängnisaufenthalt und Sachwertstrafen belangt, schaffte es Kalkberner in den folgenden Jahren, die Protestanten wieder neu zu organisieren. Ihm kam dabei zugute, dass im Jahre 1609 der kinderlose Herzog von Jülich-Kleve-Berg, [[Johann Wilhelm (Jülich-Kleve-Berg)|Johann Wilhelm]], verstarb und erst durch den [[Jülich-Klevischer Erbfolgestreit|Jülich-Klevischen Erbfolgestreit]] die Nachfolge der Herrschaft über die Vogtei Aachen geklärt werden konnte. Beide Nachfolgeaspiranten waren [[Evangelisch-lutherische Kirchen|Lutheraner]], wobei sich für Jülich-Berg [[Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg]] durchsetzen konnte, der allerdings im Jahre 1626 selbst zum katholischen Glauben [[Konversion (Religion)|konvertierte]]. Damit war der katholische „Gürtel“ um Aachen erst einmal unterbrochen und somit für die Reichsstadt zunächst keine direkte Gefahr mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem im Jahr 1611 der katholische Stadtrat einige evangelische Bürger, die im Umland protestantische Gottesdienste besucht hatten, festnehmen ließ und ihnen das Bürgerrecht entziehen wollte, kam es nach dreißig Jahren, diesmal unter Zuhilfenahme von [[Mark Brandenburg|Kurbrandenburgischen]] Truppen und mit Tolerierung durch den neuen Herrscher von Jülich-Berg, Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, am 5. Juli 1611 zum erneuten Sturm der Protestanten auf das Rathaus und das Aachener [[Jesuiten]]kolleg. Dabei wurden die zwei amtierenden Bürgermeister sowie die Jesuitenpatres gefangen genommen. Jeder Bürger musste jetzt dem neuen Bürgermeister Johann Kalkberner Treue und Gehorsam schwören. Einigen ehemaligen Amtsträgern gelang die Flucht aus Aachen, so unter anderem dem katholischen Altbürgermeister, [[Joachim Berchem]], der dem Kaiser von den neuerlichen Vorfällen in Aachen berichtete. Der Kaiser forderte die Protestanten zum wiederholten Male zum Gehorsam auf, verstarb jedoch wenige Monate später im Jahre 1612, ebenso wie sein treuer Gefolgsmann, der in Aachen seit seinen Einmärschen 1581 und 1598 gefürchtete Ernst von Bayern. Nach dem Tod des alten Kaisers traf der Kurfürst von der Pfalz und zuständige [[Reichsvikar]] [[Friedrich V. (Pfalz)|Friedrich V.]] zunächst eine Entscheidung zugunsten der Protestanten. Sie durften ihre Religion neben den Katholiken jetzt wieder offiziell ausüben sowie an Ratswahlen teilnehmen. Nachdem die Protestanten mittlerweile wieder die Ratsmehrheit innehatten, stellten sie ihrerseits den Katholiken nach und verhinderten, dass diese sich eine sichere Existenz aufbauen oder ihre Amtsgeschäfte wahrnehmen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neue Kaiser [[Matthias (HRR)|Matthias]], ein Verfechter der [[Gegenreformation]], konnte mit diesen Vorgängen in Aachen nicht einverstanden sein und verhängte nach monatelangen Verhandlungen im August 1614 eine zweite Reichsacht über Aachen, welche die Verhältnisse von 1598 wiederherstellen sollte. Dieser Erlass wurde mittels einer Kommission überbracht, die diesmal von einer spanischen Armee aus den Niederlanden unter dem Kommando des Marquis [[Ambrosio Spinola]] unterstützt wurde. Angesichts der mehr als 16.000 Soldaten vor den Stadtmauern musste sich der Stadtrat geschlagen geben, ohne dass ein Schuss abgegeben wurde. Zwei Jahre später wurden harte Urteile gegen die Protestanten gefällt. Zwei Bürger wurden zum Tode verurteilt und 77 Familien verbannt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Schandsäule Aachen.jpg|mini|Ehemalige Schandsäule auf dem Marktplatz]]&lt;br /&gt;
Als Mahnung für die Bevölkerung errichtete man im Jahre 1616 dem Anführer des protestantischen Aufstandes, Johann Kalkberner, auf dem Marktplatz eine „[[Schandsäule]]“, die erst 1793 von den Franzosen entfernt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.inschriften.net/aachen-stadt/inschrift/nr/di032-0106.html#content Schandsäule für Johann Kalkberner; Eintrag im Inschriftenkatalog Aachen, DI 32, Stadt Aachen, Nr.106+ (Helga Giersiepen)]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie trug die Inschrift: {{Zitat|Sic pereant / Qui hanc Rempublicama) / Et Sedem Regalem / Spretis Sacraeb) Caesareaec) Maiestatis / edictis / Evertere moliuntur&amp;lt;br /&amp;gt;Ad / damnandam memoriam / Ioannis Kalckbernerd) / In ultimo tumultu Anno MDCXIe) / Hic excitato / Inter perduelles / Antesignani / Columna haec ex decreto / D(ominorum)f) Subdelegatorumg) Sac(rae)h) Caes(areae) Maiest(atis) / Erigi iussa / III. Nonas Decembris anno MDCXVI&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Übersetzung&#039;&#039;&#039;: So kommen diejenigen um, die es anstreben, dieses Gemeinwesen und diesen königlichen Sitz umzustürzen, indem sie die Verordnungen der Heiligen Kaiserlichen Majestät verachtet haben. Zur verdammenswerten Erinnerung an Johann Kalckberner, den Anführer im letzten Tumult, der hier im Jahre 1611 zwischen den Feinden heraufbeschworen worden war, wurde angeordnet, diese Säule gemäß dem Erlaß der Herren Abgesandten der Heiligen Kaiserlichen Majestät zu errichten am 3. Tag vor den Nonen des Dezembers 1616.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch diese gesamte Situation wurde das Wirtschaftsleben in Aachen wiederholt geschwächt und ein neues Erstarken des Protestantismus in Aachen schien auf Grund der Ereignisse kaum mehr möglich, obwohl es dennoch immer wieder vereinzelt Versuche gab, ein solches zu bewirken. Tatsächlich sollte nunmehr die römisch-katholische Konfession bis zum Ende des Alten Reiches die allein vorherrschende Religion bleiben. Da die Protestanten somit auch keine eigenen Gemeinden bilden konnten, schlossen sich die meisten lutherischen und reformierten Bewohner jetzt vor allem den Gemeinden in [[Vaals]] und Umgebung oder Burtscheid an. Dadurch kam es 1649 in Vaals zum Bau der [[Hervormde Kerk (Vaals)|Hervormde Kerk]] mit deutscher Liturgiesprache, 1667 zum Bau der [[Waalse Kerk (Vaals)|Waalse Kerk]] für die aus der Wallonie zugezogenen und Französisch sprechenden Gläubigen und 1737 zum Bau der evangelisch-lutherischen Kirche [[De Kopermolen]], ebenfalls für die deutsche Bevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einmarsch der Franzosen im Rahmen des [[Erster Koalitionskrieg|Ersten Koalitionskrieges]] und der damit verbundenen Besetzung des [[Linkes Rheinufer|linken Rheinufers]] wurde in Aachen die [[Religionsfreiheit]] endgültig eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hansgeorg Molitor]]: &#039;&#039;Reformation und Gegenreformation in der Reichsstadt Aachen&#039;&#039;, In: &#039;&#039;[[Aachener Geschichtsverein#Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins (ZAGV)|Zeitschrift des Aachener Geschichtsverein]]&#039;&#039;, 98/99, 1992/93, S. 185–204.&lt;br /&gt;
* Heinrich Pennings: &#039;&#039;[http://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Zeitschrift_des_Aachener_Geschichtsvereins_27.pdf&amp;amp;page=31 Die Religionsunruhen in Aachen und die beiden Städtetage zu Speyer und Heilbronn 1581 und 1582]&#039;&#039;, erschienen in: &#039;&#039;ZAachenerGV&#039;&#039; 27, 1905, S. 25–108&lt;br /&gt;
* Mathias Classen: &#039;&#039;[http://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3AZeitschrift_des_Aachener_Geschichtsvereins_28.pdf&amp;amp;page=290 Die konfessionelle und politische Bewegung in der Reichsstadt Aachen zu Anfang des 17. Jahrhunderts]&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins&#039;&#039; 28, 1906, S. 286–442&lt;br /&gt;
* Wiliam Guthrie, John Gray et al.: &#039;&#039;Allgemeine Weltgeschichte&#039;&#039;, Bd. 92, S. 85 ff, F. A. Schrämbl, Wien, 1796&lt;br /&gt;
* Die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten sind bereits in einer ersten, im Jahr 1620 erschienenen und von [[Peter von Beeck]] auf Latein verfassten Chronik der Stadt enthalten, die als Quelle auch weitere wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte etwa seit Karl dem Großen zusammenfasst.&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Macco]]: &#039;&#039;Zur Reformationsgeschichte Aachens während des 16. Jahrhunderts : Eine kritische Studie&#039;&#039;, Aachener Verlags- und Druckereigesellschaft, 1907&lt;br /&gt;
* Heinz Schilling: &#039;&#039;Bürgerkämpfe in Aachen zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Konflikte im Rahmen der alteuropäischen Stadtgesellschaft oder im Umkreis der frühbürgerlichen Revolution?&#039;&#039;, In: &#039;&#039;Zeitschrift für historische Forschung 1&#039;&#039;, 1974, S. 175–231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{ADB|4|426|428|ausführliche Erwähnung im Artikel: Colyn, Bonifacius|Friedrich Haagen|ADB:Colyn, Bonifacius}}&lt;br /&gt;
* {{ADB|32|494|497|ausführliche Erwähnung im Artikel: Schrick, Albrecht von|Friedrich Haagen|ADB:Schrick, Albrecht von}}&lt;br /&gt;
* {{ADB|45|137|143|ausführliche Erwähnung im Artikel: Zevel, Adam von|Friedrich Haagen|ADB:Zevel, Adam von}}&lt;br /&gt;
* {{ADB|15|25|29|ausführliche Erwähnung im Artikel: Kalkberner, Johann|Friedrich Haagen|ADB:Kalkberner, Johann}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Aachener Religionswirren}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reformation (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Aachen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufruhr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aachen im 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aachen im 17. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand im Heiligen Römischen Reich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religiöser Konflikt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Aachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Städtische Reformation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hanauer_Krawalle&amp;diff=2248199</id>
		<title>Hanauer Krawalle</title>
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		<updated>2025-06-15T10:08:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kats&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Am Krawallgraben02.jpg|miniatur|hochkant|Straßenschild 2011.]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Hanauer Krawalle&#039;&#039;&#039; waren politische Unruhen  im damals zum [[Kurfürstentum Hessen]] gehörenden [[Hanau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Julirevolution von 1830]] [[Revolution|revoltierte]] das [[Bürgertum]] am 24. September in Hanau gegen die [[Absolutismus|neoabsolutistische]] Staatsform und die verfehlte [[Zoll (Abgabe)|Zoll]]- und Wirtschaftspolitik des [[Kurfürst]]en [[Wilhelm II. (Hessen-Kassel)|Wilhelm II.]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hoppe; Schenk, S. 379.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der nächsten Welle der Revolution im November erhob sich die [[Proletariat|proletarische]] [[Unterschicht]] wegen steigender Lebensmittelpreise und wurde nunmehr von der [[Bürgergarde]] bekämpft. In Hanau wurden kleine, einteilige Brötchen noch lange umgangssprachlich als &#039;&#039;Krawallcher&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Unruhestifter zu beschäftigen und damit von revolutionärem Treiben fernzuhalten, wurde als öffentliches Beschäftigungsprojekt für die &#039;&#039;Hanauer Krawaller&#039;&#039; die Entwässerung des vor den Toren der Stadt gelegenen Sumpfgebietes &#039;&#039;Großes Rohr&#039;&#039; initiiert. Der dazu erforderliche Entwässerungsgraben vom Sumpfgebiet zum [[Main]] kostete 8.000 [[Gulden]]. Er wurde (zunächst nicht offiziell) „Krawallgraben“ genannt, was sich in der später eingeführten und noch heute bestehenden Straßenbezeichnung &#039;&#039;Am Krawallgraben&#039;&#039; widerspiegelt. Der Graben bildete die [[Gemarkung]]sgrenze zwischen Hanau und [[Hanau-Großauheim|Großauheim]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1859 wurde der Graben weiter ausgebaut. Vielleicht wurde er damals bereits unter die Erde verlegt. Der inzwischen funktionslose Kanal nahm 1953 über 2,3 km ein Hochspannungskabel zum neuen [[Umspannwerk]] Hanau-Ost auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Schenk, S. 380.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die nach dem Graben benannte Straße erschließt heute ein Wohngebiet zwischen dem [[Hanau Hauptbahnhof|Hanauer Hauptbahnhof]] und einem an den [[Mainhafen Hanau]] angrenzenden Industriegebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Am Krawallgraben01.jpg|miniatur|Straße „Am Krawallgraben“ 2011, Blick von Norden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Martin Hoppe]]: &#039;&#039;Hanauer Straßennamen&#039;&#039;, Hanau 1991. ISBN 3-87627-426-5, S. 31.&lt;br /&gt;
* Oskar Schenk: &#039;&#039;Vom „Hanauer Krawall“ und dem Krawall-Graben&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Hanau Stadt und Land. Ein Heimatbuch für Schule und Haus&#039;&#039;. Hanau 1954, S. 378–380.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Julius Zimmermann]]: &#039;&#039;Hanau Stadt und Land&#039;&#039;. 3. Auflage, Hanau 1919, ND 1978, S. 777.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.hanau.de/lih/portrait/strassen/003749/index.html#anchor_10_25 „Am Krawallgraben“ auf www.hanau.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=50.121926|EW=8.923988|type=landmark|region=DE-HE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Hanaus|Krawalle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurfürstentum Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1830]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<title>Erster Prager Fenstersturz</title>
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		<updated>2025-06-15T09:59:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Hussitenkriege&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
[[Datei:Praha, Nove Mesto - Novomestska radnice III.jpg|mini|links|hochkant|[[Neustädter Rathaus (Prag)|Neustädter Rathaus]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Liebscher, Adolf - Svržení konšelů s Novoměstské radnice 30. července 1419.jpg|mini|hochkant|Darstellung durch den böhmischen Historienmaler [[Adolf Liebscher]] (1857–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Erste Prager [[Defenestration|Fenstersturz]]&#039;&#039;&#039; steht am Anfang der [[Hussitenkriege]]. Am 30.&amp;amp;nbsp;Juli 1419 stürmten [[Hussiten]], Anhänger des vier Jahre zuvor beim [[Konzil von Konstanz]] auf dem [[Scheiterhaufen]] als [[Ketzer]] hingerichteten [[Jan Hus]], das [[Neustädter Rathaus (Prag)|Neustädter Rathaus]] am [[Karlsplatz (Prag)|Karlsplatz in Prag]], um dort gefangene Glaubensgenossen zu befreien. Dabei warfen sie zehn Personen aus dem Fenster: den Bürgermeister, zwei Ratsherren, den Stellvertreter des Richters, fünf Gemeindeältere und einen Knecht. Die Gestürzten wurden anschließend mit [[Hiebwaffe]]n getötet, die die wartende Menge unter der Kleidung verborgen mitgebracht hatte. Ein weiterer Ratsherr starb in der Folterkammer. Der Volksaufstand war von radikalen Reformanhängern mit dem Prediger [[Jan Želivský|Johann von Seelau]] an der Spitze vorbereitet worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[František Šmahel]]: &#039;&#039;Die hussitische Revolution.&#039;&#039; Band 2. Hahn, Hannover 2002, ISBN 3-7752-5443-9, S. 1003.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Rathaus befindet sich ein 1960 von [[Jaroslava Lukešová]] geschaffenes Bronzedenkmal, das an Johann von Seelau erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Laurentius von Březová]]: &#039;&#039;Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová 1414–1421&#039;&#039; (= &#039;&#039;Slavische Geschichtsschreiber.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;11). Graz u. a. 1988, S.&amp;amp;nbsp;54–55.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Winfried Dolderer: &#039;&#039;[https://www.deutschlandfunk.de/fenstersturz-vor-600-jahren-warum-die-prager-ratsherren.871.de.html?dram:article_id=455014 Fenstersturz vor 600 Jahren: Warum die Prager Ratsherren sterben mussten.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Deutschlandfunk]]&#039;&#039;, 30. Juli 2019, Abruf im März 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Prags|Fenstersturz 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Affäre (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1419]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Böhmens im Mittelalter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Tschechien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hussitenkriege]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<title>Aufstand von Goudi</title>
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		<updated>2025-06-14T21:59:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand (20. Jahrhundert)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Goudi coup poster.jpg|miniatur|hochkant=1.5|Der Aufstand von Goudi, zeitgenössisches Plakat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;&#039;Aufstand von Goudi&#039;&#039;&#039; ({{elS|επανάσταση στο Γουδί}}) oder &#039;&#039;&#039;Bewegung von Goudi&#039;&#039;&#039; ({{elS|κίνημα στο Γουδί}}) wird ein von griechischen Offizieren initiierter Aufstand im August 1909 bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;Pavlos Tzermias, Neugriechische Geschichte, Tübingen 1986, S. 107&amp;lt;/ref&amp;gt;; er wird teils als [[Putsch|Militärputsch]], teils als bürgerliche [[Revolution]] angesehen. Er führte zu weitreichenden Reformen und ebnete dem langjährigen Ministerpräsidenten [[Eleftherios Venizelos]] den Weg an die Macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgangssituation ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sah sich Griechenland gewaltigen Problemen gegenüber. Die Niederlage im [[Türkisch-Griechischer Krieg|Türkisch-Griechischen Krieg]] 1897 wurde als nationale Demütigung empfunden, die trotz der Niederlage betriebene Vereinigung Makedoniens und Kretas mit dem griechischen Nationalstaat schien nicht voranzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch innenpolitisch herrschte ein weit verbreitetes Gefühl der Stagnation vor. Nach dem [[Griechischer Staatsbankrott von 1893|Staatsbankrott 1893]] waren die staatlichen Einnahmen einer [[Internationale Finanzkontrolle in Griechenland 1898–1978|internationalen Finanzkontrolle]] unterstellt worden, die wirtschaftlichen Probleme verstärkten die soziale Frage und führten zu einer allgemeinen Unzufriedenheit mit den staatlichen Institutionen, mit Regierung, Krone, Parteien und Justiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Constantineiofgreece.jpg|miniatur|hochkant|Kronprinz Konstantin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Militärliga ==&lt;br /&gt;
Inspiriert von der [[Jungtürken#Jungtürkische Revolution 1908|Jungtürkischen Revolution 1908]] schlossen sich 10 junge Offiziere, bei denen zur allgemein vorherrschenden Unzufriedenheit ein Missfallen wegen der Beförderungspolitik gesellte, das sich vor allem gegen den Kronprinzen [[Konstantin I. (Griechenland)|Konstantinos]] als [[Oberbefehlshaber]] richtete, im Oktober 1908 zu einem konspirativen Kreis zusammen, der sich bereits „Militärliga“ ({{elS|Στρατιωτικός Σύνδεσμος}}) nannte. Zu ihnen gehörte auch der damalige Leutnant [[Theodoros Pangalos (General)|Theodoros Pangalos]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Militärliga, deren Existenz im Juni 1909 bekannt wurde, erhielt rasch Zulauf aus allen [[Truppengattung|Waffengattungen]]. Im Juli 1909 forderten die Offiziere in einem geheimen Treffen den Rücktritt Konstantinos von seinen militärischen Posten, eine Erhöhung des Militärhaushalts und eine Militärreform. Der neue Ministerpräsident [[Dimitrios Rallis]], der Ende Juli 1909 [[Georgios Theotokis]] ablöste, hatte zwar zunächst die Forderungen übernommen, sich jedoch nach seinem Regierungsantritt auf die Verfolgung der für die Revolte verantwortlichen Offiziere konzentriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Aufstand ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Nikolaos Zorbas.jpg|miniatur|hochkant|Nikolaos Zorbas]]&lt;br /&gt;
Nach Verhaftungen und der Weigerung Rallis‘, Vertreter des [[Griechische Streitkräfte|Militärs]] zu empfangen, kam es in der Nacht auf den 15. August 1909 zum Aufstand: Die Anhänger der Militärliga versammelten sich bei den Kasernen von Goudi, einem Stadtviertel im Osten Athens. Einige hundert Offiziere unter der Führung von Oberst [[Nikolaos Zorbas]], gefolgt von etwa 2.000 Soldaten, Polizisten und Zivilisten, drohten mit dem Einmarsch in die Innenstadt, wenn nicht ihre ultimativen Forderungen erfüllt würden. Dazu zählten neben der Ablösung des Kronprinzen als Oberbefehlshaber und aller Prinzen von ihren militärischen Positionen sowie einer [[Amnestie]] für die Teilnehmer der Revolte die Wiedereinberufung der in den letzten Monaten entlassenen Offiziere, die Entlassung bestimmter Offiziere wie [[Ioannis Metaxas]], die als Gefolgsleute des Kronprinzen galten, eine Militärreform, aber auch allgemein-politische populistische Reformen wie eine steuerliche Entlastung.&lt;br /&gt;
[[Datei:Kyriakoulis Mavromichalis - 1896.jpg|miniatur|hochkant|Kyriakoulis Mavromichalis]]&lt;br /&gt;
Rallis trat daraufhin zurück, der König beauftragte [[Kyriakoulis Mavromichalis]] mit der Regierungsbildung. Die neue Regierung versprach alle Bedingungen der Aufständischen zu erfüllen und weitere Reformen durchzuführen: die Verbesserung der Verwaltung, eine effiziente und unparteiische Justiz, ein Bildungssystem, das den finanziellen, militärischen und nationalen Bedürfnissen angepasst sein sollte, die Sicherung des Lebens, der Ehre und des Vermögens der Bürger, die Reorganisation der Wirtschaft und steuerliche Entlastung der Bürger sowie die Einstellung der ziellosen Ausgaben des Staatshaushaltes und die Verbesserung der Streitkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rief die Militärliga zu einer Großkundgebung am 14. September 1909 auf; Berufsverbände und andere Organisationen schlossen sich an, sodass die Kundgebung zu einer machtvollen Demonstration wurde, bei der Tausende – in zeitgenössischen Berichten ist von 70.000 Teilnehmern die Rede – von der Militärschule am Pedio tou Areos in Athen zum Königspalast zogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Umsetzung der Forderungen ==&lt;br /&gt;
Die Umsetzung der Forderungen in Gesetze stieß auf politischen Widerstand im [[Griechisches Parlament|Parlament]], der von Theotokis und [[Stephanos Dragoumis]] angeführt wurde. Unter der Drohung eines Putsches und der Auflösung des Parlaments erreichte die Militärliga jedoch, dass bis Ende 1909 über 160 Gesetzentwürfe abgestimmt wurde. Die Forderungen nach einer wesentlichen Erhöhung des [[Verteidigungsetat|Militärhaushalts]], Ablösung der Mitglieder des Königshauses aus militärischen Positionen, Behebung des Beförderungsstaus, Entlassung royalistischer Offiziere wurden akzeptiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele andere, insbesondere wirtschaftspolitische Forderungen erwiesen sich jedoch als unausgereift und unrealistisch. So ließ sich die verlangte steuerliche Entlastung nicht mit der Ausweitung des Militärbudgets vereinbaren. Nach Durchsetzung ihrer berufspolitischen Forderungen verlor die Militärliga an Durchsetzungskraft. Zunehmend zeigten sich auch unterschiedliche politische Vorstellungen ihrer Anhänger. Als Marineoffiziere mit ihren radikalen Forderungen nach Entlassung nahezu aller höheren Offiziere nicht durchdrangen, besetzten sie den [[Marinestützpunkt|militärischen Hafen]] von [[Salamis (Insel)|Salamina]]; ihre Revolte wurde jedoch niedergeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1910 verlangte der Militärrat, enttäuscht von der Regierung Mavromichalis, deren Rücktritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Ruf nach Venizelos ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ελευθέριος Βενιζέλος.jpg|miniatur|hochkant|Eleftherios Venizelos]]&lt;br /&gt;
In der schwierigen politischen Situation wandten sich Mitglieder der Militärliga an [[Eleftherios Venizelos]], der seit Mai 1909 Ministerpräsident von [[Kreta]] war und dem ein distanziertes Verhältnis zur Krone nachgesagt wurde. Venizelos hatte seine Sympathie mit den Forderungen der Aufständischen gezeigt. Er traf Ende 1909 in Athen ein und versuchte zwischen König, Parteien und Militärliga zu vermitteln. Man einigte sich schließlich auf die Wahl einer verfassunggebenden Versammlung und die Bildung einer Übergangsregierung mit Dragoumis als Ministerpräsident und Finanzminister und Zorbas als Heeresminister. Erst nachdem auch die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung vom Parlament beschlossen worden war, löste sich im März 1910 die Militärliga auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Wahlen im August war die von Venizelos gegründete fortschrittsorientierte Liberale Partei erfolgreich. Im Oktober 1910 wurde Venizelos Ministerpräsident. Er leitete eine Reformpolitik ein. Im Jahre 1911 wurde eine neue Verfassung verkündet und über 100 Gesetze beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der antimonarchistischen Tendenzen seiner Anhänger war Venizelos zunächst auf eine versöhnliche Haltung gegenüber dem Königshaus bedacht; so setzte er auch alsbald den Thronfolger und die anderen Prinzen wieder in ihre militärischen Positionen ein. Außenpolitisch betrieb Venizelos eine auf Expansion fixierte Kriegspolitik. Er prägte die griechische Politik für viele Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://ub-madoc.bib.uni-mannheim.de/2942/1/Doukelli_Dissertation_1_2.pdf Kyriaki Doukelli, Geschichte Makedoniens und Thrakiens bis zum Ersten Weltkrieg, Dissertation Mannheim 2008] (PDF; 2,26&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [[Ioannis Zelepos]]: [http://books.google.de/books?id=Pdg7tPtg-FAC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Die Ethnisierung griechischer Identität, 1870-1912]&lt;br /&gt;
* [http://books.google.de/books?id=WivQVjBatV4C&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Susanne-Sophia Spiliotis, Transterritorialität und Nationale Abgrenzung S. 65 ff.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechische Geschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Putsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1909]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Griechenland|Goudi]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (20. Jahrhundert)|Goudi]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Massaker_von_Paw%C5%82okoma&amp;diff=1350214</id>
		<title>Massaker von Pawłokoma</title>
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		<updated>2025-06-14T05:40:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: Kat präzisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pomnik ofiar zbrodni 3 marca 1945 w Pawłokomie.jpg|mini|Gedenkstätte für die Opfer des Massakers von Pawłokoma]]&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Massaker von Pawłokoma&#039;&#039;&#039; ereignete sich Anfang März 1945 bei dem Dorf [[Pawłokoma]] (ukrainisch &#039;&#039;Павлокома&#039;&#039;) in [[Polen]] in der heutigen [[Woiwodschaft Karpatenvorland]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschehnisse ==&lt;br /&gt;
In Pawłokoma wurden gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]], am 2./3. März&amp;amp;nbsp;1945, dort lebende [[Ukrainer]] durch polnische Partisanen, darunter ehemalige Angehörige der [[Polnische Heimatarmee|Polnischen Heimatarmee]] unter der Leitung von Józef Biss, ermordet.&amp;lt;ref name = IPN&amp;gt;{{Cite web | title = Śledztwo w sprawie zabójstwa w dniach 1-3 marca 1945 r. w Pawłokomie ponad 368 obywateli narodowości ukraińskiej przez polskie oddziały partyzanckie | url = http://www.zbrodniawolynska.pl/sledztwa/sledztwo-pawlokoma | publisher = [[Instytut Pamięci Narodowej]] | date =  | accessdate = 29. Mai 2015 | archivebot = 2022-03-24 11:24:18 InternetArchiveBot | archiveurl = https://web.archive.org/web/20150530005800/http://www.zbrodniawolynska.pl/sledztwa/sledztwo-pawlokoma | archivedate = 2015-05-30 | offline = yes }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei wurden die Bewohner zunächst zu einer Kirche getrieben, wo sie verhört wurden und danach vermutlich an einem naheliegenden Friedhof hingerichtet wurden. Es gab je nach Schätzung 150 bis 365 Tote.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.rferl.org/content/article/1068362.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontext ==&lt;br /&gt;
Die Morde an den Ukrainern stehen im Zusammenhang mit [[Polnisch-Ukrainischer Konflikt in Wolhynien und Ostgalizien|Morden an Polen]] durch mit der deutschen Besatzungsmacht kollaborierende nationalistische ukrainische Partisanen in den Jahren 1942–1943, während der [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|deutschen Besatzungszeit]]. &lt;br /&gt;
Das Massaker, das als Vergeltung für die Taten der Ukrainer anzusehen ist, wurde durch die Verschleppung von 13 Einwohnern Pawłokomas durch die [[Ukrainische Aufständische Armee]] ausgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite web | last =  | first =  | title = Pawłokoma: u żródeł akcji odwetowej | url = http://www.kki.pl/pioinf/przemysl/dzieje/rus/pawlokoma.html | publisher = Na Rubieży 80/2005 | date =  | accessdate = 2013-04-30 | archiveurl = https://web.archive.org/web/20140509224825/http://www.kki.pl/pioinf/przemysl/dzieje/rus/pawlokoma.html | archivedate = 2014-05-09 | offline = yes | archivebot = 2019-04-30 10:36:08 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufarbeitung ==&lt;br /&gt;
Am 13. Mai 2006 weihten die Staatspräsidenten der Ukraine und Polens, [[Wiktor Juschtschenko]] und [[Lech Kaczyński]], in Pawłokoma eine Gedenkstätte für die getöteten Ukrainer ein. An einem der drei Massengräber sind die Namen der Opfer eingraviert.&amp;lt;ref&amp;gt;http://old.dailylviv.com/news/667&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Tadeusz Piotrowski]]: &#039;&#039;Poland&#039;s Holocaust: Ethnic Strife, Collaboration with Occupying Forces and Genocide in the Second Republic, 1918–1947.&#039;&#039; McFarland, London 1998, ISBN 0-7864-0371-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.dw.de/ukraine-polen-auss%C3%B6hnung-und-gemeinsame-ziele/a-2025322?maca=de-newsletter_ostfokus-643-html Deutsche Welle, Fokus Ost-Südost vom 18. Mai 2006] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Massaker von Pawlokoma}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Massaker (Zweiter Weltkrieg)|Pawlokoma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gmina Dynów]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polen im Zweiten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ukrainische Geschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polnisch-ukrainische Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Endphase des Zweiten Weltkriegs]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kommunistische_Partei_Polens_(1918%E2%80%931938)&amp;diff=1091751</id>
		<title>Kommunistische Partei Polens (1918–1938)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kommunistische_Partei_Polens_(1918%E2%80%931938)&amp;diff=1091751"/>
		<updated>2025-06-14T05:37:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: -Kategorie:Polnische Geschichte (20. Jahrhundert) : unnötig wegen Kategorie:Politik (Zweite Polnische Republik)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Kommunistische Partei Polens&#039;&#039;&#039; ({{plS|&#039;&#039;Komunistyczna Partia Polski&#039;&#039;}}, kurz: KPP) war eine 1918 entstandene und 1938 aufgelöste polnische Partei. Sie vertrat einen [[Marxismus-Leninismus|marxistisch-leninistischen]] Standpunkt und war seit 1921 Mitglied der [[Kommunistische Internationale|Komintern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 als &#039;&#039;&#039;Kommunistische Arbeiterpartei Polens&#039;&#039;&#039; ({{plS|&#039;&#039;Komunistyczna Partia Robotnicza Polski&#039;&#039;}}, kurz: KPRP) gegründet, nahm sie 1925 ihren noch bis 1938 gültigen Namen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Gründung ===&lt;br /&gt;
Die Partei wurde am 16. Dezember 1918 auf dem Vereinigungsparteitag der [[Sozialdemokratie des Königreichs Polen und Litauens]] und der [[Polnische Sozialistische Partei|Polnischen Sozialistischen Partei – die Linke]] in der Zielna-Straße in [[Warschau]] gegründet. Auf dem III. Parteitag 1925 wurde sie in KPP umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbot ===&lt;br /&gt;
Im [[Polnisch-Sowjetischer Krieg|polnisch-sowjetischen Krieg]] von 1919 bis 1921 vertrat die KPRP prosowjetische Positionen. So versuchte sie, [[Arbeiterräte]] zu bilden, die eine revolutionäre Machtergreifung vorbereiten und durchführen sollten. Dabei arbeitete sie eng mit dem in Sowjetrussland geschaffenen Provisorischen Revolutionären Komitee Polens (TKRP) zusammen. Viele KPRP-Mitglieder kämpften an der Seite der [[Rote Armee|Roten Armee]] und bildeten den Kern der polnischen Roten Armee. In Polen selbst fand der Aufruf zum Kampf gegen die eigene Nation nur geringen Widerhall. Nach Beginn des Krieges traten Tausende von Mitgliedern aus der Partei aus, wodurch die KPRP an Einfluss innerhalb der polnischen Arbeiterbewegung verlor. Im März 1919 wurde sie verboten und musste fortan in der Illegalität arbeiten.&lt;br /&gt;
Das Verbot erfolgte gemäß den Bestimmungen der sogenannten „[[Verfassungsgeschichte Polens#Kleine Verfassung von 1919|Kleinen Verfassung]]“, die am 20. Februar 1919 beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gotthold Rhode]]: &#039;&#039;Geschichte Polens. Ein Überblick&#039;&#039;. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), Darmstadt 1980, ISBN 3-534-00763-8, S. 462.&amp;lt;/ref&amp;gt; Begründet wurde es mit der Teilnahme der KPRP am Krieg gegen die polnische Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mitglied der Kommunistischen Internationale ===&lt;br /&gt;
Seit Juli 1921 gehörte die KPRP der [[Kommunistische Internationale|Komintern]] an und erhielt aus [[Moskau]] sowohl finanzielle Mittel als auch Direktiven, zu deren Erfüllung sie unter ständiger Kontrolle durch die Organe der Internationale verpflichtet war. Ab 1923 traten der KPRP auch Organisationen wie die [[Kommunistische Partei der Westukraine]] und die [[Kommunistische Partei Westweißrusslands]] bei. Gemäß dem Grundsatz, dass es in einem Staat nur eine Sektion der Komintern geben kann, wurden letztere als autonome Bezirke der KPRP behandelt. Die KPRP koordinierte auch die Tätigkeit solcher Organisationen wie der Pioniere (Kinderorganisation), der [[Kommunistischer Verband der Polnischen Jugend|Kommunistischen Jugend]] oder der polnischen Sektion der &#039;&#039;[[Internationale Rote Hilfe|Internationalen Hilfsorganisation für Revolutionäre]]&#039;&#039; (die sogenannte &#039;&#039;Rote Hilfe&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auflösung und Rehabilitierung ===&lt;br /&gt;
Seit Mitte der 1920er Jahre wurde die KPP mehr und mehr durch die politische Polizei des polnischen Staates infiltriert. Für diese arbeiteten unter anderem bezahlte Spitzel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Komintern griff häufig in die inneren Verhältnisse der KPP ein. So wurde auf ihre Anweisung hin die Partei von „Parteirechten“ und später von vermeintlichen [[Trotzkismus|Trotzkisten]] gesäubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Polnische Operation des NKWD|Polnischen Operation des NKWD]] innerhalb des [[Großer Terror (Sowjetunion)|Großen Terrors]] der Jahre 1937/38 wurden beinahe alle ZK- und Politbüromitglieder der KPP (30 von 37 ZK-Mitgliedern) festgenommen und ermordet, darunter [[Adolf Warski]], [[Maria Koszutska]] und [[Bruno Jasieński]]. Viele weitere Mitglieder waren Repressalien ausgesetzt. Die Partei wurde von der Komintern auf Geheiß Stalins 1938 aufgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Anna M. Cienciala]], Natalia Lebedeva, Wojciech Materski (Hg.): &#039;&#039;Katyn: A Crime Without Punishment&#039;&#039;. Yale University Press, New Haven 2007. ISBN 978-0-300-10851-4. S. 416.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als eines der Motive für die Auflösung der KPP kann der Umstand angesehen werden, dass man ihren Mitgliedern unterstellte, in eine antisowjetische Spionage- und Sabotageorganisation verwickelt zu sein. Andererseits bildeten polnische [[Internationale Brigaden|Spanienkämpfer]] als auch andere ehemalige Mitglieder und Funktionäre der KPP den personellen Grundstock für die später mit Hilfe der UdSSR gegründete [[Polska Partia Robotnicza|Polnische Arbeiterpartei]], ohne dass es ein erneutes Vorgehen gegen die polnischen Kommunisten in ähnlicher Form gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1956, wenige Tage vor der Rede von [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Nikita Chruschtschow]] beim [[XX. Parteitag der KPdSU|XX. Parteitag]] der [[KPdSU]], in der er einige der Verbrechen Stalins benannte, wurde die KPP von der [[Kominform]], der Nachfolgeorganisation der Komintern, rehabilitiert.&amp;lt;ref&amp;gt;William B. Simons, Stephen White (Hg.): &#039;&#039;The Party Statutes of the Communist World&#039;&#039;. Martinus Nijhoff, Den Haag 1984. ISBN 90-247-2975-0. S. 325.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Positionen ==&lt;br /&gt;
Die Partei lehnte die Ordnung des neuen [[Zweite Polnische Republik|polnischen Staates]] und daher auch die darauf aufbauende Eigenstaatlichkeit Polens ab. Stattdessen forderte sie die Schaffung einer Polnischen [[Räterepublik]] im Rahmen [[Sowjetrussland]]s bzw. der [[Sowjetunion]] und damit einhergehend einen Verzicht auf die [[Kresy|östlichen Grenzgebiete]] sowie die Schaffung von Sowjetrepubliken auf deren Territorien. Angestrebt wurde eine kurzzeitige [[Diktatur des Proletariats]] nach sowjetischem Vorbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftspolitisch richtete sich die Politik der Partei gegen das [[Kapitalismus|kapitalistische System]] und für den Aufbau einer zentral verwalteten [[Zentralverwaltungswirtschaft|Planwirtschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl zur [[Polnische Verfassunggebende Nationalversammlung (1919–1922)|Verfassunggebenden Nationalversammlung]] am 26. Januar 1919 wurde von der KPRP boykottiert. Ihr damit verbundenes Ziel bestand darin, eine niedrige Wahlbeteiligung (durch Fernbleiben der von ihr beeinflussten proletarischen Bevölkerungsschichten) zu bewerkstelligen und dadurch die eigene Legitimation gegenüber der [[Repräsentative Demokratie #Parlamentarische Demokratie|parlamentarischen Demokratie]] zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem polnischen Sieg über die Rote Armee und dem [[Friedensvertrag von Riga (1921)|Frieden von Riga]] richtete die Komintern ihre Hoffnung auf einen kommunistischen Umsturz in Deutschland. Die KPRP wurde daher angewiesen, programmatisch eine Rückgabe der nach dem Ersten Weltkrieg von Deutschland an Polen abgetretenen Gebiete (Großpolen, Westpreußen, Teile Schlesiens) an Deutschland zu verlangen. In der polnischen Öffentlichkeit wurde die Partei nun als „fremde Agentur“ wahrgenommen, die sowjetische Interessen vertrat, was zu ihrer Marginalisierung beitrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1926 unterstützte sie den [[Maiputsch]] [[Józef Piłsudski]]s. Bei den Wahlen zum [[Sejm (Zweite Republik)|Sejm]] im Jahre 1928 entstanden mehrere legale Ableger der Partei, die an der Abstimmung teilnahmen. Die meisten Stimmen errangen die &#039;&#039;Sel-Rob die Rechte&#039;&#039;, die &#039;&#039;Einheit der Arbeiter und Bauern&#039;&#039;, &#039;&#039;Sel-Rob die Linke&#039;&#039;, die &#039;&#039;Vereinigung der bäuerlichen Linken&#039;&#039;, die &#039;&#039;Arbeitervereinigung für die Stadt Łódź&#039;&#039; und der &#039;&#039;Kampf für die Interessen der Arbeiter und Bauern&#039;&#039;. Alles in allem errangen die mit der KPP verbundenen Organisationen 829.416 Stimmen. Bei den Wahlen im Jahre 1930 (zum IV. Sejm) entfielen auf die Ablegerorganisationen 286.612 Stimmen. Die  für ungültig erklärten Stimmen hinzugerechnet, wären es etwas mehr als 400.000 Stimmen gewesen (etwa 3,6 % aller Stimmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens mit der [[Machtergreifung]] der Nationalsozialisten endete die Hoffnung der Komintern auf ein kommunistisches Deutschland. Die nun von der Komintern verfolgte Strategie der [[Volksfront]]-Taktik wurde auch durch die KPP übernommen. Nicht zuletzt aufgrund der Vorgeschichte fand die KPP aber keinen Partner für eine derartige Politik und blieb isoliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wahlergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Union of Town and Country Proletariat results in the Polish legislative election, 1922.PNG|mini|Wahlanteile Sejm-Wahl 1922]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Ende der Dritten Republik (1939) war die KPRP bzw. die KPP nicht zu Wahlen zugelassen. Bei den Wahlen zum Sejm im Jahr 1922 trat deshalb die Wahlliste &#039;&#039;Związek Proletariatu Miast i Wsi w wyborach&#039;&#039; (&#039;&#039;Bund des Proletariats der Städte und Dörfer&#039;&#039;) an. Diese Wahlliste erreichte 1,5 % der Stimmen und konnte mit [[Stanisław Łańcucki]] und [[Stefan Królikowski]] zwei Abgeordnete in den [[Sejm]] entsenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitgliederentwicklung ==&lt;br /&gt;
1933 zählte die Partei nur etwa 8.000 Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parteipresse ==&lt;br /&gt;
Hauptpresseorgan der KPP war die &#039;&#039;Czerwony Sztandar&#039;&#039; (Rote Fahne) sowie die im Ausland erscheinende &#039;&#039;Nowy Przegląd&#039;&#039; (Neue Rundschau). Unter den – für eine gewisse Zeit – legalen kommunistischen Zeitschriften befanden sich sowohl Zeitschriften mit einer hohen Auflage, wie z.&amp;amp;nbsp;B. die &#039;&#039;Sztandar Socjalizmu&#039;&#039; (Fahne des Sozialismus; Tageszeitung der KPRP mit einer Auflage von 10.000 bis 30.000 Exemplaren), oder die &#039;&#039;Dziennik Popularny&#039;&#039; (Populäre Zeitung, seit 1936 in einer Auflage von 50.000 Exemplaren herausgegeben), als auch Zeitschriften mit einer geringeren Reichweite. Die KPP koordinierte auch die Herausgabe eines breiten Spektrums von illegalen Schriften. In dem Bemühen eine möglichst große Zahl von Abonnenten zu erreichen, gab die KPP zusammen mit den Kommunistischen Parteien Westweißrusslands und der Westukraine Propagandamaterialien in polnischer, russischer, weißrussischer, ukrainischer, litauischer und [[jiddisch]]er Sprache heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führende Funktionäre ==&lt;br /&gt;
* [[Franciszek Fiedler]]&lt;br /&gt;
* [[Maksymilian Horwitz]] (Pseud. „Henryk Walecki“)&lt;br /&gt;
* [[Maria Koszutska]] (Pseud. „Wera Kostrzewa“)&lt;br /&gt;
* [[Alfred Lampe]]&lt;br /&gt;
* [[Julian Leszczyński-Leński]]&lt;br /&gt;
* [[Adolf Warski]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andrzej Kaluza: &#039;&#039;Der polnische Parteistaat und seine politischen Gegner 1944–1956&#039;&#039; (= &#039;&#039;Studien zur europäischen Rechtsgeschichte&#039;&#039;. Band 110). Klostermann, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-465-02769-8, S. 17–20.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Partei (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommunistische Partei|Polen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sektion der Kommunistischen Internationale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Zweite Polnische Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parteigründung 1918]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1938]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2025-06-14T02:08:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand (20. Jahrhundert)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Offenbach am Main Karfreitagsputsch 1919.JPG|mini|Karfreitagsputsch 1919 in Offenbach am Main. Versammlung vor der Infanteriekaserne in der [[Bieberer Straße]] (heute Finanzamt)]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Karfreitagsputsch&#039;&#039;&#039; war ein von kommunistischen Kräften am Karfreitag, den [[18. April]] im Jahr [[1919]] betriebener Umsturzversuch der provisorischen Kommunalregierung (Volksrat) von [[Offenbach am Main]]. Er forderte 17 Tote und 26 Verwundete, ohne dass die Rädelsführer ihr Ziel erreichen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Nach Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] wurde in der Stadt Offenbach am 9. November 1918 ein [[Arbeiter- und Soldatenrat]] gegründet, welchem die Stadtverwaltung unterstellt wurde. Schon im gleichen Monat bildete der Abgeordnete [[Carl Ulrich]] eine provisorische Regierung in [[Hessen]]. Offenbachs Oberbürgermeister [[Andreas Dullo]] erklärte sich umgehend dazu bereit, nach den Richtlinien der neuen Regierung zu arbeiten.&lt;br /&gt;
Die französische Besatzung verbot alsbald die Arbeiter- und Soldatenräte in der neutralen und entmilitarisierten Zone zu welcher auch Offenbach am Main gehörte. Nachdem Nichtbeachtung mit harten Strafen belegt wurde, benannte sich der Arbeiter- und Soldatenrat in Volksrat um und unterstellte sich dem [[Darmstadt|Darmstädter]] Volksrat. Dadurch verschob sich das Machtgefüge in Offenbach zu Gunsten der zivilen Verwaltung (Stadtrat). Der Volksrat blieb jedoch nach wie vor Teil der Kommunalregierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Putschversuch ==&lt;br /&gt;
Kommunistische Sympathisanten versuchten in Offenbach wie auch in anderen großen Städten Deutschlands die Machtergreifung nach sowjetischem Vorbild zu gestalten. Der Schlosser Wilhelm Eisenreich plante mit Gesinnungsgenossen den Sturz des Stadtrates und die Übernahme der in der Kaserne in der Bieberer Straße gelagerten Waffen. Die Pläne wurden bekannt und Mitglieder der hessischen Regierung, der Stadtverwaltung, des Volksrates und der Polizei leiteten Gegenmaßnahmen ein. Die Kaserne wurde von Militär, Volkswehr und Polizei gegen mögliche Angriffe geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Karfreitag 1919 veranstalteten kommunistische Organisationen in der Offenbacher Innenstadt auf dem [[Wilhelmsplatz (Offenbach am Main)|Wilhelmsplatz]] eine Kundgebung mit ca. 2.000 Teilnehmern. Nachdem das [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]]-Mitglied Eisenreich und andere Redner die Menge aufgewiegelt hatten, zogen etwa 1.000 Teilnehmer in die Bieberer Straße und versuchten die [[Kaserne]] des [[5. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment Nr. 168|5. Großherzoglich-Hessischen Infanterie-Regimentes Nr. 168]] zu stürmen. Die Tore blieben verschlossen und aus dem Kaserneninneren erging der Befehl an die Demonstranten, sich vom Kasernengelände fernzuhalten. Die Situation eskalierte, als eine Demonstrantin und ein Polizist erschossen wurden. Die genauen Umstände der Eskalation sind ungeklärt. Das Militär schoss daraufhin mit [[Maschinengewehr]]en in die Menge. Die Bilanz des Tages waren 17 Tote und 26 Verwundete, darunter viele Schwerverletzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Nachdem weiteres Militär aus [[Frankfurt am Main]] in Offenbach eingetroffen war und ein Ausgehverbot über die Stadt verhängt wurde, beruhigte sich die Lage nach einigen Tagen wieder. Eisenreich wurde aus der KPD ausgeschlossen, zusammen mit anderen Rädelsführern verhaftet und in Darmstadt zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Alfred Kurt: &#039;&#039;Stadt und Kreis Offenbach in der Geschichte. Am Main, im Rodgau und in der Dreieich&#039;&#039;. Bintz-Verlag, Offenbach 1998, ISBN 3-87079-009-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.offenbach.de/kultur-und-tourismus/stadtgeschichte/geschichte-offenbach/1900-1932/karfreitagsputsch.php Der Karfreitagsputsch auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Offenbach am Main]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte von Offenbach am Main]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Putsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hessische Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1919]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (20. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<title>Hühnerkrieg</title>
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		<updated>2025-06-14T02:04:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: Kat präzisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Belege}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Rodakowski Chicken War.png|300px|mini|„Hühnerkrieg“, Gemälde von [[Henryk Rodakowski]], 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Hühnerkrieg&#039;&#039;&#039; (polnisch &#039;&#039;Wojna kokosza&#039;&#039;) bezeichnet eine anti-monarchistische und anti-absolutistische Rebellion (poln. &#039;&#039;[[rokosz]]&#039;&#039;) der polnischen [[Szlachta]], also des mittleren und niederen Adels, mit Zentrum im heutigen [[Galizien]]. Der abwertende Name für den Krieg wurde den [[Magnat]]en zugeschrieben, dem höheren Adel, der größtenteils den [[Königreich Polen|König]] unterstützte und behauptete, die einzige Wirkung des „Krieges“ sei die Beinahe-Ausrottung der örtlich durch die Adligen requirierten Hühner während des „&#039;&#039;rokosz&#039;&#039;“ in [[Lemberg]] gewesen. Die Bezeichnung der Rebellion durch die Magnaten mit „&#039;&#039;kokosz&#039;&#039;“ (dt. [[Legehenne]]) mag von einem [[Wortspiel]] zwischen „&#039;&#039;rokosz&#039;&#039;“ und dem ähnlich klingenden „&#039;&#039;kokosz&#039;&#039;“ inspiriert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn seiner Herrschaft erbte König [[Sigismund I. (Polen)|Sigismund&amp;amp;nbsp;I. der Ältere]] ein [[Königreich Polen]] mit einer jahrhundertelangen Tradition von Freiheiten des Adels, in zahllosen [[Privileg]]ien bestätigt. Sigismund sah sich herausgefordert, die innere Macht gegenüber äußeren Bedrohungen des Landes zu konsolidieren. Unter seinem Vorgänger, [[Alexander (Polen)|Alexander&amp;amp;nbsp;I.]], war das Statut des „[[Nihil Novi]]“ (Nichts Neues) eingerichtet worden, das den Königen verbot, Gesetze ohne Zustimmung des [[Sejm]], des polnischen Reichstages, zu erlassen. Dies erwies sich als lähmend in Sigismunds Verhandlungen mit der Szlachta und den Magnaten wie auch als ernste Bedrohung für die äußere Stabilität des Landes. Um seine Macht zu stärken, erließ Sigismund eine Reihe von Reformen, richtete 1527 eine [[Wehrpflicht]]armee ein und dehnte den bürokratischen Apparat aus, um den Staat zu regieren und die Armee zu finanzieren. Unterstützt von seiner italienischen Gemahlin, der Königin [[Bona Sforza]], begann er Land zur Ausweitung des königlichen Besitzes zu kaufen. Er begann auch einen Prozess der [[Restauration (Geschichte)|Restitution]] königlicher Güter, die zuvor verpfändet oder Angehörigen des Adels als [[Lehen]] gegeben worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1537 löste die Politik des Königs einen größeren Konflikt aus. Die Szlachta versammelte sich nahe Lemberg zu einer &#039;&#039;levée en masse&#039;&#039; und verlangte ein militärisches Einschreiten gegen das [[Fürstentum Moldau]]. Der kleine und mittlere Adel jedenfalls rief einen &#039;&#039;rokosz&#039;&#039; aus, eine halblegale [[Aufstand|Rebellion]], um den König zur Aufgabe seiner Reformen zu veranlassen. Die Adligen präsentierten ihm 36 Forderungen, davon die bedeutendsten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beendigung weiteren Landerwerbs durch Bona Sforza&lt;br /&gt;
# Befreiung der Szlachta vom [[Zehnt]]en&lt;br /&gt;
# Eher Bereinigung als Ausweitung des Staatsschatzes&lt;br /&gt;
# Bestätigung und Ausweitung der Privilegien des Adels&lt;br /&gt;
# Aufhebung des Zolls oder Befreiung des Adels davon&lt;br /&gt;
# Annahme eines Gesetzes zur &#039;&#039;[[incompatibilitas]]&#039;&#039; – der Unvereinbarkeit bestimmter Ämter in einer Hand (z.&amp;amp;nbsp;B. dem des [[Starost]] mit dem des [[Woiwode]]n)&lt;br /&gt;
# Verabschiedung eines Gesetzes, das nur die Angehörigen der örtlichen Szlachta für die Übernahme lokaler Ämter vorsah&lt;br /&gt;
# Schaffung eines ständigen Beratergremiums für den König&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Adligen kritisierten schließlich die Rolle der Königin Bona Sforza, die sie einer „&#039;&#039;schlechten Erziehung&#039;&#039;“ des jungen Prinzen Sigismund August beschuldigten (des zukünftigen Königs [[Sigismund II. August (Polen)|Sigismund II. August]]) wie auch des Versuchs, ihre Macht und ihren Einfluss im Staat auszuweiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald sickerte jedoch durch, dass die Führer der Szlachta unter sich zerstritten waren und eine Übereinkunft beinahe unmöglich war. Zu schwach für einen Bürgerkrieg gegen den König, willigten die Adligen in einen [[Kompromiss]] ein. Der König wies die meisten Forderungen zurück, akzeptierte allerdings das [[Prinzip]] der [[Incompatibilitas]] im folgenden Jahr und stimmte zu, die Wahl des zukünftigen Königs nicht mehr wie bei seinem Sohn 1529 &#039;&#039;[[Vivente Rege]]&#039;&#039;, also noch zu Lebzeiten des regierenden Königs, zuzulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin kehrte die Szlachta heim und hatte wenig erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans-Jürgen Bömelburg]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &#039;&#039;Polen in der europäischen Geschichte&#039;&#039;, Bd. 2 &#039;&#039;Frühe Neuzeit. 16. bis 18. Jahrhundert&#039;&#039;, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-7772-1710-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kokosza War|Hühnerkrieg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Huhnerkrieg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Polen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1537]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Polens in der Frühen Neuzeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
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		<title>Bourla-Papey</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: +Kategorie:Aufstand (19. Jahrhundert)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- schweizbezogen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Helvetik Steuereintreibung 1801.jpg|mini|Schmähbild über die militärische Eintreibung von Abgaben während der Helvetik, um 1800.]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Bourla-Papey&#039;&#039;&#039; ([[Kanton Waadt|Waadtländer]] [[Patois (französische Sprache)|Dialekt]], entsprechend [[Französische Sprache|franz.]] &#039;&#039;brûle-papiers&#039;&#039; «Papierverbrenner») waren eine ländliche Volksbewegung im [[Helvetische Republik|helvetischen]] [[Kanton (Schweiz)|Kanton]] [[Kanton Léman|Léman]], die sich 1802 militant für die Abschaffung herrschaftlicher Rechte einsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die helvetische Verfassung vom 12. April 1798 verbot in ihrem dreizehnten Artikel alle unveräusserlichen Lasten, Zinsen und Dienstbarkeiten auf Grund und Boden. Daraus ergab sich die Abschaffung der [[Feudalabgabe]]n, die aus der Zeit der [[Alte Eidgenossenschaft|Alten Eidgenossenschaft]] stammten. Jedoch waren die damit verbundenen [[Zehnt]]en und Boden- beziehungsweise Grundzinsen für die Finanzierung der öffentlichen Aufgaben unabdingbar, solange kein modernes [[Steuersystem (Steuerrecht)|Steuersystem]] entwickelt war. Ein Gesetz vom 10. November 1798 sollte die nötigen Reformen bringen; diese wurden aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Zerrüttung der Republik aber nicht umgesetzt und bereits am 15. September 1800 aufgehoben, wodurch die alten [[Abgabe]]n wieder galten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die misslungene Reform brachte die Helvetische Republik bei den ländlichen ehemaligen Untertanen in Verruf. Der [[Bodenzinssturm]] im Kanton Basel im Herbst 1800 war die erste Reaktion darauf, die heftigste Folge waren die Bourla-Papey im Frühjahr 1802. Die Vehemenz dieses Aufstandes hing damit zusammen, dass die Grund- und Bodenabgaben in der Waadt eine herausragende ideelle und materielle Bedeutung hatten. Der Kanton Léman war im Frühjahr 1798 das Einfallstor für die französische Intervention gewesen, die die Alte Eidgenossenschaft gestürzt und deren revolutionäre Umwandlung zur Helvetischen Republik durchgesetzt hatte. Er stellte rund ein Viertel aller Staatseinkünfte und war als ehemaliges Untertanengebiet auch schon die Kornkammer [[Kanton Bern|Berns]] gewesen. Republik und Freiheit von den traditionellen Bodenabgaben wurden von der Waadtländer Landbevölkerung als eines verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Februar und Mai 1802 sammelten sich zweitausend bis dreitausend Waadtländer Bauern und vernichteten die Akten zahlreicher ehemaliger Feudalherrschaften, die Grund- und Bodenrechte beanspruchten. Dabei fielen auch die Archive von 132 Gemeinden des Waadtlands, etwas mehr als ein Drittel aller Gemeinden überhaupt, den Flammen zum Opfer. Am 8. Mai 1802 besetzten die Aufständischen unter der Führung des [[Jakobiner]]s und Rekrutierungsoffiziers [[Louis Reymond (Politiker, 1772)|Louis Reymond]] die Kantonshauptstadt [[Lausanne]], um am 11. Mai gegen das Versprechen einer [[Amnestie]] abzuziehen. Trotzdem verhängte ein Sondergericht im Juni 1802 mehrere Todes- und Gefängnisstrafen, die aber die helvetische Regierung durch Fürsprache [[Henri Monod (Politiker)|Henri Monods]] und unter dem Druck des [[Stecklikrieg]]s bis zum 15. Oktober 1802 alle aufhob. Bereits am 29. September hatte sie zudem durch ein Sondergesetz der Waadt, wo sie eine letzte Machtbasis hatte, die unveräusserlichen Bodenabgaben erlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jacques Besson: &#039;&#039;L’insurrection des Bourla-Papey (Brûlers de Papiers) et l’abolition des droits féodaux dans le canton de Vaud.&#039;&#039; Editions Ouverture, Le Mont-sur-Lausanne 1998.&lt;br /&gt;
* [[Charles-Ferdinand Ramuz]]: &#039;&#039;La guerre aux papiers.&#039;&#039; Mermod, Lausanne 1942. (Literarische Umsetzung der historischen Ereignisse.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|17220|Bourla-Papey|Autor=Antoine Rochat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Helvetik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1802]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kanton Waadt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuerrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuerrecht (Schweiz)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>87.165.238.191</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=B%C3%B6se_Fasnacht&amp;diff=1388109</id>
		<title>Böse Fasnacht</title>
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		<updated>2025-06-14T01:12:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;87.165.238.191: Kat präzisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;&#039;Böse Fasnacht&#039;&#039;&#039; wird der [[Aufruhr]] in [[Basel]] am 26. Februar 1376 zur Zeit der [[Karneval, Fastnacht und Fasching|Fasnacht]] bezeichnet. Für die Tötung einiger Gefolgsleute des [[Herzog]]s [[Leopold III. (Habsburg)|Leopold III.]] bekam die Stadt harte Sanktionen auferlegt und stand rund ein Jahrzehnt unter [[habsburg]]ischer [[Hegemonie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Vorgeschichte und Hintergrund des Aufruhrs waren einerseits der schon im 13. Jahrhundert begonnene Konflikt zwischen dem [[Bischof von Basel]] und dem Haus Habsburg über den Besitz der damals noch rechtlich getrennten Städte [[Grossbasel|Gross-]] und [[Kleinbasel]]; dieser spaltete die [[ritter]]liche Führungsschicht der Stadt in die «Sterner» (für Habsburg) und «Psitticher» (für den Bischof), erfasste mit der Zeit aber die gesamte Bevölkerung (→ [[Psitticher und Sterner]]). Anderseits bildete sich als dritte Partei seit Beginn des 14. Jahrhunderts eine Bewegung aus Teilen des Adels und der Bürgerschaft, die sowohl die habsburgische als auch bischöfliche Hoheit ablehnte und die [[Reichsunmittelbarkeit]] anstrebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar verlagerten sich im auslaufenden 14. Jahrhundert die territorialen Ambitionen der Habsburger in den österreichisch-tirolischen Raum, doch blieb ein Interesse an Basel mit Blick auf die Arrondierung des elsässisch-süddeutschen Besitzes bestehen. So kaufte [[Herzog]] [[Leopold III. (Habsburg)|Leopold III.]] 1375 Kleinbasel als [[Pfand (Recht)|Pfand]] vom Basler Bischof, der es ihm aus Geldnot anbot. Im Januar 1376 empfing Leopold vom Kaiser zusätzlich die Reichsvogtei ([[Blutgerichtsbarkeit]]) über Basel und gelangte so zu wichtigen Herrschaftsrechten in der Stadt, geriet aber auch auf Konfrontationskurs mit der Bürgerschaft. Diese hatte schon konkrete Schritte zur Eigenständigkeit unternommen, als ihr vom Bischof 1372/73 das [[Marktrecht|Markt-]] und [[Zollrecht]] sowie das [[Münzregal]] Grossbasels verpfändet worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgänge ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Basel Turnierszene Kalenderblatt 1480.jpg|mini|Turnierszene in einem Basler Kalenderblatt, um 1480]]&lt;br /&gt;
Am 26. Februar 1376 hielt Leopold mit zahlreichem Anhang ein [[Turnier]] beim Grossbasler [[Basler Münster|Münster]] ab, da sich in Kleinbasel kein geeigneter Platz für diese traditionelle fasnächtliche Veranstaltung gefunden hatte. Das Turnier erschien aber auch als Herausforderung und Machtdemonstration, und als Waffen und Pferde in die Zuschauerreihen gerieten, kam es zu Tumulten. Eine angestachelte Menge griff die Habsburger Gesellschaft auf dem [[Münsterplatz (Basel)|Münsterplatz]] und in den Adelsstuben an und erschlug einige Edelleute und Knechte. Der Herzog musste in einem Kahn nach Kleinbasel fliehen, ein halbes Hundert [[Domherr]]en, Grafen, Edel- und Dienstleute und Bürger von ausserhalb wurden durch den Basler Rat kurzfristig in Haft genommen, später jedoch gegen Racheverzichtsurkunden ([[Urfehde]]n) wieder freigelassen. [[Friedrich von Erdingen|Friedrich II. von Erdingen]], der Bischof von Chur und Kanzler des Herzogs, wurde gehalten, zu seiner Sicherheit im Haus des Offizials zu bleiben «und nicht unter das Volk zu gehen bis die Sache gestillt sei».&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Friedrich II. von Erdingen |url=https://dls.staatsarchiv.bs.ch/records/1354660 |titel=Bischof Friedrich von Chur thut kund daß an dem Auflauf, der geschehen, Bürgermeister und Rath von Basel geschaffen, daß ihm kein Leid noch Schmach widerfahren sei |werk=Online-Katalog |hrsg=[[Staatsarchiv Basel-Stadt]] |datum=1376-03-04 |abruf=2024-02-26 |kommentar=Signatur St. Urk. 452 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Vorgänge sind nicht rekonstruierbar. Die These, dass eine Auseinandersetzung zwischen [[Zunft|Zünften]] und [[Adel]] stattfand, ist aber zweifelhaft, da viele Zunftgewerbe von der ritterlichen Kultur lebten und gerade bei Turnieren ihre grössten Umsätze erzielten. Die Alltagskultur Basels wie anderer grösserer Städte des späten Mittelalters war von einer latenten Gewaltbereitschaft geprägt, die gerade an der Fasnacht immer wieder zum Ausbruch kam. Es wird vermutet, dass die Drahtzieher der gewaltsamen Auftritte von 1376 aus dem Umfeld des Bischofs oder der städtischen Autonomisten kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Der städtische Rat erklärte «fremdes Volk und böse Buben» verantwortlich und liess zwölf angebliche [[Rädelsführer]] enthaupten. Der Herzog ergriff jedoch die Gelegenheit, die Bürgerschaft insgesamt zur Verantwortung zu ziehen und [[Botmäßigkeit|botmässig]] zu machen. Auf sein Drängen verhängte das [[Heiliges Römisches Reich|Reich]] für den [[Landfriedensbruch]] die [[Reichsacht|Acht]] über Basel, das so von der Aussenwelt abgeschnitten wurde. Das Abkommen vom 9. Juli 1376&amp;lt;ref&amp;gt;siehe [https://archive.org/details/bub_gb_3GdKAAAAYAAJ/page/n403 &#039;&#039;Urkundenbuch der Stadt Basel.&#039;&#039;4. Band (1899), Nr. 406, S. 395–397]&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Hall in Tirol]] zwischen Stadt und Herzog legte den Streit bei, fiel aber höchst ungünstig für Basel aus. Es musste Leopold von nun an Dienstfolge wie andere habsburgische Städte leisten und einen Schadenersatz von 8000 [[Gulden#Schweiz|Gulden]] zahlen. Mit der Macht Leopolds im Rücken dominierte die habsburgische Partei die Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem bürgerlichen Streben nach Eigenständigkeit war vorerst Einhalt geboten worden. Jedoch suchten die Habsburger in der Folge um ein gutes Einvernehmen mit Bischof und Bürgerschaft, so dass diese ihre Positionen wieder aufbauen konnten. Basler Adelige wie die Familien [[Münch (schweizerisches Adelsgeschlecht)|Münch]] und [[Bärenfels (Adelsgeschlecht)|Bärenfels]] flochten währenddessen ein enges Beziehungsnetz mit den [[Römisch-deutscher Kaiser|römisch-deutschen Herrschern]] aus dem [[Haus Luxemburg]]. Die Emanzipierung aus der Habsburger Vorherrschaft setzte 1384 mit dem Beitritt zum [[Schwäbischer Städtebund|Schwäbischen Städtebund]] ein. Die Niederlage in der [[Schlacht bei Sempach]] am 9. Juli 1386 war eine Katastrophe für die Habsburger in Basel. Zahlreiche ihrer Anhänger aus Ritter- und Bürgerschaft wurden getötet, auch Leopold III. kam ums Leben. Die Stadt ergriff die Gelegenheit. Drei Wochen später erwarb sie die durch den Tod des Herzogs freigewordene [[Vogt|Reichsvogtei]]. 1392 dann kaufte sie das bischöfliche Pfand Kleinbasel von den nun ihrerseits in Geldnot befindlichen Kindern Leopolds und vereinigte die beiden Städte. Ein offen formulierter Bündnisvertrag schaffte den Ausgleich mit den Habsburgern 1393. Die faktische Selbständigkeit der Stadt (die rechtliche Ablösung der Pfänder gelang erst im späten 15. Jahrhundert) erlaubte dieser nun eine eigene Territorialpolitik, die 1400 begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[René Teuteberg]]: &#039;&#039;Basler Geschichte.&#039;&#039; Christoph Merian Verlag, Basel 1986, S. 133–135.&lt;br /&gt;
* [[Georg Kreis]], [[Beat von Wartburg]] (Hrsg.): &#039;&#039;Basel. Geschichte einer städtischen Gesellschaft.&#039;&#039; Christoph Merian Verlag, Basel 2000, S. 51 und 61–62.&lt;br /&gt;
* Tobias Keller: &#039;&#039;Die Böse Fasnacht 1376. Konfliktsituationen Basels am Ende des 14. Jahrhunderts.&#039;&#039; 2011.&lt;br /&gt;
* [[Richard Nutzinger]]: &#039;&#039;Die „böse Basler Fasnacht“.&#039;&#039; In: Die Markgrafschaft, Heft 2/1951, S. 5. [https://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/markgrafschaft-1951-02/0007 Digitalisat der UB Freiburg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Roger Jean Rebmann |url=https://altbasel.ch/fragen/fasnacht_1376.html |titel=Die Böse Fasnacht von 1376 |werk=altbasel.ch |abruf=2024-01-25}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Lukas Wenger |url=https://stadtgeschichtebasel.ch/blog/adel-in-haft-die-boese-fasnacht-von-1376 |titel=Adel in Haft – Die “böse Fasnacht” von 1376 |hrsg=Stiftung Stadt.Geschichte.Basel |abruf=2024-01-25}} Gedruckt: {{Literatur |Autor=Lukas Wenger |Hrsg=[[Robert Labhardt]], Antonia Schmidlin |Titel=Adel in Haft – Die “böse Fasnacht” von 1376 |Sammelwerk=Im Kleinen das Grosse entdecken – Kurzgeschichten aus der Basler Stadtgeschichte |Verlag=Friedrich Reinhardt Verlag |Ort=Basel |Datum=2022 |ISBN=978-3-7245-2586-8 |Seiten=63–65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bose Fasnacht}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Basel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1376]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karneval]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand (14. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
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